Wo ich mich herumtreibe

Endlich mal wieder zu Hause. In meinem Orcas-Zuhause. Bei mir weiß man ja nie so genau wovon ich eigentlich rede, stimmt's?

Tatsächlich ist Orcas Island schon seit einigen Jahren mein Zuhause. Alles Andere ist und war ein Zwischenspiel.
Das Haus - die Häuser - hier gehören schon mindestens 10 oder 15 Jahre Mazikeen. Ich habe vergessen wie lange. Aber seit wir das erste Mal zusammen waren, gehört es angeblich auch mir. Forever, wie sie behauptet. Natürlich nicht auf dem Papier. Nur per Ring quasi. Ich muss jedoch zugeben, dass, selbst als ich mich von ihr getrennt hatte, sie es nie in Frage gestellt hat. Außerdem bietet sie mir immer wieder an, es per Notar auf uns beide zu schreiben. Mache ich nicht. Was ich besitzen will, das kaufe ich selbst. (Zumindest meistens.)
Außerdem: Es ist zwar wunderschön hier, doch Orcas liegt - gerade noch so eben - in den USA. Und hier will ich nicht dauerhaft wohnen, jedenfalls nicht, wenn ich es vermeiden kann.

Als die Sache mit Joana noch intimer war - das war etwas Anderes. Aus der Zeit stammt ja noch mein Apartment in LA, das ich vermietet habe. Außerdem habe ich in Palm Springs Miete bezahlt, als wir noch diese Großfamilie waren, die sich dann ja leider in Hetero-Beziehungen aufgelöst hat. Ich habe mich noch eine Weile daran geklammert, weil unsere Airline dort ihre Büros hat. Seit ich einen anderen Vertrag habe, ist das nicht mehr wirklich nötig. Für die paar Monate im Jahr ist es nicht nötig, dort ein Riesenhaus zu besitzen oder zu mieten. Da tut es dann auch das Apartment in LA habe ich entschieden. Meine Mieterin dort zieht ohnehin in einem Monat aus. Praktisch.

Für das restliche Jahr wird mein Domizil aber tatsächlich Norwegen werden. Ich mag Land und Leute und mit Englisch kommt man dort wunderbar zurecht. Außerdem möchte ich in der Nähe von Daddy bleiben. Und so wie sich die Sache momentan entwickelt, scheint meine Firma ja tatsächlich ein oder zwei Flugzeuge hier zu stationieren, um kleinere europäische Drehorte direkt anfliegen zu können.

Mein Dämon ist natürlich dabei. Sie muss ja nicht arbeiten. Außerdem haben es ihr die norwegischen Fjorde angetan und hier gibt es auch genug Bootsfirmen, die einen guten Ingenieur gebrauchen können.

Daddy hat vor einigen Jahren das Nachbargrundstück gekauft und in weiser Voraussicht ein kleines Haus darauf gebaut. Für mich, wie er behauptet. Ich bin mir dessen nicht sicher, doch Mazikeen und ich sind froh, dass es da ist und wir es nutzen können so lange wir wollen.

Das ist also die Lage zur Zeit. Maze und ich bleiben noch ein paar Tage hier auf der Insel - sie will noch ein paar Sachen auf ihrem Boot fertigstellen - dann geht es zurück nach Europa. Wird auch Zeit. Seitdem die Republikaner in diesem Land immer mehr am Rad drehen und der Größenwahnsinn der Menschen immer größer wird, ist es kaum noch zu ertragen.
Auf dem Rückweg werde ich noch kurz bei Joana in Bel Air vorbeischauen und mich bei meiner Mieterin in LA bedanken, die sich wirklich toll um das Apartment gekümmert hat. Was ich dann mit dem Apartment anfangen werde, muss ich mir noch überlegen. Es hängt auch davon ab, wieviel Zeit ich demnächst in den Staaten verbringen muss. Eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Verkaufen kann ich es leider vorerst nicht. (Das ist ein anderes Thema und betrifft Joana und die IRS. *seufz)

Das war also der Rundumschlag für alle, die sich dafür interessieren, wo ich mich herumtreibe. Ich weiß ja, dass es Menschen gibt, die es interessiert. Alle Anderen können ja weglesen.

Zu meiner Arbeitssituation äußere ich mich ein anderes Mal.
Orcas Island

Ein Auszug aus Alisha und Elena, Second Edition. Die 2nd Edition veröffentliche ich im Kurzgeschichten-Sammelband (E-Book und Taschenbuch):


Sie macht es langsam. So behutsam und gleichmäßig, dass ich mir einbilden kann zu wissen, wie weit der Penis ist, wie tief er in mir steckt. Was natürlich Unsinn ist. Ich spüre nur den kurzen Schmerz am Ende, den Punkt, an dem es nicht mehr weitergeht. Alles Andere ist Erlösung. Und Erregung. Und dabei ist mir klar, dass es noch nicht ernsthaft begonnen hat. Sie macht es nur, um meinen Arsch an den Durchmesser zu gewöhnen und vermutlich mein Rektum ein wenig auszuweiten, damit ich den tatsächlichen Fick besser ertragen kann. Oder damit ich ihn problemloser genießen kann? Wer weiß …

1st Edition

Dieser Tag wollte überhaupt nicht enden! Und jetzt bekomme ich auch noch eine Einladung ins Personalbüro. Ob die wohl meine Texte lesen? Oder wollen die mir, wie damals in Dubai, sagen, ich soll nicht so lesbisch aussehen? 

Wer kennt eigentlich J. Forever noch nicht?

Fragen

Endlich Feierabend! Und morgen frei. Eigentlich müsste ich das ja feiern, doch vor meinem geistigen Auge schwirren die Knöpfchen…

Außerdem leide ich unter chronischem Sexentzug. Soll ich mir vielleicht doch eine Stewardess suchen und ihr einen Rasierer schenken? Oder einfach die Masturbationsfrequenz erhöhen? Wie oft darf frau am Tag ohne in die Hölle zu kommen? Fragen über Fragen…

Frauen in Jeans

Sie sind mein großer Faible: Jeans. Besser gesagt: Frauen in Jeans. Sie machen mich fertig: Heiße Weiber in diesen 70er-/80er-Jahre-Hosen, weit geschnittener blauer Stoff mit einem Arsch zum Reinbeißen. Sie beeinflussen meinen Alltag, jedenfalls den beim Arbeiten. Und so habe ich – tatsächlich in Absprache mit meiner Chefin – die neue Uniform unserer Stewardessen eingeführt. (Ich weiß: Mittlerweile heißt das geschlechtsneutral „flight attendants“ oder „cabin crew“, doch das geht mir am Arsch vorbei. Man muss nicht jeden Scheiß mitmachen. Und ein politisch nicht korrekter Ausdruck mehr oder weniger, hilft meiner Reputation auch nicht. Merke: Nicht die politische Korrektheit zählt, sondern Leistung und Können, ihr Arschlöcher!)

Auf unseren Dash 8 kümmern sich in der Regel vier Stewardessen um die Passagiere, also die doppelte Anzahl als üblich. In der Regel besteht die cabin crew natürlich aus Männlein und Weiblein, doch jeder weiß, dass ich in meinem Flieger nur Frauen hinter mir akzeptiere. Natürlich gibt es keine Dienstanweisung oder Ähnliches, doch ich habe es seinerzeit geschafft, die männliche Stewardessen-Variante in ganz wenigen Flügen hinauszuekeln. Heute macht jeder Steward einen großen Bogen um mich. Die Disposition hat es aufgeben für meine Flüge Schwanzträger einzuteilen.

Frauen in heißen Jeans: Einfach das Oberteil wegdenken!

Männer akzeptiere ich nur in meinem Cockpit. Sexistisch? Aber sowas von! Nein, ernsthaft jetzt: Dass ich Typen neben mir akzeptiere hat zwei Gründe: Zum einen quatschen Männer nicht so viel und zum anderen fliegt für uns zurzeit keine Frau. Was wiederum nicht an mir liegt, sondern daran, dass es erstens zu wenig Pilotinnen gibt und ich zweitens angeblich höhere Ansprüche an das weibliche Geschlecht stellen würde.

Was ist falsch daran, von Frauen mehr zu erwarten? Männliche Nullnummern kann ich ertragen, weil das dem statistischen Durchschnitt entspricht; Weiber die nichts taugen, beleidigen mein Selbstverständnis. Dazu kommen meine Erfahrungen aus kritischeren Situationen, in denen die meisten meiner stehend pinkelnden Co-Piloten der Meinung waren, mir zu sagen, was ich tun sollte, die Frauen hingegen einfach schweigend ihren Job machten. (Was für den Laien vermutlich für die Frauen spricht, doch so funktioniert das nicht: Vom zweiten Piloten wird erwartet, dass er sich mit eigenen Beobachtungen und Ideen einbringt, auch insistierend. Einen Airliner zu fliegen ist ein Teamjob und nichts für Mauerblümchen. Unter anderem deswegen wurden bislang die meisten Weiber von mir nach Trainingsflügen negativer bewertet als ihre männlichen Kollegen.)

Frau, halt die Beine zusammen!

Aber zurück zu den Jeans. Die Uniformen unserer cabin crew bestehen bei den Mädels neuerdings aus 70er-Jahre-Jeans, schwarzen Arbeitsstiefeln und weißem Hemd mit unserem Logo. Das ist möglichst genauf auf der linken Titte platziert, das Namenschildchen direkt darunter. (Ja, das gilt auch für Männer – minus der Titte.) So kommt es, dass fast jede unserer Frauen einen knackigen Arsch hat und die Passagiere einen netten Anblick. Okay, letzteres ist eine Übertreibung. Nicht, weil wir hauptsächlich sexy Weiber beschäftigen, wir versuchen das zwar, doch gleichzeitig gibt es bei uns keine Altersdiskrimierung. Das ist eines der wenigen Dinge, die ich beim Sojamilch-Komplex akzeptiere: Es gibt keinen – nicht einen einzigen – Grund, Menschen wegen ihres fortgeschrittenen Alters nicht zu beschäftigen. Vielleicht verlieren Arsch und Titten nach und nach gegen die Schwerkraft und wir müssen das Airline-Logo bei den älteren Damen tiefer anbringen, doch ihre Erfahrungs- und Leistungskurve zeigt deutlich nach oben. Das gleicht sich aus.

Apropos Kurve: Die Zufriedenheit unserer Passagiere hat sich, seit den neuen sexy Uniformen, weiter gesteigert – was zeigt, dass ich Recht hatte.

Aber jetzt zum eigentlichen Thema dieses Eintrags: Es ist bei uns üblich, dass der Captain – das wäre in der Regel ich – die Passagiere persönlich begrüßt, während sich der Copilot sich um die meisten Preflight-Prozeduren kümmert. Auf unseren Q400 ist das kein Hexenwerk, weil wir nicht mehr als 70 Fluggäste transportieren.

Echt jetzt?

Mein Problem: Frauen in Jeans machen mich fertig, sexuell gesprochen. Es sind weniger die Weiber der Filmcrews – zwar tragen auch die meisten von ihnen Jeans, doch die Studios legen bei den Weibern hinter den Kulissen leider gar keinen Wert auf die Optik, sondern beurteilen nur die Leistung (ja, das gibt’s). Von daher ist selten eine Tussi dabei, die meinen Flüssigkeitshaushalt beeinflusst.

Leider sind meistens auch Schauspielerinnen an Bord. Nicht unbedingt die Megafrauen aus der ersten Liga der Branche – die fliegen mit unseren kleinen Privatjets – aber die meisten der kommenden Film- und Serienstars sind genauso atemberaubend sexy. Jedenfalls wenn sie privat unterwegs sind. Denn dann sind bei ihnen Jeans angesagt. Bei solchen Weibern wird mein Hals trocken, weil alles Flüssige nach unten stürzt. Das ist auch der Grund, warum ich neuerdings meinen FO die Begrüßung machen lasse. Männer haben solche Probleme nicht. Wenn die mit einem Ständer in der Hose die Leute begrüßen müssen, ist das nicht weiter schlimm. Sie können immer noch ein Tablet oder Ähnliches davorhalten. Ich jedoch muss den ganzen Flug in der Soße sitzen oder von vorneherein eine fette Slipeinlage tragen, was ich nicht leiden kann.

Na ja, im Moment habe ich diese Probleme nicht, sondern sitze seit zwei Wochen bei herrlichen Minustemparaturen vor dem Ofen und editiere mein neues Buch. Zwischendurch geht’s mit meinem Motorrad zum Flughafen, wo ich im Hangar oder im Büro mit alten Bekannten Kerosin rede. Am Freitag werde ich wohl meine kleine alte 200er Kawasaki Moto-Cross-Maschine in Daddys Garage ausgraben, denn ab dann soll es schneien. Da ist dann etwas Leichteres als die 800er angesagt, ich will ja nicht auf meinen Titten durch die Gegend rutschen. Ich hoffe, mein Dämon und ich bekommen das kleine Biest zum Laufen.

Wie lange ich hier in Norwegen bleibe, ist unklar und es kommt drauf an, wieviel Arbeit uns an Weihnachten erwartet. Alles kommt drauf an, inwieweit die Studios ihre eigenen Kulissen für die bunte Weihnachtswelt für die 22er und 23er Filme benutzen, oder ihre Szenen doch lieber in Amerikas Städten drehen. Unsere 737 sind jedenfalls für Drehs in Europa ausgebucht.

So viel also zur aktuellen Lage. Und hier noch ein Tipp zur Vorbereitung auf mein neues Buch. Wer mehr politisch nicht Korrektes lesen möchte: J. – Forever. Als E-Book oder Taschenbuch.

Wie sich die Zeiten ändern

… und mit ihnen augenscheinlich die Umstände.


Wir verkaufen das große Haus in Palm Springs. Das Experiment mit den viereinhalb Weibern unter einem Dach hat nicht besonders gut funktioniert, bzw. nicht sehr lange.
Joana wohnt wieder in Bel Air, Gabby hat geheiratet (Einen Typ!!!) und lebt mit Eva wieder in New York, während Mazikeen mir explizit erklärt hat, zurück in ihr Haus auf Orcas Island zu ziehen. (Schon verständlich: Als Wasserratte kann man sich in der Wüste nicht wohlfühlen.)
Als ich vorgestern die Q400 in unserer Firma abgeholt habe, war ich das erste Mal seit Wochen wieder in dem verlassenen Haus. So etwas ist deprimierend. Nicht, wie sich alles entwickelt hat – das war vorauszusehen und die ganze Sache stellte ohnehin eher ein großes Experiment dar – nein, die verstaubten Räume und unsere Geister, die darin herumschweben produzieren Gänsehaut.


Ich habe den Airliner leer nach Burbank geflogen, bin in ein Taxi und habe meiner Mieterin in LA einen Freundschaftsbesuch abgestattet. Sie hat sich sehr gefreut, was ich erstaunlich finde, wenn eine Vermieterin einen Besuch abstattet. Sie hat mir die Wohnung gezeigt, die wirklich toll aussieht. Über sie kann ich mich ganz und gar nicht beklagen. Nach zwei Milchkaffee in der kleinen Bar des Komplexes, bin ich schließlich weiter Richtung Bel Air.


Joana hat mich fast aufgefressen vor Freude. Wir konnten überhaupt nicht aufhören, uns zu betatschen (vor allem ich sie). Vor allem konnten wir überhaupt nicht aufhören, zu quatschen, was ebenfalls überraschend war, berücksichtigt man, dass wir fast jeden Tag zoomen.
Die Nacht war phantastisch! Wir hatten so viel Sex wie seit langem nicht mehr, und das, obwohl wir dieser Sache eigentlich abgeschworen hatten, nachdem sie mir verkündet hatte, dass sie wieder einen (einigermaßen) regelmäßigen Stecher besaß. (Ja: besaß. Bei Joana geht alles um besitzen. Da zeigt sich nicht nur die Diva, sondern auch die verlassene Frau.) Wir versuchten vor geraumer Zeit, die Benefiz zu streichen und lediglich beste Freundinnen zu bleiben. Hat ja toll funktioniert. Aber wer weiß, wie oft wir uns in Zukunft sehen werden, vor dem Hintergrund, dass Mazikeen mir vor einigen Tagen jetzt „ganz offiziell“ mitgeteilt hatte, dass sie zurück in ihr Haus nach Orcas Island gehen würde, „ob du mir nun endlich fucking sagst, dass du definitiv mitkommst oder nicht“? Was bleibt einer armen Sterblichen schon anderes übrig, als zu nicken, wenn ihr Dämon explizit wird? Dann haben meine Tiere auch wieder ein brauchbares Zuhause und ich muss keine Angst mehr haben, dass Nala von Schlangen gebissen oder Skorpionen gestochen wird. Und dem Kater hängen hoffentlich keine Beine von handtellergroßen Spinnen mehr aus dem Hals.
(Ich darf nur nicht vergessen, meine gesamten Sozial-Media-Profile zu ändern, bevor ich wieder von irgendeiner dieser Arschlochfirmen rausgeworfen werde.)


Das Haus in Palm Springs zu behalten, macht keinen Sinn mehr. Es kostet ein Vermögen und ich kann Hitze kombiniert mit Sand sowieso nicht leiden. Also werde ich mir dort ein kleines Apartment suchen, damit ich für meine Arbeit nicht jedes Mal in ein Hotel ziehen muss. Das kann ich noch viel weniger leiden.
Apropos Arbeit: Ich bin ab 01.12. offiziell wieder 737-Pilotin. Chefpilotin unserer kleinen Airline bin ich ja von Anfang an gewesen, doch nun, da wir stolze Besitzer/Mieter von zwei 737-BCF-Frachtern (einer ab 3. Dezember, einer ab März kommenden Jahres) sowie einer 738 – seit vorgestern – sind, darf ich mich LCC (line check captain) für die 737 NG nennen. Coole Sache. Vor allem gibt es mehr Geld. Jedenfalls bis zum nächsten Virus. Dann darf ich betteln gehen – oder anschaffen, solange meine Optik das noch zulässt. (Bei der Gelegenheit: Hatte ich eigentlich erwähnt, wie geil es ist, seiner Chefin auf dem Notebook beim Masturbieren auf dem Klo zuzuschauen, während man es sich selbst macht? Nein? Ist ein anderes Thema.)
Bessere Bezahlung im Job ist für mich inzwischen wieder wichtig geworden, weil die finanziellen Abkommen mit Gabby und Joana leider nicht mehr existieren und Mazikeen zwar nicht arm ist, doch trotzdem nicht in der Lage wäre, mir jedes Mal wenn sie Sex will, solche Summen auf den Nachttisch zu legen. Alles Schöne im Leben ist vergänglich … *seufz


Mein erster Flug mit einer unserer Dash 8 hatte übrigens gleich abenteuerlich begonnen. Auf dem Leerflug von Palm Springs gab es beim Landeanflug auf Burbank ein gelbes „Master Warning“, das auf einen Fehler in der Pressurization hinwies. Was seltsam ist, weil die Pressurization während dieser Flugphase ja (fast) nicht arbeitet. Am Boden konnten wir nichts finden – also zurück in unsere Werkstatt nach Palm Springs zur Fehlersuche. Es stellte sich heraus, dass der Computer im Bleed-Air-Sytem einen nicht existierenden Fehler anzeigte. Am Ende konnten wir die hochkarätigen Fluggäste dann doch noch von Hollywood nach Denver transportieren. Alle Aufregung umsonst. Andererseits mache ich mir wegen so etwas auch nicht gleich ins Höschen. Dafür kenne ich den Job schon zu lange (und habe schon viel zu viel erlebt).


