Workaholic

Woran ich mich garantiert nicht gewöhnen werde, sind die Zeiten, zu denen die Frau aktiv ist. Wie kann ein Mensch nur mit vier Stunden Schlaf auskommen und trotzdem aussehen wie eine frisch dem Meer entstiegene griechische Göttin?

Nebenjob

Ich kann nicht die ganze Zeit meinen Roman editieren. Das macht mich wahnsinnig!

Ich habe einen kleinen Nebenjob angenommen. Die Jungs vom Hangar haben mir erzählt, dass eine ihrer Kundinnen einen Piloten sucht. Genauer gesagt, einen zweiten Piloten, der ihre eigentliche Pilotin ersetzen kann, wenn sie frei hat. (Sie scheint auf weibliche Piloten fixiert zu sein.)

Es ist so ein typischer Commercial Pilot Job, bei dem man auf Abruf fliegt.

Witzigerweise besitzt sie eine DA62 – also einen von diesen fliegenden Computern, die ich schon gut kenne. Und die Gegend hier ist mir auch bekannt (ist wichtig in den Bergen). Da die Frau in der Nähe von Notodden wohnt, trifft sich das alles gut.

Diamond DA62 / High-Tec aus Österreich

Außerdem wird ihr Flieger hier gewartet, was mir sehr wichtig ist. Das ist übrigens einer der Gründe, warum ich keine Lust mehr auf große Airlines habe: Die Wartung und die Inspektionen. Ich will mich einfach nicht mehr darauf verlassen, was Leute, die ich nicht kenne, mit den Fliegern machen, in die ich mich setzen soll. Für meinen Geschmack gab es zu viele Katastrophen, die auf schlechte, fehlerhafte oder rücksichtslose Wartung zurückzuführen waren. Bei unserer eigenen Airline weiß ich woran ich bin und zu den Jungs hier habe ich auch Vertrauen.

Wie dem auch sei …

Auf diese Weise kann ich ein wenig fliegen – meist Kurztrips nach Schweden oder Dänemark, in die baltischen Staaten, und den einen oder anderen Flug rüber in die UK – ohne dass es mein eigenes Geld kostet. Fliegen ist teuer. Und so werde ich dafür auch noch bezahlt. Ich hoffe nur, dass die Sache nicht in Arbeit ausartet!

(Wenn ich Lust dazu habe, kann ich übrigens meinen Dämon mitnehmen. Ich kann gut verhandeln.)

Das nur mal so als Zwischenbericht. Manche Menschen hier interessieren sich ja dafür, was ich so treibe.

Frauen in Jeans

Sie sind mein großer Faible: Jeans. Besser gesagt: Frauen in Jeans. Sie machen mich fertig: Heiße Weiber in diesen 70er-/80er-Jahre-Hosen, weit geschnittener blauer Stoff mit einem Arsch zum Reinbeißen. Sie beeinflussen meinen Alltag, jedenfalls den beim Arbeiten. Und so habe ich – tatsächlich in Absprache mit meiner Chefin – die neue Uniform unserer Stewardessen eingeführt. (Ich weiß: Mittlerweile heißt das geschlechtsneutral „flight attendants“ oder „cabin crew“, doch das geht mir am Arsch vorbei. Man muss nicht jeden Scheiß mitmachen. Und ein politisch nicht korrekter Ausdruck mehr oder weniger, hilft meiner Reputation auch nicht. Merke: Nicht die politische Korrektheit zählt, sondern Leistung und Können, ihr Arschlöcher!)

Auf unseren Dash 8 kümmern sich in der Regel vier Stewardessen um die Passagiere, also die doppelte Anzahl als üblich. In der Regel besteht die cabin crew natürlich aus Männlein und Weiblein, doch jeder weiß, dass ich in meinem Flieger nur Frauen hinter mir akzeptiere. Natürlich gibt es keine Dienstanweisung oder Ähnliches, doch ich habe es seinerzeit geschafft, die männliche Stewardessen-Variante in ganz wenigen Flügen hinauszuekeln. Heute macht jeder Steward einen großen Bogen um mich. Die Disposition hat es aufgeben für meine Flüge Schwanzträger einzuteilen.

Frauen in heißen Jeans: Einfach das Oberteil wegdenken!

Männer akzeptiere ich nur in meinem Cockpit. Sexistisch? Aber sowas von! Nein, ernsthaft jetzt: Dass ich Typen neben mir akzeptiere hat zwei Gründe: Zum einen quatschen Männer nicht so viel und zum anderen fliegt für uns zurzeit keine Frau. Was wiederum nicht an mir liegt, sondern daran, dass es erstens zu wenig Pilotinnen gibt und ich zweitens angeblich höhere Ansprüche an das weibliche Geschlecht stellen würde.

Was ist falsch daran, von Frauen mehr zu erwarten? Männliche Nullnummern kann ich ertragen, weil das dem statistischen Durchschnitt entspricht; Weiber die nichts taugen, beleidigen mein Selbstverständnis. Dazu kommen meine Erfahrungen aus kritischeren Situationen, in denen die meisten meiner stehend pinkelnden Co-Piloten der Meinung waren, mir zu sagen, was ich tun sollte, die Frauen hingegen einfach schweigend ihren Job machten. (Was für den Laien vermutlich für die Frauen spricht, doch so funktioniert das nicht: Vom zweiten Piloten wird erwartet, dass er sich mit eigenen Beobachtungen und Ideen einbringt, auch insistierend. Einen Airliner zu fliegen ist ein Teamjob und nichts für Mauerblümchen. Unter anderem deswegen wurden bislang die meisten Weiber von mir nach Trainingsflügen negativer bewertet als ihre männlichen Kollegen.)

Frau, halt die Beine zusammen!

Aber zurück zu den Jeans. Die Uniformen unserer cabin crew bestehen bei den Mädels neuerdings aus 70er-Jahre-Jeans, schwarzen Arbeitsstiefeln und weißem Hemd mit unserem Logo. Das ist möglichst genauf auf der linken Titte platziert, das Namenschildchen direkt darunter. (Ja, das gilt auch für Männer – minus der Titte.) So kommt es, dass fast jede unserer Frauen einen knackigen Arsch hat und die Passagiere einen netten Anblick. Okay, letzteres ist eine Übertreibung. Nicht, weil wir hauptsächlich sexy Weiber beschäftigen, wir versuchen das zwar, doch gleichzeitig gibt es bei uns keine Altersdiskrimierung. Das ist eines der wenigen Dinge, die ich beim Sojamilch-Komplex akzeptiere: Es gibt keinen – nicht einen einzigen – Grund, Menschen wegen ihres fortgeschrittenen Alters nicht zu beschäftigen. Vielleicht verlieren Arsch und Titten nach und nach gegen die Schwerkraft und wir müssen das Airline-Logo bei den älteren Damen tiefer anbringen, doch ihre Erfahrungs- und Leistungskurve zeigt deutlich nach oben. Das gleicht sich aus.

Apropos Kurve: Die Zufriedenheit unserer Passagiere hat sich, seit den neuen sexy Uniformen, weiter gesteigert – was zeigt, dass ich Recht hatte.

Aber jetzt zum eigentlichen Thema dieses Eintrags: Es ist bei uns üblich, dass der Captain – das wäre in der Regel ich – die Passagiere persönlich begrüßt, während sich der Copilot sich um die meisten Preflight-Prozeduren kümmert. Auf unseren Q400 ist das kein Hexenwerk, weil wir nicht mehr als 70 Fluggäste transportieren.

Echt jetzt?

Mein Problem: Frauen in Jeans machen mich fertig, sexuell gesprochen. Es sind weniger die Weiber der Filmcrews – zwar tragen auch die meisten von ihnen Jeans, doch die Studios legen bei den Weibern hinter den Kulissen leider gar keinen Wert auf die Optik, sondern beurteilen nur die Leistung (ja, das gibt’s). Von daher ist selten eine Tussi dabei, die meinen Flüssigkeitshaushalt beeinflusst.

Leider sind meistens auch Schauspielerinnen an Bord. Nicht unbedingt die Megafrauen aus der ersten Liga der Branche – die fliegen mit unseren kleinen Privatjets – aber die meisten der kommenden Film- und Serienstars sind genauso atemberaubend sexy. Jedenfalls wenn sie privat unterwegs sind. Denn dann sind bei ihnen Jeans angesagt. Bei solchen Weibern wird mein Hals trocken, weil alles Flüssige nach unten stürzt. Das ist auch der Grund, warum ich neuerdings meinen FO die Begrüßung machen lasse. Männer haben solche Probleme nicht. Wenn die mit einem Ständer in der Hose die Leute begrüßen müssen, ist das nicht weiter schlimm. Sie können immer noch ein Tablet oder Ähnliches davorhalten. Ich jedoch muss den ganzen Flug in der Soße sitzen oder von vorneherein eine fette Slipeinlage tragen, was ich nicht leiden kann.

Na ja, im Moment habe ich diese Probleme nicht, sondern sitze seit zwei Wochen bei herrlichen Minustemparaturen vor dem Ofen und editiere mein neues Buch. Zwischendurch geht’s mit meinem Motorrad zum Flughafen, wo ich im Hangar oder im Büro mit alten Bekannten Kerosin rede. Am Freitag werde ich wohl meine kleine alte 200er Kawasaki Moto-Cross-Maschine in Daddys Garage ausgraben, denn ab dann soll es schneien. Da ist dann etwas Leichteres als die 800er angesagt, ich will ja nicht auf meinen Titten durch die Gegend rutschen. Ich hoffe, mein Dämon und ich bekommen das kleine Biest zum Laufen.

Wie lange ich hier in Norwegen bleibe, ist unklar und es kommt drauf an, wieviel Arbeit uns an Weihnachten erwartet. Alles kommt drauf an, inwieweit die Studios ihre eigenen Kulissen für die bunte Weihnachtswelt für die 22er und 23er Filme benutzen, oder ihre Szenen doch lieber in Amerikas Städten drehen. Unsere 737 sind jedenfalls für Drehs in Europa ausgebucht.

So viel also zur aktuellen Lage. Und hier noch ein Tipp zur Vorbereitung auf mein neues Buch. Wer mehr politisch nicht Korrektes lesen möchte: J. – Forever. Als E-Book oder Taschenbuch.

Garantiert nicht korrekt

Für alle, die es immer noch nicht wissen: Es gibt wenig, das ich mehr hasse als politische Korrektheit!

Aus genau diesem Grund findet ihr auf meinem Telegram-Channel garantiert nichts politisch Korrektes, aber vieles von dem, was uns die sozialen Medien vorenthalten. Klickt einfach auf das Foto oder scannt den QR-Code. Verraten kann ich schon einmal: Wenn ihr nicht auf Nacktheit und Pornographie steht, ist die Seite nichts für euch!

