Wo ich mich herumtreibe

Endlich mal wieder zu Hause. In meinem Orcas-Zuhause. Bei mir weiß man ja nie so genau wovon ich eigentlich rede, stimmt's?

Tatsächlich ist Orcas Island schon seit einigen Jahren mein Zuhause. Alles Andere ist und war ein Zwischenspiel.
Das Haus - die Häuser - hier gehören schon mindestens 10 oder 15 Jahre Mazikeen. Ich habe vergessen wie lange. Aber seit wir das erste Mal zusammen waren, gehört es angeblich auch mir. Forever, wie sie behauptet. Natürlich nicht auf dem Papier. Nur per Ring quasi. Ich muss jedoch zugeben, dass, selbst als ich mich von ihr getrennt hatte, sie es nie in Frage gestellt hat. Außerdem bietet sie mir immer wieder an, es per Notar auf uns beide zu schreiben. Mache ich nicht. Was ich besitzen will, das kaufe ich selbst. (Zumindest meistens.)
Außerdem: Es ist zwar wunderschön hier, doch Orcas liegt - gerade noch so eben - in den USA. Und hier will ich nicht dauerhaft wohnen, jedenfalls nicht, wenn ich es vermeiden kann.

Als die Sache mit Joana noch intimer war - das war etwas Anderes. Aus der Zeit stammt ja noch mein Apartment in LA, das ich vermietet habe. Außerdem habe ich in Palm Springs Miete bezahlt, als wir noch diese Großfamilie waren, die sich dann ja leider in Hetero-Beziehungen aufgelöst hat. Ich habe mich noch eine Weile daran geklammert, weil unsere Airline dort ihre Büros hat. Seit ich einen anderen Vertrag habe, ist das nicht mehr wirklich nötig. Für die paar Monate im Jahr ist es nicht nötig, dort ein Riesenhaus zu besitzen oder zu mieten. Da tut es dann auch das Apartment in LA habe ich entschieden. Meine Mieterin dort zieht ohnehin in einem Monat aus. Praktisch.

Für das restliche Jahr wird mein Domizil aber tatsächlich Norwegen werden. Ich mag Land und Leute und mit Englisch kommt man dort wunderbar zurecht. Außerdem möchte ich in der Nähe von Daddy bleiben. Und so wie sich die Sache momentan entwickelt, scheint meine Firma ja tatsächlich ein oder zwei Flugzeuge hier zu stationieren, um kleinere europäische Drehorte direkt anfliegen zu können.

Mein Dämon ist natürlich dabei. Sie muss ja nicht arbeiten. Außerdem haben es ihr die norwegischen Fjorde angetan und hier gibt es auch genug Bootsfirmen, die einen guten Ingenieur gebrauchen können.

Daddy hat vor einigen Jahren das Nachbargrundstück gekauft und in weiser Voraussicht ein kleines Haus darauf gebaut. Für mich, wie er behauptet. Ich bin mir dessen nicht sicher, doch Mazikeen und ich sind froh, dass es da ist und wir es nutzen können so lange wir wollen.

Das ist also die Lage zur Zeit. Maze und ich bleiben noch ein paar Tage hier auf der Insel - sie will noch ein paar Sachen auf ihrem Boot fertigstellen - dann geht es zurück nach Europa. Wird auch Zeit. Seitdem die Republikaner in diesem Land immer mehr am Rad drehen und der Größenwahnsinn der Menschen immer größer wird, ist es kaum noch zu ertragen.
Auf dem Rückweg werde ich noch kurz bei Joana in Bel Air vorbeischauen und mich bei meiner Mieterin in LA bedanken, die sich wirklich toll um das Apartment gekümmert hat. Was ich dann mit dem Apartment anfangen werde, muss ich mir noch überlegen. Es hängt auch davon ab, wieviel Zeit ich demnächst in den Staaten verbringen muss. Eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Verkaufen kann ich es leider vorerst nicht. (Das ist ein anderes Thema und betrifft Joana und die IRS. *seufz)

Das war also der Rundumschlag für alle, die sich dafür interessieren, wo ich mich herumtreibe. Ich weiß ja, dass es Menschen gibt, die es interessiert. Alle Anderen können ja weglesen.

Zu meiner Arbeitssituation äußere ich mich ein anderes Mal.
Orcas Island

Ein Auszug aus Alisha und Elena, Second Edition. Die 2nd Edition veröffentliche ich im Kurzgeschichten-Sammelband (E-Book und Taschenbuch):


Sie macht es langsam. So behutsam und gleichmäßig, dass ich mir einbilden kann zu wissen, wie weit der Penis ist, wie tief er in mir steckt. Was natürlich Unsinn ist. Ich spüre nur den kurzen Schmerz am Ende, den Punkt, an dem es nicht mehr weitergeht. Alles Andere ist Erlösung. Und Erregung. Und dabei ist mir klar, dass es noch nicht ernsthaft begonnen hat. Sie macht es nur, um meinen Arsch an den Durchmesser zu gewöhnen und vermutlich mein Rektum ein wenig auszuweiten, damit ich den tatsächlichen Fick besser ertragen kann. Oder damit ich ihn problemloser genießen kann? Wer weiß …

1st Edition

Wie sich die Zeiten ändern

… und mit ihnen augenscheinlich die Umstände.


Wir verkaufen das große Haus in Palm Springs. Das Experiment mit den viereinhalb Weibern unter einem Dach hat nicht besonders gut funktioniert, bzw. nicht sehr lange.
Joana wohnt wieder in Bel Air, Gabby hat geheiratet (Einen Typ!!!) und lebt mit Eva wieder in New York, während Mazikeen mir explizit erklärt hat, zurück in ihr Haus auf Orcas Island zu ziehen. (Schon verständlich: Als Wasserratte kann man sich in der Wüste nicht wohlfühlen.)
Als ich vorgestern die Q400 in unserer Firma abgeholt habe, war ich das erste Mal seit Wochen wieder in dem verlassenen Haus. So etwas ist deprimierend. Nicht, wie sich alles entwickelt hat – das war vorauszusehen und die ganze Sache stellte ohnehin eher ein großes Experiment dar – nein, die verstaubten Räume und unsere Geister, die darin herumschweben produzieren Gänsehaut.


Ich habe den Airliner leer nach Burbank geflogen, bin in ein Taxi und habe meiner Mieterin in LA einen Freundschaftsbesuch abgestattet. Sie hat sich sehr gefreut, was ich erstaunlich finde, wenn eine Vermieterin einen Besuch abstattet. Sie hat mir die Wohnung gezeigt, die wirklich toll aussieht. Über sie kann ich mich ganz und gar nicht beklagen. Nach zwei Milchkaffee in der kleinen Bar des Komplexes, bin ich schließlich weiter Richtung Bel Air.


Joana hat mich fast aufgefressen vor Freude. Wir konnten überhaupt nicht aufhören, uns zu betatschen (vor allem ich sie). Vor allem konnten wir überhaupt nicht aufhören, zu quatschen, was ebenfalls überraschend war, berücksichtigt man, dass wir fast jeden Tag zoomen.
Die Nacht war phantastisch! Wir hatten so viel Sex wie seit langem nicht mehr, und das, obwohl wir dieser Sache eigentlich abgeschworen hatten, nachdem sie mir verkündet hatte, dass sie wieder einen (einigermaßen) regelmäßigen Stecher besaß. (Ja: besaß. Bei Joana geht alles um besitzen. Da zeigt sich nicht nur die Diva, sondern auch die verlassene Frau.) Wir versuchten vor geraumer Zeit, die Benefiz zu streichen und lediglich beste Freundinnen zu bleiben. Hat ja toll funktioniert. Aber wer weiß, wie oft wir uns in Zukunft sehen werden, vor dem Hintergrund, dass Mazikeen mir vor einigen Tagen jetzt „ganz offiziell“ mitgeteilt hatte, dass sie zurück in ihr Haus nach Orcas Island gehen würde, „ob du mir nun endlich fucking sagst, dass du definitiv mitkommst oder nicht“? Was bleibt einer armen Sterblichen schon anderes übrig, als zu nicken, wenn ihr Dämon explizit wird? Dann haben meine Tiere auch wieder ein brauchbares Zuhause und ich muss keine Angst mehr haben, dass Nala von Schlangen gebissen oder Skorpionen gestochen wird. Und dem Kater hängen hoffentlich keine Beine von handtellergroßen Spinnen mehr aus dem Hals.
(Ich darf nur nicht vergessen, meine gesamten Sozial-Media-Profile zu ändern, bevor ich wieder von irgendeiner dieser Arschlochfirmen rausgeworfen werde.)


Das Haus in Palm Springs zu behalten, macht keinen Sinn mehr. Es kostet ein Vermögen und ich kann Hitze kombiniert mit Sand sowieso nicht leiden. Also werde ich mir dort ein kleines Apartment suchen, damit ich für meine Arbeit nicht jedes Mal in ein Hotel ziehen muss. Das kann ich noch viel weniger leiden.
Apropos Arbeit: Ich bin ab 01.12. offiziell wieder 737-Pilotin. Chefpilotin unserer kleinen Airline bin ich ja von Anfang an gewesen, doch nun, da wir stolze Besitzer/Mieter von zwei 737-BCF-Frachtern (einer ab 3. Dezember, einer ab März kommenden Jahres) sowie einer 738 – seit vorgestern – sind, darf ich mich LCC (line check captain) für die 737 NG nennen. Coole Sache. Vor allem gibt es mehr Geld. Jedenfalls bis zum nächsten Virus. Dann darf ich betteln gehen – oder anschaffen, solange meine Optik das noch zulässt. (Bei der Gelegenheit: Hatte ich eigentlich erwähnt, wie geil es ist, seiner Chefin auf dem Notebook beim Masturbieren auf dem Klo zuzuschauen, während man es sich selbst macht? Nein? Ist ein anderes Thema.)
Bessere Bezahlung im Job ist für mich inzwischen wieder wichtig geworden, weil die finanziellen Abkommen mit Gabby und Joana leider nicht mehr existieren und Mazikeen zwar nicht arm ist, doch trotzdem nicht in der Lage wäre, mir jedes Mal wenn sie Sex will, solche Summen auf den Nachttisch zu legen. Alles Schöne im Leben ist vergänglich … *seufz


Mein erster Flug mit einer unserer Dash 8 hatte übrigens gleich abenteuerlich begonnen. Auf dem Leerflug von Palm Springs gab es beim Landeanflug auf Burbank ein gelbes „Master Warning“, das auf einen Fehler in der Pressurization hinwies. Was seltsam ist, weil die Pressurization während dieser Flugphase ja (fast) nicht arbeitet. Am Boden konnten wir nichts finden – also zurück in unsere Werkstatt nach Palm Springs zur Fehlersuche. Es stellte sich heraus, dass der Computer im Bleed-Air-Sytem einen nicht existierenden Fehler anzeigte. Am Ende konnten wir die hochkarätigen Fluggäste dann doch noch von Hollywood nach Denver transportieren. Alle Aufregung umsonst. Andererseits mache ich mir wegen so etwas auch nicht gleich ins Höschen. Dafür kenne ich den Job schon zu lange (und habe schon viel zu viel erlebt).


So, jetzt wird es aber Zeit an einer anderen Sache zu schreiben: An meinem neuen Buch, welches so gerne komplett fertig werden möchte.

Viel Neues im Dezember

Sprache verändert sich und das ist gut so. Sie wächst und gedeiht mit den Bürgern, ihren Ideen und Wertvorstellungen. Mein neues Buch Neun Freundinnen und eine 12 ist mitgewachsen. Darauf bin ich durchaus ein wenig stolz, da die Veränderung der Sprachbasis eine Menge Arbeit mit sich gebracht hat, und ich den Mehraufwand – trotz vieler widriger Umstände – in erstaunlich kurzer Zeit bewältigen konnte.

Es begann damit, dass ich beobachtet habe, wie sich meine eigene Sprache verändert hat. Vielen gefällt meine unbeschwerte Frei-Schnauze-Schreibe, doch mit allem, was um mich herum passiert, wollen offensichtlich meine Texte auf einen anderen Level, um den Anforderungen der heutigen Zeit besser gerecht werden zu können. Die Veränderungen endeten für den Moment damit, dass ich in das Buch Themen integriert habe, die ich noch vor ein paar Jahren nicht anzusprechen gewagt hätte. Selbst in J.-Forever nicht.
Autoren tragen durchaus Verantwortung. Wenn diese schon nicht der Gesellschaft gegenüber besteht, so sollten sie doch zumindest für die Sprache, in der sie sich ausdrücken, ein wenig Respekt zeigen. Der eine oder andere mag diese Aussage nicht nachvollziehen können, aber ich werde Angriffe auf unsere Art zu reden und zu schreiben, nicht unkommentiert lassen. Ich habe mich außerdem dafür entschieden, meinen winzigen Teil beizutragen, das Deutsche, wie es war und (zur Zeit noch) ist, zu überliefern.

Vor dem Hintergrund feministisch-sexistischer Attacken auf die Sprache, die ich so liebe, kann ich eben nicht mehr reinen Gewissens meine Gedanken, wie mir „das Maul gewachsen“ ist (um es mit verschiedenen Klassikern zu sagen), aufs Papier bringen. Rede- und Schreibweisen verändern sich mit den Zeiten. Doch es ist eine Sache, landläufig gebrauchte Wendungen zu integrieren, eine andere aber, zu versuchen, politische Absichten durch Sprachverfälschung durchsetzen zu wollen.