So, jetzt wird es aber Zeit an einer anderen Sache zu schreiben: An meinem neuen Buch, welches so gerne komplett fertig werden möchte.

Viel Neues im Dezember

Sprache verändert sich und das ist gut so. Sie wächst und gedeiht mit den Bürgern, ihren Ideen und Wertvorstellungen. Mein neues Buch Neun Freundinnen und eine 12 ist mitgewachsen. Darauf bin ich durchaus ein wenig stolz, da die Veränderung der Sprachbasis eine Menge Arbeit mit sich gebracht hat, und ich den Mehraufwand – trotz vieler widriger Umstände – in erstaunlich kurzer Zeit bewältigen konnte.

Es begann damit, dass ich beobachtet habe, wie sich meine eigene Sprache verändert hat. Vielen gefällt meine unbeschwerte Frei-Schnauze-Schreibe, doch mit allem, was um mich herum passiert, wollen offensichtlich meine Texte auf einen anderen Level, um den Anforderungen der heutigen Zeit besser gerecht werden zu können. Die Veränderungen endeten für den Moment damit, dass ich in das Buch Themen integriert habe, die ich noch vor ein paar Jahren nicht anzusprechen gewagt hätte. Selbst in J.-Forever nicht.
Autoren tragen durchaus Verantwortung. Wenn diese schon nicht der Gesellschaft gegenüber besteht, so sollten sie doch zumindest für die Sprache, in der sie sich ausdrücken, ein wenig Respekt zeigen. Der eine oder andere mag diese Aussage nicht nachvollziehen können, aber ich werde Angriffe auf unsere Art zu reden und zu schreiben, nicht unkommentiert lassen. Ich habe mich außerdem dafür entschieden, meinen winzigen Teil beizutragen, das Deutsche, wie es war und (zur Zeit noch) ist, zu überliefern.

Vor dem Hintergrund feministisch-sexistischer Attacken auf die Sprache, die ich so liebe, kann ich eben nicht mehr reinen Gewissens meine Gedanken, wie mir „das Maul gewachsen“ ist (um es mit verschiedenen Klassikern zu sagen), aufs Papier bringen. Rede- und Schreibweisen verändern sich mit den Zeiten. Doch es ist eine Sache, landläufig gebrauchte Wendungen zu integrieren, eine andere aber, zu versuchen, politische Absichten durch Sprachverfälschung durchsetzen zu wollen.

Das sogenannte „Gendern“, das Bestreben das generische Maskulinum durch absurde Satz- und Wortkreationen aus dem Deutschen zu verbannen, ist weniger lächerlich als gefährlich. Wenn gesellschaftliche Kräfte beginnen, Sprache als Waffe zu benutzen, um eigene Ziele zu erzwingen, sollten wir uns vorsehen. Das passierte schon mehrfach und hat nie friedlich geendet. Wohin die Sprachlenkung in den 1930ern führte, wissen wir alle. (Ich empfehle zu diesem Thema den Artikel „Sprache und Sprachlenkung im Nationalsozialismus“ auf der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung https://www.bpb.de/politik/grundfragen/sprache-und-politik/42752/sprache-zur-ns-zeit ).
Es ist völlig bedeutungslos, ob Sprachterroristen rote, grüne oder braune Hemden tragen – der Angriff auf unsere Sprache bleibt der gleiche. Egal welche Ansprüche Bewegungen haben; das Mittel der Wahl für potentielle Weltveränderer ist die Veränderung der eigenen Sprache. Gezielte Wortmanipulation als Waffe? Sollte uns das nicht erschrecken?
In den 1930ern betrieb die Farbe Braun radikale und unerwünschte Volkserziehung durch Sprachmanipulation, die Farbe Grün macht es heute. Und das, obwohl unseren feministisch-sexistischen Weltverbesserern die sozialen Medien zur Verfügung stehen, wo sie seriöse Überzeugungsarbeit leisten könnten. Dass sie mit der Manipulation des Deutschen bereits Teilerfolge erzielt haben, liegt unter anderem an der unreflektierten Berichterstattung von Journalisten, die überwiegend die gleichen grünen Hemden tragen – und die sich für autorisierte Politiklehrer halten. (Autorisiert durch wen, frage ich mich an dieser Stelle: durch eigene moralische Überlegenheit? Ich glaube kaum!)
Ich suche schon seit Längerem in den großen deutschen Medien nach Artikeln, die den einst noblen Kriterien von Neutralität, Recherche und Fehlerfreiheit entsprechen. Bei ARD und ZDF z.B. ist das nicht nur ein mühseliges Unterfangen, es ist ein meist vergebliches. Reporter scheinen das „Report“ in ihrer Berufsbezeichnung vergessen zu haben, das unter anderem bedeutet, dass man bei politischen Themata nicht nur die eine Seite, sondern – womöglich im selben Artikel – die gegensätzliche Meinung ebenfalls hört und sie möglichst unkommentiert zitiert. Das hieß früher „faire und gerechte Berichterstattung“. Mit „vergessen“ hat das leider kaum etwas zu tun; es ist Volkserziehung, nicht mehr, nicht weniger. Und dass dabei die – von Journalisten angeblich so geliebte – Sprache auf der Strecke bleibt, ist ein in Kauf zu nehmender Nebeneffekt.
Ich bin sicher, dass es auch noch untadelige Medienmacher gibt – doch die sind, wie ich leider immer wieder feststelle, nur mit dem Vergrößerungsglas zu finden.

An dieser Stelle möchte ich betonen, dass die systematische Unterdrückung anderer Meinungen durch die heutigen Medien nichts mit staatlicher Kontrolle oder Vorgaben aus der Politik zu tun hat, wie fehlgeleitete „Querdenker“ und unbelehrbare Rechtsradikale kontinuierlich behaupten. Es ist ausschließlich auf fehlende journalistische Integrität, über die Jahre degeneriertem Berufsethos und mangelnder Ausbildung von jüngeren Reportern und Redakteuren zurückzuführen.

Meinen Schreibstil wieder der deutschen Sprachbasis anzupassen, ist keine leichte Unternehmung, zumal ich gleichzeitig versuchen muss, dass meine eigene Identität nicht auf der Strecke bleibt. Ich behaupte, dass mir das im neuen Buch – Neun Freundinnen und eine 12 – gelungen ist (oder gelingen wird). Es ist nach wie vor Andrea, doch es wurde von einer Andrea geschrieben, die durch die Umstände gezwungen wurde, erwachsener zu werden. (Wobei das Urteil von meinen Fans getroffen werden wird.)
„Erwachsener“ heißt in diesem Zusammenhang nicht „langweiliger“. Ich behaupte, das Gegenteil ist der Fall. Das Buch ist kurzweiliger als manche davor veröffentlichte, es ist leichter lesbar, doch gleichzeitig in seiner Sprache anspruchsvoller. Der „neue“ Andrea-Stil: Überflüssige Wörter entfallen, dafür wird die Ausdrucksvielfalt größer und Wiederholungen reduzieren sich auf das nötige Minimum. Ebenfalls wichtig: Durch einen anderen Editierstil sollen vor dem Druck mehr Fehler entdeckt werden. Ob Letzteres funktioniert, bleibt abzuwarten (und zu hoffen).
Die Dialoge hingegen bleiben „frei Schnauze“. Auch das bewusste Weglassen seitenweiser Veranschaulichungen von Protagonisten und Orten erhalte ich. Leser haben bei Andrea-Büchern zusätzlichen Spielraum für ihre eigene Phantasie. (Was ich vor allem bei Sex und Pornographie für wichtig halte.)

Meine Grundthemen bleiben die gleichen: Liebe und Sex – und zwar in knallharten Details und Beschreibungen. Diese kompromisslose Andrea-Sprache sehe ich seit meinem ersten Veröffentlichung Anna von England auch als Protest gegen die immer stärker werdenden Einflüsse der „Müttermafia“, wie ich passionierte Moralerzieher gerne nenne. Diese Themen und diese Schreibweise gibt es weiterhin, meine Fans können beruhigt sein. Umrahmt von Liebe, Erotik und Pornographie, tauchen aber zusätzliche Themata auf, von denen ich hoffe, dass die Leser sich dafür interessieren.

Eines kann ich jetzt schon sagen: Mainstream-Gedankengut ist in dem neuen Buch nicht zu finden.

(Erscheinungsdatum, aufgrund Meinungsverschiedenheiten mit den Editoren, leider auf 2022 verschoben. Sorry.)

Tanzen mit dem Popstar

Alles was ich jetzt und für die nächsten Wochen mache, ist lernen und schreiben. Das war’s. Okay, zwischendurch noch ein wenig Sex, doch das war es dann wirklich. Ich besuche Auffrischungs- und Trainingskurse in Vorbereitung auf eine Neuzertifizierung für die 737 in den USA und Europa und arbeite intensiv daran, mein neues Buch bis Anfang Dezember druckfertig zu bekommen (ich liege gut in der Zeit). Irgendwelche Bankgespräche und Verhandlungen habe ich mir bis dahin verbeten.
Hier in Kissimmee, Florida, haben wir Tagestemperaturen von über 30 Grad, nachts sinkt das Thermometer gerade mal auf 20. Aber warm ist auch anders (sagt die Wüstenbewohnerin).
Meine Chefin spricht nach wie vor nicht mit mir, aber ich habe ja das Video … (von dem meine Schwester nichts weiß, es sei denn, sie spioniert wieder in meinem Blog, wozu sie eigentlich „keine Zeit und keine Lust“ mehr hat).
Ich freue mich SEHR auf mein neues Buch, es ist so ganz anders als „J.-Forever“, doch es gefällt mir. Der Stil hat etwas für sich, die Wortvielfalt hat sich gegenüber früheren Büchern deutlich erhöht, und das Thema geht in die richtige Richtung. Ob die neue „Andrea-Schreibe“ auch meinen Lesern zusagt, wird sich natürlich frühestens im nächsten Januar zeigen, wenn die Zahlen aus dem Weihnachtsverkauf vorliegen. Ich bin gespannt.
Natürlich werde ich, wie ich das bei jedem Buch mache, in den kommenden Tagen beginnen, kleine Auszüge zu veröffentlichen und ein wenig mehr über und von dem Buch berichten – so die Flugschule und das Training mir genügend Zeit lassen.
Der Titel (leider musste ich den bisherigen zum Untertitel degradieren) lautet:
Neun Freundinnen und eine 12
Eine kleine Geschichte über Brüste

Kurz umreißen möchte ich noch schnell, was diese Dezemberveröffentlichung für meine weiteren Buchprojekte bedeutet. An der deutschen Übersetzung von „She Doesn’t Do Girlfriend“ arbeite ich nach wie vor, sie ist weder vergessen noch abgehakt. Allerdings kocht die Sache derzeit erneut auf kleiner Flamme. Ich habe nach wie vor eine Menge Probleme damit, und schiebe daher das Projekt immer wieder in der Hoffnung zur Seite, doch noch eine durchschlagende Idee zu bekommen, wie daraus ein gutes, deutsches Buch werden könnte.
Als Nächstes geplant habe ich weitgreifende Überarbeitungen meiner Kurzgeschichten (neue, erweiterte Editionen) inklusive meines Lieblingsbuches „Bella und die Frau im Himmel“, dessen Verkäufe eher durchwachsen sind – was ich nicht verstehen kann.
Außerdem möchte ich mindestens eine meiner begonnenen kleinen Geschichten fertigstellen, um anschließend ein Taschenbuch mit allen Neueditionen der Kurzgeschichten herauszubringen. Auch hier wieder inklusive „Bella“. So weit die von mir angedachten Neuveröffentlichungen.
Inwieweit allerdings ein weiteres neues Buch dazwischen kommt, bleibt abzuwarten. Meine langjährigen Leser wissen, wie sprunghaft ich bin.

Was bei mir im Privaten läuft – auch darüber werde ich in den kommenden Tagen – vermutlich eher bruchstückhaft – berichten. Habt Geduld mit mir, liebe Freunde, Schule ist Stress! Vor allem, wenn man gezwungen ist, jedes Fach mit einem „A“ (einer 1) abzuschließen, um sein Ziel zu erreichen.

Neun Freundinnen und eine 12
Mein neues Buch: Neun Freundinnen und eine 12

Blut und Küsse

Ich habe (mir selbst) eine Fortsetzung versprochen. Hier ist sie.

Aber zuerst: Es war schon ziemlich geil, mal wieder einen Gayclub zu besuchen. (Aber musste es mich dafür wirklich bis nach Vilnius verschlagen?)
Ich muss dazu gleich festhalten: Ich mag weder Lesben- noch Gayclubs. Sie sind düster und langweilig. Düster muss ja scheinbar sein, damit man in den Ecken ungestört herummachen kann. Langweilig. Sowohl die Clubs als auch das Herummachen. Jedenfalls wenn man an Letzterem nicht selbst beteiligt ist. Ich gehe ja auch nicht hin, um irgendwen abzuschleppen. Hell, no! Aber mit Frauen zu lachen und zu trinken, von denen jede Einzelne lesbisch (und meist auch horny) ist, ist schon geil. Auch cool: Nach den üblichen Eingangsfragen nach Namen und Herkunftsort, kommt meist natürlich ganz schnell das „Und was machst du so?“. Natürlich könnte ich eine Menge Unsinn antworten, doch das Wort „Pilotin“ sorgt ganz schnell dafür, dass in kürzester Zeit das Herummachen in den Ecken aufhört und sich eine dicke Traube notgeiler Lesben (und auch einige Schwule) um einen versammelt und man sich vorkommt wie eine Präsidentschaftskandidatin. Das ist cool.
Warum? Weil ich mir dann in aller Ruhe eine Kandidatin aussuchen kann, mit der ich in der folgenden Stunde in einer dunklen Ecke herummachen kann. (Ha!) Diesmal waren es zwei. Warum das so einfach ist? Pilotin = Uniform = Geil! Wir Lesben sind doch so berechenbar!
Das ist eigentlich an solchen Abenden alles, was ich will und ich sage es allen Beteiligten auch vorher: Herummachen, sonst gibt es nichts. Herumknutschen und mit Titten spielen. An meine Möse lasse ich niemals eine, denn ich kann ja nicht wissen, wer sich die Finger wäscht, wer nicht und wo die Grabscherchen vielleicht vorher drinsteckten. Also fällt alles unterhalb der Gürtellinie weg, aber der Rest ist ja schließlich auch nicht zu verachten. (Es ist übrigens auch ganz und gar nicht zu verachten, mit zwei Frauen gleichzeitig „herumzumachen“ – GEILES WORT! – und theoretisch wären ja auch drei möglich: links, rechts und knutschen. Ich muss das mal ausprobieren.)
Aber das geht natürlich alles nur eine gewisse Zeit, vor allem wenn ich ständig damit beschäftigt bin, Finger abzuwehren, die versuchen mir an die Möse zu gehen.
Aber – grosses ABER – die Mädels dort waren toll. Eine der beiden habe ich zwar überhaupt nicht verstanden (Litauisch und Russisch), während die andere genug erotisches Englisch konnte, um die Sache mit Dirty Talk zu würzen. Aber selbst mein rudimentäres Russisch (Da! Da! Da!) reichte, um mir den Tequila von den Nippeln saugen zu lassen. Alles in allem ein positives Erlebnis, auch wenn ich keine Visitenkarten verteilt habe.
Zum Stammgast werde ich ganz sicher auch nicht. Wenn ich ficken will, gehe ich in „normale“ Clubs, Klamottenläden und Straßencafés. In Uniform. (Und wenn ich richtigen Sex und megageile Orgasmen haben will, habe ich ja immer noch meine Dämonin, die zu nichts anderem gemacht worden ist, um die Menschen mit tausend Höhepunkten zu Tode zu ficken.)

Vilnius bei Nacht

Aber jetzt zum eigentlichen Thema: was mich eigentlich nach Vilnius verschlagen hat.

Meine treuen Leser haben sicher den Eintrag „Du bist gefeuert!“ gelesen und wissen, dass ich das Meeting mit meiner Chefin Miranda und meiner Schwester Anik mit ausgestrecktem Mittelfinger verlassen habe. (Eigentlich gar nicht wirklich meine Art, doch ich fühlte mich gerade so proletenhaft.) Tatsächlich wollte ich einfach nur raus und wollte den nächsten Flieger nach LA nehmen, um kurz bei Joana in Bel Air vorbeizuschauen, und dann nach Orcas Island weiterfliegen, wo Mazikeen gerade an der Vergrößerung ihres Bootsstegs arbeitete. Gabby konnte ich hier leider nicht besuchen, weil das Miststück gerade mit ihrer Tochter und ihrem Typ eine verlängerte Hochzeitsreise machte. (Ein anderes Thema … Kotz! Die Moral von der Geschichte: Lass dich niemals mit Heten ein!)