Hier gibt es
politisch nicht Korrektes
und jede Menge Pornographie
Einfach den QR-Code scannen oder klicken

Tammy gibt es außerdem auf Facebook und Twitter:

Tammy auf Facebook
Tammy auf Twitter

Lust auf einen kleinen Vorgeschmack von meinem neuen Buch?

Auszug aus dem Vorwort
zu meinem neuen Buch

Schreibfaulheit?

Oh dear! Wie lange habe ich hier nicht geschrieben?

Ich schwöre, es liegt an diesem verdammten Buch, das vor Weihnachten erscheinen wird und an der Schreiberei, bei der ich mittlerweile etwas in Rückstand geraten bin. Was wiederum an der elenden Fliegerei mit der Dash liegt und meinen Ausbilderflügen mit der 737. Alles ein wenig viel im Moment. Aber ich bin dran!

Hier gibt es jede Menge politisch nicht Korrektes: https://t.me/joinchat/uVll_yG2Fg81MGFk

Wie sich die Zeiten ändern

… und mit ihnen augenscheinlich die Umstände.


Wir verkaufen das große Haus in Palm Springs. Das Experiment mit den viereinhalb Weibern unter einem Dach hat nicht besonders gut funktioniert, bzw. nicht sehr lange.
Joana wohnt wieder in Bel Air, Gabby hat geheiratet (Einen Typ!!!) und lebt mit Eva wieder in New York, während Mazikeen mir explizit erklärt hat, zurück in ihr Haus auf Orcas Island zu ziehen. (Schon verständlich: Als Wasserratte kann man sich in der Wüste nicht wohlfühlen.)
Als ich vorgestern die Q400 in unserer Firma abgeholt habe, war ich das erste Mal seit Wochen wieder in dem verlassenen Haus. So etwas ist deprimierend. Nicht, wie sich alles entwickelt hat – das war vorauszusehen und die ganze Sache stellte ohnehin eher ein großes Experiment dar – nein, die verstaubten Räume und unsere Geister, die darin herumschweben produzieren Gänsehaut.


Ich habe den Airliner leer nach Burbank geflogen, bin in ein Taxi und habe meiner Mieterin in LA einen Freundschaftsbesuch abgestattet. Sie hat sich sehr gefreut, was ich erstaunlich finde, wenn eine Vermieterin einen Besuch abstattet. Sie hat mir die Wohnung gezeigt, die wirklich toll aussieht. Über sie kann ich mich ganz und gar nicht beklagen. Nach zwei Milchkaffee in der kleinen Bar des Komplexes, bin ich schließlich weiter Richtung Bel Air.


Joana hat mich fast aufgefressen vor Freude. Wir konnten überhaupt nicht aufhören, uns zu betatschen (vor allem ich sie). Vor allem konnten wir überhaupt nicht aufhören, zu quatschen, was ebenfalls überraschend war, berücksichtigt man, dass wir fast jeden Tag zoomen.
Die Nacht war phantastisch! Wir hatten so viel Sex wie seit langem nicht mehr, und das, obwohl wir dieser Sache eigentlich abgeschworen hatten, nachdem sie mir verkündet hatte, dass sie wieder einen (einigermaßen) regelmäßigen Stecher besaß. (Ja: besaß. Bei Joana geht alles um besitzen. Da zeigt sich nicht nur die Diva, sondern auch die verlassene Frau.) Wir versuchten vor geraumer Zeit, die Benefiz zu streichen und lediglich beste Freundinnen zu bleiben. Hat ja toll funktioniert. Aber wer weiß, wie oft wir uns in Zukunft sehen werden, vor dem Hintergrund, dass Mazikeen mir vor einigen Tagen jetzt „ganz offiziell“ mitgeteilt hatte, dass sie zurück in ihr Haus nach Orcas Island gehen würde, „ob du mir nun endlich fucking sagst, dass du definitiv mitkommst oder nicht“? Was bleibt einer armen Sterblichen schon anderes übrig, als zu nicken, wenn ihr Dämon explizit wird? Dann haben meine Tiere auch wieder ein brauchbares Zuhause und ich muss keine Angst mehr haben, dass Nala von Schlangen gebissen oder Skorpionen gestochen wird. Und dem Kater hängen hoffentlich keine Beine von handtellergroßen Spinnen mehr aus dem Hals.
(Ich darf nur nicht vergessen, meine gesamten Sozial-Media-Profile zu ändern, bevor ich wieder von irgendeiner dieser Arschlochfirmen rausgeworfen werde.)


Das Haus in Palm Springs zu behalten, macht keinen Sinn mehr. Es kostet ein Vermögen und ich kann Hitze kombiniert mit Sand sowieso nicht leiden. Also werde ich mir dort ein kleines Apartment suchen, damit ich für meine Arbeit nicht jedes Mal in ein Hotel ziehen muss. Das kann ich noch viel weniger leiden.
Apropos Arbeit: Ich bin ab 01.12. offiziell wieder 737-Pilotin. Chefpilotin unserer kleinen Airline bin ich ja von Anfang an gewesen, doch nun, da wir stolze Besitzer/Mieter von zwei 737-BCF-Frachtern (einer ab 3. Dezember, einer ab März kommenden Jahres) sowie einer 738 – seit vorgestern – sind, darf ich mich LCC (line check captain) für die 737 NG nennen. Coole Sache. Vor allem gibt es mehr Geld. Jedenfalls bis zum nächsten Virus. Dann darf ich betteln gehen – oder anschaffen, solange meine Optik das noch zulässt. (Bei der Gelegenheit: Hatte ich eigentlich erwähnt, wie geil es ist, seiner Chefin auf dem Notebook beim Masturbieren auf dem Klo zuzuschauen, während man es sich selbst macht? Nein? Ist ein anderes Thema.)
Bessere Bezahlung im Job ist für mich inzwischen wieder wichtig geworden, weil die finanziellen Abkommen mit Gabby und Joana leider nicht mehr existieren und Mazikeen zwar nicht arm ist, doch trotzdem nicht in der Lage wäre, mir jedes Mal wenn sie Sex will, solche Summen auf den Nachttisch zu legen. Alles Schöne im Leben ist vergänglich … *seufz


Mein erster Flug mit einer unserer Dash 8 hatte übrigens gleich abenteuerlich begonnen. Auf dem Leerflug von Palm Springs gab es beim Landeanflug auf Burbank ein gelbes „Master Warning“, das auf einen Fehler in der Pressurization hinwies. Was seltsam ist, weil die Pressurization während dieser Flugphase ja (fast) nicht arbeitet. Am Boden konnten wir nichts finden – also zurück in unsere Werkstatt nach Palm Springs zur Fehlersuche. Es stellte sich heraus, dass der Computer im Bleed-Air-Sytem einen nicht existierenden Fehler anzeigte. Am Ende konnten wir die hochkarätigen Fluggäste dann doch noch von Hollywood nach Denver transportieren. Alle Aufregung umsonst. Andererseits mache ich mir wegen so etwas auch nicht gleich ins Höschen. Dafür kenne ich den Job schon zu lange (und habe schon viel zu viel erlebt).


So, jetzt wird es aber Zeit an einer anderen Sache zu schreiben: An meinem neuen Buch, welches so gerne komplett fertig werden möchte.

Viel Neues im Dezember

Sprache verändert sich und das ist gut so. Sie wächst und gedeiht mit den Bürgern, ihren Ideen und Wertvorstellungen. Mein neues Buch Neun Freundinnen und eine 12 ist mitgewachsen. Darauf bin ich durchaus ein wenig stolz, da die Veränderung der Sprachbasis eine Menge Arbeit mit sich gebracht hat, und ich den Mehraufwand – trotz vieler widriger Umstände – in erstaunlich kurzer Zeit bewältigen konnte.

Es begann damit, dass ich beobachtet habe, wie sich meine eigene Sprache verändert hat. Vielen gefällt meine unbeschwerte Frei-Schnauze-Schreibe, doch mit allem, was um mich herum passiert, wollen offensichtlich meine Texte auf einen anderen Level, um den Anforderungen der heutigen Zeit besser gerecht werden zu können. Die Veränderungen endeten für den Moment damit, dass ich in das Buch Themen integriert habe, die ich noch vor ein paar Jahren nicht anzusprechen gewagt hätte. Selbst in J.-Forever nicht.
Autoren tragen durchaus Verantwortung. Wenn diese schon nicht der Gesellschaft gegenüber besteht, so sollten sie doch zumindest für die Sprache, in der sie sich ausdrücken, ein wenig Respekt zeigen. Der eine oder andere mag diese Aussage nicht nachvollziehen können, aber ich werde Angriffe auf unsere Art zu reden und zu schreiben, nicht unkommentiert lassen. Ich habe mich außerdem dafür entschieden, meinen winzigen Teil beizutragen, das Deutsche, wie es war und (zur Zeit noch) ist, zu überliefern.

Vor dem Hintergrund feministisch-sexistischer Attacken auf die Sprache, die ich so liebe, kann ich eben nicht mehr reinen Gewissens meine Gedanken, wie mir „das Maul gewachsen“ ist (um es mit verschiedenen Klassikern zu sagen), aufs Papier bringen. Rede- und Schreibweisen verändern sich mit den Zeiten. Doch es ist eine Sache, landläufig gebrauchte Wendungen zu integrieren, eine andere aber, zu versuchen, politische Absichten durch Sprachverfälschung durchsetzen zu wollen.