Das sogenannte „Gendern“, das Bestreben das generische Maskulinum durch absurde Satz- und Wortkreationen aus dem Deutschen zu verbannen, ist weniger lächerlich als gefährlich. Wenn gesellschaftliche Kräfte beginnen, Sprache als Waffe zu benutzen, um eigene Ziele zu erzwingen, sollten wir uns vorsehen. Das passierte schon mehrfach und hat nie friedlich geendet. Wohin die Sprachlenkung in den 1930ern führte, wissen wir alle. (Ich empfehle zu diesem Thema den Artikel „Sprache und Sprachlenkung im Nationalsozialismus“ auf der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung https://www.bpb.de/politik/grundfragen/sprache-und-politik/42752/sprache-zur-ns-zeit ).
Es ist völlig bedeutungslos, ob Sprachterroristen rote, grüne oder braune Hemden tragen – der Angriff auf unsere Sprache bleibt der gleiche. Egal welche Ansprüche Bewegungen haben; das Mittel der Wahl für potentielle Weltveränderer ist die Veränderung der eigenen Sprache. Gezielte Wortmanipulation als Waffe? Sollte uns das nicht erschrecken?
In den 1930ern betrieb die Farbe Braun radikale und unerwünschte Volkserziehung durch Sprachmanipulation, die Farbe Grün macht es heute. Und das, obwohl unseren feministisch-sexistischen Weltverbesserern die sozialen Medien zur Verfügung stehen, wo sie seriöse Überzeugungsarbeit leisten könnten. Dass sie mit der Manipulation des Deutschen bereits Teilerfolge erzielt haben, liegt unter anderem an der unreflektierten Berichterstattung von Journalisten, die überwiegend die gleichen grünen Hemden tragen – und die sich für autorisierte Politiklehrer halten. (Autorisiert durch wen, frage ich mich an dieser Stelle: durch eigene moralische Überlegenheit? Ich glaube kaum!)
Ich suche schon seit Längerem in den großen deutschen Medien nach Artikeln, die den einst noblen Kriterien von Neutralität, Recherche und Fehlerfreiheit entsprechen. Bei ARD und ZDF z.B. ist das nicht nur ein mühseliges Unterfangen, es ist ein meist vergebliches. Reporter scheinen das „Report“ in ihrer Berufsbezeichnung vergessen zu haben, das unter anderem bedeutet, dass man bei politischen Themata nicht nur die eine Seite, sondern – womöglich im selben Artikel – die gegensätzliche Meinung ebenfalls hört und sie möglichst unkommentiert zitiert. Das hieß früher „faire und gerechte Berichterstattung“. Mit „vergessen“ hat das leider kaum etwas zu tun; es ist Volkserziehung, nicht mehr, nicht weniger. Und dass dabei die – von Journalisten angeblich so geliebte – Sprache auf der Strecke bleibt, ist ein in Kauf zu nehmender Nebeneffekt.
Ich bin sicher, dass es auch noch untadelige Medienmacher gibt – doch die sind, wie ich leider immer wieder feststelle, nur mit dem Vergrößerungsglas zu finden.

An dieser Stelle möchte ich betonen, dass die systematische Unterdrückung anderer Meinungen durch die heutigen Medien nichts mit staatlicher Kontrolle oder Vorgaben aus der Politik zu tun hat, wie fehlgeleitete „Querdenker“ und unbelehrbare Rechtsradikale kontinuierlich behaupten. Es ist ausschließlich auf fehlende journalistische Integrität, über die Jahre degeneriertem Berufsethos und mangelnder Ausbildung von jüngeren Reportern und Redakteuren zurückzuführen.

Meinen Schreibstil wieder der deutschen Sprachbasis anzupassen, ist keine leichte Unternehmung, zumal ich gleichzeitig versuchen muss, dass meine eigene Identität nicht auf der Strecke bleibt. Ich behaupte, dass mir das im neuen Buch – Neun Freundinnen und eine 12 – gelungen ist (oder gelingen wird). Es ist nach wie vor Andrea, doch es wurde von einer Andrea geschrieben, die durch die Umstände gezwungen wurde, erwachsener zu werden. (Wobei das Urteil von meinen Fans getroffen werden wird.)
„Erwachsener“ heißt in diesem Zusammenhang nicht „langweiliger“. Ich behaupte, das Gegenteil ist der Fall. Das Buch ist kurzweiliger als manche davor veröffentlichte, es ist leichter lesbar, doch gleichzeitig in seiner Sprache anspruchsvoller. Der „neue“ Andrea-Stil: Überflüssige Wörter entfallen, dafür wird die Ausdrucksvielfalt größer und Wiederholungen reduzieren sich auf das nötige Minimum. Ebenfalls wichtig: Durch einen anderen Editierstil sollen vor dem Druck mehr Fehler entdeckt werden. Ob Letzteres funktioniert, bleibt abzuwarten (und zu hoffen).
Die Dialoge hingegen bleiben „frei Schnauze“. Auch das bewusste Weglassen seitenweiser Veranschaulichungen von Protagonisten und Orten erhalte ich. Leser haben bei Andrea-Büchern zusätzlichen Spielraum für ihre eigene Phantasie. (Was ich vor allem bei Sex und Pornographie für wichtig halte.)

Meine Grundthemen bleiben die gleichen: Liebe und Sex – und zwar in knallharten Details und Beschreibungen. Diese kompromisslose Andrea-Sprache sehe ich seit meinem ersten Veröffentlichung Anna von England auch als Protest gegen die immer stärker werdenden Einflüsse der „Müttermafia“, wie ich passionierte Moralerzieher gerne nenne. Diese Themen und diese Schreibweise gibt es weiterhin, meine Fans können beruhigt sein. Umrahmt von Liebe, Erotik und Pornographie, tauchen aber zusätzliche Themata auf, von denen ich hoffe, dass die Leser sich dafür interessieren.

Eines kann ich jetzt schon sagen: Mainstream-Gedankengut ist in dem neuen Buch nicht zu finden.

(Erscheinungsdatum, aufgrund Meinungsverschiedenheiten mit den Editoren, leider auf 2022 verschoben. Sorry.)

Tanzen mit dem Popstar

Alles was ich jetzt und für die nächsten Wochen mache, ist lernen und schreiben. Das war’s. Okay, zwischendurch noch ein wenig Sex, doch das war es dann wirklich. Ich besuche Auffrischungs- und Trainingskurse in Vorbereitung auf eine Neuzertifizierung für die 737 in den USA und Europa und arbeite intensiv daran, mein neues Buch bis Anfang Dezember druckfertig zu bekommen (ich liege gut in der Zeit). Irgendwelche Bankgespräche und Verhandlungen habe ich mir bis dahin verbeten.
Hier in Kissimmee, Florida, haben wir Tagestemperaturen von über 30 Grad, nachts sinkt das Thermometer gerade mal auf 20. Aber warm ist auch anders (sagt die Wüstenbewohnerin).
Meine Chefin spricht nach wie vor nicht mit mir, aber ich habe ja das Video … (von dem meine Schwester nichts weiß, es sei denn, sie spioniert wieder in meinem Blog, wozu sie eigentlich „keine Zeit und keine Lust“ mehr hat).
Ich freue mich SEHR auf mein neues Buch, es ist so ganz anders als „J.-Forever“, doch es gefällt mir. Der Stil hat etwas für sich, die Wortvielfalt hat sich gegenüber früheren Büchern deutlich erhöht, und das Thema geht in die richtige Richtung. Ob die neue „Andrea-Schreibe“ auch meinen Lesern zusagt, wird sich natürlich frühestens im nächsten Januar zeigen, wenn die Zahlen aus dem Weihnachtsverkauf vorliegen. Ich bin gespannt.
Natürlich werde ich, wie ich das bei jedem Buch mache, in den kommenden Tagen beginnen, kleine Auszüge zu veröffentlichen und ein wenig mehr über und von dem Buch berichten – so die Flugschule und das Training mir genügend Zeit lassen.
Der Titel (leider musste ich den bisherigen zum Untertitel degradieren) lautet:
Neun Freundinnen und eine 12
Eine kleine Geschichte über Brüste

Kurz umreißen möchte ich noch schnell, was diese Dezemberveröffentlichung für meine weiteren Buchprojekte bedeutet. An der deutschen Übersetzung von „She Doesn’t Do Girlfriend“ arbeite ich nach wie vor, sie ist weder vergessen noch abgehakt. Allerdings kocht die Sache derzeit erneut auf kleiner Flamme. Ich habe nach wie vor eine Menge Probleme damit, und schiebe daher das Projekt immer wieder in der Hoffnung zur Seite, doch noch eine durchschlagende Idee zu bekommen, wie daraus ein gutes, deutsches Buch werden könnte.
Als Nächstes geplant habe ich weitgreifende Überarbeitungen meiner Kurzgeschichten (neue, erweiterte Editionen) inklusive meines Lieblingsbuches „Bella und die Frau im Himmel“, dessen Verkäufe eher durchwachsen sind – was ich nicht verstehen kann.
Außerdem möchte ich mindestens eine meiner begonnenen kleinen Geschichten fertigstellen, um anschließend ein Taschenbuch mit allen Neueditionen der Kurzgeschichten herauszubringen. Auch hier wieder inklusive „Bella“. So weit die von mir angedachten Neuveröffentlichungen.
Inwieweit allerdings ein weiteres neues Buch dazwischen kommt, bleibt abzuwarten. Meine langjährigen Leser wissen, wie sprunghaft ich bin.

Was bei mir im Privaten läuft – auch darüber werde ich in den kommenden Tagen – vermutlich eher bruchstückhaft – berichten. Habt Geduld mit mir, liebe Freunde, Schule ist Stress! Vor allem, wenn man gezwungen ist, jedes Fach mit einem „A“ (einer 1) abzuschließen, um sein Ziel zu erreichen.

Neun Freundinnen und eine 12
Mein neues Buch: Neun Freundinnen und eine 12

Mechanikerinnen machen’s besser

Ich muss es wohl eingestehen, der Versuch eine Seite über meine aktuelle Reise zu schreiben, ist kläglich an der Realität gescheitert: Es fehlt die Zeit. Also muss ich wohl „Über den Wolken“ offline schalten. Was bleibt mir übrig?

Ich werde also einzelne Erlebnisse in meinem Tagebuch – also genau hier – beschreiben, statt umfangreiche Informationen und Orte auf der Reiseseite zur Verfügung zu stellen. Was soll’s, es ist nicht das erste Mal, dass ich Projekte mangels Zeit aufgeben musste. Solange ich dafür weiterhin Bücher und Geschichten schreiben kann, soll es mir recht sein. Mir, genau, nicht meinen Lesern. Denn das hier ist MEIN Tagebuch, und ich schreibe, was ich will.
Wer’s lesen möchte: have fun. Wer nicht, weiß wo das X ist.

Apropos „fun“: Heute hatte ich den ersten Quickie mit einer Fremden nach vermutlich Jahren! Und zwar auf dem Flughafen von Yakutat/Alaska in einem halb verrosteten Hangar, in dem sie für gewöhnlich an Flugzeugmotoren schraubt. Sie war zwar nicht jünger als ich, wie ich es mir eigentlich vorgenommen hatte, doch auch nicht wesentlich älter. Viel wichtiger: Sie hatte ein verdammt hübsches Gesicht, LANGE Haare, annehmbar große Titten und einen angenehm breiten Arsch. (Allerdings noch nicht so ausladend, dass man ein Schild „Vorsicht Überbreite!“ gebraucht hätte.) Fast noch wichtiger: Sie hat nicht gefragt, ob ich wollte, sie hat mich einfach am Arm gepackt und hinter eine DHC-6 gezerrt. Ihr Finger war in meiner Uniformhose, bevor ich „Mach’s mir!“ stöhnen konnte und den ersten Orgasmus hat sie mir nach gefühlt fünf Sekunden verschafft. Ich hatte es aber auch wirklich nötig.

Nur nicht vorher fragen!

Die Frau hatte aber auch wirklich alles, was ich für solche Sachen brauche: frauliches Aussehen (männliche Gesichtszüge sind nicht mein Fall), lange Haare (kurz geht gar nicht), Lippenstift, Schmuck, Titten (Nippelhubbel tun‘s für mich nicht) und ein Arsch, den ich finden kann, ohne zuerst nachzuschauen zu müssen, ob sie einen hat. Und das Wichtigste natürlich: Sie muss noch unverschämter sein als ich, sonst wird mir langweilig. Frau kann mich gerne am Arm, am Hals oder den Haaren hinterher zerren, sie kann mich ungefragt küssen oder am Arsch packen – sollte mir das nicht passen, teile ich das freundlich mit. Aber eine, die mich erst fragen muss, produziert Wüstenklima zwischen meinen Beinen und Einöde in meinem Kopf. Dass ich selbst eine Tussi anmache, das passiert selten. HÖCHST selten bis gar nicht.
Na gut, unter „anmachen“ verstehe ich in diesem Zusammenhang, die Initiative zu ergreifen. Eine Frau scharf auf mich zu machen – das ist ein anderes Thema. Was allerdings in diesem konkreten Fall nicht nötig war, das hat meine Uniform erledigt. Sie wäre eine „Uniformschlampe“, hat sie mir hinterher lachend gestanden, was auch erklärte, warum ich meine Hose anlassen musste, als sie ihre Finger in mir drin hatte. Das sind mir sowieso die liebsten: Frauen, die wissen, was sie wollen, die sich nehmen, was sie brauchen und mir keine Märchen erzählen. Das Weib fickt Uniformen, keine Frauen – kurz gesagt. Soll mir Recht sein: Es war megascharf! Und höhepunkttechnisch äußerst zufriedenstellend.