„TAMMY!“ Der Ruf kam vom anderen Ende des Flurs, während ich auf den Aufzug wartete. Mirandas unverschämt rauchige Stimme war unverkennbar. (Wie ich sie dafür beneide!)
„Fuck off!“
Doch sie ließ sich nicht beirren, setzte die Maske mit dem Logo unserer Airline auf und rannte mir hinterher. (Meine FFP2-Maske war schwarz. Flammen loderten über Mund und Nase. Ein höllisches Geschenk von Mazikeen, logisch.)
„Darf ich BITTE nochmal mit dir reden?“
Scheiß-Aufzug! Wie lange braucht der eigentlich? Ich antwortete nicht, grinste lediglich, was sie vermutlich nicht sehen konnte. Ich hoffte aber, dass die Flammen dadurch etwas höher loderten.
„Was muss ich tun, dass du deine Meinung änderst?“
„Get lost!“
„Ich möchte diese Flieger. Wirklich! Wir brauchen sie!“
„Was muss ich tun, damit du endlich verschwindest?“
„Mit mir reden!“
„Was muss ich tun, damit du NICHT mit mir reden willst?“
„Schlag mich zusammen, dann musst du nicht.“
Ich starrte sie an. Der Aufzug war fast unten angekommen. „Ich schlage keine Frauen. Jedenfalls nicht, bevor sie darum betteln.“
„Bitte schlag mich zusammen. Bitte, bitte!“
Ich zuckte mit den Schultern und verpasste ihr eine, dass sie gegen die hintere Aufzugswand krachte und langsam zu Boden sank. Wer drum bettelt …

Wer drum bettelt …

Hinter mir öffnete sich die Fahrstuhltür. Im Spiegel, vor dem meine Chefin saß, erkannte ich eine ältere Dame in schickem Tweetoutfit und einen älteren Herrn mit Texaskrawatte. Ich drehte mich zu ihnen um und hob entschuldigend die Hände: „Für gewöhnlich ficken wir. Heute ist eine Ausnahme.“ Mit tiefreligiösen, aufgerissenen Augen, packte der Texaner seine Frau am Arm und sie machten einen kollektiven Schritt nach hinten.
„Fühlst du dich jetzt besser?“ Miranda streckte mir eine Hand entgegen.
„Etwas“, entgegnete ich und half ihr aufzustehen. Ihre schicke Airlinemaske färbte sich langsam rot.
„Jetzt schuldest du mir mindestens einen Drink.“
„Soso …“ Scheiße, ich musste grinsen. Ich hoffte, dass meine Augen das nicht verrieten.
Miranda wandte sich an das Texikanerpaar: „Machen Sie Platz! Wir versuchen abzutreiben!“
Scheiße, ich musste losprusten!
„Sie können allerdings auch stehenbleiben und uns auf je 10.000 Dollar verklagen“, fügte Miranda, bezugnehmend auf das neue, widerliche Gesetz in Texas, hinzu.
„Soll ich dir jetzt in den Magen treten?“, fragte ich, laut genug.
„Das sollte funktionieren“, nickte meine (Ex)-Chefin.
Von den betagten Südstaatlern war danach nur noch ein Luftloch übrig.
Was blieb mir übrig als laut zu lachen?
„Du bist ein ganz schönes Arschloch“, stellte Miranda nach einem Moment Herumstehen fest.
Ich bestätigte das.
„Darf ich dir jetzt einen Drink ausgeben, oder nicht?“
„Aus deiner Maske läuft Blut raus.“
„Ich sage ja, dass du ein Arschloch bist.“

Schließlich landeten wir auf dem Damenklo. ‚Frisch machen‘, wie Miranda das nannte. Während ich pinkele, wischte sie sich das Blut aus dem Gesicht. Sie winselte wie ein junger Hund, wenn sie ihre aufgeplatzte Lippe berührte: „Danke, dass ich alle Zähne behalten durfte“, erklärte sie sarkastisch.
Ich nickte freundlich: „Das war doch das Mindeste, was ich für dich tun konnte.“
„Bar?“, fragt sie, als sie fertig war.
Ich schüttelte den Kopf: „Keine Chance. Du blutest den ganzen Tresen voll. Das ist peinlich.“
Sie verdrehte die Augen.
In diesem Moment kam jemand zur Tür herein: „Raus!“, wurde sie angefaucht. Miranda kann fauchen. Interessant.
„Wir verlieren die Branche, wenn wir nicht aufrüsten. Die großen Airlines warten nur darauf, mit gecharterten Studioflügen Werbung machen zu können.“ Mit ‚Branche‘ meinte Miranda die Hollywoodstudios.
Ich zuckte mit den Schultern: „Eure Bombardiers sind doch voll.“ Ich setzte ganz bewusst die zweite Person Plural ein, um mich von der Firma zu distanzieren. Schließlich hatte sie mich gefeuert und ich war drauf und dran, mein Kapital abzuziehen.
„Sie sind zu klein. Und die Reichweite ist nicht da.“
„Warum?“
„Wir brauchen mindestens 130-180 Plätze und eine interkontinentale Reichweite.“
„Wie bitte? Interkontinental?“
„Immer mehr Drehorte sind in Europa, das weißt du.“
„Bisher haben die Studios es auch ohne 737 über den Teich geschafft.“
„Ohne UNSERE 737. Mit Linienmaschinen und Frachtcharter. Uns geht ein Riesengeschäft verloren. Und wir stehen kurz davor, die ganze Branche zu verlieren. Das erste Studio haben wir schon abgeben müssen. Ich möchte es zurückbekommen.“

Eine 737-800 NG auf dem Taxiway

Wieder öffnet sich die Tür: „RAUS!“
„Nicht überzeugend.“ Ich schüttelte den Kopf.
„Wie blöd muss man sein, um das nicht zu kapieren?“
„Vermutlich so blöd wie ich“, nickte ich.
„Was können wir denn deiner Meinung nach sonst tun?“, fragte Miranda.
„Nichts. Ihr habt kein Geld für so eine Aufrüstung. Und die Banken werde euch etwas husten. Vor allem jetzt, wo ich aussteige. 737 – so ein Schwachsinn!“
„Du musst ja nicht aussteigen.“ Ihre Lippe blutete immer noch ein bisschen. „Du kannst jede 737 fliegen!“
„Ich kann es aber auch lassen.“
„Ich weiß, du hasst es, mit Airliner Linienverkehr zu fliegen. Wie sagst du immer? ‚Busfahren für Studierte‘. Das ist aber kein Linienverkehr. Das ist Charter und das weißt du. Fast rund um die Welt. Mit einem Standbein in Europa.“
„Das auch noch? Nicht nur FAA, sondern auch noch EASA? Na danke …“
„Seit wann siehst du alles nur noch negativ?“
„Seit ich dich kennengelernt habe.“
„Ist es, weil ich nicht mit dir schlafen will? Eine Frau, die NICHT mit dir ins Bett will, das darf es in deinen Augen wohl nicht geben?“
Ich erinnerte mich an die eine Sache, bei der sie mich in ihrem Büro für ein paar Momente fickte, um das zu bekommen, was sie wollte. Diese Frau war echt das Letzte! „Du willst NICHT? Echt nicht? Was haben dann deine Finger in meiner Fotze gemacht?“
„Dich überzeugen.“ Miranda grinste.
„Hast du jetzt auch vor, mich zu ficken, damit du bekommst, was du willst?“
„Wenn es sein muss …“
„Eine Manager-Nutte. Nett …“ Ich schüttelte den Kopf.
„Darf ich dich an dein jüngstes Buch erinnern?“
J.–Forever? „Was ist damit?“
„Angeblich empfindest du doch Prostitution als ein legitimes Mittel zum Zweck?“

MOMENT MAL!

Wieso konnte die Frau dieses Buch lesen? Es ist doch nur auf Deutsch erschienen?

„Willst du mir jetzt weismachen, dass du Deutsch lesen kannst?“
„Ich kann es nicht nur lesen, sondern auch sprechen und verstehen. Du schreibst wirklich interessante Bücher. Auf Deutsch. Deine englischen Titel sind allerdings miserabel.“

Jetzt erwischte sie mich eiskalt: Sie ANTWORTETE mir AUF DEUTSCH! Zwar mit ziemlich amerikanischem Akzent, doch grammatisch richtig, vollkommen verständlich und – fließend.
„DU SPRICHST DEUTSCH?“, blökte ich auf Dummdeutsch.
Miranda zuckte mit den Schultern: „Und Französisch, Spanisch, Italienisch, Russisch und ein wenig Norwegisch. Schlimm?“
„Warum?“ Diese Frage war noch dümmer als die von eben. Aber das war zu entschuldigen, wenn man von einer Sekunde auf die andere erfuhr, dass die Ex-Chefin SIEBEN (7) Sprachen fließend beherrschte! Und man selbst – ich wollte nicht darüber nachdenken.
„Es hilft beim Business. Aber das war nicht unser Thema.“
Sie erwischte mich mit dieser Sprachgenie-Eröffnung so eiskalt, dass ich vergessen hatte, was das Thema war.
„Du stehst auf Nutten. Zumindest kann man das aus J.–Forever herauslesen.“
„Ich brauche einen Drink.“
„Zur Bar?“, lächelte Miranda.
Ich konnte nur noch dümmlich nicken.

Fortsetzung folgt.

Mit Boobs und Popcorn

In jüngster Zeit ist verdammt viel passiert, und damit meine ich diesmal nicht auf der Welt. Okay, da auch. Jede Menge Katastrophen und dann dieser Irrsinn in Afghanistan. Und von den ganzen Querdenker-Idioten will ich gar nicht erst anfangen. Nein, ich meine ganz persönlich.
Joana ist nicht mehr mein Lover, sondern wieder (nur noch?) beste Freundin, diesmal mit Benefiz. Wobei ich mich mit Letzterem etwas schwertue, denke ich darüber nach, wer sich sonst noch in ihrer Möse herumtreibt. Von Gabby ist tatsächlich inzwischen nur noch Eva übriggeblieben. Ihre kleine Tochter – Sieben ist sie inzwischen geworden – habe ich allerdings auch schon eine Weile nicht mehr gesehen. Seitdem diese dämliche „Welt“reise begonnen hat, die mich irgendwie auch schon ankotzt, unter anderem auch, weil ich meine kleine Freundin Kakaofresse nur noch über Zoom sehen kann. Irgendwie auch kein Zustand.
In unser aller Haus in Palm Springs wohnen tatsächlich inzwischen nur noch Joana und ich. Eva wohnt natürlich inzwischen bei ihrer Mutter in NYC. Und Joana und ich – das ist natürlich auch eher ein Witz, denn genaugenommen steht das Haus seit Monaten leer. Ich bin auf der Reise – und mit mir mein Dämon – und Joana logiert seitdem in ihrer Villa in Bel Air. Die meiste Zeit mit ihrem neuen Stecher, wie ich höre. Die Zeit in Palm Springs hat sich erledigt. Mazikeen, mein Dämon, möchte, dass wir zusammen in ihr Haus auf Orcas Island ziehen, wobei ich mich noch nicht entschieden haben. Das hängt von so vielen Umständen, die sich im Moment gerade entwickeln. Was mich am meisten an Mazikeens Anwesen stört, ist, dass man den ganzen Sommer, wegen der ständigen Waldbrände in British Columbia und mittlerweile ja auch in Washington, das Haus nur noch mit Gasmaske verlassen kann, falls man nicht mit Lungenkrebs enden will. Es ist natürlich eine tolle Gegend fürs Segeln, oder überhaupt als Ausgangspunkt für Bootreisen, bedenkt man, dass wir einen ganz privaten Anleger hätten. Was auch Eva gefallen würden. Gabby hätte kein Problem damit, dass die Kleine viel Zeit bei mir/uns verbringen würde. Aber das Privatleben ist natürlich nicht alles.

Ich schreibe das hier in einer kleinen Bar in Barcelona, Venezuela, unweit vom Genrose A. Anzoategu Airport. Wenn ich die Schreibweise richtig in Erinnerung habe. Ich trinke schrecklich starken Espresso, und das entgegen jeglichem ärztlichen Rat. Aber das Gebräu hilft mir beim Denken. Das wäre bei mir ja nötig, sagen meine Kritiker. Ich drücke ihnen die Daumen, dass es hilft …
Mit meiner Chefin bin ich mittlerweile ernsthaft auf Sie-Oder-Ich-Basis, während Anik, meine Schwester und Hauptanteilseignerin, zu vermitteln versucht. Unsere kleine Airline ist mittlerweile ganz ordentlich gewachsen. Der Frachtbereich boomt, nicht nur auf Grund Aniks genialem Konzept der Kombination mit der Medikamentencharity und ihren guten Kontakten nach Kanada. Mittlerweile werden unsere Flugzeuge größer und meine Chefin – Miranda – hat es irgendwie geschafft, die Medikamentenverteilung mit normalem Aircargo zu kombinieren. Dank Covid-19 und den vielen Onlinekäufen ist Cargo ja inzwischen zum Riesengeschäft geworden. Aber was ich noch viel bemerkenswerter finde, ist, dass Anik und Miranda es geschafft haben, dass sie das Hauptgeschäft unserer pleite gegangen Business-Charter-Airline wieder aufleben lassen konnten! Tatsächlich konnten wir einige kleine Privatjets aufkaufen – hauptsächlich Phenom 300 und verschiedene Citation – und fliegen wieder Hollywood-Promis durch die Gegend. Wobei Joana daran natürlich auch keinen kleinen Anteil hat. Frei nach dem Motto: Hast du einen Promi, hast du alle.

Für alle Leser, die neu auf meinem Blog sind: Warum schreibe ich „unsere“ Airline? Nun, ich bin zwar nicht der größte Anteilseigner, doch auch nicht der kleinste. Und insofern, habe ich durchaus Mitsprachemöglichkeiten, obwohl mir mein Gesellschaftervertrag das ausdrücklich abspricht. Aber was kann eine Firma schon machen, wenn einer der Besitzer droht sein Kapital zurückzuziehen?
Im Endeffekt kann ich also sehr wohl mitreden, was eigentlich eine ganz nette Situation ist. Was Miranda und mich allerdings auch in diese Sie-Oder-Ich-Situation bringt.

Der Hintergrund: Ihr gefällt nicht, dass ich widerspreche und nicht mache, was sie sagt, mir gefällt nicht, dass sie überhaupt den Mund aufmacht. Vor allem, wenn sie bei Dingen mitreden will, von denen sie keine Ahnung hat. Zum Beispiel beim Thema „Fliegen“ und „Flugzeuge“. Sie mag eine tolle Betriebswirtschaftlerin und Managerin sein, doch von Aviation hat sie nicht die Spur einer Ahnung. Muss sie auch nicht, dafür hat sie ja Leute, die ihr sagen, wie diese ganze Luftfahrtsache funktioniert. Zum Beispiel mich.

Eskaliert ist das alles, als sie angefangen hat, mir vorschreiben zu wollen, mit welchen Flugzeuge ich diese „Welt“reise machen soll. Und ehrlich: Es ist mir scheißegal, welche kleinen Teufel ihr diesen ganzen Unsinn ständig in die Ohren stopfen – mit was ich fliege, ist immer noch meine Sache! Aber natürlich kommen dann ihre betriebswirtschaftlichen und marketingtechnischen Überlegungen – und nochmal ehrlich: Fick dich, Miranda, ich fliege trotzdem, was ich will. Meistens jedenfalls. Wenn ich mich breitschlagen lasse – das ist, was ein paar Mal passiert ist – wird die Sache nach kürzester Zeit unangenehm. Also fliege ich seit einigen Wochen mit meiner einmotorigen Comanche, was Miranda zum Wahnsinn treibt. Natürlich weiß ich auch warum: Wenn ich potentielle Kunden mitnehme, sitzen sie in einem sechzig Jahre alten Flieger ohne jeglichen Komfort und bangen – unnötigerweise – um ihr Leben. Miranda will, dass ich in einem ultramodernen fliegenden Computer sitze, der den Komfort eines BMW X 150 oder wie die Dinger heißen, bietet. Da scheiden sich dann unsere Meinungen. Wenn es um General Aviation geht, können bei mir die Flieger gar nicht alt genug sein. Ich habe viel zu lange 737NG und auch 777 geflogen, um Bordcomputer toll finden zu können. Und wenn ich um die Welt fliegen soll, dann will ich das Gefühl haben, wirklich zu fliegen und nicht einem Computer zuzuschauen, wie das in den großen Airlinern der Fall war.

Aber da kommen wir jetzt zum eigentlichen Thema, nämlich die Anschaffung eines ersten 737-Frachters, wie es Miranda schon seit geraumer Zeit im Kopf herumgegeistert ist. Und Anik natürlich auch. Beide träumen nämlich seit geraumer Zeit von einem richtigen Hub-System, um die Verteilung von Medikamenten effektiver und vor allem kostengünstiger zu machen. Bislang wurden eine, später zwei Kurzstreckenmaschinen vom Typ Dash8 Q400 eingesetzt, um Spenden in Kanada einzusammeln und zum Verteiler in Palm Springs zu bringen. Alte Passagiermaschinen, wohlgemerkt, was für diesen Zweck zwar möglich war – Medikamente wiegen nicht viel und in unseren Mengen nehmen sie auch nicht viel Platz weg – doch dadurch, dass wir keine zusätzliche Fracht mitnehmen konnten, war das auf Dauer nicht gerade wirtschaftlich, vor allem, seitdem ich mich weigerte, weiterhin die Einstellung, Schulung und Kontrolle neuer Piloten zu übernehmen. Dafür musste ein neuer Captain eingestellt werden und Line Check Captains sind teuer. Sehr teuer. Und wie ich hörte, hat Miranda den Aktuellen gerade gefeuert. Warum, weiß ich nicht, doch ich vermute, dass es ihr hinterher, nach einem Blick auf seine Honorarabrechnungen, gar nicht so unrecht gewesen war. Leider steht sie jetzt ohne da, was den mittelfristigen Betrieb der beiden Q400 und der kurzfristig angepeilten zwei 737BCF ernsthaft gefährdet.
Und natürlich komme ich ihr sofort wieder in den Kopf. Zumal ich mich ohnehin weigere, eines ihrer hypermodernen Verteilerflugzeuge zu fliegen, und sie stattdessen Angst haben muss, dass die geplante Marketing“welt“reise dadurch zu einem werbetechnischen Disaster wird.
Nun hat sie mich einmal zu etwas „überredet“, weil sie mir in einem schwachen Moment ihre Finger in die Möse gesteckt hat – ein zweites Mal passiert das nicht. (Weder das Überreden, noch das Ficken.) Aber mit mir hätte sie, nach dem einen oder anderen Auffrischungskurs, einen Check Airman sowohl für die Dash als auch für die 737.

Merkt man mir eigentlich meinen derzeitigen Frustrationszustand an?