Das sogenannte „Gendern“, das Bestreben das generische Maskulinum durch absurde Satz- und Wortkreationen aus dem Deutschen zu verbannen, ist weniger lächerlich als gefährlich. Wenn gesellschaftliche Kräfte beginnen, Sprache als Waffe zu benutzen, um eigene Ziele zu erzwingen, sollten wir uns vorsehen. Das passierte schon mehrfach und hat nie friedlich geendet. Wohin die Sprachlenkung in den 1930ern führte, wissen wir alle. (Ich empfehle zu diesem Thema den Artikel „Sprache und Sprachlenkung im Nationalsozialismus“ auf der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung https://www.bpb.de/politik/grundfragen/sprache-und-politik/42752/sprache-zur-ns-zeit ).
Es ist völlig bedeutungslos, ob Sprachterroristen rote, grüne oder braune Hemden tragen – der Angriff auf unsere Sprache bleibt der gleiche. Egal welche Ansprüche Bewegungen haben; das Mittel der Wahl für potentielle Weltveränderer ist die Veränderung der eigenen Sprache. Gezielte Wortmanipulation als Waffe? Sollte uns das nicht erschrecken?
In den 1930ern betrieb die Farbe Braun radikale und unerwünschte Volkserziehung durch Sprachmanipulation, die Farbe Grün macht es heute. Und das, obwohl unseren feministisch-sexistischen Weltverbesserern die sozialen Medien zur Verfügung stehen, wo sie seriöse Überzeugungsarbeit leisten könnten. Dass sie mit der Manipulation des Deutschen bereits Teilerfolge erzielt haben, liegt unter anderem an der unreflektierten Berichterstattung von Journalisten, die überwiegend die gleichen grünen Hemden tragen – und die sich für autorisierte Politiklehrer halten. (Autorisiert durch wen, frage ich mich an dieser Stelle: durch eigene moralische Überlegenheit? Ich glaube kaum!)
Ich suche schon seit Längerem in den großen deutschen Medien nach Artikeln, die den einst noblen Kriterien von Neutralität, Recherche und Fehlerfreiheit entsprechen. Bei ARD und ZDF z.B. ist das nicht nur ein mühseliges Unterfangen, es ist ein meist vergebliches. Reporter scheinen das „Report“ in ihrer Berufsbezeichnung vergessen zu haben, das unter anderem bedeutet, dass man bei politischen Themata nicht nur die eine Seite, sondern – womöglich im selben Artikel – die gegensätzliche Meinung ebenfalls hört und sie möglichst unkommentiert zitiert. Das hieß früher „faire und gerechte Berichterstattung“. Mit „vergessen“ hat das leider kaum etwas zu tun; es ist Volkserziehung, nicht mehr, nicht weniger. Und dass dabei die – von Journalisten angeblich so geliebte – Sprache auf der Strecke bleibt, ist ein in Kauf zu nehmender Nebeneffekt.
Ich bin sicher, dass es auch noch untadelige Medienmacher gibt – doch die sind, wie ich leider immer wieder feststelle, nur mit dem Vergrößerungsglas zu finden.

An dieser Stelle möchte ich betonen, dass die systematische Unterdrückung anderer Meinungen durch die heutigen Medien nichts mit staatlicher Kontrolle oder Vorgaben aus der Politik zu tun hat, wie fehlgeleitete „Querdenker“ und unbelehrbare Rechtsradikale kontinuierlich behaupten. Es ist ausschließlich auf fehlende journalistische Integrität, über die Jahre degeneriertem Berufsethos und mangelnder Ausbildung von jüngeren Reportern und Redakteuren zurückzuführen.

Meinen Schreibstil wieder der deutschen Sprachbasis anzupassen, ist keine leichte Unternehmung, zumal ich gleichzeitig versuchen muss, dass meine eigene Identität nicht auf der Strecke bleibt. Ich behaupte, dass mir das im neuen Buch – Neun Freundinnen und eine 12 – gelungen ist (oder gelingen wird). Es ist nach wie vor Andrea, doch es wurde von einer Andrea geschrieben, die durch die Umstände gezwungen wurde, erwachsener zu werden. (Wobei das Urteil von meinen Fans getroffen werden wird.)
„Erwachsener“ heißt in diesem Zusammenhang nicht „langweiliger“. Ich behaupte, das Gegenteil ist der Fall. Das Buch ist kurzweiliger als manche davor veröffentlichte, es ist leichter lesbar, doch gleichzeitig in seiner Sprache anspruchsvoller. Der „neue“ Andrea-Stil: Überflüssige Wörter entfallen, dafür wird die Ausdrucksvielfalt größer und Wiederholungen reduzieren sich auf das nötige Minimum. Ebenfalls wichtig: Durch einen anderen Editierstil sollen vor dem Druck mehr Fehler entdeckt werden. Ob Letzteres funktioniert, bleibt abzuwarten (und zu hoffen).
Die Dialoge hingegen bleiben „frei Schnauze“. Auch das bewusste Weglassen seitenweiser Veranschaulichungen von Protagonisten und Orten erhalte ich. Leser haben bei Andrea-Büchern zusätzlichen Spielraum für ihre eigene Phantasie. (Was ich vor allem bei Sex und Pornographie für wichtig halte.)

Meine Grundthemen bleiben die gleichen: Liebe und Sex – und zwar in knallharten Details und Beschreibungen. Diese kompromisslose Andrea-Sprache sehe ich seit meinem ersten Veröffentlichung Anna von England auch als Protest gegen die immer stärker werdenden Einflüsse der „Müttermafia“, wie ich passionierte Moralerzieher gerne nenne. Diese Themen und diese Schreibweise gibt es weiterhin, meine Fans können beruhigt sein. Umrahmt von Liebe, Erotik und Pornographie, tauchen aber zusätzliche Themata auf, von denen ich hoffe, dass die Leser sich dafür interessieren.

Eines kann ich jetzt schon sagen: Mainstream-Gedankengut ist in dem neuen Buch nicht zu finden.

(Erscheinungsdatum, aufgrund Meinungsverschiedenheiten mit den Editoren, leider auf 2022 verschoben. Sorry.)

Tanzen mit dem Popstar

Alles was ich jetzt und für die nächsten Wochen mache, ist lernen und schreiben. Das war’s. Okay, zwischendurch noch ein wenig Sex, doch das war es dann wirklich. Ich besuche Auffrischungs- und Trainingskurse in Vorbereitung auf eine Neuzertifizierung für die 737 in den USA und Europa und arbeite intensiv daran, mein neues Buch bis Anfang Dezember druckfertig zu bekommen (ich liege gut in der Zeit). Irgendwelche Bankgespräche und Verhandlungen habe ich mir bis dahin verbeten.
Hier in Kissimmee, Florida, haben wir Tagestemperaturen von über 30 Grad, nachts sinkt das Thermometer gerade mal auf 20. Aber warm ist auch anders (sagt die Wüstenbewohnerin).
Meine Chefin spricht nach wie vor nicht mit mir, aber ich habe ja das Video … (von dem meine Schwester nichts weiß, es sei denn, sie spioniert wieder in meinem Blog, wozu sie eigentlich „keine Zeit und keine Lust“ mehr hat).
Ich freue mich SEHR auf mein neues Buch, es ist so ganz anders als „J.-Forever“, doch es gefällt mir. Der Stil hat etwas für sich, die Wortvielfalt hat sich gegenüber früheren Büchern deutlich erhöht, und das Thema geht in die richtige Richtung. Ob die neue „Andrea-Schreibe“ auch meinen Lesern zusagt, wird sich natürlich frühestens im nächsten Januar zeigen, wenn die Zahlen aus dem Weihnachtsverkauf vorliegen. Ich bin gespannt.
Natürlich werde ich, wie ich das bei jedem Buch mache, in den kommenden Tagen beginnen, kleine Auszüge zu veröffentlichen und ein wenig mehr über und von dem Buch berichten – so die Flugschule und das Training mir genügend Zeit lassen.
Der Titel (leider musste ich den bisherigen zum Untertitel degradieren) lautet:
Neun Freundinnen und eine 12
Eine kleine Geschichte über Brüste

Kurz umreißen möchte ich noch schnell, was diese Dezemberveröffentlichung für meine weiteren Buchprojekte bedeutet. An der deutschen Übersetzung von „She Doesn’t Do Girlfriend“ arbeite ich nach wie vor, sie ist weder vergessen noch abgehakt. Allerdings kocht die Sache derzeit erneut auf kleiner Flamme. Ich habe nach wie vor eine Menge Probleme damit, und schiebe daher das Projekt immer wieder in der Hoffnung zur Seite, doch noch eine durchschlagende Idee zu bekommen, wie daraus ein gutes, deutsches Buch werden könnte.
Als Nächstes geplant habe ich weitgreifende Überarbeitungen meiner Kurzgeschichten (neue, erweiterte Editionen) inklusive meines Lieblingsbuches „Bella und die Frau im Himmel“, dessen Verkäufe eher durchwachsen sind – was ich nicht verstehen kann.
Außerdem möchte ich mindestens eine meiner begonnenen kleinen Geschichten fertigstellen, um anschließend ein Taschenbuch mit allen Neueditionen der Kurzgeschichten herauszubringen. Auch hier wieder inklusive „Bella“. So weit die von mir angedachten Neuveröffentlichungen.
Inwieweit allerdings ein weiteres neues Buch dazwischen kommt, bleibt abzuwarten. Meine langjährigen Leser wissen, wie sprunghaft ich bin.

Was bei mir im Privaten läuft – auch darüber werde ich in den kommenden Tagen – vermutlich eher bruchstückhaft – berichten. Habt Geduld mit mir, liebe Freunde, Schule ist Stress! Vor allem, wenn man gezwungen ist, jedes Fach mit einem „A“ (einer 1) abzuschließen, um sein Ziel zu erreichen.

Neun Freundinnen und eine 12
Mein neues Buch: Neun Freundinnen und eine 12

Frauen, die Frauen lieben

Mein neues Buch wird erneut sehr ungewöhnlich werden.

Ungewöhnlich vor allem in Bezug auf die Themen. Ich schreibe momentan jede freie Minute, weil ich es unbedingt rechtzeitig vor Weihnachten herausbringen möchte. (Und weil es mir eine Menge Spaß macht, dieses Buch zu schreiben.)

Also Andrea-Fans aufgepasst: Wer ein Weihnachtsgeschenk für sich oder Andere sucht: Das neue Buch wirft seine Schatten voraus!

Wie immer gilt: Andrea-Bücher sind nichts für schwache Gemüter. Was euch erwartet ist Pornografie pur, Liebe pur und Drama pur. Erwartet Frauen, die Frauen lieben, erwartet Anderes, Neues, Ungewöhnliches und Inakzeptables.

„Eine kleine Geschichte über Brüste“ – Toleranz ist gefragt.

Dildos, Videos und Simulatoren

Es fühlt sich schon ein wenig komisch an: Das erste Mal keine Tabletten seit – ewig! Und das erste Mal wieder legal im Cockpit. Ich bin ja so gesetzestreu!

Ich muss sagen, dass ich überrascht bin, dass es doch eine Menge Spaß macht, wieder in der vertrauten Umgebung zu sitzen. Zwar im Moment nur im Simulator, aber das ändert sich ja demnächst. Zumal – diese Dinger werden immer echter.

Hier passieren so viele Dinge gleichzeitig, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll zu erzählen! Und wie ich es dabei auch noch schaffe, dass mein neues Buch ernsthafte Formen annimmt – ich weiß es nicht!

„Eine kleine Geschichte über Brüste (und warum jeder welche haben sollte)“ wird es heißen. Es ist das erste Mal, dass der Titel eines meiner Bücher zu einem frühen Stadium feststeht. (Auffällig: Ich habe es geschafft ein generisches Maskulinum in den Titel zu packen und das auch noch bei einem so weiblichen Thema! Alleine schon um die Pseudofeministen und Pseudofeministinnen zu ärgern. Und die Pseudofeminist*innen auch. Cool, oder?)