Ihr seht: Ich habe keine Zeit für Reiseberichte.

Fass mich nicht an!

Nach ein paar Ruhetagen in Kelowna wartete eine dicke Überraschung, in Gestalt eines ziemlich aufregenden Fliegers, auf mich. Eine 66 Jahre alte DHC-3 Turbine Otter! Gemietet zwar nur, und nur für insgesamt drei Flüge – es wurden fünf daraus – aber die Überraschung meiner Schwester war perfekt! Sie erschien nämlich unangekündigt und saß plötzlich an der Bar neben mir. Typisch Anik. Die gemietete Turbine Otter war ihr kleines Mitbringsel. Ich bin vor Freude fast vom Barhocker gefallen!
Den nächsten Tag haben Anik und ich ganz alleine beim Shopping verbracht. In identischer Kleidung – die gab es gleich im ersten Laden – wie in alten Zeiten und in allerbester Stimmung. Die Firma und unsere Streits darüber, haben wir für den Moment einfach hinter uns gelassen!

Zwillingsspaß

Weiter ging es dann einen Tag darauf. Während meine Schwester die Diamond übernahm und direkt zum geplanten Rückgabeflughafen startete, kletterten Joana, Mazikeen, ein Passagier und ich in diesen herrlichen Oldtimer. Der Besitzer der Maschine war auch dabei und nahm auf dem Copiloten-Sitz Platz. Zwar habe ich ein Type Rating, eine Flugzeugmusterberechtigung, die auch die Turbinenversion der DHC-3 umfasst – ich habe keine Ahnung warum und woher – doch ich habe so eine Maschine noch nie geflogen. Glaube ich zumindest – ich scheine alt zu werden. Oder dement. Schöner Mist.

Für alle, die es wissen möchten: Eine De Havilland Canada DHC-3 ist ein altes einmotoriges Flugzeug, in diesem Fall für 7 Passagiere plus kommerzielle Fracht eingerichtet. Die Original-Sternmotoren-Flieger wurden von 1951 bis 1967 gebaut, später gab es Umbauten von diversen Drittherstellern, die statt des alten Sternmotors, moderne, leistungsstarke Pratt & Whitney PT6A-Turbinen verbauten, womit das Flugzeug nun deutlich mehr Ladung transportieren kann. So wie diese hier.

66 Jahre und kein bisschen leise

Wie auch immer. Ich war dankbar, dass der Besitzer ein Fluglehrer war, denn so konnte ich wirklich lernen, die Maschine von Grund auf zu beherrschen, was mir in Alaska helfen wird, eine Flugmusterberechtigung für die Wasserflugzeugvariante zu erwerben. Wasserflugzeug? Genau! So etwas habe ich nämlich noch nie geflogen. Es hat mich immer interessiert, doch irgendwie hat es nie gepasst. Jetzt habe ich mir fest vorgenommen, es zu probieren! Von meinem Fluglehrer habe ich bereits wertvolle Tipps bekommen und auch Adressen von Flugschulen, die er dafür wärmstens empfiehlt. Und da der Typ – abzüglich seiner sexistischen Bemerkungen – nicht nur wirklich sympathisch ist, sondern auch sein Handwerk versteht, werde ich seinen Empfehlungen wohl folgen. Er jedenfalls schwärmte von der Wasserfliegerei. Vor allem in British Columbia und „ach, eigentlich überall in Kanada“. Unnötig zu erwähnen, dass er selbst ein Wasserflugzeug besitzt (eine DHC-2 Beaver).

Ab ins Wasser!


Es ist übrigens so ein richtiger, braungebrannter Frauenheld, fährt Ski mit und ohne Wasser, besitzt ein mächtiges Snowmobil, ein kleines Segelboot, zwei Huskys, verbringt seine Urlaube auf Berggipfeln und legt gerne Pilotinnen in Shorts die Hand auf das Bein. Vorzugsweise im Landeanflug, wenn sie sich nicht wehren können. Aber wozu hat man eine Dämonin? Mazikeen hatte sich, offenbar in weiser Voraussicht, direkt hinter ihn gesetzt. Sie entledigte sich in Rekordzeit ihres Gurtes und würgte ihn so lange, bis die Sonnenbräune zur Gänze sein Gesicht verlassen hatte.
„Du kannst jetzt aufhören“, habe ich ihr dann empfohlen, während ich die letzten Landeklappen nach unten pumpte: „Der kommt erst nach der Landung wieder zu Bewusstsein.“
So war es dann auch. Ich muss aber zugeben, dass er die Sache mit Humor nahm, was ihn eigentlich noch sympathischer machte. „Hast du immer einen persönlichen Schutzengel dabei?“, lachte er später an der Hotelbar.
Beim Wörtchen „Engel“ begann mein Dämon zu knurren und Anik antwortete an meiner Stelle: „Sei froh, dass Maze da war. Tammy hätte dir nämlich nach der Landung mindestens fünf Finger gebrochen. Und zwar jeden einzeln.“
Das stimmt. Wer mich begrabscht, während ich mich nicht wehren kann, kann seine Hand für die nächsten Wochen abschreiben. In diesem Fall hätte ich ihm wohl danach auch noch den Arm gebrochen. Nur zur Sicherheit.
„Hat sich aber gelohnt. Dein Bein fühlt sich gut an. Da fragt man sich, wie das mit deinem hübschen Hintern ist.“
Immerhin hat er „hübsch“ gesagt. „Ich stehe auf scharfe Pilotinnen, sorry“, fügt er grinsend hinzu.
„Ich auch“, grinste ich zurück.
Da hat er es dann endlich kapiert: „Du bist eine Lesbe?“
„Blitzmerker.“
„Oh, sorry.“
„Warum? Habe ich jetzt keinen hübschen Arsch mehr?“
„Aber sowas von…“, lachte er. „Noch einen Tequila?“
„Solange du noch bei Bewusstsein bist…“

Es gibt einen Unterschied
zwischen Anmache und (sexueller) Gewalt

Das ist so die Sache: Ich habe kein Problem mit Anmache. Jedenfalls nicht mit verbaler. Und wenn mich einer antatscht – jedenfalls solange ich mich wehren kann – bekommt er eine Ohrfeige und das war’s. Ich habe kein Problem damit, denn „Boys will be boys“, no matter what, ob es den Terror-Feministen nun passt oder nicht. Auf der einen Seite wollen Frauen angemacht werden – von soft bis aggressiv, je nach persönlichem Geschmack – und auf der anderen Seite sollen Männer immer vorher wissen, wie es die Dame gerne hätte. „Darf ich dir mal einen Klaps auf den Arsch geben oder empfindest du das als unangebracht und sexistisch?“ DAS IST JA WOHL LÄCHERLICH! Eine Menge Weiber wollen mutiges Angraben und wollen garantiert nicht vorher vorsichtig gefragt werden, ob es denn angebracht sei. Irgendwo müssen wir einfach mal die Kirche im Dorf lassen. Der Mann soll auf Signale warten? Da zerreißt es mich noch mehr. Für viele Typen sind ihre Frauen noch nach zwanzig Ehejahren ein Buch mit sieben Siegeln. Und da sollen sie am ersten Abend weibliche Signale deuten können? (Zumal zarte Hinweise, je nach aktuellem Hormonspiegel, einmal dies und einmal jenes bedeuten können.)

Wen wollen die Frauen heute eigentlich erziehen? Die Studenten, die Professoren, die Handwerker oder die Jungs vor der Trinkhalle? Und was ist mit den Frauen, die einfach keine Softies wollen?

Wie wäre es, wenn wir Frauen erst einmal lernen, RECHTZEITIG klar und deutlich „NEIN“ zu sagen?

Von mir jedenfalls, bekommen die Typen eine Ohrfeige als Antwort. Wer mir an die Titten oder unter den Rock geht, dem trete ich in die Eier oder breche ihm die Nase, und wenn mich einer beim Landeanflug begrabscht, breche ich ihm hinterher ein paar Finger. Solange Männer es beim Verbalen belassen, und damit aufhören, wenn ich es sage, dann dürfen sie mir und meiner Frau gerne noch einen Drink bestellen. Solange Frauen die Männer als Männer wollen, müssen sie auch kapieren, dass Männer nun mal Männer sind, genau wie Frauen nun mal Frauen sind. Lesbisch oder nicht.

25 mal „Nein“?

Ja, so sehe ich das. Und das vor meinem Hintergrund! Trotz meiner Geschichte. Trotz meiner Erfahrungen mit Typen. Ich habe dadurch nicht den Verstand verloren (noch nicht). Ich kann immer noch zwischen Anmache, harmlosen Männertrieben und Vergewaltigung unterscheiden. Solange Frauen sich nicht Dinge gefallen lassen, die sie nicht akzeptieren, ist alles in Ordnung. Die Grenze allerdings, bevor sie Männer vor Gericht zerren, die muss jede für sich selbst festlegen.
Ich jedenfalls kann mich alleine wehren. Wenn ich will.

Schluss mit der Gleichmacherei!

Eigentlich wollte ich heute von meinen jüngsten Flügen erzählen, doch leider geht mir jetzt die Zeit aus. Bücherschreiben, fliegen und ab und zu schlafen, gehört eben auch zu meinem Leben. Nicht nur die Eintragungen in diesen Blog. (Von Sex ganz zu schweigen.)

Der Bericht über die vergangenen Tage, muss eben bis morgen Abend warten.

Durchaus lesbisch

Für Andrea-Fans: Ein kleiner Einblick in die deutsche Übersetzung meiner Novelle „She Doesn’t Do Girlfriend“


„Erzähl mir nicht, du hättest so etwas noch nicht gesehen!“
Clara verschluckte sich fast an ihrem Kaffee, als Hannah „dieses Ding“ genau vor sie legte. Zwischen sie. Auf den Tisch. Mitten im Café. Einen Strap-on!
Clara starrte. Es war kein Strap-on im herkömmlichen Sinn, es war ein gigantischer Penis, der auf magische Art und Weise mit einem Höschen verbunden war!
„Tu das weg!“, zischte sie.
„Du magst ihn nicht?“, lächelte Hannah: Sie wirkte verwundert. Meinte Clara das ernst?
„Schaff ihn weg! Schaff das Ding da weg!“
„Warum?“
„Weil es peinlich ist! Und außerdem sind wir Lesben!“
„Zusammenhang bitte?“
„Wir sind Lesben!“, betonte Clara erneut.
„Das sagtest du schon. Was es immer noch nicht verständlicher macht…“
„Lesben… Penis…“
„Willst du mir damit sagen, dass Lesben keine Strap-ons benutzen?“ Hannah grinste von einem Ohr zum anderen.
„Das blöde Ding ist immer noch da! Und ja – genau das will ich damit sagen!“
„Stimmt, es ist noch da!“ Hannah tat so, als wäre sie über diesen Fakt selbst verwundert.
„Und warum ist es noch da?“, wollte Clara jetzt leicht genervt wissen.
„Weil es cool aussieht, weil ich drauf stehe, weil ich es liebe, damit zu ficken. Ärsche hauptsächlich.“ Hannah hielt das Penishöschen vor die Freundin und begann den Dildo mit einer Hand zu wichsen. „Und sowieso ist es das Lesbischste überhaupt!“
„HANNAH! HÖR AUF SO ZU REDEN!“
„Der fühlt sich richtig weich an. Willst du nicht auch mal anfassen?“
„Es reicht! Ich verschwinde!“
Hannah schüttelte den Kopf: „Bleib, Spaßverderber!“ Sie nahm das Höschen und stopfte es in ihre Designerhandtasche. Für den Plastikpenis brauchte sie etwas länger, weil er sich querstellte. „Sowas Prüdes!“, grummelte sie dabei.


Die englische Version gibt es hier:

Die englische Version der Novelle von Andrea Downey-Lauenburg

Einbahnstraße Feminismus

Und wieder erwischt mich ein „feministischer“ Ausdruck kalt: FLINTA

„Der Begriff FLINTA steht für Frauen, Lesben, inter, nichtbinäre, trans und agender Menschen. Dadurch werden alle betroffenen Menschen eingeschlossen.“ Soweit das „Feministische Forum Oldenburg“.

Krass! Ich habe keine Ahnung, was das bedeuten soll! Woraus man nun ableiten könnte, dass ich besser nicht über das Thema „Feminismus“ schreiben sollte. Oder gerade deswegen?

Nehmen wir uns doch einmal die Begriffe einzeln vor: F steht für Frauen. Soweit so unklar. Warum unklar? Ist der Begriff „Frauen“ etwa nicht eindeutig definiert? Oder was genau bedeutet er hier? Als Frau geboren? Zur Frau gemacht? Oder alle, die sich als Frau fühlen? Schließt das auch die biologisch als Junge geborenen Kinder ein, die sich als Mädchen fühlen? Denn das „M“ vermisse ich irgendwie.