Ja, ich ärgere mich tatsächlich gewaltig, dass ich meine kleine, (fast) heile Bootswelt verlassen habe, um in die Luft zurückzukehren. Und dass ich so viel Geld in diese elende Airline investiert habe. Das mit der Fliegerei hat nämlich einen gewaltigen Nachteil: Man muss zu viel Zeit auf dem Boden und zwischen Menschen verbringen. Auf einer Yacht kann man nämlich so tun, als ginge einem der ganze Scheiß, den die Arschlöcher um einen herum verzapfen nichts an. An Land ist das eindeutig schwieriger. Vor allem, wenn politisch gesehen, um einen herum alles vor die Hunde geht. Leute wie Trump, Johnson und Gauland tauchen auf, verbreiten Hass und Rassismus auf der Welt, während Feminismus-Terroristinnen kreischend außer Rand und Band geraten. Und dann dieser Virus … Und dieser Klimawandel … Ich bin zur falschen Zeit an Land gekommen. Mazikeen meint dazu, ich wäre doch nun in meinem Leben wirklich genug geflogen und es wäre Zeit erwachsen zu werden, zurück aufs Wasser zu gehen und sich nicht mehr mit dem Scheiß, den Andere verzapfen, abzugeben. Sie hat leicht reden, sie ist ein Höllenwesen und muss sich deshalb nicht über menschengemachten Scheiß aufregen.
Im Prinzip gebe ich ihr ja durchaus recht: Wenn die Dumpfbacken dieser Welt nicht kapieren, dass Rassismus keine Lösung, sondern die Ursache des Problems ist, wenn Feministinnen nicht verstehen, dass Gendern Sexismus ist, wenn die Menschheit kein Interesse hat, sich vor der Klimakatastrophe zu retten und Virusleugner und Impfgegner sich selbst und Andere töten – alles nicht mein Problem. Ich kann mich jederzeit mit meinen Lieben auf ein Boot zurückziehen und aus der Ferne, mit einer Tüte Popcorn in der einen Hand und einer Titte in der anderen, zuschauen. Und es zwingt mich ja auch keiner, die Gendersprache zu benutzen.
Warum das alles nicht mein Problem ist? Weil ich nicht lange genug lebe, um die wirklich ernsten Konsequenzen mittragen zu müssen. Und weil ich weit weg sein werde, wenn sich die Katastrophen nähern. „Gesunder Egoismus“, nennt Mazikeen das. Und was geht mich das an, wenn künftige Generationen unsere Rücksichtslosigkeit ertragen müssen? Niemand zwingt die Menschen, Nachwuchs in diese sterbende Welt zu setzen. Ich tue es nicht, Andere tun es nicht und wenn Leute Kinder bekommen, müssen sie schließlich wissen, dass sie Nachwuchs nur aus Egoismus produzieren. Weil Babys so süß sind und sie glauben, dass zwei Menschen mit Hund und Katze keine Familie sind. Ihr Pech. Ich weiß schon, warum ich Eltern nicht leiden kann. Und ich habe mir fest vorgenommen, keine mehr zu ficken. Dass auf den Ozeanen ein paar mehr Stürme blasen als früher, macht die ganze Sache nur spannender. Und was sollte ich gegen wärmeres Wasser haben. Was die Verschmutzung angeht: Der ganze Plastikmüll landet in größeren Mengen sowieso hauptsächlich an den Stränden und baden kann ich auch vom Boot aus.

Ich habe meine Tage. Merkt man das?

Wenn ich Sex will, will ich Sex

Kuba.

Ein interessantes Land. Ich habe mal ein paar Postkarten in die Staaten verschickt. Ich bin gespannt, wann die ankommen. Angeblich in ein paar Monaten.

Ich nehme an, dass Havanna ein kleiner Vorgeschmack dessen ist, was mich in Südamerika erwartet. Zumindest hat mir das jemand erzählt. Angeblich sei hier in Kuba ja alles besser, besser als auf dem Kontinent. Klingt aber ein wenig nach Lokalpatriotismus. Ich bin da nicht so sicher, doch ich werde es erleben. In den kommenden Monaten. Tatsächlich müssen wir uns ein wenig beeilen, bevor die Sturmsaison so richtig beginnt.

Ein Vorteil vom sozialistischen Kuba: Zoe hat hier keine Chance. Hoffe ich. Morgen geht es schon weiter. Ich glaube kaum, dass sie noch etwas für die letzte Nacht parat hat. Vermutlich hebt sie sich alles für Mittel- und Südamerika auf. Wahrscheinlich kann sie mich dort besser foltern.

Themawechsel.

Ich muss zugeben: Die Frauen fehlen mir, die anderen. Ich stelle wieder und wieder fest, dass mir eine nicht genug ist. Ich bin sehr froh, dass mir mein Dämon dafür nicht böse ist. Sie sagt, dann würde ich sie nicht ganz so viel beanspruchen. Bin ich so übel? Klar, wenn ich Sex will, will ich Sex. Keine dummen Ausreden. Dann will ich Sex hier und jetzt. Ist das irgendwie schlimm? Das muss frau doch verstehen, oder? Sex ist ein Grundrecht und meine Frau hat das gefälligst zu berücksichtigen! Oder etwa nicht?
Abgesehen davon, gebe ich ihr ja genügend Zeit sich auszuruhen. Manchmal sogar ein paar Stunden. Es gibt ja andere Weiber. Oder zumindest: es gab sie. Diese Weltreise kompliziert das. Es ist nicht so einfach, bei diesen ganzen Kurzaufenthalten etwas Passendes zu finden. Frau hat ja Ansprüche. Erst einmal auf dem südamerikanischen Kontinent zu sein, sollte die Sache vereinfachen. Warum, darf ich nicht sagen, ohne als rassistisch diffamiert zu werden. So etwas ist ja heutzutage modern.
Kennt ihr das? Ihr habt eure eigenen Meinungen über bestimmte Dinge, könnt sie aber nicht äußern, weil ihr genau wisst, dass sie euch das Wort im Mund herumdrehen und euch zu Hassobjekten machen? Das nennt sich Soziale Medien. Woher das Wort „sozial“ in diesem Zusammenhang kommt, ist mir nicht ganz klar.

Egal. Irgendwer wird es schon wissen. Vermutlich ist derjenige weiblich, ist ein Gutmensch und gendert. Und läuft nachts im Minirock durch den Hafen.

Habe ich eigentlich schon einmal über das Thema Religionen geschrieben? Nein, dann wird es aber höchste Zeit.

Demnächst in diesem Kino.

Sex ist ein Menschenrecht

Mechanikerinnen machen’s besser

Ich muss es wohl eingestehen, der Versuch eine Seite über meine aktuelle Reise zu schreiben, ist kläglich an der Realität gescheitert: Es fehlt die Zeit. Also muss ich wohl „Über den Wolken“ offline schalten. Was bleibt mir übrig?

Ich werde also einzelne Erlebnisse in meinem Tagebuch – also genau hier – beschreiben, statt umfangreiche Informationen und Orte auf der Reiseseite zur Verfügung zu stellen. Was soll’s, es ist nicht das erste Mal, dass ich Projekte mangels Zeit aufgeben musste. Solange ich dafür weiterhin Bücher und Geschichten schreiben kann, soll es mir recht sein. Mir, genau, nicht meinen Lesern. Denn das hier ist MEIN Tagebuch, und ich schreibe, was ich will.
Wer’s lesen möchte: have fun. Wer nicht, weiß wo das X ist.

Apropos „fun“: Heute hatte ich den ersten Quickie mit einer Fremden nach vermutlich Jahren! Und zwar auf dem Flughafen von Yakutat/Alaska in einem halb verrosteten Hangar, in dem sie für gewöhnlich an Flugzeugmotoren schraubt. Sie war zwar nicht jünger als ich, wie ich es mir eigentlich vorgenommen hatte, doch auch nicht wesentlich älter. Viel wichtiger: Sie hatte ein verdammt hübsches Gesicht, LANGE Haare, annehmbar große Titten und einen angenehm breiten Arsch. (Allerdings noch nicht so ausladend, dass man ein Schild „Vorsicht Überbreite!“ gebraucht hätte.) Fast noch wichtiger: Sie hat nicht gefragt, ob ich wollte, sie hat mich einfach am Arm gepackt und hinter eine DHC-6 gezerrt. Ihr Finger war in meiner Uniformhose, bevor ich „Mach’s mir!“ stöhnen konnte und den ersten Orgasmus hat sie mir nach gefühlt fünf Sekunden verschafft. Ich hatte es aber auch wirklich nötig.

Nur nicht vorher fragen!

Die Frau hatte aber auch wirklich alles, was ich für solche Sachen brauche: frauliches Aussehen (männliche Gesichtszüge sind nicht mein Fall), lange Haare (kurz geht gar nicht), Lippenstift, Schmuck, Titten (Nippelhubbel tun‘s für mich nicht) und ein Arsch, den ich finden kann, ohne zuerst nachzuschauen zu müssen, ob sie einen hat. Und das Wichtigste natürlich: Sie muss noch unverschämter sein als ich, sonst wird mir langweilig. Frau kann mich gerne am Arm, am Hals oder den Haaren hinterher zerren, sie kann mich ungefragt küssen oder am Arsch packen – sollte mir das nicht passen, teile ich das freundlich mit. Aber eine, die mich erst fragen muss, produziert Wüstenklima zwischen meinen Beinen und Einöde in meinem Kopf. Dass ich selbst eine Tussi anmache, das passiert selten. HÖCHST selten bis gar nicht.
Na gut, unter „anmachen“ verstehe ich in diesem Zusammenhang, die Initiative zu ergreifen. Eine Frau scharf auf mich zu machen – das ist ein anderes Thema. Was allerdings in diesem konkreten Fall nicht nötig war, das hat meine Uniform erledigt. Sie wäre eine „Uniformschlampe“, hat sie mir hinterher lachend gestanden, was auch erklärte, warum ich meine Hose anlassen musste, als sie ihre Finger in mir drin hatte. Das sind mir sowieso die liebsten: Frauen, die wissen, was sie wollen, die sich nehmen, was sie brauchen und mir keine Märchen erzählen. Das Weib fickt Uniformen, keine Frauen – kurz gesagt. Soll mir Recht sein: Es war megascharf! Und höhepunkttechnisch äußerst zufriedenstellend.

Ihr seht: Ich habe keine Zeit für Reiseberichte.

Fass mich nicht an!

Nach ein paar Ruhetagen in Kelowna wartete eine dicke Überraschung, in Gestalt eines ziemlich aufregenden Fliegers, auf mich. Eine 66 Jahre alte DHC-3 Turbine Otter! Gemietet zwar nur, und nur für insgesamt drei Flüge – es wurden fünf daraus – aber die Überraschung meiner Schwester war perfekt! Sie erschien nämlich unangekündigt und saß plötzlich an der Bar neben mir. Typisch Anik. Die gemietete Turbine Otter war ihr kleines Mitbringsel. Ich bin vor Freude fast vom Barhocker gefallen!
Den nächsten Tag haben Anik und ich ganz alleine beim Shopping verbracht. In identischer Kleidung – die gab es gleich im ersten Laden – wie in alten Zeiten und in allerbester Stimmung. Die Firma und unsere Streits darüber, haben wir für den Moment einfach hinter uns gelassen!

Zwillingsspaß

Weiter ging es dann einen Tag darauf. Während meine Schwester die Diamond übernahm und direkt zum geplanten Rückgabeflughafen startete, kletterten Joana, Mazikeen, ein Passagier und ich in diesen herrlichen Oldtimer. Der Besitzer der Maschine war auch dabei und nahm auf dem Copiloten-Sitz Platz. Zwar habe ich ein Type Rating, eine Flugzeugmusterberechtigung, die auch die Turbinenversion der DHC-3 umfasst – ich habe keine Ahnung warum und woher – doch ich habe so eine Maschine noch nie geflogen. Glaube ich zumindest – ich scheine alt zu werden. Oder dement. Schöner Mist.

Für alle, die es wissen möchten: Eine De Havilland Canada DHC-3 ist ein altes einmotoriges Flugzeug, in diesem Fall für 7 Passagiere plus kommerzielle Fracht eingerichtet. Die Original-Sternmotoren-Flieger wurden von 1951 bis 1967 gebaut, später gab es Umbauten von diversen Drittherstellern, die statt des alten Sternmotors, moderne, leistungsstarke Pratt & Whitney PT6A-Turbinen verbauten, womit das Flugzeug nun deutlich mehr Ladung transportieren kann. So wie diese hier.

66 Jahre und kein bisschen leise

Wie auch immer. Ich war dankbar, dass der Besitzer ein Fluglehrer war, denn so konnte ich wirklich lernen, die Maschine von Grund auf zu beherrschen, was mir in Alaska helfen wird, eine Flugmusterberechtigung für die Wasserflugzeugvariante zu erwerben. Wasserflugzeug? Genau! So etwas habe ich nämlich noch nie geflogen. Es hat mich immer interessiert, doch irgendwie hat es nie gepasst. Jetzt habe ich mir fest vorgenommen, es zu probieren! Von meinem Fluglehrer habe ich bereits wertvolle Tipps bekommen und auch Adressen von Flugschulen, die er dafür wärmstens empfiehlt. Und da der Typ – abzüglich seiner sexistischen Bemerkungen – nicht nur wirklich sympathisch ist, sondern auch sein Handwerk versteht, werde ich seinen Empfehlungen wohl folgen. Er jedenfalls schwärmte von der Wasserfliegerei. Vor allem in British Columbia und „ach, eigentlich überall in Kanada“. Unnötig zu erwähnen, dass er selbst ein Wasserflugzeug besitzt (eine DHC-2 Beaver).

Ab ins Wasser!


Es ist übrigens so ein richtiger, braungebrannter Frauenheld, fährt Ski mit und ohne Wasser, besitzt ein mächtiges Snowmobil, ein kleines Segelboot, zwei Huskys, verbringt seine Urlaube auf Berggipfeln und legt gerne Pilotinnen in Shorts die Hand auf das Bein. Vorzugsweise im Landeanflug, wenn sie sich nicht wehren können. Aber wozu hat man eine Dämonin? Mazikeen hatte sich, offenbar in weiser Voraussicht, direkt hinter ihn gesetzt. Sie entledigte sich in Rekordzeit ihres Gurtes und würgte ihn so lange, bis die Sonnenbräune zur Gänze sein Gesicht verlassen hatte.
„Du kannst jetzt aufhören“, habe ich ihr dann empfohlen, während ich die letzten Landeklappen nach unten pumpte: „Der kommt erst nach der Landung wieder zu Bewusstsein.“
So war es dann auch. Ich muss aber zugeben, dass er die Sache mit Humor nahm, was ihn eigentlich noch sympathischer machte. „Hast du immer einen persönlichen Schutzengel dabei?“, lachte er später an der Hotelbar.
Beim Wörtchen „Engel“ begann mein Dämon zu knurren und Anik antwortete an meiner Stelle: „Sei froh, dass Maze da war. Tammy hätte dir nämlich nach der Landung mindestens fünf Finger gebrochen. Und zwar jeden einzeln.“
Das stimmt. Wer mich begrabscht, während ich mich nicht wehren kann, kann seine Hand für die nächsten Wochen abschreiben. In diesem Fall hätte ich ihm wohl danach auch noch den Arm gebrochen. Nur zur Sicherheit.
„Hat sich aber gelohnt. Dein Bein fühlt sich gut an. Da fragt man sich, wie das mit deinem hübschen Hintern ist.“
Immerhin hat er „hübsch“ gesagt. „Ich stehe auf scharfe Pilotinnen, sorry“, fügt er grinsend hinzu.
„Ich auch“, grinste ich zurück.
Da hat er es dann endlich kapiert: „Du bist eine Lesbe?“
„Blitzmerker.“
„Oh, sorry.“
„Warum? Habe ich jetzt keinen hübschen Arsch mehr?“
„Aber sowas von…“, lachte er. „Noch einen Tequila?“
„Solange du noch bei Bewusstsein bist…“

Es gibt einen Unterschied
zwischen Anmache und (sexueller) Gewalt

Das ist so die Sache: Ich habe kein Problem mit Anmache. Jedenfalls nicht mit verbaler. Und wenn mich einer antatscht – jedenfalls solange ich mich wehren kann – bekommt er eine Ohrfeige und das war’s. Ich habe kein Problem damit, denn „Boys will be boys“, no matter what, ob es den Terror-Feministen nun passt oder nicht. Auf der einen Seite wollen Frauen angemacht werden – von soft bis aggressiv, je nach persönlichem Geschmack – und auf der anderen Seite sollen Männer immer vorher wissen, wie es die Dame gerne hätte. „Darf ich dir mal einen Klaps auf den Arsch geben oder empfindest du das als unangebracht und sexistisch?“ DAS IST JA WOHL LÄCHERLICH! Eine Menge Weiber wollen mutiges Angraben und wollen garantiert nicht vorher vorsichtig gefragt werden, ob es denn angebracht sei. Irgendwo müssen wir einfach mal die Kirche im Dorf lassen. Der Mann soll auf Signale warten? Da zerreißt es mich noch mehr. Für viele Typen sind ihre Frauen noch nach zwanzig Ehejahren ein Buch mit sieben Siegeln. Und da sollen sie am ersten Abend weibliche Signale deuten können? (Zumal zarte Hinweise, je nach aktuellem Hormonspiegel, einmal dies und einmal jenes bedeuten können.)

Wen wollen die Frauen heute eigentlich erziehen? Die Studenten, die Professoren, die Handwerker oder die Jungs vor der Trinkhalle? Und was ist mit den Frauen, die einfach keine Softies wollen?

Wie wäre es, wenn wir Frauen erst einmal lernen, RECHTZEITIG klar und deutlich „NEIN“ zu sagen?

Von mir jedenfalls, bekommen die Typen eine Ohrfeige als Antwort. Wer mir an die Titten oder unter den Rock geht, dem trete ich in die Eier oder breche ihm die Nase, und wenn mich einer beim Landeanflug begrabscht, breche ich ihm hinterher ein paar Finger. Solange Männer es beim Verbalen belassen, und damit aufhören, wenn ich es sage, dann dürfen sie mir und meiner Frau gerne noch einen Drink bestellen. Solange Frauen die Männer als Männer wollen, müssen sie auch kapieren, dass Männer nun mal Männer sind, genau wie Frauen nun mal Frauen sind. Lesbisch oder nicht.

25 mal „Nein“?

Ja, so sehe ich das. Und das vor meinem Hintergrund! Trotz meiner Geschichte. Trotz meiner Erfahrungen mit Typen. Ich habe dadurch nicht den Verstand verloren (noch nicht). Ich kann immer noch zwischen Anmache, harmlosen Männertrieben und Vergewaltigung unterscheiden. Solange Frauen sich nicht Dinge gefallen lassen, die sie nicht akzeptieren, ist alles in Ordnung. Die Grenze allerdings, bevor sie Männer vor Gericht zerren, die muss jede für sich selbst festlegen.
Ich jedenfalls kann mich alleine wehren. Wenn ich will.

Schluss mit der Gleichmacherei!

Eigentlich wollte ich heute von meinen jüngsten Flügen erzählen, doch leider geht mir jetzt die Zeit aus. Bücherschreiben, fliegen und ab und zu schlafen, gehört eben auch zu meinem Leben. Nicht nur die Eintragungen in diesen Blog. (Von Sex ganz zu schweigen.)

Der Bericht über die vergangenen Tage, muss eben bis morgen Abend warten.