Trotz Klassenzimmer, Simulator, Fabrikbesuchen, Bank- und Personalgesprächen sowie regelmäßiger Masturbation zu dem selbstgedrehten Video von meiner Chefin, bleibt mir tatsächlich noch Zeit, einen Erscheinungszeitpunkt vor Weihnachten ins Auge zu fassen! (Was unter anderem auch daran liegt, dass meine neue Autorensoftware die Editierungsphase deutlich verkürzen wird.) Und eines kann ich meinen Lesern versprechen: In dieses (kleine) Buch ist eine Menge Mösenschleim geflossen!

Aber das war gar nicht mein Thema und ehrlich gesagt, habe ich inzwischen vergessen, über was ich heute eigentlich schreiben wollte! Werde ich jetzt schon senil?

Vilnius wird mich jetzt doch noch die ganze Woche beherbergen, wenn es so bleibt. Dann geht es kurzzeitig zurück in die ungeliebten USA, in das noch mehr verhasste Florida, um genau zu sein. Mein Dämon hat mich heute Nacht schon Richtung Miami verlassen, wo sie sich – wie könnte es anders sein – Boote anschauen will. Dort trifft sie meinen Busentuntenfreund Ken, der gerade Urlaub macht. Sie klüngeln zusammen im Versuch mir ein Boot anzudrehen, auf das wir uns alle zurückziehen sollen, wenn ich Urlaub habe. Und davon habe ich mit meinem neuen Vertrag eine ganze Menge. (Ken mag es nicht, wenn ich ihn Tunte nenne, doch er nennt mich auch gerne Lesbenschlampe, das gleicht es wieder aus.)

Aber jetzt ist erst einmal eine Menge Arbeit angesagt. Vor allem im Simulator und im Klassenzimmer.

Und im Bett mit dem Video von meiner Chefin.

Cockpit einer Triple Seven

Nacktfotos

Dass die Sache nicht mehr aufzuhalten war… Nun, das war irgendwann eindeutig. Die Frage war nur, wie ich es schaffe, nicht als das gerupfte Huhn aus der Angelegenheit herauszukommen.

Die Airlineindustrie ist nicht nur im Wiederaufschwung, sondern vor allem auch im Umbruch. Und wer den verschlief, der endete – na ja, wie unsere alte Fluggesellschaft. Also pleite. Und das würde bedeuten, dass ich alles Geld verlieren würde, das ich hineingesteckt hatte. (Sagte ich eigentlich schon, dass ich meine Schwester hasse?)

Das Konzept, das Anik und Miranda mir auf den Tisch gelegt hatten, war schlüssig. Es hatte nur einen kleinen Schönheitsfehler: Was die Banken nicht wussten, war, dass es zu großen Teilen auf Mirandas Managerfähigkeiten und unserer Kenntnis – und meinen Kontakten – zur Filmbranche beruhte. Was passierte, wenn ich keine Lust mehr hatte, mich von Stars ficken zu lassen, oder – wahrscheinlicher – andere, größere Firmen bemerkten, wie gut diese kleine Ratte Miranda war und sie abwarben?

Ich soll einen Vertrag mit ihr machen, sagt ihr? Moment, geht gleich weiter; ich muss schnell in den Keller und mich totlachen.

Das Einzige, was solche Leute davon abhält, einem ein Messer in den Rücken zu rammen, ist ihnen zuvorzukommen und sie umzubringen – was aber in diesem Fall wenig zweckdienlich wäre, weil sie ja arbeiten soll. Leichen schuften nicht.

Gottseidank ist mir eingefallen, dass Erpressung zu einer meiner Lieblingsbeschäftigungen gehört:

„NACKTFOTOS? DU WILLST NACKTFOTOS VON MIR MACHEN?“

Erpressung ist auch eine Lösung

Money talks

Das Problem mit Managern ist, dass sie in der Regel das bekommen, was sie haben wollen. Dessen war ich mir durchaus bewusst. Aber warum sollte man es ihnen nicht so schwer wie möglich machen?

Dummerweise verhält sich Miranda nicht so, wie man es für gewöhnlich von einer Geschäftsführerin erwartet. „Ich würde dir jetzt gerne sehr, sehr wehtun“, ist ein Satz, der nicht in den Sprachgebrauch einer Managerin gehört. Irgendwie passt er zu niemandem, den ich kenne. Im Normalfall würde ich antworten: „Mach doch!“, und würde es auch so meinen, doch bei meiner Chefin ist das etwas Anderes. Sie ist jemand, dem ICH wehtun will, und nicht umgekehrt. Außerdem lasse ich mir nur wehtun, wenn ich mit der Person auch Sex haben will. Ob ich wirklich mit Miranda ficken will? (Ich fürchte, ja.)

Mit meiner Behauptung, dass sie eine Spionin war, und nur im Sinn hatte, unsere Firma zu ruinieren, lag ich natürlich falsch. Im Gegenteil: Sie war sogar bereit, ihre eigene Karriere aufs Spiel zu setzen, nur um die Airline, die sie von Anfang an mit aufgebaut hat, nach vorne zu bringen. Das war ein Anfang, darauf konnte man aufbauen.
Ich liebe es, Menschen in der Hand zu haben. Da bin ich nicht anders, als meine Schwester Anik, die für ihre Ziele bereit ist, über Leichen zu gehen, wobei sich meine eigene Skrupellosigkeit eher auf andere Bereiche des Lebens bezieht. Mein Zwilling hat kaum etwas Anderes als Geschäfte (und Sex) im Kopf, während es bei mir eher um Segeln und Fliegen (und Sex) ging. Immerhin haben Anik und ich die Sache in den Klammern gemeinsam und können darüber immer wieder zueinanderfinden. (Nein! Nicht ineinander! Ist ja eklig!)

Ein weiterer (gravierender) Unterschied zwischen uns Schwestern ist das liebe Geld. Anik hat meistens jede Menge davon, ich muss mir das Nötige immer irgendwie beschaffen. Nicht, dass meine Schwester so eine Art Wallstreet-Millionärin wäre, weit gefehlt, sie muss, wie auch ich, für jeden Dollar arbeiten. Sie macht das aber grundsätzlich als ihre eigene Chefin, während ich für jedes Scheinchen für jemand Anderen arbeiten (oder ficken) muss. Die Zeiten, in denen ich meine Kohle einfach so investieren und von den Erträgen leben konnte, sind leider lange vorbei. Die haben mit dem Zusammenbruch unserer ersten Airline geendet und die Pandemie und meine Gesundheit haben mitgeholfen, mich zum Beziehungsschmarotzer zu machen.

(Natürlich hätte ich stinkreich sein können, wenn ich – ach, anderes Thema.)

Fakt ist, dass ich arbeiten oder ficken muss, um Geld zu verdienen, aber dass meine Gesundheit mir hinterhältig ein Bein gestellt hat. Wer sich von Tabletten ernährt wie ich, der fliegt für keine Airline mehr, und wenn, dann macht er es illegal. Aber auch das funktioniert nur so lange, bis der Allgemeinzustand – und die hinterhältigen Gesundheitschecks der Flugaufsichtsbehören – die Wahrheit verraten. Im Prinzip stand meine kurze Karriere bei Emirates von Anfang an auf wackligen Füßen und bei Singapore Airlines hat sie geendet, bevor sie begonnen hat. Und wenn ich bedenke, dass sich an Bord einer 777 viel zu viele Piloten herumtreiben, um meinen Gesundheitszustand langfristig verheimlichen zu können …
Aber was soll’s, ich mochte Langstreckenflüge und diese fliegenden Computer sowieso noch nie. Da waren meine 737-Zeiten bei Westjet und KLM doch etwas ganz Anderes! Das war alles kleiner, intimer und nicht so nervenaufreibend.

Und jetzt kommen meine Schwester und meine Chefin mit der Schnapsidee eine 737 anschaffen zu wollen! Weder die Eine noch die Andere hat eine Vorstellung davon, was das eigentlich bedeutet und was für einen Rattenschwanz von Investitionen und laufenden Kosten das nach sich zieht. Und wie sehr meine Nerven darunter leiden würden!

Wobei – Miranda behauptet natürlich, dass sie zwei Gutachten hat erstellen lassen, und auch die Banken diese abgenickt hätten, doch tatsächlich haben sie und meine Schwester keine Vorstellung davon, was die Bedeutung dessen ist, was in solchen Papieren steht. Sie sehen nur eine Kostenrechnung, die angeblich aufgeht und das war’s. Natürlich ist das alles Irrsinn! Ohne eine Person des Vertrauens, die tatsächlich aus der Big-Plane-Branche kommt, funktioniert das alles nicht. Und eingekauftes Knowhow hilft auch nicht weiter, denn Angestellte können nicht über den Tellerrand dessen schauen, wofür sie eingestellt wurden.
Die involvierten Banken und Versicherungen wissen das natürlich. Und genau deshalb bestehen sie auf jemanden wie mich. Wenn unsere Firma schon kein ausreichendes Kapital vorweisen kann, dann verlangen sie einen Knowhow-Einkauf zum quasi Nulltarif.
Ohne dass intime Kenntnisse der Branche aus dem Hauptanteilseigner-Kreis kommen, schütteln Finanziers von Banken und Versicherungenhaie nur die Köpfe. Im Takt.

Und genau da, komme ich ins Spiel. Nicht nur, dass ich einen großen Teil der Anteile besitze, sondern ich bin außerdem Familie. Geldgeber lieben Familienmitglieder, die eigenes Geld in einem Risikogeschäft stecken haben. Vor allem, wenn die auch noch darauf angewiesen sind, die Kohle nicht zu verlieren.

Das liebe Geld. Ich habe die Wahl meiner besten Freundin und meiner Dämonin auf der Tasche zu liegen – oder mir einen Job zu suchen. Und zwar nicht in meiner eigenen Firma. Anik und Miranda haben mir unmissverständlich klargemacht, dass ich nicht weiter für unsere Airline fliegen werde, wenn ich nicht … Fies, oder?
Ich könnte natürlich auch auf den Strich gehen, doch das macht auch nur Spaß, wenn man es nicht wirklich muss. Das Problem ist, dass ich, außer Ficken, wirklich nicht viel mehr kann, als segeln und fliegen. (Selbst für die Küche tauge ich nicht, es sei denn auf dem Rücken auf dem Küchentisch.) Und so wie die Lage im Moment aussieht, bestehen für segeln und fliegen, monetär gesehen, nur äußerst schwache Aussichten. Und selbst Prostitution reicht heutzutage nicht mal mehr zu einer Einzimmerwohnung mit Hinterhofblick. Und das auch nur in North-Carolina, falls jemand versteht, was ich meine.