Aber weiter: Der Begriff „Lesbe“ ist ja nun recht einfach. Oder doch nicht? Schließt er jetzt all die Frauen ein, die sich, auf welche Weise auch immer, zu anderen Frauen hingezogen fühlen? Und – siehe oben. Also doch nicht so ganz einfach.

Jetzt komme ich zum „i“. Da wird’s schwierig, denn ich habe keine Ahnung, was „inter“ bedeuten könnte. Ich könnte es jetzt googeln, doch das ist irgendwie genau der Punkt: Sollte ich es nicht einfach wissen – als gestandene Feministin? Was ist „inter“? Interracial? Oder Frauen zwischen Stühlen? Keine Ahnung.

„Nichtbinäre“. Fuck! Schon wieder so ein Ausdruck. Was ist das? Neudeutsch für „bisexuell“? Binär… Mmh… Gibt es auch hexadezimale weibliche Wesen? Gehören sie zur Gruppe „Frauen“ oder… What the fuck ist „nichtbinär“?

„Trans“. Vermutlich Transsexuelle. Menschen, die ihr Geschlecht wechseln (lassen), nehme ich an. In welche Richtung wechseln? Und müssen Pipimann oder Fotze schon umgearbeitet sein?

Bei „agender“ erwischt es mich dann eiskalt: Ich habe nicht die Spur einer Ahnung und selbst meine Vermutung lässt mich am Kopf kratzen: Menschen OHNE Geschlecht? Biologisch-körperlich oder geistig-seelisch oder …

Ich habe keine Ahnung und nenne mich Feministin? Schande über mich! Und was überhaupt hat das alles mit Frauen zu tun (abgesehen von den ersten beiden Begriffen)? Oder gar mit Feminismus? Vermutlich hat mein IQ an dieser Stelle eine tiefe Delle. (So wie bei der Frage, wo der Begriff nun alle Männer einschließt, denn angeblich sind das doch auch „Menschen“? Nein? Oder sind die nicht „betroffen“? Ich bin verwirrt.)

Für mich hat Feminismus in erster Linie damit zu tun, dass ich jedem Typ aufs Maul hauen kann, der mir unerlaubt an die Titten grabscht oder auf den Arsch haut. Andererseits hat das weniger mit Feminismus zu tun, als mit Kampfsport.

Gender pay gap – ja, dass es so etwas gibt, da kann ich durchaus zustimmen. Da sollte man ansetzen. Aber nicht weil Frauen mehr Teilzeitarbeit machen. Dazu komme ich noch.

Aber ob nun ich oder der Typ die Hausarbeit macht (falls ich einen hätte, WÜRDE er die Dumpfarbeit machen) – ist das nicht irgendwie die Sache jeder einzelnen Frau? Und wenn sie zu blöd ist, um das durchzusetzen – sie weiß ja nun, wo der Staubsauger steht.

Quotenregelung? Ja, manchmal könnte das durchaus Sinn machen, doch ich bin nicht sicher, ob das überall der Fall ist. Und wenn schon Quote: Warum dann nicht auch in der Krankenpflege und bei der Gebäudereinigung? Ach so: Quote ist ja eine Einbahnstraße. Oder nicht? Alles nicht so einfach.

Und was ist mit dem Thema Teilzeitjobs für Frauen? Nehmt sie den Frauen ruhig weg, und zwingt sie in die Vollzeit – vielleicht werden dann auch weniger Kinder produziert, weil die Frauen sich dann nicht mehr darum kümmern können, und in den Restaurants wird es wieder ruhiger.

Und was, zum Henker, haben garantierte KITA-Plätze mit Feminismus zu tun? Ich dachte, Männer sollen sich auch um die Kinder kümmern? Wieso betrifft das also nur die Frauen? Weil die Mütter sich um die Kinder kümmern – ich dachte, genau das soll geändert werden. Ich bin zu blöd, ich erkenne es immer mehr.

Männer sollen sich also mehr um die Kinder kümmern? Wo ist das ein Feminismusproblem? Wenn Frau nicht Frau genug ist, ihrem Mann auf die Füße zu treten, dann muss sie eben selbst ran. Sie hätte die Bälger ja nicht bekommen müssen.

Und die ungeplanten Kinder, weil der Mann dauergeil ist? Beine geschlossen halten, löst das Problem. (Siehe auch Kampfsport.)

Oder das leidige Thema „Arbeit und Kind unter einen Hut bringen“ – dafür fehlt mir jedes Verständnis. Jede Frau kann schließlich selbst entscheiden, was sie will (siehe oben): Arbeit und/oder Kind. Jede Frau hat ein Recht darauf, Kinder zu bekommen? Logisch. Aber es ist ein Recht und keine Pflicht. Was letztlich bedeutet, dass ich es als Frau, die sich für den Job entscheidet, überhaupt nicht einsehe, dass eine Mutter, obwohl sie deutlich weniger arbeitet als ich, mir bei der Arbeit nicht nur gleichgestellt wird, sondern noch dazu Privilegien bekommt. Das wird sie nicht und bevorzugt wird sie auch nicht? Und ich soll jetzt auch noch fordern, dass ich noch mehr hintenanstehen soll?
Was ist, wenn meine biologische Uhr etwas anders tickt? Wenn meine Familie aus Mann oder Frau, drei Hunden und 5 Katzen besteht? Ist meine Familie dann weniger wert, nur weil kein Schulkind dabei ist? Warum bekomme ich nicht ebenfalls fünf Krankheitstage, wenn ich meinen Partner pflegen muss, der einen Unfall oder eine schwere Krankheit hatte?

Und jetzt bitte nicht das Rententhema. Oder der Fortbestand der Menschheit. Keine Frau bekommt deswegen Kinder. Wer das sagt, lügt. Statt als Nichtmutter mehr Steuern zahlen zu müssen, würde ich das ersparte Steuergeld auch für meine Rente verwenden, versprochen. Dafür muss ich nicht auch noch beim Urlaubnehmen hintenanstehen. Und der Fortbestand der Menschheit? Wie war das mit der Überbevölkerung? Weder die Deutschen, noch die Amerikaner sterben aus. (Bei Letzteren bin ich mir nicht sicher, ob das nicht sogar wünschenswert wäre. Zumindest bei knapp der Hälfte.) An den Grenzen stehen Hunderttausende, die scharf darauf wären, die Rente und den Fortbestand zu sichern.

Wieso muss Feminismus eine Einbahnstraße sein?

Es gibt noch viele andere Bereiche, die man durchaus kontrovers diskutieren kann, ohne deswegen die Frauen, die eine andere Meinung haben, gleich zu verdammen.

Wobei ich bei einem meiner Lieblingsthemen angelangt bin: #MeToo.

Männer haben die Macht, Frauen zu unterdrücken, sie auszunutzen und sie zu Dingen zu zwingen, die sie nicht möchten? Mit mir macht das keiner – hat nicht, wird nicht. Und wenn er es versucht, dann hat er ein Problem. Oder ich, weil ich vielleicht den Job nicht bekomme. Eine Andere bekommt ihn, diejenige, die brav mitmacht. Aber wenn keine mitmacht, haben solche Männer ein Problem.

Ganz sicher bin ich niemand, der sich einer besseren Zukunft für „das schwache Geschlecht“ in den Weg stellen will, im Gegenteil, und der nicht weiß, wie sehr Frauen in der Vergangenheit unterdrückt wurden. Ich bin durchaus der Meinung, dass auch Frauen, die keinen Kampfsport betreiben, nachts im Minirock und Highheels durch die Gegend laufen dürfen, ohne vergewaltigt zu werden. Ich überlege nur, ob die Forderungen, die der Feminismus stellt, immer so realitätsnah sind.

Ich bin fest davon überzeugt, dass es hier um ein ganz anderes „Problem“ geht – und jetzt kommt das böse Wort: `“Boys will be boys“, und das wird sich auch nicht ändern. Genau wie Girls immer Girls bleiben werden, so sind wir gestrickt. Die Männer müssen „erzogen“ werden? Ernsthaft? Das geht? Vielleicht mit den Intelligenteren oder mit denen, die mehr Skrupel haben. Aber mit den Jungs vor der Trinkhalle oder mit denen, deren Ego so groß ist, dass es nicht mehr in ihren Kopf passt?

Und was ist mit den Frauen, die ihre eigene Sexualität ausnutzen, um von den Männern das zu bekommen, was sie wollen? Zum Beispiel viel Geld? Wenn wir Frauen unsere Macht ausnutzen, ist das etwas Anderes?

Oh ja, das ist es. Aber im Endeffekt ist es doch wieder das Gleiche: Jeder auf seine Weise.

Für mich ist diese ganze #MeToo-Geschichte von der Idee her nicht verkehrt, doch gnadenlos überzogen und eine Einbahnstraße, die nirgendwohin führt. Wer bestraft die Frau, die den 75jährigen wegen der kommenden Erbschaft heiratet oder diejenige, die ein Kind bekommt, um sich den Arzt oder Firmenboss zu sichern?

Wir Frauen sind nicht unbedingt besser, nur anders.

Und jetzt tötet mich.

Aber bevor ihr das tut, erklärt mir doch bitte, was FLINTA bedeutet. Damit ich nicht dumm sterben muss.

Frauenprobleme

Jede Menge Titten

Andreas jüngster Roman: J.-Forever

€15.50

Sweety

„Darf ich dich ‚Sweety‘ nennen?“
„Ich heiße Miranda…“
„Das ist keine Antwort auf meine Frage.“
„Ich bin sicher, dass es eine Antwort ist.“

Warum sind Frauen so kompliziert? Hätte sie nicht einfach mit Ja oder Nein antworten können? Ist das zuviel verlangt?

„Okay, also ‚Sweety‘“, grinse ich.
„Miranda.“
„Ich heiße Tamara.“
„Du bist mal wieder unmöglich, Tammy!“

Warum überhaupt die ganze Diskussion? Das hat gleich mehrere Gründe: Erstens versuche ich meine Chefin zu erpressen. Ich muss dafür, dass ich diese „Welt“reise für die Firma unternehme, etwas herausschlagen, und ich bin mir noch nicht sicher, wie ich das machen werde. Zweitens werde ich langsam so scharf auf dieses Miststück, dass sie Gefahr läuft, dass ich sie hinter ihrem Schreibtisch vergewaltige und drittens hat mir Zoe in der vergangenen Nacht wirklich übel mitgespielt.
Außerdem fangen diese ständigen Coronatests mir wirklich an auf die Nerven zu gehen. Beziehungsweise in die Nase. Wir machen das in der Firma jetzt vor jedem persönlichen Zusammentreffen. Diese Politik hat Miranda nicht etwa aufgrund Covidangst implementiert, sondern wegen der „gesamtgesellschaftlichen Verantwortung“. Wie ich dieses Wort hasse! Diese Gesellschaft kann mich mal!

„Diese Gesellschaft ist die Basis dafür, dass du überhaupt fliegen kannst!“
Wie ich es hasse, wenn sie klugscheißt! Andererseits ist es sexy.
Natürlich hat sie Recht. Dass ist ein weiterer Punkt: Ständig hat diese eingebildete Kuh Recht!

„Weißt du was, Sweety? Du kannst mich mal.“ Ich drehe mich um und gehe zur Tür.
„DU BLEIBST HIER!“
Na also, warum nicht gleich? Zwischen meinen Beinen wird es nass. Und dass, obwohl meine Tage gar nicht mehr so weit entfernt sind! Aber wenn eine heiße Frau auf diese Weise mit mir redet, passiert das IMMER!

„Du scheinst zu vergessen, dass ich dein Boss bist.“
„Und du scheinst zu vergessen, wer dein Gehalt bezahlt“, entgegne ich trotz der ansteigenden Flut.
„Mein Gehalt zahlt die Firma.“ Miranda zuckt mit den Schultern.
„Und die gehört mir.“
„Nicht nur.“
Jetzt reitet sie wieder darauf herum, dass ich noch eine Schwester habe, deren Geld ebenfalls in dieser Airline steckt. Und die sie gegründet hat. Warum sind kleine Angestellte eigentlich immer so kleinlich?

„Was willst du, Tammy?“, fragt sie nach einer kleinen Pause.
„Wieso? Was sollte ich wollen, Sweety?“ Langsam fängt sie an zu kapieren, schätze ich.
„Du zickst herum. Das tust du immer, wenn du etwas willst, das du nicht bekommst.“ Sie kramt jetzt scheinbar gleichgültig in irgendwelchen Papieren. Das macht sie immer, wenn sie versucht, beiläufig zu klingen. Eine gute Pokerspielerin wäre sie ganz sicher nicht.
„Ich habe dir gesagt, was ich will, beziehungsweise was ich nicht will.“ Was gelogen ist. Ich will die Weltreise – aber eben nicht nur.
„Du wirst fliegen, Tammy! Darüber diskutiere ich nicht mehr.“
Hach, sie tut es schon wieder: mich nass machen.