Durchaus lesbisch

Für Andrea-Fans: Ein kleiner Einblick in die deutsche Übersetzung meiner Novelle „She Doesn’t Do Girlfriend“


„Erzähl mir nicht, du hättest so etwas noch nicht gesehen!“
Clara verschluckte sich fast an ihrem Kaffee, als Hannah „dieses Ding“ genau vor sie legte. Zwischen sie. Auf den Tisch. Mitten im Café. Einen Strap-on!
Clara starrte. Es war kein Strap-on im herkömmlichen Sinn, es war ein gigantischer Penis, der auf magische Art und Weise mit einem Höschen verbunden war!
„Tu das weg!“, zischte sie.
„Du magst ihn nicht?“, lächelte Hannah: Sie wirkte verwundert. Meinte Clara das ernst?
„Schaff ihn weg! Schaff das Ding da weg!“
„Warum?“
„Weil es peinlich ist! Und außerdem sind wir Lesben!“
„Zusammenhang bitte?“
„Wir sind Lesben!“, betonte Clara erneut.
„Das sagtest du schon. Was es immer noch nicht verständlicher macht…“
„Lesben… Penis…“
„Willst du mir damit sagen, dass Lesben keine Strap-ons benutzen?“ Hannah grinste von einem Ohr zum anderen.
„Das blöde Ding ist immer noch da! Und ja – genau das will ich damit sagen!“
„Stimmt, es ist noch da!“ Hannah tat so, als wäre sie über diesen Fakt selbst verwundert.
„Und warum ist es noch da?“, wollte Clara jetzt leicht genervt wissen.
„Weil es cool aussieht, weil ich drauf stehe, weil ich es liebe, damit zu ficken. Ärsche hauptsächlich.“ Hannah hielt das Penishöschen vor die Freundin und begann den Dildo mit einer Hand zu wichsen. „Und sowieso ist es das Lesbischste überhaupt!“
„HANNAH! HÖR AUF SO ZU REDEN!“
„Der fühlt sich richtig weich an. Willst du nicht auch mal anfassen?“
„Es reicht! Ich verschwinde!“
Hannah schüttelte den Kopf: „Bleib, Spaßverderber!“ Sie nahm das Höschen und stopfte es in ihre Designerhandtasche. Für den Plastikpenis brauchte sie etwas länger, weil er sich querstellte. „Sowas Prüdes!“, grummelte sie dabei.


Die englische Version gibt es hier:

Die englische Version der Novelle von Andrea Downey-Lauenburg

Einbahnstraße Feminismus

Und wieder erwischt mich ein „feministischer“ Ausdruck kalt: FLINTA

„Der Begriff FLINTA steht für Frauen, Lesben, inter, nichtbinäre, trans und agender Menschen. Dadurch werden alle betroffenen Menschen eingeschlossen.“ Soweit das „Feministische Forum Oldenburg“.

Krass! Ich habe keine Ahnung, was das bedeuten soll! Woraus man nun ableiten könnte, dass ich besser nicht über das Thema „Feminismus“ schreiben sollte. Oder gerade deswegen?

Nehmen wir uns doch einmal die Begriffe einzeln vor: F steht für Frauen. Soweit so unklar. Warum unklar? Ist der Begriff „Frauen“ etwa nicht eindeutig definiert? Oder was genau bedeutet er hier? Als Frau geboren? Zur Frau gemacht? Oder alle, die sich als Frau fühlen? Schließt das auch die biologisch als Junge geborenen Kinder ein, die sich als Mädchen fühlen? Denn das „M“ vermisse ich irgendwie.

Aber weiter: Der Begriff „Lesbe“ ist ja nun recht einfach. Oder doch nicht? Schließt er jetzt all die Frauen ein, die sich, auf welche Weise auch immer, zu anderen Frauen hingezogen fühlen? Und – siehe oben. Also doch nicht so ganz einfach.

Jetzt komme ich zum „i“. Da wird’s schwierig, denn ich habe keine Ahnung, was „inter“ bedeuten könnte. Ich könnte es jetzt googeln, doch das ist irgendwie genau der Punkt: Sollte ich es nicht einfach wissen – als gestandene Feministin? Was ist „inter“? Interracial? Oder Frauen zwischen Stühlen? Keine Ahnung.

„Nichtbinäre“. Fuck! Schon wieder so ein Ausdruck. Was ist das? Neudeutsch für „bisexuell“? Binär… Mmh… Gibt es auch hexadezimale weibliche Wesen? Gehören sie zur Gruppe „Frauen“ oder… What the fuck ist „nichtbinär“?

„Trans“. Vermutlich Transsexuelle. Menschen, die ihr Geschlecht wechseln (lassen), nehme ich an. In welche Richtung wechseln? Und müssen Pipimann oder Fotze schon umgearbeitet sein?

Bei „agender“ erwischt es mich dann eiskalt: Ich habe nicht die Spur einer Ahnung und selbst meine Vermutung lässt mich am Kopf kratzen: Menschen OHNE Geschlecht? Biologisch-körperlich oder geistig-seelisch oder …

Ich habe keine Ahnung und nenne mich Feministin? Schande über mich! Und was überhaupt hat das alles mit Frauen zu tun (abgesehen von den ersten beiden Begriffen)? Oder gar mit Feminismus? Vermutlich hat mein IQ an dieser Stelle eine tiefe Delle. (So wie bei der Frage, wo der Begriff nun alle Männer einschließt, denn angeblich sind das doch auch „Menschen“? Nein? Oder sind die nicht „betroffen“? Ich bin verwirrt.)

Für mich hat Feminismus in erster Linie damit zu tun, dass ich jedem Typ aufs Maul hauen kann, der mir unerlaubt an die Titten grabscht oder auf den Arsch haut. Andererseits hat das weniger mit Feminismus zu tun, als mit Kampfsport.

Gender pay gap – ja, dass es so etwas gibt, da kann ich durchaus zustimmen. Da sollte man ansetzen. Aber nicht weil Frauen mehr Teilzeitarbeit machen. Dazu komme ich noch.

Aber ob nun ich oder der Typ die Hausarbeit macht (falls ich einen hätte, WÜRDE er die Dumpfarbeit machen) – ist das nicht irgendwie die Sache jeder einzelnen Frau? Und wenn sie zu blöd ist, um das durchzusetzen – sie weiß ja nun, wo der Staubsauger steht.

Quotenregelung? Ja, manchmal könnte das durchaus Sinn machen, doch ich bin nicht sicher, ob das überall der Fall ist. Und wenn schon Quote: Warum dann nicht auch in der Krankenpflege und bei der Gebäudereinigung? Ach so: Quote ist ja eine Einbahnstraße. Oder nicht? Alles nicht so einfach.

Und was ist mit dem Thema Teilzeitjobs für Frauen? Nehmt sie den Frauen ruhig weg, und zwingt sie in die Vollzeit – vielleicht werden dann auch weniger Kinder produziert, weil die Frauen sich dann nicht mehr darum kümmern können, und in den Restaurants wird es wieder ruhiger.

Und was, zum Henker, haben garantierte KITA-Plätze mit Feminismus zu tun? Ich dachte, Männer sollen sich auch um die Kinder kümmern? Wieso betrifft das also nur die Frauen? Weil die Mütter sich um die Kinder kümmern – ich dachte, genau das soll geändert werden. Ich bin zu blöd, ich erkenne es immer mehr.

Männer sollen sich also mehr um die Kinder kümmern? Wo ist das ein Feminismusproblem? Wenn Frau nicht Frau genug ist, ihrem Mann auf die Füße zu treten, dann muss sie eben selbst ran. Sie hätte die Bälger ja nicht bekommen müssen.

Und die ungeplanten Kinder, weil der Mann dauergeil ist? Beine geschlossen halten, löst das Problem. (Siehe auch Kampfsport.)

Oder das leidige Thema „Arbeit und Kind unter einen Hut bringen“ – dafür fehlt mir jedes Verständnis. Jede Frau kann schließlich selbst entscheiden, was sie will (siehe oben): Arbeit und/oder Kind. Jede Frau hat ein Recht darauf, Kinder zu bekommen? Logisch. Aber es ist ein Recht und keine Pflicht. Was letztlich bedeutet, dass ich es als Frau, die sich für den Job entscheidet, überhaupt nicht einsehe, dass eine Mutter, obwohl sie deutlich weniger arbeitet als ich, mir bei der Arbeit nicht nur gleichgestellt wird, sondern noch dazu Privilegien bekommt. Das wird sie nicht und bevorzugt wird sie auch nicht? Und ich soll jetzt auch noch fordern, dass ich noch mehr hintenanstehen soll?
Was ist, wenn meine biologische Uhr etwas anders tickt? Wenn meine Familie aus Mann oder Frau, drei Hunden und 5 Katzen besteht? Ist meine Familie dann weniger wert, nur weil kein Schulkind dabei ist? Warum bekomme ich nicht ebenfalls fünf Krankheitstage, wenn ich meinen Partner pflegen muss, der einen Unfall oder eine schwere Krankheit hatte?

Und jetzt bitte nicht das Rententhema. Oder der Fortbestand der Menschheit. Keine Frau bekommt deswegen Kinder. Wer das sagt, lügt. Statt als Nichtmutter mehr Steuern zahlen zu müssen, würde ich das ersparte Steuergeld auch für meine Rente verwenden, versprochen. Dafür muss ich nicht auch noch beim Urlaubnehmen hintenanstehen. Und der Fortbestand der Menschheit? Wie war das mit der Überbevölkerung? Weder die Deutschen, noch die Amerikaner sterben aus. (Bei Letzteren bin ich mir nicht sicher, ob das nicht sogar wünschenswert wäre. Zumindest bei knapp der Hälfte.) An den Grenzen stehen Hunderttausende, die scharf darauf wären, die Rente und den Fortbestand zu sichern.

Wieso muss Feminismus eine Einbahnstraße sein?

Es gibt noch viele andere Bereiche, die man durchaus kontrovers diskutieren kann, ohne deswegen die Frauen, die eine andere Meinung haben, gleich zu verdammen.

Wobei ich bei einem meiner Lieblingsthemen angelangt bin: #MeToo.

Männer haben die Macht, Frauen zu unterdrücken, sie auszunutzen und sie zu Dingen zu zwingen, die sie nicht möchten? Mit mir macht das keiner – hat nicht, wird nicht. Und wenn er es versucht, dann hat er ein Problem. Oder ich, weil ich vielleicht den Job nicht bekomme. Eine Andere bekommt ihn, diejenige, die brav mitmacht. Aber wenn keine mitmacht, haben solche Männer ein Problem.

Ganz sicher bin ich niemand, der sich einer besseren Zukunft für „das schwache Geschlecht“ in den Weg stellen will, im Gegenteil, und der nicht weiß, wie sehr Frauen in der Vergangenheit unterdrückt wurden. Ich bin durchaus der Meinung, dass auch Frauen, die keinen Kampfsport betreiben, nachts im Minirock und Highheels durch die Gegend laufen dürfen, ohne vergewaltigt zu werden. Ich überlege nur, ob die Forderungen, die der Feminismus stellt, immer so realitätsnah sind.

Ich bin fest davon überzeugt, dass es hier um ein ganz anderes „Problem“ geht – und jetzt kommt das böse Wort: `“Boys will be boys“, und das wird sich auch nicht ändern. Genau wie Girls immer Girls bleiben werden, so sind wir gestrickt. Die Männer müssen „erzogen“ werden? Ernsthaft? Das geht? Vielleicht mit den Intelligenteren oder mit denen, die mehr Skrupel haben. Aber mit den Jungs vor der Trinkhalle oder mit denen, deren Ego so groß ist, dass es nicht mehr in ihren Kopf passt?

Und was ist mit den Frauen, die ihre eigene Sexualität ausnutzen, um von den Männern das zu bekommen, was sie wollen? Zum Beispiel viel Geld? Wenn wir Frauen unsere Macht ausnutzen, ist das etwas Anderes?

Oh ja, das ist es. Aber im Endeffekt ist es doch wieder das Gleiche: Jeder auf seine Weise.

Für mich ist diese ganze #MeToo-Geschichte von der Idee her nicht verkehrt, doch gnadenlos überzogen und eine Einbahnstraße, die nirgendwohin führt. Wer bestraft die Frau, die den 75jährigen wegen der kommenden Erbschaft heiratet oder diejenige, die ein Kind bekommt, um sich den Arzt oder Firmenboss zu sichern?

Wir Frauen sind nicht unbedingt besser, nur anders.

Und jetzt tötet mich.

Aber bevor ihr das tut, erklärt mir doch bitte, was FLINTA bedeutet. Damit ich nicht dumm sterben muss.

Frauenprobleme

Jede Menge Titten

Andreas jüngster Roman: J.-Forever

€15.50

Bildzeitungsbildung

Gerade zurück.

Schon komisch, wieder mal in Deutschland gewesen zu sein. Ich habe die Chance genutzt, über den (leeren) Rhein-Main-Airport zu schlendern. Ich habe sogar ein Café gefunden, in dem man sitzen konnte. Na ja, nicht direkt IM Restaurant, sondern in einer Wartezone daneben, doch da es kleine, weiße Plastiktische gab, hat es sich ein wenig so angefühlt.
Ich bin aber froh, wieder zurück in Palm Springs zu sein, denn hier kann man in richtigen Cafés und Restaurants sitzen. Ist schon eine komische Welt, dieses ausgestorbene Deutschland. Obwohl – so leer war es gar nicht. Was die Menschen wohl alle zwischen ihren Flügen machen?


Was auch spannend war: die Menschen wieder Deutsch sprechen zu hören. Und wieder mal die typisch deutschen oberschlauen, selbst ernannten Ordnungshüter zu erleben, die tatsächlich überhaupt nicht wissen, wovon sie reden, aber unbedingt andere Menschen mit ihrer Dummheit traktieren müssen: „Haben Sie die Leute gefragt, ob Sie sie fotografieren dürfen?“
Die beste Methode, so ein Arschloch mit Bildzeitungsbildung*, überentwickeltem Ego und unterentwickeltem Schwanz loszuwerden, ist, sie freundlich aufzufordern weiterzugehen: „Verpiss dich, Wichser!“ (Manchmal hilft auch der Vorschlag, ihnen die vertrockneten Eierchen zu amputieren.) Das funktioniert mit Tauchsiedern so gut wie immer. (Ja, ich hasse solche Gestalten. Merkt man das?)

Ich war im Land der Wohnzimmer-Bürokraten, weil ich von einem Bekannten gefragt worden war, ob ich kurzfristig für seinen erkrankten Copiloten einspringen könne. Also bin ich mal kurz als FO einer 777 Frachtmaschine über den Teich gehüpft. Was mal wieder eine ganz andere Erfahrung war. Aber ich muss zugeben, dass ich einiges wieder vergessen habe… Meine Triple-Seven-Zeit ist auch schon eine Weile her. Der Rückflug allerdings, war dann wieder relativ normal. Ich musste ja auch weder starten noch landen, wobei ich das vermutlich im Schlaf gemacht hätten. War aber ja auch nicht unbedingt mein Job. Er hat mich gefragt, ob ich in Frankfurt starten möchte, doch ich habe dankend abgelehnt. Ich weiß nicht, ob ich nochmal so dicke Dinger fliegen möchte. Neben dem Piloten zu sitzen, war schon okay; mir reicht es jedenfalls, hin und wieder die Dash zu fliegen und ansonsten in kleinen GA-Flugzeugen** zu sitzen.

Noch ein interessantes Erlebnis am Rand: Neben mir (braver 1,5-Meter-Abstand) saß ein junger, arabisch aussehender Typ mit Rucksack und Rollkoffer und schlürfte seinen Kaffee oder Tee oder was auch immer. In einiger Entfernung liefen drei Polizisten vorbei, einer von ihnen mit martialischer Maschinenpistole über der Schulter. Den Typ sehen und die Richtung wechseln passierte gleichzeitig und scheinbar vollautomatisch. Ich weiß zwar nicht warum – Profiling gibt es ja angeblich nicht, oder doch? – aber vielleicht hatte er ja schmutzige Fingernägel und die Ordnungshüter vermuteten, er habe eine Leiche am Rand vom Rollfeld vergraben. Auf jeden Fall wollten sie seine Papiere sehen. Sie waren freundlich, das will ich zugeben. Es stellte sich heraus, dass es ein Masterstudent aus Heidelberg war. Als sie zusätzlich seinen Studentenausweis gesehen hatten, wurden sie noch freundlicher und scherzten sogar mit ihm.
Als sie gehen wollten, stand ich auf und fragte, warum sie mich denn nicht kontrollieren?
Antwort: „Setzen Sie sich wieder hin.“
„Und warum kontrollieren Sie nur ihn und nicht die übrigen dreißig Leute hier?“
„Setzen Sie sich wieder hin!“
Gerade wollte ich richtig aufmüpfig werden, da zoppelte der Student von unten an meinem Ärmel: „Ist schon okay“, nickte er: „Ich bin das gewohnt.“
„Bitte setzen Sie sich wieder hin“, forderte mich der Polizist sehr freundlich auf. Tatsächlich freundlich.
„Bitte“, lächelte mich der Student an und zog nochmal an meinem Uniformärmel.
„Ja“, rief jetzt jemand ein paar Tische weiter: „Warum kontrollieren Sie nur ihn?“

Es scheint noch nicht alles verloren zu sein, denn anständige Menschen gibt es wohl auch in Deutschland.

Andererseits: Amerikanische Polizisten hätten den Studenten wohl erst erschossen, bevor sie nach seinen Papieren gefragt hätten.

Ich habe nachgegeben, mich wieder hingesetzt und mir kopfschüttelnd angehört, dass der orientalisch aussehende Heidelberger so gut wie immer kontrolliert wird, wenn er fliegen will. Und dann habe ich noch einen Kaffee getrunken – weil er ihn mir spendiert hat.

* Falls jemand ebenfalls vom Thema „Recht am eigenen Bild“ keine Ahnung hat und nur die Scheißhausparolen kennt: Fotografieren darf man so ziemlich alles und jeden, nur darf man die Bilder nicht veröffentlichen, das ist der springende Punkt. Und auch das gilt nicht für Menschengruppen, sondern nur, wenn man Einzelne optisch besonders herausstellt. So etwas weiß man, wenn man mit einem deutschen Journalisten zusammenarbeitet und mal mit einer deutschen Journalistin – zumindest sexuell – zusammen war. Aber das nur nebenbei.

** GA = General Aviation. Nicht kommerzielle Luftfahrt. In der Regel ein- oder zweimotorige Piston- oder Turboprop-Maschinen oder kleine Privatjets.

Sweety

„Darf ich dich ‚Sweety‘ nennen?“
„Ich heiße Miranda…“
„Das ist keine Antwort auf meine Frage.“
„Ich bin sicher, dass es eine Antwort ist.“

Warum sind Frauen so kompliziert? Hätte sie nicht einfach mit Ja oder Nein antworten können? Ist das zuviel verlangt?

„Okay, also ‚Sweety‘“, grinse ich.
„Miranda.“
„Ich heiße Tamara.“
„Du bist mal wieder unmöglich, Tammy!“

Warum überhaupt die ganze Diskussion? Das hat gleich mehrere Gründe: Erstens versuche ich meine Chefin zu erpressen. Ich muss dafür, dass ich diese „Welt“reise für die Firma unternehme, etwas herausschlagen, und ich bin mir noch nicht sicher, wie ich das machen werde. Zweitens werde ich langsam so scharf auf dieses Miststück, dass sie Gefahr läuft, dass ich sie hinter ihrem Schreibtisch vergewaltige und drittens hat mir Zoe in der vergangenen Nacht wirklich übel mitgespielt.
Außerdem fangen diese ständigen Coronatests mir wirklich an auf die Nerven zu gehen. Beziehungsweise in die Nase. Wir machen das in der Firma jetzt vor jedem persönlichen Zusammentreffen. Diese Politik hat Miranda nicht etwa aufgrund Covidangst implementiert, sondern wegen der „gesamtgesellschaftlichen Verantwortung“. Wie ich dieses Wort hasse! Diese Gesellschaft kann mich mal!