Miranda weiß das natürlich alles, und sie spielt ihre Karten ziemlich skrupellos aus: „Du musst zugeben, Tammy, du brauchst den Job bei uns.“

„Fuck off!“

„Es sei denn, du willst deiner Familie auf der Tasche liegen.“

„Du nervst.“

„Und deine Prostituiertenzeiten sind ja inzwischen auch vorbei, wie ich höre.“

Ich überlege, ob ich ihr erneut eine reinhauen soll. Es hatte wirklich Spaß gemacht, gestern. Woher bezieht sie eigentlich ihre Informationen?

„Du willst mich also ernsthaft entlassen?“

„Habe ich das nicht bereits?“

Stimmt, das hat sie. Nicht, dass ich in meiner derzeitigen Position nicht ersetzbar wäre, doch natürlich gehen sie und Anik das Risiko ein, dass ich bei der allernächsten Gelegenheit mein Kapital aus der Firma ziehen würde. Und dann kann Schwesterlein wieder von vorne anfangen.

Also was jetzt? Nachgeben oder mir ein Bordell suchen? Noch war ich immerhin jung genug. Meiner Dämonin oder Joana ernsthaft auf der Tasche zu liegen, kam nicht infrage.

„Ich soll also den Mist, den ihr fabrizieren wollt, einfach abnicken, damit ich meinen Job behalte?“

„Wenn du es so ausdrücken willst …“

„Und dabei die letzte Kohle verlieren, die ich noch besitze?“

„Es liegt doch an dir, das zu verhindern.“

Nein, ich darf meine Chefin nicht unaufgefordert schlagen. Nein, ich darf meine Chefin nicht unaufgefordert schlagen. Nein, ich darf meine Chefin nicht unaufgefordert schlagen. Nein, ich darf meine Chefin nicht unaufgefordert schla …

Hexenehrenwort

Sie hat mich sitzen lassen. Einfach so. Was blieb mir übrig, als den Rest der Flasche allein zu vernichten? Tequila darf man nicht alt werden lassen. Könnte schimmeln.

Wie ich ins Bett gekommen bin, weiß ich nicht. Wirklich nicht. Da meine Kleidung am Morgen nicht der Rede wert gewesen war, wollte ich es auch gar nicht wissen. Wirklich nicht.

„Was hast du jetzt wieder angestellt?“ Das waren Aniks erste Worte, als sie für mich einen dreifachen Espresso bestellte. Wir saßen im Hotelfoyer neben irgendwas, was vermutlich Kunst sein sollte.

„Machen sie ihn …“ Wie sagt man fünffach auf schlau? „Machen sie ihn – größer.“
Die Bedienung lächelte nicht nur freundlich, sondern auch wissend.

Ich versuchte, eine besonders schlaffreundliche Sitzposition in dem weichen Ledersessel zu finden.

„Wenn du glaubst, du könntest hier weiterschlafen, schütte ich dir einen Eimer Eiswasser ins Gesicht!“

Ist die wieder ungemütlich! Wofür taugen Schwestern überhaupt?

„Also?“

„Also was? Ich schlafe doch gar nicht!“, protestierte ich.

„Miranda weigert sich, noch einmal mit dir zu reden!“

„Echt? Warum?“

„Das würde ich gerne von dir wissen! UND SETZ DICH ENDLICH ANSTÄNDIG HIN!“

„Ich setze mich hin, wie ich will!“

Die Bedienung kam mit einer großen gefüllten Kaffeetasse, die gefährlich nach Espresso roch. Nach einem zehnfachen. Ich lächelte dankbar.

„Warum will Miranda nicht mehr mit dir reden?“

Ich überlegte. Hatte ich ihr vielleicht den ganzen Tequila weggesoffen? Jedenfalls fühlte ich mich so. Ich zuckte mit den Schultern und versuchte, die Ereignisse der vergangenen Tage Revue passieren zu lassen. Es blieb bei dem Versuch. „Keine Ahnung.“ Dann würgte ich die erste Ladung Espresso herunter. Ich konnte den Geschmack nicht ausstehen, doch das Zeug wirkte bei mir ganz wunderbar. Es machte mich wach, half aber nicht gegen Kopfschmerzen. Für die schien mir Anik jedoch schon eine fette Oxicodon gefüttert zu haben – der Packung auf dem Tisch nach zu urteilen. (Getreu nach Aniks Devise: Was nicht süchtig macht, hilft auch nicht.) Nun ja … Aber immerhin wirkte das Zeug.

„Willst du es nicht zugeben, oder weißt du es wirklich nicht?“

„Keine Ahnung. Großes Hexenehrenwort.“

„Mmh … Du hast aber gestern noch mit ihr geredet. An der Bar. Ich habe euch gesehen.“

An die scharfe Chefin am Tresen und an eine Menge Tequila konnte ich mich duster erinnern. Aber an sonst nichts.

„Warum fragst du nicht sie?“

„Sie will es mir nicht sagen.“

„Dann kann ich dir auch nicht helfen“, zuckte ich mit den Schultern und kippte das Äquivalent eines weiteren doppelten Espresso auf einmal herunter.

„Ich traue dir nicht, Schwester …“

Ich erinnerte sie an mein Hexenehrenwort, rollte mich in den Sessel und schlief wieder ein.

Dämonenbraut

Ich saß mit Miranda an der Bar und hielt mich an einer Flasche fest.


„Sieben Sprachen“, wiederholte ich laut und dachte, wie dumm ich doch war, dass ich weder Spanisch noch Französisch jemals kapiert hatte. Oder war ich einfach zu faul gewesen? Ich wusste, dass es Sprachgenies gab, doch Miranda war weit mehr als das. Sie war außerdem eine begnadete Managerin und hatte mehr als nur einen Universitätsabschluss gemacht. Und einen PhD in irgendeinem obskuren Physikbereich besaß sie zudem, die Frau Doktor. All diese Fakten jedoch, bestärkten mich mehr und mehr in meinem Endschluss, den Kauf von Airlinern nicht zu akzeptieren und mein Geld schnellstens aus der Firma zu ziehen.

„Ich kann dir versichern, dass es der richtige Schritt ist. Willst du deiner Schwester eins auswischen oder stellst du dich einfach nur stur? Wir wissen ja alle, dass du eine leidenschaftliche Quertreiberin bist, Tammy!“

Will die jetzt auch noch Zähne verlieren?

Ich seufzte und schenkte mir noch einen Edeltequila ein. Schließlich bezahlte Miranda die Flasche.

„Ich weiß das“, entgegnete ich, nachdem ich die Quertreibersache durchdacht und festgestellt hatte, dass sie damit vermutlich gar nicht so falschlag: „Mir ist schon klar, dass du die Sache auf die Reihe bekommen würdest. Aber ich will nicht.“

„Was ist es? Dein kleiner Dämonenteufel im Ohr oder deine ganz persönliche Bosheit?“

Hoppla! Jetzt wird sie aber unverschä … MOMENTMAL! Dämonen? Liest die etwa auch meinen Blog und meinen Twitteraccount? Jetzt setzte sie aber ihre Zähne wirklich aufs Spiel! Ich konnte zwar keine sieben Sprachen, doch dafür kannte ich eine Menge Tritte und Schläge, die sie für ein neues Gebiss qualifizierten! Seltsamerweise beruhigte mich dieser Gedanke. Oder war es der fünfte Tequila-Shot?

„Dämonen und Teufel sind völlig unterschiedliche Wesen. Dämonen sind Folterer und Satan ist ihr Boss“, erklärte ich.

„Was du nicht sagst …“ Miranda verdrehte die Augen.

Ach ja, ich vergaß: Sie ist ja schlau!

„Warum willst du uns ruinieren?“, fragte ich, während ich mir ein weiteres Glas einschenkte: „Wer bezahlt dich? Oder besser: Wer ist es und was bietet er dir?“

Dämonennachwuchs

Mein bisher teuflischstes Buch:
J.-Forever
(Als Taschenbuch und E-Book)

Blut und Küsse

Ich habe (mir selbst) eine Fortsetzung versprochen. Hier ist sie.

Aber zuerst: Es war schon ziemlich geil, mal wieder einen Gayclub zu besuchen. (Aber musste es mich dafür wirklich bis nach Vilnius verschlagen?)
Ich muss dazu gleich festhalten: Ich mag weder Lesben- noch Gayclubs. Sie sind düster und langweilig. Düster muss ja scheinbar sein, damit man in den Ecken ungestört herummachen kann. Langweilig. Sowohl die Clubs als auch das Herummachen. Jedenfalls wenn man an Letzterem nicht selbst beteiligt ist. Ich gehe ja auch nicht hin, um irgendwen abzuschleppen. Hell, no! Aber mit Frauen zu lachen und zu trinken, von denen jede Einzelne lesbisch (und meist auch horny) ist, ist schon geil. Auch cool: Nach den üblichen Eingangsfragen nach Namen und Herkunftsort, kommt meist natürlich ganz schnell das „Und was machst du so?“. Natürlich könnte ich eine Menge Unsinn antworten, doch das Wort „Pilotin“ sorgt ganz schnell dafür, dass in kürzester Zeit das Herummachen in den Ecken aufhört und sich eine dicke Traube notgeiler Lesben (und auch einige Schwule) um einen versammelt und man sich vorkommt wie eine Präsidentschaftskandidatin. Das ist cool.
Warum? Weil ich mir dann in aller Ruhe eine Kandidatin aussuchen kann, mit der ich in der folgenden Stunde in einer dunklen Ecke herummachen kann. (Ha!) Diesmal waren es zwei. Warum das so einfach ist? Pilotin = Uniform = Geil! Wir Lesben sind doch so berechenbar!
Das ist eigentlich an solchen Abenden alles, was ich will und ich sage es allen Beteiligten auch vorher: Herummachen, sonst gibt es nichts. Herumknutschen und mit Titten spielen. An meine Möse lasse ich niemals eine, denn ich kann ja nicht wissen, wer sich die Finger wäscht, wer nicht und wo die Grabscherchen vielleicht vorher drinsteckten. Also fällt alles unterhalb der Gürtellinie weg, aber der Rest ist ja schließlich auch nicht zu verachten. (Es ist übrigens auch ganz und gar nicht zu verachten, mit zwei Frauen gleichzeitig „herumzumachen“ – GEILES WORT! – und theoretisch wären ja auch drei möglich: links, rechts und knutschen. Ich muss das mal ausprobieren.)
Aber das geht natürlich alles nur eine gewisse Zeit, vor allem wenn ich ständig damit beschäftigt bin, Finger abzuwehren, die versuchen mir an die Möse zu gehen.
Aber – grosses ABER – die Mädels dort waren toll. Eine der beiden habe ich zwar überhaupt nicht verstanden (Litauisch und Russisch), während die andere genug erotisches Englisch konnte, um die Sache mit Dirty Talk zu würzen. Aber selbst mein rudimentäres Russisch (Da! Da! Da!) reichte, um mir den Tequila von den Nippeln saugen zu lassen. Alles in allem ein positives Erlebnis, auch wenn ich keine Visitenkarten verteilt habe.
Zum Stammgast werde ich ganz sicher auch nicht. Wenn ich ficken will, gehe ich in „normale“ Clubs, Klamottenläden und Straßencafés. In Uniform. (Und wenn ich richtigen Sex und megageile Orgasmen haben will, habe ich ja immer noch meine Dämonin, die zu nichts anderem gemacht worden ist, um die Menschen mit tausend Höhepunkten zu Tode zu ficken.)