„Du weißt genau, was ich will, Sweety!“ Teufel, ist diese Frau kompliziert!
„Sag es mir.“
Das hättest du wohl gerne: „Ich denke nicht dran!“, entgegne ich und drehe mich zum zweiten Mal zur Tür.
„Du wirst sowieso fliegen, Tammy. Wir wissen beide, dass du dafür lediglich etwas herausschlagen willst.“
Klugscheißerin! Ich habe die Türklinke schon in der Hand.
„Wenn du jetzt gehst, bekommst du gar nichts!“
Fuck! Sie soll endlich aufhören, mich nass zu machen! Trotzdem halte ich inne, drehe mich halb um und schaue sie fragend an.
Doch Miranda schüttelt den Kopf: „Was du willst, kann ich dir nicht geben.“
Warum sagen die Leute eigentlich „kann“, wenn sie „will“ meinen? Als ob Sex so schwierig wäre; sie tun ständig so, als ob verheiratet zu sein, ein Grund wäre, keinen Spaß mehr zu haben!
Ich zucke mit den Schultern: „Kann ich jetzt gehen?“
„…aber vielleicht ist ein Teil davon möglich.“
„Du sprichst in Rätseln.“ Okay, das kapiere ich jetzt wirklich nicht: Wovon redet sie?
„Aber wenn du den Mund nicht aufmachst, weiß ich nicht, was dir gefallen würde.“
Aha, jetzt fängt es an, interessant zu werden!

„Willst du ernsthaft DARÜBER verhandeln?“ Scheiße, ich muss meinen Slip wechseln! Das wird gerade zum Geilheit-Overkill!
„Warum nicht?“, grinst sie.
Ich lasse die Klinke los und drehe mich wieder komplett zu ihr um: „Dann kommen wir der Sache schon näher, Sweety“, lächele ich.
„Ich heiße Miranda.“
„Ich kann deinen Namen nicht leiden.“
„Nett…“ Sie schüttelt den Kopf.
„Und ich muss jetzt fliegen.“
„Wenn du zurück bist, reden wir.“

Worauf du wetten kannst, Sweety!

Darf ich dich ‚Sweety‘ nennen, Boss?

Jede Menge Titten

Andreas jüngster Roman: J.-Forever

€15.50

Was ist Liebe?

Gibt es sie überhaupt, die Liebe?


Zuerst einmal: Ich habe zu diesem Thema eine sehr unflexible Meinung. Liebe ist für mich, wenn ich bereit bin, für die geliebte Person vor einen fahrenden Bus zu springen, um ihr Leben zu beschützen. Um sie zu retten. Das ist Liebe. Für mich. Alles andere ist – na ja, etwas anderes eben. Aber keine Liebe.
Liebe zwischen zwei erwachsenen Menschen muss für mich die gleiche Intensität haben, wie die Liebe einer Mutter für ihr Kind. Alles andere kann ich nicht Liebe nennen. Es ist vielleicht Verliebtheit, vernarrt sein, oder Bewunderung, oder „zu der anderen Person hingezogen sein“, doch all das hat mit echter Liebe nichts zu tun. Wobei sich dann natürlich die Frage stellt, gibt es sie überhaupt? Die Liebe. Wer wäre denn dazu überhaupt in der Lage?

Für mich kann ich das ziemlich einfach beantworten. Ganz generell springe ich für jedes Kind vor den fahrenden Bus. Ja, tatsächlich. Ich, die Kinder nicht ausstehen kann. Irgendetwas lauert da für alle anständigen Frauen – vielleicht sogar für Männer – in den Genen. Kinder sind irgendwie heilig. Für Kinder tun wir alles. Ich jedenfalls. Und viele Andere, die ich kenne, auch. Das nennt man dann wohl Kinderliebe (und jetzt bitte nicht verwechseln mit der pervertierten Art). Aber das ist ja gar nicht das Thema hier.

Was das Thema Liebe zwischen Erwachsenen angeht, bin ich, glaube ich, in einer guten Position, allein schon, weil ich mit drei Frauen (und einem Pimpf) zusammenlebe. Menschen, bei denen sich diese Frage unweigerlich stellt. Ich möchte als Beispiel die wichtigsten Frauen in meinem Leben nennen.

Das wären Joana, Gabby, Mazikeen, meine geliebte Zwillingsschwester Anik und natürlich die kleine Eva, Gabbys Tochter. Welches dieser weiblichen Wesen liebe ich, welches verehre ich, in welches bin ich verknallt, welche der Frauen finde ich einfach toll, und – na ja, wie bringe ich das alles unter einen Hut?

Ich möchte mit Eva beginnen, Gabbys sechsjährige Tochter. Hier ist es ja überhaupt gar keine Frage: Sie ist ein Kind, für das ich vor jeden fahrenden Bus springen würde. Aber ist das Liebe? Nein, behaupte ich. Es ist die positive Art von Kinderliebe. Wir lieben Kinder, aber auf eine ganz andere Art und Weise. Für mich ist es einfach so, dass ich für Kinder alles tue, wenn es um ihr Wohlbefinden geht, ich jedoch so ein kleines Biest – oder so einen kleinen Mistkerl – absolut nicht um mich haben muss. Ja, das trifft auch auf Eva zu. Es mag sein, dass ich sie, wenn ich sie eine Weile nicht gesehen habe, vermisse, doch nicht, weil ich sie liebe, sondern weil es einfach manchmal ziemlich witzig ist, sie um mich herum zu haben, weil sie hin und wieder eben einfach süß ist. Aber sobald sie wieder in die typische Kindernerverei verfällt, bin ich auch froh, wenn ich sie wieder los bin. Das fällt also garantiert nicht unter die Kategorie Liebe, was bedeutet, dass ich sie nicht liebe. Es ist nicht die Kategorie Liebe, von der ich in diesem Tagebucheintrag sprechen möchte.

Kommen wir also zu meiner Zwillingsschwester. Hier ist es eigentlich recht einfach: Sie ist ich und ich bin sie. Zumindest was das Aussehen betrifft. Gedanklich liegen wir aber wirklich Welten auseinander. Sie ist hetero, ich bin lesbisch. Okay, so einfach ist das auch wieder nicht, denn Anik hat kein Problem damit, mit Frauen ins Bett zu gehen. Das tut sie eigentlich ziemlich regelmäßig. Nicht nur auf Partys, sondern auch ganz privat zuhause, denn Anik ist kein Kind von Traurigkeit. Sie scheint tatsächlich in gewisser Weise genauso auf Frauen zu stehen, wie auch auf Männer. Zumindest sexuell gesehen. Dennoch, so behauptet sie, sei ein Zusammenleben mit einer Frau für sie gänzlich ausgeschlossen. Da kämen nur Männer infrage. (Weswegen sie ja auch mit einem verheiratet ist.) Auch hier übrigens Parallelen zwischen uns beiden: Für sie muss ein Partner älter sein als sie selbst, Gleiches gilt für mich.
Es ist gar keine Frage, dass wir uns auf irgend eine Weise lieben. Seitdem ich denken kann, ist da diese Hassliebe zwischen uns beiden. Früher haben wir uns geprügelt, und zwar so heftig, dass wir mehr als einmal im Krankenhaus gelandet sind, wo unsere Wunden versorgt werden mussten. Ich habe immer noch Narben von den Prügeleien mit ihr. Heute arten unserer Meinungsverschiedenheiten teilweise in Hasstiraden aus, aber nicht mehr in Prügeleien. Was vermutlich daran liegt, dass wir räumlich so weit voneinander getrennt sind, dass unsere Wut schon wieder verflogen ist, wenn wir uns dann tatsächlich wieder einmal treffen. (Sie lebt an der Ost- ich an der Westküste). Ich bin sicher, dass es ansonsten tatsächlich wieder Prügeleien geben würde. Wir sind einfach beide zu impulsiv. Und – das wäre übel! Heute sind wir beide Kickboxerinnen und wenn ich mir vorstelle, dass wir ernst machen würden … Lieber nicht.

Man kann es Hassliebe nennen. Aber wie weit geht die Liebe in dieser Hassliebe? Nehmen wir das Busbeispiel, bei dem die Liebe überwiegen wird. Denn ich würde mich für sie vor jeden Bus werfen und ich bin sicher, umgekehrt ist das ganz genauso. Der Hass in „Hassliebe“ bezieht sich einzig und allein auf unsere Unterschiede, auf die Art und Weise, wie wir leben, auf viele unserer Einstellungen, die teils nicht weiter auseinanderliegen könnten – eben auf unsere generellen Charaktereigenschaften und Persönlichkeiten. Anik ist strebsam, sie hat für alles einen Plan, sie ist Frühaufsteher, treibt mehr Sport, als ihr Körper aushalten kann. Und ich bin – na ja, nennen wir es einfach pleite, faul, gefräßig. Natürlich gibt es auch Gemeinsamkeiten, zum Beispiel, was den Sex angeht – sie ist genauso verrückt danach, wie ich. Auch für sie nimmt er einen großen Teil ihres Lebens ein. Auch sie ist sehr am Fliegen interessiert, jedoch auf eine etwas andere Art als ich. Für sie ist das Fliegen lediglich ein Business, obwohl sie selbst auch eine Fluglizenz besitzt. Für mich ist es mehr oder weniger mein Leben.
Es gibt also eine Menge Unterschiede und eine ganze Menge Gemeinsamkeiten. Wie soll ich es also nun nennen? Ist das tatsächlich Hassliebe? Ist es Geschwisterliebe? Ich würde behaupten, es ist die Liebe zwischen Zwillingen, die vermutlich schon in der Gebärmutter begonnen hat, in der wir vermutlich um unsere Plätze gekämpft haben: Wer hat mehr Raum, wer kriegt mehr zu futtern, wer kann besser schwimmen? Und was ist nun mit der Liebe und dem fahrenden Bus? Würde ich mich vor ihn werfen, um sie zu retten? Klar, jederzeit. Aber auch das ist natürlich nicht die Art von Liebe, von der ich hier sprechen möchte, denn die ist sexuell. Und das ist natürlich eine völlig andere Geschichte.

Kommen wir also zu Mazikeen. Hier möchte ich es kurz machen, um nicht alle zu langweilen, die das hier lesen. Fangen wir gleich mit dem Bus an: Nein, ich würde nicht springen, das weiß ich. Ich würde erstarren. Stehenbleiben, völlig entsetzt, und würde mein Leben lang um sie trauern. Ich wäre geschockt, verzweifelt, und würde vermutlich jahrelang jede Nacht heulen. Vielleicht auch ein wenig, weil ich nicht gesprungen wäre, weil ich also nicht ihr Leben über meines gestellt hätte, was besonders schlimm ist, weil sie es jederzeit getan hätte. Mazikeen liebt mich abgöttisch, das ist mir klar.
Aber was ist mit mir? Mazikeen ist seit langer, langer Zeit in meinem Leben. Ich kann mir ein Leben ohne sie eigentlich gar nicht richtig vorstellen. Obwohl wir zeitweise wirklich komplett getrennt waren, sie hat auf Orcas Island gelebt, ich in Norwegen, und unser einziger Kontakt war, dass sie in ihrem Haus viele meiner Sachen gelagert hatte und sie diejenige war, die, neben meiner Mutter, all meine privaten Angelegenheiten geregelt hatte. Heute sind wir wieder zusammen. Auch heute noch ist sie diejenige, die sich um mein Leben kümmert. Was mich angeht – nein, ich regele nichts für sie. Ich bin nicht auf die gleiche Weise für sie da, wie sie für mich. Wir haben Sex, keine Frage. Meistens dann, wenn Gabby oder Joana nicht zur Hand sind. Manchmal ist sie auch als Dritte dabei.
Aber nein, das ist keine Liebe. Jedenfalls von meiner Seite aus nicht, von ihrer ganz bestimmt.

Kommen wir zu Gabby. Hier liegt die Sache eigentlich ganz einfach: Ich stehe auf sie. Vor allem stehe ich auf ihren Body und auf die Figuren, die sie in ihren Filmen verkörpert. Das macht mich alles ganz tierisch an. Ich mag, dass sie ein Superstar ist, ich mag, dass sie so viel Geld besitzt, wie die Göttin selbst; ich möchte, dass sie sich wohl fühlt und es ihr gut geht, doch Liebe ist das nicht. Ich bin verrückt nach ihr, ja. Sie ist ein Superstar, und auf die stehe ich nun mal. Und – sie hat gewaltig geile Titten.
Thema erledigt.

Und dann ist da Joana.
Sie ist die Liebe meines Lebens, ganz simpel und einfach. Ich würde für sie vor jeden Bus springen, vor jedem Zug, ich würde meine Hand in siedendes Öl halten, damit sie es nicht tun muss, und ich würde ohne Fallschirm aus jedem Flugzeug springen. Ich liebe sie.
Joana ist alles, was ich im Leben brauche. Anders kann ich es nicht bezeichnen. Dass sie ein Superstar ist, genau wie Gabby, ist ein Bonus. Dass ich sie überhaupt kennengelernt habe, hat natürlich damit zu tun. Als Teenie war ich verrückt nach ihr. Immer, wenn ich sie im Fernsehen gesehen habe, ist die Sonne aufgegangen. Das hat sich nie geändert. Vielleicht ist sie sogar der Grund, dass ich so verrückt nach Stars geworden bin. Starstruck, wie ich das gerne bezeichne.

Und dann kam der große kosmische Zufall: Ich habe sie persönlich kennengelernt. Wann und wie das passiert ist, habe ich in diesem Tagebuch bereits beschrieben. Ich möchte nur so viel sagen: Es war Schicksal. Es hatte einfach passieren müssen. (Und an dieser Stelle möchte ich hinzufügen, dass ich an so etwas wie Schicksal überhaupt nicht glaube. Doch die Sache mit Joana konnte nur Schicksal gewesen sein.)
Dazu kommt noch der Fakt, dass Joana zu hundert Prozent hetero ist. Wie es dazu kam, dass wir heute Sex haben – auch das wird in diesem Tagebuch beschrieben. Einfach viele von den annähernd 1000 Einträgen nach hinten blättern.