„Diese Gesellschaft ist die Basis dafür, dass du überhaupt fliegen kannst!“
Wie ich es hasse, wenn sie klugscheißt! Andererseits ist es sexy.
Natürlich hat sie Recht. Dass ist ein weiterer Punkt: Ständig hat diese eingebildete Kuh Recht!

„Weißt du was, Sweety? Du kannst mich mal.“ Ich drehe mich um und gehe zur Tür.
„DU BLEIBST HIER!“
Na also, warum nicht gleich? Zwischen meinen Beinen wird es nass. Und dass, obwohl meine Tage gar nicht mehr so weit entfernt sind! Aber wenn eine heiße Frau auf diese Weise mit mir redet, passiert das IMMER!

„Du scheinst zu vergessen, dass ich dein Boss bist.“
„Und du scheinst zu vergessen, wer dein Gehalt bezahlt“, entgegne ich trotz der ansteigenden Flut.
„Mein Gehalt zahlt die Firma.“ Miranda zuckt mit den Schultern.
„Und die gehört mir.“
„Nicht nur.“
Jetzt reitet sie wieder darauf herum, dass ich noch eine Schwester habe, deren Geld ebenfalls in dieser Airline steckt. Und die sie gegründet hat. Warum sind kleine Angestellte eigentlich immer so kleinlich?

„Was willst du, Tammy?“, fragt sie nach einer kleinen Pause.
„Wieso? Was sollte ich wollen, Sweety?“ Langsam fängt sie an zu kapieren, schätze ich.
„Du zickst herum. Das tust du immer, wenn du etwas willst, das du nicht bekommst.“ Sie kramt jetzt scheinbar gleichgültig in irgendwelchen Papieren. Das macht sie immer, wenn sie versucht, beiläufig zu klingen. Eine gute Pokerspielerin wäre sie ganz sicher nicht.
„Ich habe dir gesagt, was ich will, beziehungsweise was ich nicht will.“ Was gelogen ist. Ich will die Weltreise – aber eben nicht nur.
„Du wirst fliegen, Tammy! Darüber diskutiere ich nicht mehr.“
Hach, sie tut es schon wieder: mich nass machen.


„Du weißt genau, was ich will, Sweety!“ Teufel, ist diese Frau kompliziert!
„Sag es mir.“
Das hättest du wohl gerne: „Ich denke nicht dran!“, entgegne ich und drehe mich zum zweiten Mal zur Tür.
„Du wirst sowieso fliegen, Tammy. Wir wissen beide, dass du dafür lediglich etwas herausschlagen willst.“
Klugscheißerin! Ich habe die Türklinke schon in der Hand.
„Wenn du jetzt gehst, bekommst du gar nichts!“
Fuck! Sie soll endlich aufhören, mich nass zu machen! Trotzdem halte ich inne, drehe mich halb um und schaue sie fragend an.
Doch Miranda schüttelt den Kopf: „Was du willst, kann ich dir nicht geben.“
Warum sagen die Leute eigentlich „kann“, wenn sie „will“ meinen? Als ob Sex so schwierig wäre; sie tun ständig so, als ob verheiratet zu sein, ein Grund wäre, keinen Spaß mehr zu haben!
Ich zucke mit den Schultern: „Kann ich jetzt gehen?“
„…aber vielleicht ist ein Teil davon möglich.“
„Du sprichst in Rätseln.“ Okay, das kapiere ich jetzt wirklich nicht: Wovon redet sie?
„Aber wenn du den Mund nicht aufmachst, weiß ich nicht, was dir gefallen würde.“
Aha, jetzt fängt es an, interessant zu werden!

„Willst du ernsthaft DARÜBER verhandeln?“ Scheiße, ich muss meinen Slip wechseln! Das wird gerade zum Geilheit-Overkill!
„Warum nicht?“, grinst sie.
Ich lasse die Klinke los und drehe mich wieder komplett zu ihr um: „Dann kommen wir der Sache schon näher, Sweety“, lächele ich.
„Ich heiße Miranda.“
„Ich kann deinen Namen nicht leiden.“
„Nett…“ Sie schüttelt den Kopf.
„Und ich muss jetzt fliegen.“
„Wenn du zurück bist, reden wir.“

Worauf du wetten kannst, Sweety!

Darf ich dich ‚Sweety‘ nennen, Boss?

Jede Menge Titten

Andreas jüngster Roman: J.-Forever

€15.50

What’s up in California?

Heute haben wir endlich wieder Nacktfotos gemacht. Im Freien. Mitten in der Stadt.

Natürlich nicht so, dass es jemand gesehen hat, darin sind wir inzwischen ziemlich gut geworden. Ich kann es mir nicht leisten, dass sich meine Titten kreuz und quer durch das Internet arbeiten. Zuhause ja, heimlich in der Öffentlichkeit ja, im Nackttanz-Käfig im Club ja – aber das war es mehr oder weniger auch schon. Frau muss es ja nicht übertreiben!

Endlich mal wieder ein paar Innenstadt-Nacktfotos gemacht!

Morgen Abend ist es dann wieder so weit: Der erste Abend mit Zoe seit – ich weiß nicht, es ist lange her, doch für mich fühlt es sich an, als wäre es gestern gewesen. Na ja, ich sollte nicht darüber nachdenken, ich brauche meine positive Einstellung zum Leben noch für ein paar Jahrzehnte. Hoffe ich.

Apropos „brauchen“: Miranda, Anik und ich haben entschieden, dass die Weltreise abgesagt oder zumindest für einige Jahre verschoben wird. Stattdessen werden wir eine kombinierte Europa/Nordamerika-Rundreise machen und dabei unsere wichtigsten Kunden, bzw. Repräsentanten besuchen. Und zwar vermutlich mit meiner Diamond, um zu zeigen, wie sparsam und vielseitig das Flugzeug ist. (Ja, mit meiner, was bedeutet, dass ich die Reise machen werde.)

Miranda und meine Schwester bestehen darauf, dass es ein Flugzeugtyp sein muss, den wir aktuell oder in der Zukunft in unserer Flotte einsetzen wollen. Keine Rede mehr davon, dass wir mit einem Oldtimer fliegen werden, um Aufsehen und Interesse der Medien zu erzeugen. Alles wird still und leise ablaufen. Dafür werden wir die Familienangehörigen unserer Kunden einladen, damit sie auf einzelnen Etappen dabei sein können. Also werde ich Kindermädchen spielen müssen. Aber ich gebe zu, dass die Sache interessanter ist, als mit der Dash immer nur zwischen Hollywood-Burbank, Denver und Houston hin und her zu fliegen.

Eine Diamond DA62

Natürlich hängt die ganze Sache auch von der aktuellen Corona-Lage ab. Wir sind uns jedoch einig, dass wir so schnell wie möglich starten wollen, was sich für mich ziemlich gut trifft, da ich ja durch die Trennung von Gabby und den neuen Dauerfreund von Joana mehr Zeit für andere Sachen als Sex habe. Außerdem hoffe ich (SEHR!), dass sich dadurch die Zoe-Geschichte wieder bessert.

Bei uns in Kalifornien wird jetzt übrigens darüber gesprochen, eventuell im Juni wieder alles zu öffnen. Und zwar komplett. Wäre das nicht traumhaft? Aber wir wollen uns mal nicht zu früh freuen, so viel habe ich in dieser elenden Pandemie schon gelernt. Trotzdem…
Aber ich kann mich tatsächlich nicht beklagen, denn wir können wieder in Cafés sitzen. Mittlerweile sogar wieder drinnen. Und einkaufen gehen. Alles ein wenig beschränkt, doch ohne Reservierungen und das alles. Und zwar rund um die Uhr. Es fühlt sich alles schon ein wenig normaler als noch vor ein paar Wochen an.

Die Cafés sind wieder rund um die Uhr geöffnet

Wobei sich das natürlich auch ganz schnell wieder ändern kann. Aber immerhin klappt das Impfen in Kalifornien besser als in vielen anderen Staaten. Hier gibt es nicht ganz so viele Idioten. Und ab dem Fünfzehnten können auch wir uns endlich auch impfen lassen, denn dann sind alle ab 16 berechtigt. Und mit der Impfstoffversorgung läuft es auch gar nicht mal so schlecht. (Was natürlich daran liegt, dass die USA der Welt die Impfstoffe klaut, genauso wie die Briten das mit den übrigen Europäern machen.)
Also werde ich mich bald in Mazikeens Porsche setzen können und in einen Impf-Drive-In fahren. Motorräder sind dort nicht so gern gesehen (was ich übrigens als diskriminierend empfinde).

Mit dem Auto zum Impfen. Motorräder müssen leider draußen bleiben

Habe ich jetzt ernsthaft seitenweise über den Covid-Scheiß geschrieben? Eigentlich wollte ich doch nur sagen, wie geil das Wetter zur Zeit ist…

Wie auch immer…

Gibt es heute noch etwas Interessantes? Ach ja, Ken hat angerufen. Er hat jetzt das Kommando über dreißig Seeleute einer Megayacht eines Arabers. Ihm fehlen aber die Segel, sagt er. Und ich. Ich gebe zu, er fehlt mir auch. Jede anständige Lesbe hat Anspruch auf mindestens einen jederzeit greifbaren schwulen Freund, finde ich. Aber immerhin ist er auf dem Weg in die Karibik und wird uns wohl in ein paar Wochen besuchen kommen. (Vermutlich bin ich dann jedoch auf „Welt“reise. Manchmal passen die Dinge auch wirklich perfekt. Grrr…)

Die kleine Eva ist übrigens immer noch bei mir, denn Mama dreht gerade in London und das wird wohl noch ein paar Tage dauern. Gabby und ich haben uns übrigens geeinigt, dass die Kleine künftig immer bei mir sein wird, wenn ihre Rabenmutter auf längeren Drehs ist. Außerdem zusätzlich an mindestens einem Wochenende im Monat. Und ich erwäge, sie mit auf die Reise zu nehmen. Gabby hat prinzipiell nichts dagegen, solange sie ihre Tochter ebenfalls zwischendurch sehen kann.
Mit der Schule ist das kein Problem, weil Eva ihren Privatlehrer und die Privatschule ohnehin meistens nur online sieht. Corona hat in diesem Bereich einiges bewegt. Immerhin auch mal was Positives, wenn man es dann so nennen will.
Unter Kontaktarmut leidet das kleine Biest übrigens nicht, weil Eva sowohl in New York wie auch hier ein paar Freunde hat, die sie regelmäßig sehen kann. Alle aus Familien, die aufgrund der Pandemie sehr vorsichtig sind mit wem sich ihre Kinder treffen.

Einzelheiten für das alles haben Gabby und ich jedoch noch nicht besprochen, doch immerhin gibt es keine großen Meinungsverschiedenheiten, was Eva angeht. Gabby weiß genau, wie sehr das kleine Kakao-Monster an mir hängt. Was ich absolut nicht verstehen kann.

Sei’s drum.

Ich denke, jetzt habe ich mich und alle Anderen, die das hier lesen, genug gelangweilt. Aber ein Tagebuch ist nun einmal ein Tagebuch.


Andreas jüngster Roman: J.-Forever

In meinem neuesten Roman erfährst du, wer Zoe ist. (Wenn du gut aufpasst…)

€15.50

Ja, was denn nun?

Ich vermisse Gabby.

Rein körperlich, meine ich. Das war ja nicht anders zu erwarten. Heute habe ich den ganzen Tag mit Eva verbracht und ich habe mich nicht getraut, es ihr zu sagen. Ich werde zuerst noch einmal mit Gabby telefonieren und sie fragen, wie sie sich das vorstellt: sie in New York und ich hier. Wie sie sich das für Eva vorstellt. Denn eines ist sicher: Für die Kleine ist das, als wenn sich ihre Eltern trennen würden, da bin ich sicher.

Heute ist jedoch erst noch einmal ein Flug mit der Dash angesagt, dann habe ich ein paar Tage Pause.

Meine Mutter hat am Telefon vorgeschlagen, ich könne doch selbst Nachwuchs bekommen. Ich glaube, ich habe seit Jahren nicht mehr so gelacht. Meine Mutter meinte, sie hätte mich noch nie so unflätig grölen gehört. Ich frage mich aber auch ernsthaft, wie sie so etwas sagen konnte?! Ich meine – ich, ein Kind rauspoppen! Das muss man sich mal vorstellen! Oder – besser nicht… Mich mit Gabbys Nachwuchs gut zu verstehen, das ist eine Sache – doch ich mit dickem Bauch, überlaufenden Titten und – lassen wir das. Auf jeden Fall ist es unfaßbar eklig! Yuck, yuck, yuck!

Wie auch immer…

So ganz frei werden die nächsten Tage jedoch trotzdem nicht sein. Ich werde mit Miranda zusammensitzen und mit ihr das Thema Weltumrundung diskutieren, bzw. das passende Flugzeug. Das ist nämlich immer noch nicht entschieden. Noch nicht einmal die Frage, ob es ein kleiner Airliner sein soll, oder ein irgendein Businessjet. Zwar haben wir inzwischen die Länder grob festgelegt, doch für alles Weitere muss ich nun einmal wissen, was für ein Flieger es werden soll.

Außerdem muss ich meine Chefin endlich richtig ins Bett bekommen – ich habe Entzugserscheinungen. Gabby fehlt.
Immer nur Maze – das geht gar nicht! Das war damals auch der Grund unserer Scheidung: Sie hatte es einfach nicht verstanden, dass sie mir nicht reicht – noch nicht einmal für ein paar Wochen. Nicht, dass sie nicht akzeptiert hätte, dass ich auch mit anderen Weibern ins Bett will, das schon, das war auch von Anfang an klar, doch dass sie mir noch nicht einmal für kurze Zeit nicht reicht, damit konnte sie nicht umgehen.
Inzwischen sind wir wieder verheiratet und werden es vermutlich bis in alle Ewigkeit bleiben. Shit happens. Insofern darf Mazikeen sich durchaus mit Recht meine „Dämonin“ nennen – diese Gestalten wird man nämlich auch nie mehr los.
Außer meiner Schwester und Joana weiß übrigens niemand von unserer zweiten Hochzeit, noch nicht einmal meine übrige Familie. Na, und jetzt weiß es auch dieses Tagebuch. Damit also auch meine Mutter. (Sorry, Mom, dass du beim zweiten Mal nicht eingeladen warst… Dabei waren nur Anik und Joana. Das musste reichen. Es war so eine Art Shotgun-Geschichte.)
Mazikeen hat mein Sexleben immer noch nicht kapiert, doch sie akzeptiert es. Außerdem ist sie ja manchmal auch dabei.

Zugegeben: Mein Denken und Handeln verstehen die Wenigsten, zumindest glauben sie, dass sie es nicht verstehen. Ich kapiere ja, dass der Sex mit einer (oder wegen mir auch „der“) vertrauten Person in der Regel am besten ist – zumindest wenn sie aufgeschlossen genug ist, doch uns Menschen begegnen auch immer wieder Weiber, die uns auf irgendeinem Level anmachen. Wer in einer stabilen monogamen Beziehung ist, wird das in der Regel natürlich nicht öffentlich zugeben. Motto: Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Und der Quatsch von wegen „Appetit darf man sich holen, doch gegessen wird zuhause“ – damit kann ich gar nicht! Wenn ich auf eine bestimmte Tussi „Appetit“ bekomme, bringt es mir herzlich wenig, wenn ich dann „zuhause“ ficke. Zumal man sich beim Sex ja auch angeblich niemand Anderen vorstellen darf! Ja, was denn nun?
Ich könnte jetzt auch noch damit anfangen, dass die Leute Angst haben, die Andere könne „besser“ sein. Aber ehrlich, das spare ich mir – da wird es kindisch.

Und natürlich wird mir jetzt die Hälfte der Menschheit schreiben, dass sie glücklich sind, in ihrer monogamen Beziehung, und sie gar keine Lust auf andere Weiber haben, oder sie sich auch bremsen können – vielen Dank! Ich freue mich für euch, dann bleiben mehr heiße Chicks für mich übrig! Jeder schläft in dem Bett, dass er sich selbst macht, und muss seine Zufriedenheit selbst definieren. Ehrlich, ihr müsst das hier ja nicht lesen, wenn ihr euch ertappt fühlt.

Ich jedenfalls lasse mir keine Tussi entgehen, die ich haben will. Sofern sie Lust auf mich hat und kapiert, dass es um nichts Anderes geht, als um ziemlich dreckigen Sex.

Nachschub gesucht

Es ist nie gut, zu glauben, dass die Dinge für die Ewigkeit sind.

Das Verhältnis zwischen Joana und mir – zumindest als beste Freundinnen – ist ein positives Beispiel. Das mit Mazikeen (Chris) und mir ganz sicher auch. Wobei man ja nie „nie“ sagen soll … Oder „für immer“ oder Ähnliches.

Leider hat sich das mit Gabby erledigt. Jedenfalls vorerst. „We are on a break“, wie jetzt vermutlich Ross von „Friends“ brüllen würde. Wir machen eine Beziehungspause. Wie sich das auf das Verhältnis zwischen ihrer Tochter Eva und mir auswirken wird, ist noch nicht raus. Wer die Pause eingeläutet hat, ist auch nicht ganz klar.

Ich habe ihr gesagt, dass sie sich diesen langweiligen fliegenden Computer (die Diamond) in die Haare schmieren soll, worauf sie geantwortet hat, dass ich mir nicht einbilden soll, dass sie oder ihre Tochter mit mir in irgendetwas Anderes steigen würden, worauf ich vorgeschlagen habe, dass sie dann wohl besser dauerhaft ihren Arsch in ihrem Apartment in New York ficken lassen soll, woraufhin sie mir eine gescheuert hat. In einem Satz gesagt.

Ich nehme an, es wäre nicht sonderlich weiter eskaliert, wenn ich sie nicht mit einem Tritt in den Magen ausgeknockt hätte. Ich habe ja wirklich nichts gegen Ohrfeigen, doch nur von Leuten, denen ich mich unterordnen möchte, oder in die ich unsterblich verliebt bin. Beides ist bei Gabby nicht der Fall. (Wenn sie tatsächlich eine Figur aus ihren Actionfilmen und nicht nur eine – zugegeben gute – Schauspielerin wäre, hätte ich auch die andere Backe hingehalten.)