Vilnius bei Nacht

Aber jetzt zum eigentlichen Thema: was mich eigentlich nach Vilnius verschlagen hat.

Meine treuen Leser haben sicher den Eintrag „Du bist gefeuert!“ gelesen und wissen, dass ich das Meeting mit meiner Chefin Miranda und meiner Schwester Anik mit ausgestrecktem Mittelfinger verlassen habe. (Eigentlich gar nicht wirklich meine Art, doch ich fühlte mich gerade so proletenhaft.) Tatsächlich wollte ich einfach nur raus und wollte den nächsten Flieger nach LA nehmen, um kurz bei Joana in Bel Air vorbeizuschauen, und dann nach Orcas Island weiterfliegen, wo Mazikeen gerade an der Vergrößerung ihres Bootsstegs arbeitete. Gabby konnte ich hier leider nicht besuchen, weil das Miststück gerade mit ihrer Tochter und ihrem Typ eine verlängerte Hochzeitsreise machte. (Ein anderes Thema … Kotz! Die Moral von der Geschichte: Lass dich niemals mit Heten ein!)

„TAMMY!“ Der Ruf kam vom anderen Ende des Flurs, während ich auf den Aufzug wartete. Mirandas unverschämt rauchige Stimme war unverkennbar. (Wie ich sie dafür beneide!)
„Fuck off!“
Doch sie ließ sich nicht beirren, setzte die Maske mit dem Logo unserer Airline auf und rannte mir hinterher. (Meine FFP2-Maske war schwarz. Flammen loderten über Mund und Nase. Ein höllisches Geschenk von Mazikeen, logisch.)
„Darf ich BITTE nochmal mit dir reden?“
Scheiß-Aufzug! Wie lange braucht der eigentlich? Ich antwortete nicht, grinste lediglich, was sie vermutlich nicht sehen konnte. Ich hoffte aber, dass die Flammen dadurch etwas höher loderten.
„Was muss ich tun, dass du deine Meinung änderst?“
„Get lost!“
„Ich möchte diese Flieger. Wirklich! Wir brauchen sie!“
„Was muss ich tun, damit du endlich verschwindest?“
„Mit mir reden!“
„Was muss ich tun, damit du NICHT mit mir reden willst?“
„Schlag mich zusammen, dann musst du nicht.“
Ich starrte sie an. Der Aufzug war fast unten angekommen. „Ich schlage keine Frauen. Jedenfalls nicht, bevor sie darum betteln.“
„Bitte schlag mich zusammen. Bitte, bitte!“
Ich zuckte mit den Schultern und verpasste ihr eine, dass sie gegen die hintere Aufzugswand krachte und langsam zu Boden sank. Wer drum bettelt …

Wer drum bettelt …

Hinter mir öffnete sich die Fahrstuhltür. Im Spiegel, vor dem meine Chefin saß, erkannte ich eine ältere Dame in schickem Tweetoutfit und einen älteren Herrn mit Texaskrawatte. Ich drehte mich zu ihnen um und hob entschuldigend die Hände: „Für gewöhnlich ficken wir. Heute ist eine Ausnahme.“ Mit tiefreligiösen, aufgerissenen Augen, packte der Texaner seine Frau am Arm und sie machten einen kollektiven Schritt nach hinten.
„Fühlst du dich jetzt besser?“ Miranda streckte mir eine Hand entgegen.
„Etwas“, entgegnete ich und half ihr aufzustehen. Ihre schicke Airlinemaske färbte sich langsam rot.
„Jetzt schuldest du mir mindestens einen Drink.“
„Soso …“ Scheiße, ich musste grinsen. Ich hoffte, dass meine Augen das nicht verrieten.
Miranda wandte sich an das Texikanerpaar: „Machen Sie Platz! Wir versuchen abzutreiben!“
Scheiße, ich musste losprusten!
„Sie können allerdings auch stehenbleiben und uns auf je 10.000 Dollar verklagen“, fügte Miranda, bezugnehmend auf das neue, widerliche Gesetz in Texas, hinzu.
„Soll ich dir jetzt in den Magen treten?“, fragte ich, laut genug.
„Das sollte funktionieren“, nickte meine (Ex)-Chefin.
Von den betagten Südstaatlern war danach nur noch ein Luftloch übrig.
Was blieb mir übrig als laut zu lachen?
„Du bist ein ganz schönes Arschloch“, stellte Miranda nach einem Moment Herumstehen fest.
Ich bestätigte das.
„Darf ich dir jetzt einen Drink ausgeben, oder nicht?“
„Aus deiner Maske läuft Blut raus.“
„Ich sage ja, dass du ein Arschloch bist.“

Schließlich landeten wir auf dem Damenklo. ‚Frisch machen‘, wie Miranda das nannte. Während ich pinkele, wischte sie sich das Blut aus dem Gesicht. Sie winselte wie ein junger Hund, wenn sie ihre aufgeplatzte Lippe berührte: „Danke, dass ich alle Zähne behalten durfte“, erklärte sie sarkastisch.
Ich nickte freundlich: „Das war doch das Mindeste, was ich für dich tun konnte.“
„Bar?“, fragt sie, als sie fertig war.
Ich schüttelte den Kopf: „Keine Chance. Du blutest den ganzen Tresen voll. Das ist peinlich.“
Sie verdrehte die Augen.
In diesem Moment kam jemand zur Tür herein: „Raus!“, wurde sie angefaucht. Miranda kann fauchen. Interessant.
„Wir verlieren die Branche, wenn wir nicht aufrüsten. Die großen Airlines warten nur darauf, mit gecharterten Studioflügen Werbung machen zu können.“ Mit ‚Branche‘ meinte Miranda die Hollywoodstudios.
Ich zuckte mit den Schultern: „Eure Bombardiers sind doch voll.“ Ich setzte ganz bewusst die zweite Person Plural ein, um mich von der Firma zu distanzieren. Schließlich hatte sie mich gefeuert und ich war drauf und dran, mein Kapital abzuziehen.
„Sie sind zu klein. Und die Reichweite ist nicht da.“
„Warum?“
„Wir brauchen mindestens 130-180 Plätze und eine interkontinentale Reichweite.“
„Wie bitte? Interkontinental?“
„Immer mehr Drehorte sind in Europa, das weißt du.“
„Bisher haben die Studios es auch ohne 737 über den Teich geschafft.“
„Ohne UNSERE 737. Mit Linienmaschinen und Frachtcharter. Uns geht ein Riesengeschäft verloren. Und wir stehen kurz davor, die ganze Branche zu verlieren. Das erste Studio haben wir schon abgeben müssen. Ich möchte es zurückbekommen.“

Eine 737-800 NG auf dem Taxiway

Wieder öffnet sich die Tür: „RAUS!“
„Nicht überzeugend.“ Ich schüttelte den Kopf.
„Wie blöd muss man sein, um das nicht zu kapieren?“
„Vermutlich so blöd wie ich“, nickte ich.
„Was können wir denn deiner Meinung nach sonst tun?“, fragte Miranda.
„Nichts. Ihr habt kein Geld für so eine Aufrüstung. Und die Banken werde euch etwas husten. Vor allem jetzt, wo ich aussteige. 737 – so ein Schwachsinn!“
„Du musst ja nicht aussteigen.“ Ihre Lippe blutete immer noch ein bisschen. „Du kannst jede 737 fliegen!“
„Ich kann es aber auch lassen.“
„Ich weiß, du hasst es, mit Airliner Linienverkehr zu fliegen. Wie sagst du immer? ‚Busfahren für Studierte‘. Das ist aber kein Linienverkehr. Das ist Charter und das weißt du. Fast rund um die Welt. Mit einem Standbein in Europa.“
„Das auch noch? Nicht nur FAA, sondern auch noch EASA? Na danke …“
„Seit wann siehst du alles nur noch negativ?“
„Seit ich dich kennengelernt habe.“
„Ist es, weil ich nicht mit dir schlafen will? Eine Frau, die NICHT mit dir ins Bett will, das darf es in deinen Augen wohl nicht geben?“
Ich erinnerte mich an die eine Sache, bei der sie mich in ihrem Büro für ein paar Momente fickte, um das zu bekommen, was sie wollte. Diese Frau war echt das Letzte! „Du willst NICHT? Echt nicht? Was haben dann deine Finger in meiner Fotze gemacht?“
„Dich überzeugen.“ Miranda grinste.
„Hast du jetzt auch vor, mich zu ficken, damit du bekommst, was du willst?“
„Wenn es sein muss …“
„Eine Manager-Nutte. Nett …“ Ich schüttelte den Kopf.
„Darf ich dich an dein jüngstes Buch erinnern?“
J.–Forever? „Was ist damit?“
„Angeblich empfindest du doch Prostitution als ein legitimes Mittel zum Zweck?“

MOMENT MAL!

Wieso konnte die Frau dieses Buch lesen? Es ist doch nur auf Deutsch erschienen?

„Willst du mir jetzt weismachen, dass du Deutsch lesen kannst?“
„Ich kann es nicht nur lesen, sondern auch sprechen und verstehen. Du schreibst wirklich interessante Bücher. Auf Deutsch. Deine englischen Titel sind allerdings miserabel.“

Jetzt erwischte sie mich eiskalt: Sie ANTWORTETE mir AUF DEUTSCH! Zwar mit ziemlich amerikanischem Akzent, doch grammatisch richtig, vollkommen verständlich und – fließend.
„DU SPRICHST DEUTSCH?“, blökte ich auf Dummdeutsch.
Miranda zuckte mit den Schultern: „Und Französisch, Spanisch, Italienisch, Russisch und ein wenig Norwegisch. Schlimm?“
„Warum?“ Diese Frage war noch dümmer als die von eben. Aber das war zu entschuldigen, wenn man von einer Sekunde auf die andere erfuhr, dass die Ex-Chefin SIEBEN (7) Sprachen fließend beherrschte! Und man selbst – ich wollte nicht darüber nachdenken.
„Es hilft beim Business. Aber das war nicht unser Thema.“
Sie erwischte mich mit dieser Sprachgenie-Eröffnung so eiskalt, dass ich vergessen hatte, was das Thema war.
„Du stehst auf Nutten. Zumindest kann man das aus J.–Forever herauslesen.“
„Ich brauche einen Drink.“
„Zur Bar?“, lächelte Miranda.
Ich konnte nur noch dümmlich nicken.