Joana und ich wurden beste Freundinnen, allerbeste Freundinnen; wir haben uns als beste Freundinnen geliebt – ganz ohne Sex. Wir haben einander alles erzählt, wir waren nicht wie Star und Groupie, ganz und gar nicht. Ich weiß, zumindest glaube ich das, dass ich alles über sie weiß. Ich weiß von ihren Beziehungen, von dem Schmerz, den sie bei den Trennungen – vor allem bei einer – erlitten hat, ich weiß, wie oft sie eigentlich hatte gar nicht mehr weitermachen wollen. Ich weiß von ihren Eskapaden, ich weiß von dem Sex, den sie hatte, ich weiß von ihren Gefühlen dabei, ja, ich glaube, ich weiß so ziemlich alles von ihr.
Und ich weiß, dass ich mich von ihr hatte trennen wollen. Dass ich mich als beste Freundin trennen wollte und ein Leben ohne sie in Betracht gezogen habe. Manchmal war ich kurz davor. Warum? Weil der Wunsch, mit ihr intim zu werden, der unbändigen Drang mit ihr Sex zu haben, teilweise so extrem wurde, dass ich ganze Nächte masturbiert habe, ein Höhepunkt nach dem anderen hatte, immer mit ihrem Bild vor Augen. Das war nicht mehr gesund!
Wir haben uns damals Liebeserklärungen geschickt, haben einander ewige Liebe und Treue geschworen. Aber sie sprach natürlich von der platonischen Form der Liebe. Sie konnte nicht anders, sie hatte sexuell mit Frauen nichts am Hut. Sie sagte – und das tut sie heute noch – dass Frauenlippen im Gegensatz zu der landläufigen Beschreibung, vor allem in der lesbischen Literatur, in keiner Weise weich und zärtlich sind, sie empfindet sie als hart und fordernd, weiche Lippen haben für sie nur Männer. Was für mich natürlich verletzend war, verletzend ist, doch Gott sei Dank gibt es da die anderen Frauen, die meine Küsse als erotisch beschreiben, meine Lippen als weich, warm und sinnlich. Immerhin. Aber leider nicht Joana. Muss auch so ein hätte Heteroding sein.
Als ich mich von ihr trennen wollte – wir hatten uns in der Tat eine Weile nicht gesehen – änderte sich die Situation. Sie ist nach wie vor nicht optimal, doch immerhin ist sie. Wie es dazu gekommen ist, dass wir heute miteinander schlafen, wird auch in diesem Tagebuch beschrieben. Kurz zusammengefasst: Ich konnte und wollte ohne Sex mit ihr nicht mehr weitermachen; sie wollte sich nicht von mir trennen und so ist es dann passiert. Ich weiß, dass sie nur tut, was ich möchte, dass sie mir einfach nur gibt, was ich brauche, nur damit wir beste Freundinnen bleiben können. Und wenn ich ehrlich bin, sind wir das heute noch, denn Liebhaber, nein, so kann man das nicht nennen. Wenn die eine die Dinge tut, die die andere braucht und selbst dabei keine wirkliche Befriedigung empfindet, nein, dann sind diese beiden Menschen keine Liebhaber. Nicht in meinen Augen. Beste Freundinnen eben.
Sie hat Sex mit Männern. Eine ganze Menge. Sie erzählt mir von jedem einzelnen Mal und ich habe kein Problem damit. Erstaunlicherweise, weil ich weiß, wie wichtig es ihr ist und weil ich weiß, dass Sex für sie wichtig ist. Sex mit Männern. Nein, Joana ist hundertprozentig nicht lesbisch. „Ich liebe Dich mehr als mein Leben“, sagt sie und meint es. Und ich bin sicher, dass es stimmt. Aber sie zu lieben ist schwer, ist traurig, ist fantastisch und göttlich. Und ja: sie zu lieben. Denn Joana ist meine große Liebe, sie ist mein Stern am Nachthimmel, der hellste, der wichtigste, der mich durch mein Leben führt. Sie ist meine Venus, meine Aphrodite, und alles, was ich jemals im Leben wollte. Was ich jemals im Leben wollte, in der Tat. Es ist gut, wie es ist, ich verlange und erwarte nicht mehr. Denn das Wichtigste ist, die Sache mit den besten Freundinnen. Denn das sind wir nach wie vor. Doch dass ich es auf Dauer nicht ausgehalten habe, mit ihr zusammen zu sein, ohne mit ihr zu schlafen, das ist etwas, was unser Leben – vor allem meines – jahrelang schwierig gemacht hat. Leider hat mein Körper unsere Liebe etwas anders gesehen, als ihrer. Denn meiner verlangte ultimativ nach Sex. Mit ihr.
Und den hat sie mir dann irgendwann gegeben. Und dafür liebe ich sie noch mehr. Nein, es macht mir nichts aus, dass sie es nur um meinetwillen tut. Es macht mir nichts aus, dass sie keinen besonderen Spaß dabei hat, man möge es egoistisch nennen, doch solange es für sie akzeptabel ist, solange sie zumindest etwas Freude daran hat, solange ist es okay für mich. Solange es für sie okay ist. Und das ist es. Manchmal muss man Zugeständnisse machen, um das Große und Ganze zu erhalten. Nichts Anderes tun wir. Tut sie.

Das ist Liebe. Das ist Liebe, wie ich sie definiere.

Ich will niemandes Liebe abwerten. Ganz und gar nicht. Ich rede hier davon, was ICH als Liebe definiere. Ganz alleine ich. Und mir ist vollkommen klar, dass jeder seine Liebe oder das, was er sich als Liebe wünscht, ganz für sich alleine definieren muss.

Ich liebe Joana – und das wird immer so bleiben.

In guten, wie in schlechten Zeiten

Und dann gibt es da noch meine Bücher:
https://tinyurl.com/y38cg4ur

Sex- und Flugflaute

Heute ist einer der seltenen Tage, an denen mir so gut wie nichts für einen Tagebucheintrag einfällt.

Warum? Weil gerade nichts passiert. Ich fliege von morgens bis abends. Und dann komme ich nachhause, mache Kakaofresse etwas zu essen und dann gehe ich ins Bett. Schlafen. Am nächsten Tag das gleiche Spiel. Gaby ist inzwischen allerdings hier, Joanna ist nach wie vor auf ihrem Filmset oder bei Interviews oder in Talkshows oder im Bett von irgend einem Typ. Auf jeden Fall ist sie nicht da.
Mazikeen ist nach wie vor damit beschäftigt, für mich oder uns ein Boot zu finden. Eines, das auch mir gefällt, eines, dass wir bezahlen können. Was die Auswahl etwas einschränkt. Gaby sagt ständig, sie würde sich die Kosten für ein Boot mit uns teilen (wobei das dann etwa 90 % Gaby und 10% wir wären), doch sie hat natürlich ihre eigenen Vorstellungen, was ein Boot angeht. Und die stimmen derzeit überhaupt nicht mit unseren überein. Für sie ist ein Boot so eine Art Luxushotel auf dem Wasser. Für uns ist ein Boot ein Boot. An der Sache müssen wir arbeiten. Außerdem stören sie Segel, denn in ihren Augen machen sie erstens zu viel Krach und sehen nach oben hin auch nicht besonders gut aus. Manche Leute sind wirklich seltsam.

Na ja, Kinderkram. Im Endeffekt wird es sowieso so aussehen, dass wir das Boot bekommen, das wir haben möchten, und Gaby bezahlt es. Zumindest will ich das doch stark hoffen!

Ich meine, wir haben es schließlich auch nicht leicht. Wir, die wir nicht so viel Kohle haben. Joanna und Gaby haben ganz bestimmte Vorstellungen von Restaurants und Bars. Vollkommen okay. Nur, dass wir uns sowas auf Dauer nicht leisten können. Ein normales Abendessen für 300 $ – das übersteigt eindeutig mein Budget. Und ein Gläschen Tequila an der Bar für zwölf Dollar – das ist dann auch eher außerhalb meiner Reichweite. Das Dumme ist nur, dass beide natürlich darauf bestehen, dass sie uns die Sachen bezahlen. Weil sie ja wissen, dass weder Mazikeen noch ich uns solch einen Luxus leisten können. (Auch wenn wir die Regelung mit dem Sex haben. Eifrige Leser werden sich erinnern.) Auf jeden Fall ist es nicht gerade angenehm, wenn man auf Dauer von Anderen eingeladen wird. Natürlich wissen Sie das. Und natürlich sagen sie, dass das alles kein Problem wäre, doch es wäre nun eben wichtig für sie, dass sie weiterhin in ihren geliebten Bars und Restaurants verkehren können. Vor allem, weil dort die Paparazzigefahr am geringsten ist. Alles schön und gut, alles aber auch irgendwie unbefriedigend.

Jammern auf hohem Niveau? Vermutlich ist das die Reaktion von so manchem Mitleser. Da kann ich nur eines entgegnen: Vielleicht sollte man sich einfach mal vorstellen, dass die Partnerin in Geld schwimmt – und ich rede hier nicht von einer kleinen Million – und man selbst nicht mehr besitzt, als das, was die Bank an Überziehungskredit erlaubt. Und dann geht ihr einfach mal jeden Abend – vielleicht auch jeden zweiten – in die teuersten Bars und Restaurants der Welt. Und alles, was ihr Euch dann leisten könnt, wäre ein Bier. Für zwölf Dollar. Der Abend jedoch, kostet in der Regel 300-500 $ – wenn es reicht. Und wer bezahlt es? Die Partnerin. Jeden zweiten Tag. Macht das wirklich Spaß? Ist das wirklich jammern auf hohem Niveau?
So hat eben jeder seine eigenen Probleme.

Anderes Thema.

Die letzte Landung, die ich hingelegt habe, war wohl die schlechteste meiner gesamten Laufbahn. Sowas Übles! Ich glaube, wenn ich Boss wäre, würde ich mich rausschmeißen. Mein Co sagt, ich wäre einfach übermüdet. Könnte sein. Wenn man kaum die Augen aufhalten kann, wie soll man da das Bugrad in der Luft halten? Ich war schon froh, dass ich die Landebahn überhaupt getroffen habe. ILS* sei Dank!
Nein, wirklich, das geht so nicht. Das Schlimme ist, dass ich nicht infolge des Arbeitens so k. o. bin, sondern weil ich einfach nicht schlafen kann. Zieht man in Betracht, dass ich meine Medizin wieder deutlich erhöhen musste, ist das aber auch kein Wunder! Ich bin mal wieder an dem Punkt, an dem ich das Fliegen für eine ganze Weile aufgeben muss. So geht das nicht. Und bevor die FAA** mir die Lizenz entzieht, wird es wohl Zeit, dass ich aus freien Stücken pausiere. Also wieder zurück in mein Lockdown-Zuhause. Dann widme ich mich eben ein wenig mehr Mazikeens Suche nach einem passenden und bezahlbaren Boot.

Was gibt es noch Neues?

Ach ja, ich musste meine Sängerin erneut abwimmeln. Ich nehme an, sie sucht sich jetzt jemand Anderen. Solche Leute dulden keinen Widerspruch und erst recht keine Zurückweisung. Und schon gar nicht beim Thema Sex.

Meine verdammten Tage habe ich einigermaßen überstanden, die Sexflaute jedoch noch nicht.


**Die Flugaufsichtsbehörde der USA

*Ein automatisches Landesystem


Und dann gibt es da noch meine Bücher:
https://tinyurl.com/y38cg4ur

Wegen der Penisse

Mir ist da etwas aufgefallen: Wenn ich an Gabby denke, kommt mir zu allererst das Thema Sex in den Kopf. Bei Joana ist das anders. Sie bedeutet in erster Linie Freundschaft. Und Mazikeen? Ja, bei ihr weiß ich das nicht so genau.


Hat das alles etwas zu bedeuten?


Keine Ahnung. Es ist einfach so. Normalerweise mache ich mir darüber auch keinerlei Gedanken. Diesmal ist es einfach so, dass Gabby und Joana so lange unterwegs waren, bzw. sind und mir das Thema wohl deswegen in den Sinn gekommen ist.


Gabby ist zurück. Das bedeutet Sex. Ganz einfach. (Ich glaube nicht, dass es etwas damit zu tun hat, dass sie die deutlich größeren Titten hat.) Sie ist wieder hier, ich werde heute Nacht ihre Möse schmecken, doch ich verspüre nach wie vor die gleiche Leere. Nicht, dass Gabby mir nicht gefehlt hätte – natürlich hat sie das. Außerdem geht mir, wenn sie im Haus ist, die kleine Kakaofresse nicht so auf die Nerven.


Es interessiert mich wirklich, warum das so ist.