Den Tritt hat sie mir übel genommen. So hatte ich das auch beabsichtigt. Nachdem sie wieder Luft bekommen hat und ihr Nachtreten nichts gebracht hat, ist sie aus dem Haus gestürmt. Nach einer halben Stunde – nachdem sie realisiert hatte, dass keine Kneipe geöffnet hat – kam sie zurück und meinte, dass wir besser eine Pause machen sollten. Ich habe ihr zugestimmt: „Eine laaange.“ Jetzt ist sie auf dem Weg nach New York und ich darf Kakaofresse Eva erklären, was passiert ist. Und dann dafür sorgen, dass sie irgendwann ihrer Mutter in einem Privatjet hinterhergeschickt wird. Vielleicht für immer. Schon Scheiße.

Und ich brauche Nachschub. Vielleicht diesmal eine richtige Lesbe?

Anforderungen für Bewerberinnen: Schlank, aber nicht zu sehr, Cup C oder mehr, mindestens 1,65, lange Haare, Schauspielerin oder Sängerin, dominant und stinkreich. Und wenn irgend möglich bitte eine echte Lesbe! (Mehr verlange ich gar nicht!)

Sex oder Arbeit – das ist hier die Frage

Langsam werden die Dinge klarer, zuminest wissen wir mehr, was die Flugzeuge angeht. Es wird auf jeden Fall kein großer Bizjet sein; wir wollen vor allem auch kleinere Flugplätze mit kürzeren Landebahnen ansteuern, was uns natürlich vor allem bei der Atlantiküberquerung vor eine logistische Aufgabe stellen wird: Kleinere Flugzeuge haben kürzere Reichweiten.

Soviel erst einmal dazu.

Ich selbst bin ein wenig im Streß, weshalb dieser Post auch ein kürzer ausfallen wird: Nachher habe ich ein Gespräch mit einem erfahrenen King-Air-Piloten – eine solche zweimotorige Turboprop kommt nämlich auch infrage.

Wie auch immer – meine Chefin hat mich für heute Abend zum Essen eingeladen. Ich muss jetzt herausfinden, was sie von mir will: irgendeine fiese Geschichte, die mit Arbeit zu tun hat oder Sex. So etwas weiß ich nämlich gerne vorher!


Und dann gibt es da noch meine Bücher:
https://tinyurl.com/y38cg4ur

Was ist Liebe?

Gibt es sie überhaupt, die Liebe?


Zuerst einmal: Ich habe zu diesem Thema eine sehr unflexible Meinung. Liebe ist für mich, wenn ich bereit bin, für die geliebte Person vor einen fahrenden Bus zu springen, um ihr Leben zu beschützen. Um sie zu retten. Das ist Liebe. Für mich. Alles andere ist – na ja, etwas anderes eben. Aber keine Liebe.
Liebe zwischen zwei erwachsenen Menschen muss für mich die gleiche Intensität haben, wie die Liebe einer Mutter für ihr Kind. Alles andere kann ich nicht Liebe nennen. Es ist vielleicht Verliebtheit, vernarrt sein, oder Bewunderung, oder „zu der anderen Person hingezogen sein“, doch all das hat mit echter Liebe nichts zu tun. Wobei sich dann natürlich die Frage stellt, gibt es sie überhaupt? Die Liebe. Wer wäre denn dazu überhaupt in der Lage?

Für mich kann ich das ziemlich einfach beantworten. Ganz generell springe ich für jedes Kind vor den fahrenden Bus. Ja, tatsächlich. Ich, die Kinder nicht ausstehen kann. Irgendetwas lauert da für alle anständigen Frauen – vielleicht sogar für Männer – in den Genen. Kinder sind irgendwie heilig. Für Kinder tun wir alles. Ich jedenfalls. Und viele Andere, die ich kenne, auch. Das nennt man dann wohl Kinderliebe (und jetzt bitte nicht verwechseln mit der pervertierten Art). Aber das ist ja gar nicht das Thema hier.

Was das Thema Liebe zwischen Erwachsenen angeht, bin ich, glaube ich, in einer guten Position, allein schon, weil ich mit drei Frauen (und einem Pimpf) zusammenlebe. Menschen, bei denen sich diese Frage unweigerlich stellt. Ich möchte als Beispiel die wichtigsten Frauen in meinem Leben nennen.

Das wären Joana, Gabby, Mazikeen, meine geliebte Zwillingsschwester Anik und natürlich die kleine Eva, Gabbys Tochter. Welches dieser weiblichen Wesen liebe ich, welches verehre ich, in welches bin ich verknallt, welche der Frauen finde ich einfach toll, und – na ja, wie bringe ich das alles unter einen Hut?

Ich möchte mit Eva beginnen, Gabbys sechsjährige Tochter. Hier ist es ja überhaupt gar keine Frage: Sie ist ein Kind, für das ich vor jeden fahrenden Bus springen würde. Aber ist das Liebe? Nein, behaupte ich. Es ist die positive Art von Kinderliebe. Wir lieben Kinder, aber auf eine ganz andere Art und Weise. Für mich ist es einfach so, dass ich für Kinder alles tue, wenn es um ihr Wohlbefinden geht, ich jedoch so ein kleines Biest – oder so einen kleinen Mistkerl – absolut nicht um mich haben muss. Ja, das trifft auch auf Eva zu. Es mag sein, dass ich sie, wenn ich sie eine Weile nicht gesehen habe, vermisse, doch nicht, weil ich sie liebe, sondern weil es einfach manchmal ziemlich witzig ist, sie um mich herum zu haben, weil sie hin und wieder eben einfach süß ist. Aber sobald sie wieder in die typische Kindernerverei verfällt, bin ich auch froh, wenn ich sie wieder los bin. Das fällt also garantiert nicht unter die Kategorie Liebe, was bedeutet, dass ich sie nicht liebe. Es ist nicht die Kategorie Liebe, von der ich in diesem Tagebucheintrag sprechen möchte.

Kommen wir also zu meiner Zwillingsschwester. Hier ist es eigentlich recht einfach: Sie ist ich und ich bin sie. Zumindest was das Aussehen betrifft. Gedanklich liegen wir aber wirklich Welten auseinander. Sie ist hetero, ich bin lesbisch. Okay, so einfach ist das auch wieder nicht, denn Anik hat kein Problem damit, mit Frauen ins Bett zu gehen. Das tut sie eigentlich ziemlich regelmäßig. Nicht nur auf Partys, sondern auch ganz privat zuhause, denn Anik ist kein Kind von Traurigkeit. Sie scheint tatsächlich in gewisser Weise genauso auf Frauen zu stehen, wie auch auf Männer. Zumindest sexuell gesehen. Dennoch, so behauptet sie, sei ein Zusammenleben mit einer Frau für sie gänzlich ausgeschlossen. Da kämen nur Männer infrage. (Weswegen sie ja auch mit einem verheiratet ist.) Auch hier übrigens Parallelen zwischen uns beiden: Für sie muss ein Partner älter sein als sie selbst, Gleiches gilt für mich.
Es ist gar keine Frage, dass wir uns auf irgend eine Weise lieben. Seitdem ich denken kann, ist da diese Hassliebe zwischen uns beiden. Früher haben wir uns geprügelt, und zwar so heftig, dass wir mehr als einmal im Krankenhaus gelandet sind, wo unsere Wunden versorgt werden mussten. Ich habe immer noch Narben von den Prügeleien mit ihr. Heute arten unserer Meinungsverschiedenheiten teilweise in Hasstiraden aus, aber nicht mehr in Prügeleien. Was vermutlich daran liegt, dass wir räumlich so weit voneinander getrennt sind, dass unsere Wut schon wieder verflogen ist, wenn wir uns dann tatsächlich wieder einmal treffen. (Sie lebt an der Ost- ich an der Westküste). Ich bin sicher, dass es ansonsten tatsächlich wieder Prügeleien geben würde. Wir sind einfach beide zu impulsiv. Und – das wäre übel! Heute sind wir beide Kickboxerinnen und wenn ich mir vorstelle, dass wir ernst machen würden … Lieber nicht.

Man kann es Hassliebe nennen. Aber wie weit geht die Liebe in dieser Hassliebe? Nehmen wir das Busbeispiel, bei dem die Liebe überwiegen wird. Denn ich würde mich für sie vor jeden Bus werfen und ich bin sicher, umgekehrt ist das ganz genauso. Der Hass in „Hassliebe“ bezieht sich einzig und allein auf unsere Unterschiede, auf die Art und Weise, wie wir leben, auf viele unserer Einstellungen, die teils nicht weiter auseinanderliegen könnten – eben auf unsere generellen Charaktereigenschaften und Persönlichkeiten. Anik ist strebsam, sie hat für alles einen Plan, sie ist Frühaufsteher, treibt mehr Sport, als ihr Körper aushalten kann. Und ich bin – na ja, nennen wir es einfach pleite, faul, gefräßig. Natürlich gibt es auch Gemeinsamkeiten, zum Beispiel, was den Sex angeht – sie ist genauso verrückt danach, wie ich. Auch für sie nimmt er einen großen Teil ihres Lebens ein. Auch sie ist sehr am Fliegen interessiert, jedoch auf eine etwas andere Art als ich. Für sie ist das Fliegen lediglich ein Business, obwohl sie selbst auch eine Fluglizenz besitzt. Für mich ist es mehr oder weniger mein Leben.
Es gibt also eine Menge Unterschiede und eine ganze Menge Gemeinsamkeiten. Wie soll ich es also nun nennen? Ist das tatsächlich Hassliebe? Ist es Geschwisterliebe? Ich würde behaupten, es ist die Liebe zwischen Zwillingen, die vermutlich schon in der Gebärmutter begonnen hat, in der wir vermutlich um unsere Plätze gekämpft haben: Wer hat mehr Raum, wer kriegt mehr zu futtern, wer kann besser schwimmen? Und was ist nun mit der Liebe und dem fahrenden Bus? Würde ich mich vor ihn werfen, um sie zu retten? Klar, jederzeit. Aber auch das ist natürlich nicht die Art von Liebe, von der ich hier sprechen möchte, denn die ist sexuell. Und das ist natürlich eine völlig andere Geschichte.

Kommen wir also zu Mazikeen. Hier möchte ich es kurz machen, um nicht alle zu langweilen, die das hier lesen. Fangen wir gleich mit dem Bus an: Nein, ich würde nicht springen, das weiß ich. Ich würde erstarren. Stehenbleiben, völlig entsetzt, und würde mein Leben lang um sie trauern. Ich wäre geschockt, verzweifelt, und würde vermutlich jahrelang jede Nacht heulen. Vielleicht auch ein wenig, weil ich nicht gesprungen wäre, weil ich also nicht ihr Leben über meines gestellt hätte, was besonders schlimm ist, weil sie es jederzeit getan hätte. Mazikeen liebt mich abgöttisch, das ist mir klar.
Aber was ist mit mir? Mazikeen ist seit langer, langer Zeit in meinem Leben. Ich kann mir ein Leben ohne sie eigentlich gar nicht richtig vorstellen. Obwohl wir zeitweise wirklich komplett getrennt waren, sie hat auf Orcas Island gelebt, ich in Norwegen, und unser einziger Kontakt war, dass sie in ihrem Haus viele meiner Sachen gelagert hatte und sie diejenige war, die, neben meiner Mutter, all meine privaten Angelegenheiten geregelt hatte. Heute sind wir wieder zusammen. Auch heute noch ist sie diejenige, die sich um mein Leben kümmert. Was mich angeht – nein, ich regele nichts für sie. Ich bin nicht auf die gleiche Weise für sie da, wie sie für mich. Wir haben Sex, keine Frage. Meistens dann, wenn Gabby oder Joana nicht zur Hand sind. Manchmal ist sie auch als Dritte dabei.
Aber nein, das ist keine Liebe. Jedenfalls von meiner Seite aus nicht, von ihrer ganz bestimmt.

Kommen wir zu Gabby. Hier liegt die Sache eigentlich ganz einfach: Ich stehe auf sie. Vor allem stehe ich auf ihren Body und auf die Figuren, die sie in ihren Filmen verkörpert. Das macht mich alles ganz tierisch an. Ich mag, dass sie ein Superstar ist, ich mag, dass sie so viel Geld besitzt, wie die Göttin selbst; ich möchte, dass sie sich wohl fühlt und es ihr gut geht, doch Liebe ist das nicht. Ich bin verrückt nach ihr, ja. Sie ist ein Superstar, und auf die stehe ich nun mal. Und – sie hat gewaltig geile Titten.
Thema erledigt.

Und dann ist da Joana.
Sie ist die Liebe meines Lebens, ganz simpel und einfach. Ich würde für sie vor jeden Bus springen, vor jedem Zug, ich würde meine Hand in siedendes Öl halten, damit sie es nicht tun muss, und ich würde ohne Fallschirm aus jedem Flugzeug springen. Ich liebe sie.
Joana ist alles, was ich im Leben brauche. Anders kann ich es nicht bezeichnen. Dass sie ein Superstar ist, genau wie Gabby, ist ein Bonus. Dass ich sie überhaupt kennengelernt habe, hat natürlich damit zu tun. Als Teenie war ich verrückt nach ihr. Immer, wenn ich sie im Fernsehen gesehen habe, ist die Sonne aufgegangen. Das hat sich nie geändert. Vielleicht ist sie sogar der Grund, dass ich so verrückt nach Stars geworden bin. Starstruck, wie ich das gerne bezeichne.

Und dann kam der große kosmische Zufall: Ich habe sie persönlich kennengelernt. Wann und wie das passiert ist, habe ich in diesem Tagebuch bereits beschrieben. Ich möchte nur so viel sagen: Es war Schicksal. Es hatte einfach passieren müssen. (Und an dieser Stelle möchte ich hinzufügen, dass ich an so etwas wie Schicksal überhaupt nicht glaube. Doch die Sache mit Joana konnte nur Schicksal gewesen sein.)
Dazu kommt noch der Fakt, dass Joana zu hundert Prozent hetero ist. Wie es dazu kam, dass wir heute Sex haben – auch das wird in diesem Tagebuch beschrieben. Einfach viele von den annähernd 1000 Einträgen nach hinten blättern.

Joana und ich wurden beste Freundinnen, allerbeste Freundinnen; wir haben uns als beste Freundinnen geliebt – ganz ohne Sex. Wir haben einander alles erzählt, wir waren nicht wie Star und Groupie, ganz und gar nicht. Ich weiß, zumindest glaube ich das, dass ich alles über sie weiß. Ich weiß von ihren Beziehungen, von dem Schmerz, den sie bei den Trennungen – vor allem bei einer – erlitten hat, ich weiß, wie oft sie eigentlich hatte gar nicht mehr weitermachen wollen. Ich weiß von ihren Eskapaden, ich weiß von dem Sex, den sie hatte, ich weiß von ihren Gefühlen dabei, ja, ich glaube, ich weiß so ziemlich alles von ihr.
Und ich weiß, dass ich mich von ihr hatte trennen wollen. Dass ich mich als beste Freundin trennen wollte und ein Leben ohne sie in Betracht gezogen habe. Manchmal war ich kurz davor. Warum? Weil der Wunsch, mit ihr intim zu werden, der unbändigen Drang mit ihr Sex zu haben, teilweise so extrem wurde, dass ich ganze Nächte masturbiert habe, ein Höhepunkt nach dem anderen hatte, immer mit ihrem Bild vor Augen. Das war nicht mehr gesund!
Wir haben uns damals Liebeserklärungen geschickt, haben einander ewige Liebe und Treue geschworen. Aber sie sprach natürlich von der platonischen Form der Liebe. Sie konnte nicht anders, sie hatte sexuell mit Frauen nichts am Hut. Sie sagte – und das tut sie heute noch – dass Frauenlippen im Gegensatz zu der landläufigen Beschreibung, vor allem in der lesbischen Literatur, in keiner Weise weich und zärtlich sind, sie empfindet sie als hart und fordernd, weiche Lippen haben für sie nur Männer. Was für mich natürlich verletzend war, verletzend ist, doch Gott sei Dank gibt es da die anderen Frauen, die meine Küsse als erotisch beschreiben, meine Lippen als weich, warm und sinnlich. Immerhin. Aber leider nicht Joana. Muss auch so ein hätte Heteroding sein.
Als ich mich von ihr trennen wollte – wir hatten uns in der Tat eine Weile nicht gesehen – änderte sich die Situation. Sie ist nach wie vor nicht optimal, doch immerhin ist sie. Wie es dazu gekommen ist, dass wir heute miteinander schlafen, wird auch in diesem Tagebuch beschrieben. Kurz zusammengefasst: Ich konnte und wollte ohne Sex mit ihr nicht mehr weitermachen; sie wollte sich nicht von mir trennen und so ist es dann passiert. Ich weiß, dass sie nur tut, was ich möchte, dass sie mir einfach nur gibt, was ich brauche, nur damit wir beste Freundinnen bleiben können. Und wenn ich ehrlich bin, sind wir das heute noch, denn Liebhaber, nein, so kann man das nicht nennen. Wenn die eine die Dinge tut, die die andere braucht und selbst dabei keine wirkliche Befriedigung empfindet, nein, dann sind diese beiden Menschen keine Liebhaber. Nicht in meinen Augen. Beste Freundinnen eben.
Sie hat Sex mit Männern. Eine ganze Menge. Sie erzählt mir von jedem einzelnen Mal und ich habe kein Problem damit. Erstaunlicherweise, weil ich weiß, wie wichtig es ihr ist und weil ich weiß, dass Sex für sie wichtig ist. Sex mit Männern. Nein, Joana ist hundertprozentig nicht lesbisch. „Ich liebe Dich mehr als mein Leben“, sagt sie und meint es. Und ich bin sicher, dass es stimmt. Aber sie zu lieben ist schwer, ist traurig, ist fantastisch und göttlich. Und ja: sie zu lieben. Denn Joana ist meine große Liebe, sie ist mein Stern am Nachthimmel, der hellste, der wichtigste, der mich durch mein Leben führt. Sie ist meine Venus, meine Aphrodite, und alles, was ich jemals im Leben wollte. Was ich jemals im Leben wollte, in der Tat. Es ist gut, wie es ist, ich verlange und erwarte nicht mehr. Denn das Wichtigste ist, die Sache mit den besten Freundinnen. Denn das sind wir nach wie vor. Doch dass ich es auf Dauer nicht ausgehalten habe, mit ihr zusammen zu sein, ohne mit ihr zu schlafen, das ist etwas, was unser Leben – vor allem meines – jahrelang schwierig gemacht hat. Leider hat mein Körper unsere Liebe etwas anders gesehen, als ihrer. Denn meiner verlangte ultimativ nach Sex. Mit ihr.
Und den hat sie mir dann irgendwann gegeben. Und dafür liebe ich sie noch mehr. Nein, es macht mir nichts aus, dass sie es nur um meinetwillen tut. Es macht mir nichts aus, dass sie keinen besonderen Spaß dabei hat, man möge es egoistisch nennen, doch solange es für sie akzeptabel ist, solange sie zumindest etwas Freude daran hat, solange ist es okay für mich. Solange es für sie okay ist. Und das ist es. Manchmal muss man Zugeständnisse machen, um das Große und Ganze zu erhalten. Nichts Anderes tun wir. Tut sie.