Fortsetzung folgt.

Du bist gefeuert!

Wer nicht an meinem Tagebuch interessiert ist, braucht jetzt gar nicht weiterlesen, denn ich fürchte, jetzt wird’s langweilig. Genaugenommen ist, was folgt, eine Art Minute (Wie heißt das auf Deutsch?) unseres Meetings.

Miranda hat mich mit der Eröffnung begrüßt, dass wir uns, „dank deines unermüdlichen Einsatzes“, die Marketingreise nicht weiter leisten könnten. Aha. Ich weiß zwar nicht, was das mit mir zu tun hat, aber sei’s drum. Die Dauerfliegerei ging mir sowieso auf die Nerven. Das stimmt zwar nicht, aber ich habe es einfach mal behauptet. Was sollte ich sonst dazu sagen?
„Miranda meint deine Weigerung ein sparsameres Flugzeug zu benutzen, und deine exorbitanten Hotelkosten“, hat meine Schwester dann erklärt. Muss sie gerade sagen, denn unter fünf bis fünfundzwanzig Sternen macht sie es nicht! Ich auch nicht, aber das tut hier nichts zur Sache.
(Muss ich eigentlich dazusagen, dass unser Treffen im Peninsula auf der 5th Avenue stattfand?)

Also gut, keine Reise mehr. Wegen mir: „Ich habe euch auch lieb. Und holt mal schön meinen Flieger aus Suriname zurück. Denn ich mache das nicht!“ Darauf sind sie erst einmal nicht eingegangen.

Was folgte, waren die üblichen schwesterlichen Beschimpfungen und Gewaltandrohungen, während meine Chefin kopfschüttelnd in der Ecke saß und solange die Augen verdrehte, bis sie in entgegengesetzten Augenwinkeln steckengeblieben sind.
Zwei Stunden, ein Buffet und eine Flasche Single Malt später, war meine Schwester erschöpft genug, dass sie endlich zum eigentlichen Thema kommen wollte. Warum nicht gleich? Sie muss doch eigentlich mittlerweile wissen, dass sie gegen mich nicht ankommt?

„Ich würde dich am liebsten auszahlen, weißt du das?“
„Ich weiß“, nickte ich: „Aber du kannst es nicht.“
Sie schwieg einen Moment. Vermutlich wollte sie zuerst widersprechen, ließ es dann aber.
„Du weißt, dass wir ausweiten wollen, nehme ich an.“
„Blöde Frage.“ Seit wann wusste ich solche Sachen nicht?
„Sie hat doch überall ihre lackierten Fingernägel drin“, erklärte dann auch meine Chefin unnötigerweise.
Die Bemerkung war zu hundert Prozent überflüssig, denn ich, als zweitgrößter Anteilseigner, bekam die Protokolle jeder Aufsichtsratssitzung zugeschickt. (Früher hätte ich „AnteilseignerIN“ geschrieben, doch jetzt benutze ich schon aus Protest das generische Maskulinum.)
„Zwei Boeing 737“, überging ich die Fingernägel: „Ihr seid größenwahnsinnig geworden.“
„Wir haben das Frachtaufkommen für die Cargomaschine und das Passagieraufkommen für den Airliner“, erklärte Miranda.
„Einen Scheiß habt ihr!“, entgegnete ich freundlich: „Die Charity füllt gerade mal einen von elf Container, den Rest müsst ihr auf dem freien Markt ersteigern…“
„…und das finanziert uns unsere eigene Fracht“, unterbrach meine Chefin mich.
„Bullshit. Die ganze Welt fliegt heute Cargo! Ihr könnt nicht ansatzweise mit den Preisen der großen Carrier mithalten!“
„Das lass mal meine Sorge sein!“
Ich wusste zwar, dass Miranda, das hinbekommen würde. Sie war SO gut. Aber das sollte man ihr nicht auf die Nase binden, sie war schon eingebildet genug. Aber (oder und): Was würde unsere Firma machen, wenn sie plötzlich auf die Idee kam, den Job zu wechseln? Wir würden am Ende mit einem Schwachzocker von unfähigem CEO enden und könnten die Maschine verschrotten.
„Sie ist bereit, einen 5-Jahres-Vertrag zu unterschreiben“, warf meine Schwester ein.
„Als ob der das Papier wert ist, auf dem er geschrieben ist.“ Ich schüttelte den Kopf: „Das kommt überhaupt nicht in Frage!“

Das Problem für Anik und meine Chefin: Ich habe zwar kein Mitspracherecht in der Firma, habe aber das Recht, bei Entscheidungen, die mein Kapital gefährden könnten, mein Geld zurückzufordern. Und die Anschaffung von zwei 737 fiel ganz klar in diese Kategorie. Wir hatten schon einmal, bei unserer alten Airline über die Anschaffung eines A319 diskutiert – und uns am Ende dagegen entschieden. Na ja, damals war ich diejenige, die ihn haben wollte, doch ich verlor die Abstimmung surpreme-court-mäßig mit nur einer Stimme.

„…und was diesen Airliner angeht…“
„…haben wir die Verträge mit der Branche schon in der Tasche.“
‚Die Branche‘, so nennen wir intern die Hollywood- und andere Filmproduktionsfirmen. Und es stimmte: Die Passagier-737 würden wir tatsächlich ziemlich regelmäßig mit Filmteams füllen können, die zu ihren Produktionsorten fliegen müssen.
„…falls der Virus uns lässt.“ Ich wusste selbst, dass das ein ziemlich müdes Argument war. Würde Miranda sich bei jeder einzelnen Entscheidung von Pandemieangst leiten lassen, könnten wir die Firma gleich dichtmachen. Vermutlich ging deshalb niemand auf meinen Einwurf ein.


„Du widersprichst also nur der Cargovariante?“ Scheiße! Diese Miranda ist einfach zu clever für eine kleine Pilotin wie mich!
„Sie widerspricht generell allem. Schon aus Prinzip!“ Anik schenkte sich einen weiteren Whisky ein und ich verlangte nach einem brauchbaren Tequila.
„Du bist eine notorische Querulantin!“, beschimpfte sie mich.
„Aber eine hübsche“, stimmte ich meiner Zwillingsschwester zu.

Miranda schüttelte den Kopf und beharrte: „Du stimmst also der Passagiermaschine zu?“
Ich stimmte in das Kopfschütteln ein: „Ich stimme bei überhaupt nichts zu!“
Anik trank ihr Glas auf einen Zug leer und wandte sich an meine Chefin: „Siehst du?“

Doch meine Chefin, die kaum etwas getrunken hatte, versuchte es jetzt mit Diplomatie: „Gesetzt den Fall, dass du die Passagiermaschine akzeptieren würdest, was könnte dich bei der Cargovariante umstimmen?“

Ich lachte: „Fangen wir jetzt mit hypothetischen Fragen an?“
„Ja“, nickte Miranda.
Scheiße, ist die Frau clever. So etwas macht mich nass! Aber so schnell lasse ich mich nicht über den Tisch ziehen!
„Warum legst du nicht einfach die Karten auf den Tisch, Miranda-Schätzchen? Wir wissen doch alle, worum es eigentlich geht, oder?“ Ich grinste.
„Wissen wir das?“, fragte sie, vorsichtiger geworden, zurück.
Meine Schwester knallte das leere Glas auf den Tisch: „Komm schon, Miranda! Tammy ist zwar ein Arschloch, aber sie kann zwei und zwei zusammenzählen!“
Meine Chefin zuckte mit den Schultern: „Wenn sie angeblich so schlau ist, dann möchte ich es aber auch gerne von ihr hören: Spuck es aus, Tammy!“

„Gar nichts tue ich, ich fliege nach Hause!“ Ich warf mein Glas in eine weit entfernte Ecke, wo es zerschellte Dann drehte ich mich um und lief gemütlich zur Tür. Ich hatte keine Lust mehr auf diesen Quatsch!

„Du bist gefeuert!“, rief mir Miranda hinterher, was ich mit einem Mittelfinger bestätigte. Ich hatte wirklich die Nase voll, mich mit all dem abzugeben. Ich würde mit Mazikeen zurück auf ein Boot gehen und eben akzeptieren, dass sie es bezahlte. Und ab und zu würde ich Joana treffen und wir würden unsere Girlfriend-Mit-Benefiz-Beziehung weiterführen. Zum Teufel mit ihrem Typen! Das wäre ja nicht das erste Mal. Es war gar nicht mal so sehr diese Situation hier, oder dass ich generell ein Problem mit Mirandas Vorschlag für zwei 737 hatte: Ich habe einfach keine Lust mehr auf Business. Ich will meine Ruhe haben. Ich will segeln oder in Ruhe fliegen und nicht in billigen Bed & Breakfast absteigen, weil eine Firma Geld sparen muss! Und irgendwann würde diese verdammte Firma ja wohl auch einmal ein paar Dividenden abwerfen, damit ich Mazikeen ein paar Dollar zurückzahlen kann (die sie nicht akzeptieren würde). Das Leben kann so einfach sein – warum es unnötig komplizieren?

Wer es jetzt zu komplizieren versuchte, war meine Schwester. Sie packte mich am Arm: „DU BLEIBST HIER!“
„Wie oft willst du dir eigentlich noch eine blutige Nase holen, Anik?“

Unsere Streitereien müssen für Miranda schon ein seltsames Bild abgeben, zumal wir nach wie vor, noch nach mehr als drei Jahrzehnten, die gleichen Frisuren tragen und, wenn wir uns treffen, auch die gleiche Kleidung. Selbst wenn wir noch so zerstritten sind. Aber diesen Spaß gönnen wir uns beide. Vermutlich ist es eine Sache, die jeder von uns für sich selbst macht und dadurch der Streit mit der jeweils Anderen keine Rolle spielt. Komische Sache.

„Hör auf mit dem Scheiß, Tammy!“
„LASS – MICH – LOS!“


Sie hörte auf mich, der Göttin sei Dank, denn ein paar Sekunden später hätte sie eine gefangen, die sie gegen die Wand geknallt hätte. Ich weiß nicht, warum sie mich in jüngster Zeit so wütend macht, aber es ist so, und da sie sich in den vergangenen Jahren mehr um Business als um ihren Body gekümmert hat, ist es inzwischen mit der Gleichwertigkeit vorbei. Sie weiß ganz genau, dass ich Kampfsport betreibe, nach wie vor jeden Tag trainiere oder zumindest Sport treibe, und eine echte Konfrontation für sie nicht gut ausgehen würde.
Vermutlich hat sie mich auch genau aus diesem Grund schließlich losgelassen.