Natürlich kenne ich Joana schon viele Jahre länger. Natürlich ist sie schon seit meiner Teeniezeit mein großer Schwarm gewesen. Und natürlich war sie viele Jahre einfach nur meine beste Freundin. Das mit dem Sex kam viel später. Außerdem weiß ich ja, dass der Sex zwischen Joana und mir lediglich passiert, weil ich es will. Sie könnte locker darauf verzichten. Was dummerweise daran liegt, dass sie hetero ist. Und zwar big time. Was natürlich leider auch nicht zu ändern ist. Und dann ist da noch der Fakt, dass sie zwischendurch mit Männern schläft. Einfach so, wegen der Penisse. Da kann ich natürlich nicht mithalten, selbst mit den besten Strap-ons nicht. Außerdem bin ich es natürlich, die gefickt werden will und nicht sie. Wie das bei mir so ist. Ich bin eben ein Mädchen.
Selbst bei diesem Tagebucheintrag ist es wieder das Gleiche: Ich rede viel mehr von Joana als von Gabby. Auch das ist wohl ein Indiz dafür, dass mir Joana mehr fehlt als Andere.
Ist das eine Wertung? Geht es anderen Menschen genauso?

Wem’s gefällt…


Nun könnte man darauf antworten, dass Andere meist nur einen Partner haben und nicht drei, wie ich. Doch ich denke, das muss man nicht unbedingt auf Partner beziehen – im „normalen“ Freundeskreis geht es einem doch genauso. Man vermisst den einen mehr, den anderen weniger. Oder sehe ich das falsch? Aber ist es deswegen eine Wertung? Mit dem einen macht man die einen Sachen, mit dem anderen, die anderen. (Ich fürchte, in diesem Fall muss ich vor der Groß-/Kleinschreibung kapitulieren! Vielleicht kann mir ja einer helfen?)


So viel zum Thema „Philosophie am Abend“…


Fakt ist, Gabby ist zurück, ich bin scharf wie ein Rettich – und habe meine Tage. Danke schön!

Nervt

Und dann gibt es da noch meine Bücher:
https://tinyurl.com/y38cg4ur

Lesbenfrisur

Mazikeen hat eine neue Frisur! Eine Lesbenfrisur.

Bei uns hier geht das, vor allem weil wir unsere Frisuren von einer Filmfriseurin machen lassen, die sich alle zwei Tage testen lassen muss. Na gut, nicht „unsere“ Frisuren, sondern die meiner Weiber. Ich habe es nicht so mit dieser Haarmacherei. Für mich sind meine Titten wichtiger. Jeder hat so seine Prioritäten.

Aber ernsthaft jetzt mal: Ich kann Lesbenfrisuren nicht leiden.

Lesbenfrisuren? Gibt es so etwas? Für mich schon. Das kann ja nun jeder sehen, wie er will und jeder kann Frisuren bezeichnen, wie er will. Finde ich. Aber vermutlich ist das ja schon wieder diskriminierend oder so.
Das erinnert mich an damals, als Facebook mir nicht erlaubt hat, in einem Inserat „Lesben sind doof“ zu schreiben.

Ich als Lesbe, darf nicht „Lesben sind doof“ schreiben? WIE DOOF SIND DIE DENN?!

Aber ich war beim Thema „Lesbenfrisuren“. Der Punkt ist: Ich nenne die Dinge, wie ich will! Und ehrlich: mir ist es scheißegal, wie politisch korrekt oder inkorrekt viele Aussagen sind. Ich verstehe, dass Manches nicht gesagt werden sollte, weil es Andere animieren mag, Menschen zu diskriminieren. Aber als Lesbe „Lesben sind doof“ oder „Lesbenfrisuren“ nicht schreiben zu dürfen: Das geht zu weit!

Man wird sich ja wohl noch über sich selbst lustig machen dürfen! (Und Mazikeens neue Frisur kann ich wirklich nicht leiden!)

Mit Nuancen hat man es in den sozialen Medien leider nicht, was vor allem daran liegt, dass viele Menschen gar nicht wissen, was Nuancen sind. Oder Selbstironie. Oder dass es so etwas überhaupt gibt. (Die #metoo-Gemeinde hat das sowieso noch nie verstanden. Die Queer-Gemeinde auch nicht.)

Aber vielleicht bin ja ICH es, die die Dinge nicht versteht. Da muss ich nur daran denken, wie übel mich einmal eine Transe angemacht hat, für etwas das ich bis heute nicht verstanden habe. Aber vermutlich ist das Wort „Transe“ jetzt auch wieder nicht richtig … Irgendwann gebe ich es echt auf.

Ich halte jetzt einfach meinen Mund.

Ein Lob für meine Willigkeit

Es ist wirklich unglaublich, was so eine junge, unverschämte Schlampe sexuell alles draufhat!

Nicht, dass alles komplett nach meinem Geschmack gewesen wäre – doch was habe ich dabei schon zu sagen? Ich bin es gewohnt, das zu tun, was Andere mir sagen. Anders darf das gar nicht sein.

Unser erstes ernsthafte Treffen ist dann dank Miriam gleich zu einer ausgewachsenen BDSM-Party ausgeartet und ich muss wirklich sagen, dass diese Frau Fantasie hat – und zwar NOCH mehr als in ihrem öffentlichen Auftreten.

Was mich freut, sind die Komplimente, die ich von ihr bekommen habe. Nicht, dass ich darauf angewiesen wäre, doch trotzdem hört Frau das immer wieder gerne. Nicht nur das allgemeine „Geile Titten, scharfer Arsch und totgeile Möse“ sondern vor allem auch das Lob für meine Willigkeit. So muss das sein. Hinterher natürlich. Währenddessen bekomme ich lieber Ohrfeigen und die Peitsche. Und diverses Andere. Vor allem auch diverses Andere. Diverses Andere ist sowieso das Geilste!

Die Frau hat zwar wenig Titten, doch den Body einer jungen Göttin. Eigentlich gehört sowas verboten. Das Gesamtpaket mit Talent, Stimme und Dreistigkeit kann doch wirklich nicht erlaubt sein! Die Frau macht mich schon nass, wenn ich nur an sie denke.

Wie das bei Gabby ist, weiß ich nicht so genau. Sie war zwar besser bei der Sache als ich es erwartet hätte – vor allem, wenn es darum ging mir wehzutun – doch ich hatte immer das Gefühl, dass solche Spielchen nicht wirklich etwas für sie sind. Sie prügelt lieber aus echter Wut heraus. Na ja, auch okay. Außerdem – ach, egal.

Tatsächlich hätte ich auch mit Miriam gerne mehr zu tun, doch diese Frau ist NUR unterwegs. So etwas habe ich wirklich noch nicht erlebt. Fototermine, Studiotermine, Auftritte, Interviews – unfassbar!

Aber solange sie ja ab und zu ein paar Stunden für „Tammy ficken“ in ihrem Kalender freihält…

Totally crazy!

Weil ich deine Nutte bin

Wir sehen Miriam in den nächsten Tagen wieder, Zumindest ist es angedacht. Scheinbar hat ihr gefallen, was sie mit mir anstellen durfte.

„Warum muss ich eigentlich dafür bezahlen, was Andere kostenlos bekomme?“, hat Gabby mich gefragt.

„Weil ich deine Nutte bin.“

„Logik???“

„Seit wann bin ich logisch?“

Ich denke, die Antwort hat sie überzeugt, denn sie hat nicht weiter nachgefragt.

Außerdem – und das muss ich ihr ja nicht auf die Nase binden – macht Gabby nur Sachen mit mir, die meinem Body gefallen, während Andere keine Rücksicht auf mich nehmen. Das muss bestraft werden, daher muss Gabby für mich zahlen und Miriam darf weiter kostenlos nur an sich selbst denken. Aber wenn Gabby nochmal so blöd fragt, werde ich ihr die nackte Wahrheit um die Ohren hauen.

Es reicht gerade, wenn Joana und Gabby mich als sexuell gleichberechtigt behandeln, das muss ich nicht auch noch von Anderen haben.

Falls das jemand nicht verstehen kann: Dumm gelaufen.

2021

Aller Anfang ist Sex.

Vor genau einem Jahr habe ich diesen Blog, dieses Tagebuch, begonnen und ich muss sagen, dass ich diesen Schritt wirklich nicht bereue, auch wenn es ein wenig Arbeit bedeutet, mich darum zu kümmern. Zeit, die ich eigentlich nicht wirklich habe, weil ich gewöhnlich versuche, mich auf die Dinge zu konzentrieren, die mir eine Menge bedeuten, weil sie mir direkten Spaß bringen: Sex haben, segeln, fliegen und schreiben.

Andererseits hat dieses Tagebuch, dieser Blog, natürlich viel mit Schreiben gemeinsam: Ich kann hier meine Gedanken „zu Papier“ bringen, ohne mich dafür rechtfertigen zu müssen und vielleicht auch Menschen hin und wieder zum Nachdenken zu bringen. Nicht zum Nachdenken über die großen weltbewegendes Themen – okay, manchmal schon – sondern in erster Linie darüber, welche Prioritäten sie im Leben setzen und was sonst noch möglich wäre.

Würde mich jemand fragen, was meine Motivation für das Schreiben, egal ob Bücher oder Blog, ist, dann würde ich zuerst sagen, dass ich schreibe, weil es mir Spaß macht und weil es – wenn es gut läuft – mich persönlich gewaltig anmacht. Nicht umsonst beschäftige ich mich nach dem einen oder anderen Post auch schon mal gerne ganz allein mit einem meiner unzähligen Sextoys.

Doch wenn ich mir meine Bücher so anschaue, dann geht es fast immer um größere oder kleinere Tabus, von denen ich mir wünsche, dass Frauen es endlich wagen würden, Neues zu probieren und ihre Ängste ablegen. Oder so zu reden wie sie empfinden.

Fange ich ganz vorne an, bei Anna von England, dann sind ganz große Themen Masturbation und Reboundsex als Lebensretter nach einer Trennung. Quintessenz: Masturbieren ist geil und nützlich.

Beim nächsten Buch – J. – Die ersten 20 Stunden – taucht das erste BDSM-Thema auf und die ersten schrägen Figuren erscheinen, die fast Eins zu Eins von mir nach realen Menschen gezeichnet wurden. Das echte Leben als Quelle total schräger Verrücktheiten.

Es folgten drei Kurzgeschichten. Die Geschichte von Lisa und dem ersten Lesbensex auf dem Uniklo – eine wahre Begebenheit übrigens. Leute, traut euch zu ficken, wenn euch danach ist!

Alisha und Elena packen den Strap-on aus und rammeln hemmungslos bei einer Sexparty. Und zwar anal. Erlaubt ist, was anmacht. Probiert doch einfach mal aus wie es ist, wenn jemand euren Arsch benutzt. Und nein, das Loch ist nicht zu klein!

Mein ehemaliges Lieblingsbüchlein, die Geschichte von Bella, betrifft meine eigenen Megafetische: Entblößung in der Öffentlichkeit und sexuelle Unterwerfung.

Mein Bestseller – oh Wunder – heißt Irren ist lesbisch. Die Idee zum Buch entstand bei einem kleinen Sexspielchen. Während ich Fäkaliensex hasse – wie hoffentlich die Meisten – hat es mich erstaunt, wie es mich angemacht hat, einer Frau nicht nur beim Pinkeln zuschauen zu müssen, sondern auch noch meine Hand in ihren warmen Strahl zu halten. Eine Randgeschichte im Buch, aber eine wichtige.

Und dann kam J. – Forever. MEIN Buch. Mein Lebensroman.

Prostitution, Gewalt, Vergewaltigung, Wahnsinn. Tod, Leben, Exzesse. Elitentum und die Macht des Geldes. Was kann man mit Reichtum alles kaufen und was dann doch nicht? Männer. Männerverhalten. Frauen. Frauenverhalten. Sexarbeiterinnen und Filmstars. Alles demystifiziert und hemmungslos gezeichnet. Tabuloser Sextalk, Sprache schmutziger als ein Damenklo.

Von all dem schreibe ich auch hier in meinem Blog. Mal mehr, mal weniger aber meistens aktuell.

Bis zu 15.000 Menschen lesen meine täglichen Posts derzeit.

Schon irgendwie verfickt geil, oder?

Appelle-moi

Vancouver International Airport, gelegen auf der Insel Sea Island, hat als größter Flughafen von British Columbia und zweitgrößter von Kanada, trotz der aktuellen Viruslage, offenbar immer noch einigermaßen Betrieb. Vor allem im Cargo- und im privaten Bereich. Diesmal musste ich sogar einmal durchstarten und in eine Warteschleife über der Strait Of Georgia gehen.

Vancouver

Anders als ich es in den Staaten erlebe, scheinen die Menschen sich hier der Virengefahr durchaus bewusster zu sein. Wo ich auch auf dem Flughafen hinschaue – ich kann natürlich nur vom Cargobereich sprechen – halten sich die Leute mehr oder weniger an die Vorschriften, bzw. die Empfehlungen. Kanada eben.

Ich habe mich – todmüde – direkt in einen Business-Class-Sitz begeben und bin eingeschlafen. Auf der Stelle. Krass!

Mein Co hat sich um alles gekümmert. Unsere Leute sind schon ziemlich gut, was vermutlich daran liegt, dass wir sie anständig bezahlen und behandeln.