Das ist Liebe. Das ist Liebe, wie ich sie definiere.

Ich will niemandes Liebe abwerten. Ganz und gar nicht. Ich rede hier davon, was ICH als Liebe definiere. Ganz alleine ich. Und mir ist vollkommen klar, dass jeder seine Liebe oder das, was er sich als Liebe wünscht, ganz für sich alleine definieren muss.

Ich liebe Joana – und das wird immer so bleiben.

In guten, wie in schlechten Zeiten

Und dann gibt es da noch meine Bücher:
https://tinyurl.com/y38cg4ur

Sex- und Flugflaute

Heute ist einer der seltenen Tage, an denen mir so gut wie nichts für einen Tagebucheintrag einfällt.

Warum? Weil gerade nichts passiert. Ich fliege von morgens bis abends. Und dann komme ich nachhause, mache Kakaofresse etwas zu essen und dann gehe ich ins Bett. Schlafen. Am nächsten Tag das gleiche Spiel. Gaby ist inzwischen allerdings hier, Joanna ist nach wie vor auf ihrem Filmset oder bei Interviews oder in Talkshows oder im Bett von irgend einem Typ. Auf jeden Fall ist sie nicht da.
Mazikeen ist nach wie vor damit beschäftigt, für mich oder uns ein Boot zu finden. Eines, das auch mir gefällt, eines, dass wir bezahlen können. Was die Auswahl etwas einschränkt. Gaby sagt ständig, sie würde sich die Kosten für ein Boot mit uns teilen (wobei das dann etwa 90 % Gaby und 10% wir wären), doch sie hat natürlich ihre eigenen Vorstellungen, was ein Boot angeht. Und die stimmen derzeit überhaupt nicht mit unseren überein. Für sie ist ein Boot so eine Art Luxushotel auf dem Wasser. Für uns ist ein Boot ein Boot. An der Sache müssen wir arbeiten. Außerdem stören sie Segel, denn in ihren Augen machen sie erstens zu viel Krach und sehen nach oben hin auch nicht besonders gut aus. Manche Leute sind wirklich seltsam.

Na ja, Kinderkram. Im Endeffekt wird es sowieso so aussehen, dass wir das Boot bekommen, das wir haben möchten, und Gaby bezahlt es. Zumindest will ich das doch stark hoffen!

Ich meine, wir haben es schließlich auch nicht leicht. Wir, die wir nicht so viel Kohle haben. Joanna und Gaby haben ganz bestimmte Vorstellungen von Restaurants und Bars. Vollkommen okay. Nur, dass wir uns sowas auf Dauer nicht leisten können. Ein normales Abendessen für 300 $ – das übersteigt eindeutig mein Budget. Und ein Gläschen Tequila an der Bar für zwölf Dollar – das ist dann auch eher außerhalb meiner Reichweite. Das Dumme ist nur, dass beide natürlich darauf bestehen, dass sie uns die Sachen bezahlen. Weil sie ja wissen, dass weder Mazikeen noch ich uns solch einen Luxus leisten können. (Auch wenn wir die Regelung mit dem Sex haben. Eifrige Leser werden sich erinnern.) Auf jeden Fall ist es nicht gerade angenehm, wenn man auf Dauer von Anderen eingeladen wird. Natürlich wissen Sie das. Und natürlich sagen sie, dass das alles kein Problem wäre, doch es wäre nun eben wichtig für sie, dass sie weiterhin in ihren geliebten Bars und Restaurants verkehren können. Vor allem, weil dort die Paparazzigefahr am geringsten ist. Alles schön und gut, alles aber auch irgendwie unbefriedigend.

Jammern auf hohem Niveau? Vermutlich ist das die Reaktion von so manchem Mitleser. Da kann ich nur eines entgegnen: Vielleicht sollte man sich einfach mal vorstellen, dass die Partnerin in Geld schwimmt – und ich rede hier nicht von einer kleinen Million – und man selbst nicht mehr besitzt, als das, was die Bank an Überziehungskredit erlaubt. Und dann geht ihr einfach mal jeden Abend – vielleicht auch jeden zweiten – in die teuersten Bars und Restaurants der Welt. Und alles, was ihr Euch dann leisten könnt, wäre ein Bier. Für zwölf Dollar. Der Abend jedoch, kostet in der Regel 300-500 $ – wenn es reicht. Und wer bezahlt es? Die Partnerin. Jeden zweiten Tag. Macht das wirklich Spaß? Ist das wirklich jammern auf hohem Niveau?
So hat eben jeder seine eigenen Probleme.

Anderes Thema.

Die letzte Landung, die ich hingelegt habe, war wohl die schlechteste meiner gesamten Laufbahn. Sowas Übles! Ich glaube, wenn ich Boss wäre, würde ich mich rausschmeißen. Mein Co sagt, ich wäre einfach übermüdet. Könnte sein. Wenn man kaum die Augen aufhalten kann, wie soll man da das Bugrad in der Luft halten? Ich war schon froh, dass ich die Landebahn überhaupt getroffen habe. ILS* sei Dank!
Nein, wirklich, das geht so nicht. Das Schlimme ist, dass ich nicht infolge des Arbeitens so k. o. bin, sondern weil ich einfach nicht schlafen kann. Zieht man in Betracht, dass ich meine Medizin wieder deutlich erhöhen musste, ist das aber auch kein Wunder! Ich bin mal wieder an dem Punkt, an dem ich das Fliegen für eine ganze Weile aufgeben muss. So geht das nicht. Und bevor die FAA** mir die Lizenz entzieht, wird es wohl Zeit, dass ich aus freien Stücken pausiere. Also wieder zurück in mein Lockdown-Zuhause. Dann widme ich mich eben ein wenig mehr Mazikeens Suche nach einem passenden und bezahlbaren Boot.

Was gibt es noch Neues?

Ach ja, ich musste meine Sängerin erneut abwimmeln. Ich nehme an, sie sucht sich jetzt jemand Anderen. Solche Leute dulden keinen Widerspruch und erst recht keine Zurückweisung. Und schon gar nicht beim Thema Sex.

Meine verdammten Tage habe ich einigermaßen überstanden, die Sexflaute jedoch noch nicht.


**Die Flugaufsichtsbehörde der USA

*Ein automatisches Landesystem


Und dann gibt es da noch meine Bücher:
https://tinyurl.com/y38cg4ur

Wegen der Penisse

Mir ist da etwas aufgefallen: Wenn ich an Gabby denke, kommt mir zu allererst das Thema Sex in den Kopf. Bei Joana ist das anders. Sie bedeutet in erster Linie Freundschaft. Und Mazikeen? Ja, bei ihr weiß ich das nicht so genau.


Hat das alles etwas zu bedeuten?


Keine Ahnung. Es ist einfach so. Normalerweise mache ich mir darüber auch keinerlei Gedanken. Diesmal ist es einfach so, dass Gabby und Joana so lange unterwegs waren, bzw. sind und mir das Thema wohl deswegen in den Sinn gekommen ist.


Gabby ist zurück. Das bedeutet Sex. Ganz einfach. (Ich glaube nicht, dass es etwas damit zu tun hat, dass sie die deutlich größeren Titten hat.) Sie ist wieder hier, ich werde heute Nacht ihre Möse schmecken, doch ich verspüre nach wie vor die gleiche Leere. Nicht, dass Gabby mir nicht gefehlt hätte – natürlich hat sie das. Außerdem geht mir, wenn sie im Haus ist, die kleine Kakaofresse nicht so auf die Nerven.


Es interessiert mich wirklich, warum das so ist.


Natürlich kenne ich Joana schon viele Jahre länger. Natürlich ist sie schon seit meiner Teeniezeit mein großer Schwarm gewesen. Und natürlich war sie viele Jahre einfach nur meine beste Freundin. Das mit dem Sex kam viel später. Außerdem weiß ich ja, dass der Sex zwischen Joana und mir lediglich passiert, weil ich es will. Sie könnte locker darauf verzichten. Was dummerweise daran liegt, dass sie hetero ist. Und zwar big time. Was natürlich leider auch nicht zu ändern ist. Und dann ist da noch der Fakt, dass sie zwischendurch mit Männern schläft. Einfach so, wegen der Penisse. Da kann ich natürlich nicht mithalten, selbst mit den besten Strap-ons nicht. Außerdem bin ich es natürlich, die gefickt werden will und nicht sie. Wie das bei mir so ist. Ich bin eben ein Mädchen.
Selbst bei diesem Tagebucheintrag ist es wieder das Gleiche: Ich rede viel mehr von Joana als von Gabby. Auch das ist wohl ein Indiz dafür, dass mir Joana mehr fehlt als Andere.
Ist das eine Wertung? Geht es anderen Menschen genauso?

Wem’s gefällt…


Nun könnte man darauf antworten, dass Andere meist nur einen Partner haben und nicht drei, wie ich. Doch ich denke, das muss man nicht unbedingt auf Partner beziehen – im „normalen“ Freundeskreis geht es einem doch genauso. Man vermisst den einen mehr, den anderen weniger. Oder sehe ich das falsch? Aber ist es deswegen eine Wertung? Mit dem einen macht man die einen Sachen, mit dem anderen, die anderen. (Ich fürchte, in diesem Fall muss ich vor der Groß-/Kleinschreibung kapitulieren! Vielleicht kann mir ja einer helfen?)


So viel zum Thema „Philosophie am Abend“…


Fakt ist, Gabby ist zurück, ich bin scharf wie ein Rettich – und habe meine Tage. Danke schön!

Nervt

Und dann gibt es da noch meine Bücher:
https://tinyurl.com/y38cg4ur

Blog oder Tagebuch…

„Es wäre schön, wenn du weiterhin aktuelle, interessante Themen aufgreifen würdest.“

Das hat mir gestern gerade wieder jemand geschrieben. „Wieder“, weil ich das öfter höre. Ich weiß, dass das meist als Lob gemeint ist, worüber ich mich freue.

Dass dieser Blog inzwischen 15.000 Menschen erreicht, ist natürlich eine tolle Sache! Was dabei aber sehr viele Menschen nicht sehen, ist, dass „Liebe, Sex und Lesbischsein“ tatsächlich kein richtiger Blog ist, sondern vielmehr ein lockeres Tagebuch.

Ein Blog und ein Tagebuch – das sind tatsächlich zwei verschiedene Dinge. In einem wirklichen Blog würde ich tatsächlich ständig aktuelle und interessante Themen aufgreifen und die Leser nicht zwischendurch mit ganz persönlichen Dingen langweilen. Aber es ist nun mal kein Blog. Als ich dieses Tagebuch vor mehr als einem Jahr begonnen habe, war der Tagebuchcharakter noch deutlich mehr zu sehen, das stimmt. Inzwischen bringe ich immer mehr Aktuelles ins Spiel und denke mehr und mehr laut über gesellschaftliche Themen nach. Das bedeutet jedoch nicht, dass „Liebe, Sex und Lesbischsein“ zu einem tatsächlichen Blog geworden ist, selbst wenn ich es immer wieder so nenne.

Natürlich schätze ich meine Leser, und natürlich freue ich mich, wenn meine Themen auf Interesse stoßen. Was aber alles nichts daran ändert, dass ich hier einfach schreibe, was mir gerade in den Sinn kommt. Seien es eben Gedanken zu aktuellen Geschehnissen, Gedanken über Gott und die Welt, oder auch nur Gedanken über das, was am Tag passiert ist, oder was mich in der nahen und fernen Zukunft erwartet.

Gedacht ist dieses Tagebuch als eine Plattform, über die ich viele Menschen erreiche, speziell jedoch auch die Fans der Autorin Andrea Downey-Lauenburg. Und die Fans interessieren sich tatsächlich eben auch dafür, was ich im täglichen Leben so treibe.

Daher wird dieses Tagebuch immer genau das bleiben: ein Tagebuch.

Aber genau aus diesem Grund schreibe ich auch, was ich denke: sei es, was ich vom modernen „Feminismus“ halte, wie ich die neuen, idiotischen Sprachtrends im Deutschen sehe, wie ich Menschen nicht ausstehen kann, die Frauen als Geburtsmaschinen sehen, was ich über Monogamie und Eifersucht denke, wie mich unerzogene Kinder nerven, wie Pornografie und Prostitution zu Unrecht pauschal verdammt werden und noch vieles mehr. Zu diesen und anderen Themen wird es auch in Zukunft eine Menge zu lesen geben – doch eben nicht nur darüber.

Wer mehr über Tammy erfahren will, dem empfehle ich das Buch „Liebe, Sex und Ozeane“ in dem die ersten drei Monate dieses Tagebuchs zu finden sind. Wie das meiste von Andrea Downey-Lauenburg gibt es das Taschenbuch und E-Book bei Amazon. Es ist kein Roman und auch keine Geschichte, es sind schlicht die Tagebucheinträge von Januar bis März 2020.

Ich beabsichtige nach wie vor diesen Blog, dieses Tagebuch, dreimonatsweise in Buchform zu veröffentlichen. Wann und ob ich tatsächlich dazu, wird sich zeigen. Alles hängt davon ab, wie ich mit meinen aktuellen Roman- und Kurzgeschichtenprojekten weiterkomme, wie sehr ich in unsere kleine Airline eingebunden bin und natürlich auch, wie es mit meiner Gesundheit weitergeht. Das thematisiere ich ja auch immer wieder. Aber ich bin guter Dinge, dass es diese Fortsetzungen schlussendlich geben wird. Priorität haben jedoch neue Romane und Kurzgeschichten.

Wer also weiterhin meine, teils unkonventionellen, Gedanken lesen möchte, der kommt leider um Alltägliches nicht herum.

Und das Thema Sex … Ich weiß, dass viele diesen Blog auch lesen, weil ihnen Beschreibungen gefallen, weil ihnen meine Ausdrücke gefallen, weil ihnen Unkonventionelles gefällt. Und vor allem auch, weil ihnen Lesbisches gefällt. Letzteres kommt ja bei beiden Geschlechtern an. Meist zumindest. Aber dass ich so schreibe, wie ich schreibe, dass ich so rede, wie ich rede, hat nichts damit zu tun, dass ich irgendjemandem gefallen möchte. Wer das denkt, liegt komplett daneben.
Natürlich wird sich das auch in Zukunft nichts ändern; ich werde weiterhin schreiben, wie ich denke und die Ausdrücke benutzen, die mir nicht nur eigen sind, sondern die mich zumeist auch selbst anmachen. Möse, Fotze, Titten, Möpse – nur um ein paar Beispiele zu nennen. Sorry, wenn das ein paar Leser schockiert, doch ich verweise wieder auf die Tatsache, dass das hier mein Tagebuch ist und kein wirklicher Blog. Es wird ja niemand gezwungen es zu lesen.

Wobei ich dann bei der Quintessenz wäre: Lest, wenn es Euch Spaß macht, oder lasst es einfach bleiben!

Ich freue mich über jeden Leser (idiotisches Neudeutsch: jeden Leser und jede Leserin), aber ich trauere auch niemandem nach, der es bleiben lässt.

Liebe, Sex und Lesbischsein: am liebsten ungestört

Und dann gibt es da noch meine Bücher:
https://tinyurl.com/y38cg4ur

Lesbenfrisur

Mazikeen hat eine neue Frisur! Eine Lesbenfrisur.

Bei uns hier geht das, vor allem weil wir unsere Frisuren von einer Filmfriseurin machen lassen, die sich alle zwei Tage testen lassen muss. Na gut, nicht „unsere“ Frisuren, sondern die meiner Weiber. Ich habe es nicht so mit dieser Haarmacherei. Für mich sind meine Titten wichtiger. Jeder hat so seine Prioritäten.

Aber ernsthaft jetzt mal: Ich kann Lesbenfrisuren nicht leiden.

Lesbenfrisuren? Gibt es so etwas? Für mich schon. Das kann ja nun jeder sehen, wie er will und jeder kann Frisuren bezeichnen, wie er will. Finde ich. Aber vermutlich ist das ja schon wieder diskriminierend oder so.
Das erinnert mich an damals, als Facebook mir nicht erlaubt hat, in einem Inserat „Lesben sind doof“ zu schreiben.

Ich als Lesbe, darf nicht „Lesben sind doof“ schreiben? WIE DOOF SIND DIE DENN?!

Aber ich war beim Thema „Lesbenfrisuren“. Der Punkt ist: Ich nenne die Dinge, wie ich will! Und ehrlich: mir ist es scheißegal, wie politisch korrekt oder inkorrekt viele Aussagen sind. Ich verstehe, dass Manches nicht gesagt werden sollte, weil es Andere animieren mag, Menschen zu diskriminieren. Aber als Lesbe „Lesben sind doof“ oder „Lesbenfrisuren“ nicht schreiben zu dürfen: Das geht zu weit!

Man wird sich ja wohl noch über sich selbst lustig machen dürfen! (Und Mazikeens neue Frisur kann ich wirklich nicht leiden!)

Mit Nuancen hat man es in den sozialen Medien leider nicht, was vor allem daran liegt, dass viele Menschen gar nicht wissen, was Nuancen sind. Oder Selbstironie. Oder dass es so etwas überhaupt gibt. (Die #metoo-Gemeinde hat das sowieso noch nie verstanden. Die Queer-Gemeinde auch nicht.)

Aber vielleicht bin ja ICH es, die die Dinge nicht versteht. Da muss ich nur daran denken, wie übel mich einmal eine Transe angemacht hat, für etwas das ich bis heute nicht verstanden habe. Aber vermutlich ist das Wort „Transe“ jetzt auch wieder nicht richtig … Irgendwann gebe ich es echt auf.

Ich halte jetzt einfach meinen Mund.

Weil ich deine Nutte bin

Wir sehen Miriam in den nächsten Tagen wieder, Zumindest ist es angedacht. Scheinbar hat ihr gefallen, was sie mit mir anstellen durfte.

„Warum muss ich eigentlich dafür bezahlen, was Andere kostenlos bekomme?“, hat Gabby mich gefragt.

„Weil ich deine Nutte bin.“

„Logik???“

„Seit wann bin ich logisch?“

Ich denke, die Antwort hat sie überzeugt, denn sie hat nicht weiter nachgefragt.

Außerdem – und das muss ich ihr ja nicht auf die Nase binden – macht Gabby nur Sachen mit mir, die meinem Body gefallen, während Andere keine Rücksicht auf mich nehmen. Das muss bestraft werden, daher muss Gabby für mich zahlen und Miriam darf weiter kostenlos nur an sich selbst denken. Aber wenn Gabby nochmal so blöd fragt, werde ich ihr die nackte Wahrheit um die Ohren hauen.

Es reicht gerade, wenn Joana und Gabby mich als sexuell gleichberechtigt behandeln, das muss ich nicht auch noch von Anderen haben.

Falls das jemand nicht verstehen kann: Dumm gelaufen.