Die Maschine wird heute gewaltig mit Medikamenten zugeknallt – ich wusste gar nicht, dass Pillen so viel wiegen! Na gut, ein paar Leute haben wir auch eingesammelt. Was uns zum Tankstopp in Redding zwingt, weil der Weg nach Palm Springs für unsere brave Q400 dann doch ein bisschen weit ist. Ein regionaler Airliner wie die Dash8 ist eben doch keine 737. Morgen geht es dann weiter nach Houston, weil die Texaner offensichtlich die sind, die am meisten Bedarf an billiger Medizin haben. Vermutlich weil sie sich vehement gegen staatliche Krankenversorgung wehren… Versteh‘ einer die Amis…

Aber was ich eigentlich sagen wollte – ich weiß auch nicht, warum ich das ganze Drumherum schreibe – ich mag kanadische Weiber. Ich mag den Dialekt und da sie nicht nur von Briten sondern auch von Franzosen abstammen, ist der Großteil gar nicht mal so hässlich. Und die Freiwilligen, die hier die Medikamente bringen, sind scheinbar sexuell auch ziemlich aufgeschlossen. Wie soll ich mir sonst erklären, dass ich beim Aufwachen ein schickes Passfoto mit einer Telefonnummer und „Appelle-moi“ auf meiner Armlehnenablage gefunden habe. Ich habe es dann meinem FO gezeigt und der meinte, es sei eine von den Studentinnen gewesen, die die Kisten geschleppt haben.

Sagte ich schon, dass ich Kanadier mag?

Call me

Sexuelle Hemmungslosigkeit

Natürlich ist die Sache eskaliert.

Aber war das wirklich anders zu erwarten? Spätestens nachdem Miriam uns nackt die Tür geöffnet hatte, war alles geklärt gewesen: Sex war unausweichlich geworden.

Und dann die Sache mit der Holzhütte im ersten Stock… (siehe Scheiße, ist das geil)

Was ich nicht erwartet hatte, war dieser Grad sexueller Hemmungslosigkeit von einer Frau, die viele Jahre jünger war als ich!

Nicht, dass ich mich beschweren würde…

„Was ist das eigentlich mit ihr?“, fragt sie Gabby: „Ist sie sowas wie ein Maskottchen?“

Ich schaue Miriam mit weit aufgerissenen Augen an. Das nackte Luder liegt auf dem Indianerteppich und spricht mit Gabby so, als wäre ich nicht im Raum.

Die zuckt nur mit den Schultern.

„Ein Groupie? Ein Sextoy?“

Gabby lacht. Immerhin.

„Hausnutte?“, schlägt Miriam vor.

„Eher“, nickt Gabby.

Aha.

„Ich darf sie doch benutzen, oder?“

„Sei mein Gast“, grinst Gabby: „Bediene dich.“

Ich sitze am Holztisch auf der Bank und starre auf mein Tequilaglas. Hat Gabby eben „Bediene dich“ gesagt? Eigentlich höre ich ziemlich gut.

„Dann wollen wir mal sehen, ob man sie zu irgendwas gebrauchen kann.“

„Ihr spinnt! Ihr spinnt ja alle!“

„Halt die Klappe!“, fahren mir Miriam und Gabby gleichzeitig über den Mund.

Scheiße, ich ziehe Fäden!

Hausnutte

Starfuck

Eigentlich ist es ja wenig verantwortlich, Sex mit Miriam zu haben. Einer Sängerin, die für ihr exzessives Sexleben bekannt ist und es nicht (mehr) für angebracht hält, sich auf einen festen Partner zu beschränken.

Andererseits ist da mein schier unüberwindlicher Drang nach Berühmtheiten. (Ich möchte wirklich gerne wissen, welches Arschloch in meinem Stammbaum für die Vererbung dieser Sucht verantwortlich ist.)

Miriam ist dabei nahezu die Krönung – zumindest musiktechnisch gesehen. Sie gehört zu den ganz wenigen, mit denen ich durchbrennen würde. Ausserdem ist sie eine sexuelle Freibeuterin und der schiere Wahnsinn in Experimentierfreudigkeit. Sie treibt es mit so unglaublicher Hemmungslosigkeit – und nicht existentem Schamgefühl – dass ich mir manchmal dagegen wie eine katholische Jungfrau  vorkomme.

Andererseits verlangen Gabby und ich für jeden neuen Dreier (oder Vierer) einen frischen Coronatest und eine nahezu eidesstattliche Versicherung von ihr, dass, wenn sie sich Schwänze einverleibt, sie es nur mit Kondomen macht.

Ist natürlich auch keine Garantie.

Andererseits schlafen auch Joana und Gabby hin und wieder mit Typen, doch bei ihnen weiß ich, dass der Kreis ihrer Stecher klein bleibt und aus Kollegen besteht, die ohnehin einmal die Woche getestet werden.

Doch auch hier: keine Garantie.

Wie sich das mit den aktuellen Kontaktbeschränkungen – ob empfohlen oder verordnet – vereinbaren lässt?

Wenig bis gar nicht.

Aber was soll ich machen? Wenn ich eine weibliche Berühmtheit sehe, falle ich nach hinten und meine Beine öffnen sich wie gut geschmierte, automatische Garagentore. Bereit zum Einfahrenlassen. Irgendein promiskuitiver Humunkulus drückt sabbernd und grinsend auf eine Fernbedienung.

Immerhin habe ich ihn soweit, dass er sich vorher noch ganz kurz mit dem Vernunftzentrum meines Hirns bespricht. Was nicht allzuviel bringt, doch wenigstens verzögert es den Vorgang um ein paar Sekunden.

Bin ich stolz auf mich?

Nein.

Aber ich verkehre in (und mit) den falschen Kreisen.

Ich will es sicher nicht auf die Hormone schieben – doch ich habe eindeutig zuviele davon.

Und außerdem einen total versauten Humunkulus!

Scheiße, ist das geil!

Es war ein wenig, als würde ich mich selbst beobachten. Normalerweise bin ich nämlich die einzig Nackte im Raum.

Zu den Angezogenen zu gehören, passt irgendwie gar nicht in meine Vorstellungswelt.

Miriam scheint es ähnlich zu gehen – so ungezwungen, wie sie sich komplett nackt in unserer Gesellschaft bewegt. Und sie kommt nicht ansatzweise auf die Idee, uns vorzuschlagen, dass wir uns doch auch ausziehen könnten.

Es gibt ein Buffet. Ich mache den idiotischen Fehler zu fragen, ob ich ihr auch etwas auf den Teller legen soll, woraufhin Gabby die Augen rollt. Miriam lächelt nur lieb. War aber auch wirklich dämlich von mir.

„Alles für dich, Baby, alles für dich.“

Ich möchte ja jetzt wirklich nicht eklig rüberkommen, doch manchmal frage ich mich ernsthaft, wie die Stoffwechselprodukte von Leuten aussehen, die sich ausschließlich von drei Blättern grünem Salat und einem halben Löffelchen Essig am Tag ernähren.

Ich zucke die Schultern und staple. Auf den Teller. So lange bis die Oliven runterrollen.

„Ich hätte dich gar nicht als so progressiv eingeschätzt“, sagt sie zu Gabby in völlig unschuldigem Ton.

Den Fehler machen viele, denke ich.

Ich folge den beiden mampfend eine Marmortreppe nach oben. Die Stufen schweben frei im Raum, zumindest hat der Architekt diesen Eindruck schaffen wollen. Die Wand daneben besteht aus altem Bruchstein. Seltsame Kombination.

Oben angekommen, wird es noch seltsamer. Wenn ich es nicht genauer wüsste, würde ich sagen, Scotty hat uns gerade in eine Holzhütte nach Kentucky gebeamt. An einer der Wände aus grob geschlagenem Holz, hängen zwei Pferdesättel. ERNSTHAFT!

Scheiße, ist das geil!

Noch bevor mein Teller und ich die letzten Stufen nehmen können, hat sich Miriam auf einem dicken, bunten Teppich niedergelassen. So wie ich sie einschätze, hat sie den aus einem Indianer-Wigwam klauen lassen.

„Gegen den Durst.“ Sie zeigt auf eine Flasche Bourbon auf dem grob gehauenen Holztisch neben der Bruchsteinwand zu meiner Rechten. „Tequila für dich kommt gleich“, grinst sie. „Zum Nachspülen.“

Ich grinse dämlich. Mir liegt eine Antwort auf der Zunge, doch ich spreche nicht mit vollem Mund. Stattdessen lasse ich mich, mit dem Teller in der Hand, neben ihr auf den Indianer-Teppich sinken.

Scheiße, ist das geil!

Teppich, Holzfeuer, zwei Fotzen, vier Titten und der Tequila ist unterwegs – fick mich, ich bin im Himmel!

Schuhfetisch

„Dreckige Füße?“ Ich zeige auf ihre Cowboystiefel.

Miriam ist ansonsten komplett nackt.

„Schuhfetisch“, antwortet Gabby an ihrer Stelle.

Miriam zuckt die Schultern: „Haben wir den nicht alle?“

Wie auf Kommando schauen Gabby und ich gleichzeitig nach unten.

„Mmh…“, antwortet Gabby nachdenklich mit Blick auf ihre Ferragamo Highheels.

Ich antworte nicht, nachdem ich festgestellt habe, dass ich heute meine gold-weißen Glitter-Sneakers von Alexander McQueen trage.

„Schicke Schuhe“, grinst Miriam.

Scheiße.

Die Nackte in den Cowboystiefeln

„Du bringst Verstärkung? Brauchst du beim Ficken ein Kindermädchen?“

WOW! Ich bin sprachlos. ICH!

„Antworte ihr!“, zische ich und gebe Gabby nach einer Schrecksekunde einen leichten Stoß mit dem Ellbogen.

Doch Miriam hat uns längst in der Tür stehen lassen und wackelt mit ihrem nackten Arsch zurück ins Haus.

„Ach, geh schon rein!“, stößt Gabby mich – nach ihrer eigenen Schrecksekunde – kopfschüttelnd in den Flur.

„Pah!“, motze ich und stolpere vorwärts. Ich bin nicht ganz sicher, ob „vorwärts“ die richtige Richtung ist, denn Frauen, die unverschämter sind als ich, machen mich nervös. Nervös ist nicht gut.

„Tür zu!“, ruft Miriam ohne sich umzudrehen.

Gabby tritt sie mit einem Rückwärtskick zu.

„Was, wenn wir ganz schnell abhauen müssen?“, flüstere ich.

„Halt den Mund, Tammy!“ Sie gibt mir erneut einen kleinen Stoß, weil sich meine Beine offenbar noch nicht sicher sind, ob sie der nackten Sängerin folgen, oder doch lieber ihr Heil in der Flucht suchen sollen.

Als wir die monströse, lichtdurchflutete Eingangshalle betreten, habe ich mich entschieden: Wollen wir doch mal sehen, wer unverschämter ist – die nackte Frau in den Cowboystiefeln auf dem einsamen Sofa oder ich!

„Und wer von euch schiebt jetzt wen?“, grinst sie.

Scheiße, das wird nicht einfach werden!

Dreier, irgendjemand?

Ganz schön weit bis zu ihr! Scheiße weit, um genau zu sein. Zu weit für meine brave Bonanza. 15 Stunden, wenn ich Glück habe. Mit Zwischenstopp. Sooo nötig habe ich es nun auch nicht!

Und wenn ich Miranda oder Anik nach einem Jet frage, zeigen sie mir erst den Vogel und erpressen mich dann mit mehr Arbeit. Kann die Frau denn nicht woanders wohnen?

„Dummchen“, schüttelt Gabby den Kopf, als ich mich bei ihr darüber beschwere.

„Dummchen?“

Sie nickt: „Dummchen. Merkst du nicht, dass sie will, dass du eine ähnliche Anstrengung machst wie sie?“

„Indem ich ans Ende der Welt fliege?“

„Quatsch! Indem du herausbekommst, wo sie gerade logiert.“

„Du meinst, sie ist nicht zu Hause?“

Gabby schüttelt den Kopf.

„Und ich soll herausbekommen, wo sie sich herumtreibt?“

Gabby grinst: „Die Frau spielt ’schwer zu haben‘ mit dir.“

„Und wo ist sie?“

„Woher soll ich das wissen? Finde es raus.“

ICH HASSE SPIELE!

„Finde du es raus.“

„ICH? Was habe ICH damit zu tun? Willst DU sie ficken oder ich?“

„Du bist meine Partnerin. Es ist deine verdammte Pflicht mir in Sachen Beischlaf behilflich zu sein!“

„Ja, aber nur wenn es um meinen geht.“

Ich verdrehe die Augen: „Komm schon! Du bist doch genauso scharf auf sie wie ich!“

Gabby zuckt mit den Schultern: „Du legst sie doch sowieso irgendwann in mein Bett.“

„Ich glaube kaum, dass sie sich so einfach in irgendein Bett legen lässt.“

„MIRIAM? HA! Die legt sich in jedes Bett, das warm genug ist.“ (Ja, ich habe meiner Sängerin X jetzt endlich einen Namen gegeben.)

„Wie kommst du darauf?“ (Klingt das etwa irgendwie eifersüchtig?)

„Du solltest dich über die Leute, von denen du dich ficken lassen willst, besser informieren.“

„Ich weiß, sie ist notgeil. Ist bekannt. Aber trotzdem…“

„Glaubst du wirklich, dass sie mich auslassen wird?“ Gabby lächelt breit.

Nein, das glaube ich tatsächlich nicht. Niemand würde sich Gabby entgehen lassen.

„Was hältst du davon, wenn ich dich einfach mitnehme?“

„Für was?“

„Ich weiß nicht. Was kann man zu dritt machen?“, grinse ich.

Was kann man zu dritt machen?