„Bleib hier, Tammy, bitte! Ich will diese Firma weiterbringen. Du hast schon einmal eine kaputtgemacht, willst du jetzt noch eine blockieren?“ Erfreulicherweise hat sie mich losgelassen und ich konnte verschwinden.

Fortsetzung folgt.

NYC here I cum

Hier passiert gerade wieder eine Menge. Warum muss in meinem Leben eigentlich immer alles so chaotisch ablaufen? Manche sagen, alles wäre so chaotisch, weil ICH das Chaos in Person wäre. Whatever…

Auf jeden Fall fliege ich morgen (als Passagier) in einem unserer neuen Jets nach New York und treffe mich mit meiner Schwester. Ich habe ja sonst nichts zu tun…

Aber gestern habe ich erst einmal den Strand von Miami genossen. Sommer, Sonne, Strand und Meer. Herrlich! (Zumindest mal für eine kurze Weile. Ansonsten ist das ja nicht unbedingt mein Thema.)

Meine Comanche wartet derweil in Suriname in einem Gemeinschaftshangar auf mich (oder was auch immer kommen mag). Ich hasse es, von meinem Flugzeug getrennt zu sein.

(Apropos Trennung: Auf meinem Twitteraccount lernt man*in wie richtig gegendert wird, denn ich finde, dass die Mensch*innen die neuen Möglichkeiten noch gar nicht richtig ausschöpfen. Da bleibt noch eine Menge Raum, um die Sache gendergerecht auszubauen. Hier: @TamarasDiary auf Twitter. Meiner einer*in ist die Dämonenbraut*in.)

Aber das nur nebenbei.

Jetzt geht es nach New York. Dort wartet meine Schwester um mich zu erpressen, und wenn ich nicht ganz daneben liege, hat sie meine Chefin zur Unterstützung dabei. Ich kenne Anik wie mich selbst – was bei eineiigen Zwillingen aber auch keine große Kunst ist. Der Nachteil: Leider kennt auch sie mich wie sich selbst. Deshalb sind unsere Diskussionen immer wieder spannend. Ich hoffe Miranda hält sich geflissentlich raus, sonst wird sie am Schluss das Opfer sein.

Mit Boobs und Popcorn

In jüngster Zeit ist verdammt viel passiert, und damit meine ich diesmal nicht auf der Welt. Okay, da auch. Jede Menge Katastrophen und dann dieser Irrsinn in Afghanistan. Und von den ganzen Querdenker-Idioten will ich gar nicht erst anfangen. Nein, ich meine ganz persönlich.
Joana ist nicht mehr mein Lover, sondern wieder (nur noch?) beste Freundin, diesmal mit Benefiz. Wobei ich mich mit Letzterem etwas schwertue, denke ich darüber nach, wer sich sonst noch in ihrer Möse herumtreibt. Von Gabby ist tatsächlich inzwischen nur noch Eva übriggeblieben. Ihre kleine Tochter – Sieben ist sie inzwischen geworden – habe ich allerdings auch schon eine Weile nicht mehr gesehen. Seitdem diese dämliche „Welt“reise begonnen hat, die mich irgendwie auch schon ankotzt, unter anderem auch, weil ich meine kleine Freundin Kakaofresse nur noch über Zoom sehen kann. Irgendwie auch kein Zustand.
In unser aller Haus in Palm Springs wohnen tatsächlich inzwischen nur noch Joana und ich. Eva wohnt natürlich inzwischen bei ihrer Mutter in NYC. Und Joana und ich – das ist natürlich auch eher ein Witz, denn genaugenommen steht das Haus seit Monaten leer. Ich bin auf der Reise – und mit mir mein Dämon – und Joana logiert seitdem in ihrer Villa in Bel Air. Die meiste Zeit mit ihrem neuen Stecher, wie ich höre. Die Zeit in Palm Springs hat sich erledigt. Mazikeen, mein Dämon, möchte, dass wir zusammen in ihr Haus auf Orcas Island ziehen, wobei ich mich noch nicht entschieden haben. Das hängt von so vielen Umständen, die sich im Moment gerade entwickeln. Was mich am meisten an Mazikeens Anwesen stört, ist, dass man den ganzen Sommer, wegen der ständigen Waldbrände in British Columbia und mittlerweile ja auch in Washington, das Haus nur noch mit Gasmaske verlassen kann, falls man nicht mit Lungenkrebs enden will. Es ist natürlich eine tolle Gegend fürs Segeln, oder überhaupt als Ausgangspunkt für Bootreisen, bedenkt man, dass wir einen ganz privaten Anleger hätten. Was auch Eva gefallen würden. Gabby hätte kein Problem damit, dass die Kleine viel Zeit bei mir/uns verbringen würde. Aber das Privatleben ist natürlich nicht alles.

Ich schreibe das hier in einer kleinen Bar in Barcelona, Venezuela, unweit vom Genrose A. Anzoategu Airport. Wenn ich die Schreibweise richtig in Erinnerung habe. Ich trinke schrecklich starken Espresso, und das entgegen jeglichem ärztlichen Rat. Aber das Gebräu hilft mir beim Denken. Das wäre bei mir ja nötig, sagen meine Kritiker. Ich drücke ihnen die Daumen, dass es hilft …
Mit meiner Chefin bin ich mittlerweile ernsthaft auf Sie-Oder-Ich-Basis, während Anik, meine Schwester und Hauptanteilseignerin, zu vermitteln versucht. Unsere kleine Airline ist mittlerweile ganz ordentlich gewachsen. Der Frachtbereich boomt, nicht nur auf Grund Aniks genialem Konzept der Kombination mit der Medikamentencharity und ihren guten Kontakten nach Kanada. Mittlerweile werden unsere Flugzeuge größer und meine Chefin – Miranda – hat es irgendwie geschafft, die Medikamentenverteilung mit normalem Aircargo zu kombinieren. Dank Covid-19 und den vielen Onlinekäufen ist Cargo ja inzwischen zum Riesengeschäft geworden. Aber was ich noch viel bemerkenswerter finde, ist, dass Anik und Miranda es geschafft haben, dass sie das Hauptgeschäft unserer pleite gegangen Business-Charter-Airline wieder aufleben lassen konnten! Tatsächlich konnten wir einige kleine Privatjets aufkaufen – hauptsächlich Phenom 300 und verschiedene Citation – und fliegen wieder Hollywood-Promis durch die Gegend. Wobei Joana daran natürlich auch keinen kleinen Anteil hat. Frei nach dem Motto: Hast du einen Promi, hast du alle.

Für alle Leser, die neu auf meinem Blog sind: Warum schreibe ich „unsere“ Airline? Nun, ich bin zwar nicht der größte Anteilseigner, doch auch nicht der kleinste. Und insofern, habe ich durchaus Mitsprachemöglichkeiten, obwohl mir mein Gesellschaftervertrag das ausdrücklich abspricht. Aber was kann eine Firma schon machen, wenn einer der Besitzer droht sein Kapital zurückzuziehen?
Im Endeffekt kann ich also sehr wohl mitreden, was eigentlich eine ganz nette Situation ist. Was Miranda und mich allerdings auch in diese Sie-Oder-Ich-Situation bringt.

Der Hintergrund: Ihr gefällt nicht, dass ich widerspreche und nicht mache, was sie sagt, mir gefällt nicht, dass sie überhaupt den Mund aufmacht. Vor allem, wenn sie bei Dingen mitreden will, von denen sie keine Ahnung hat. Zum Beispiel beim Thema „Fliegen“ und „Flugzeuge“. Sie mag eine tolle Betriebswirtschaftlerin und Managerin sein, doch von Aviation hat sie nicht die Spur einer Ahnung. Muss sie auch nicht, dafür hat sie ja Leute, die ihr sagen, wie diese ganze Luftfahrtsache funktioniert. Zum Beispiel mich.

Eskaliert ist das alles, als sie angefangen hat, mir vorschreiben zu wollen, mit welchen Flugzeuge ich diese „Welt“reise machen soll. Und ehrlich: Es ist mir scheißegal, welche kleinen Teufel ihr diesen ganzen Unsinn ständig in die Ohren stopfen – mit was ich fliege, ist immer noch meine Sache! Aber natürlich kommen dann ihre betriebswirtschaftlichen und marketingtechnischen Überlegungen – und nochmal ehrlich: Fick dich, Miranda, ich fliege trotzdem, was ich will. Meistens jedenfalls. Wenn ich mich breitschlagen lasse – das ist, was ein paar Mal passiert ist – wird die Sache nach kürzester Zeit unangenehm. Also fliege ich seit einigen Wochen mit meiner einmotorigen Comanche, was Miranda zum Wahnsinn treibt. Natürlich weiß ich auch warum: Wenn ich potentielle Kunden mitnehme, sitzen sie in einem sechzig Jahre alten Flieger ohne jeglichen Komfort und bangen – unnötigerweise – um ihr Leben. Miranda will, dass ich in einem ultramodernen fliegenden Computer sitze, der den Komfort eines BMW X 150 oder wie die Dinger heißen, bietet. Da scheiden sich dann unsere Meinungen. Wenn es um General Aviation geht, können bei mir die Flieger gar nicht alt genug sein. Ich habe viel zu lange 737NG und auch 777 geflogen, um Bordcomputer toll finden zu können. Und wenn ich um die Welt fliegen soll, dann will ich das Gefühl haben, wirklich zu fliegen und nicht einem Computer zuzuschauen, wie das in den großen Airlinern der Fall war.

Aber da kommen wir jetzt zum eigentlichen Thema, nämlich die Anschaffung eines ersten 737-Frachters, wie es Miranda schon seit geraumer Zeit im Kopf herumgegeistert ist. Und Anik natürlich auch. Beide träumen nämlich seit geraumer Zeit von einem richtigen Hub-System, um die Verteilung von Medikamenten effektiver und vor allem kostengünstiger zu machen. Bislang wurden eine, später zwei Kurzstreckenmaschinen vom Typ Dash8 Q400 eingesetzt, um Spenden in Kanada einzusammeln und zum Verteiler in Palm Springs zu bringen. Alte Passagiermaschinen, wohlgemerkt, was für diesen Zweck zwar möglich war – Medikamente wiegen nicht viel und in unseren Mengen nehmen sie auch nicht viel Platz weg – doch dadurch, dass wir keine zusätzliche Fracht mitnehmen konnten, war das auf Dauer nicht gerade wirtschaftlich, vor allem, seitdem ich mich weigerte, weiterhin die Einstellung, Schulung und Kontrolle neuer Piloten zu übernehmen. Dafür musste ein neuer Captain eingestellt werden und Line Check Captains sind teuer. Sehr teuer. Und wie ich hörte, hat Miranda den Aktuellen gerade gefeuert. Warum, weiß ich nicht, doch ich vermute, dass es ihr hinterher, nach einem Blick auf seine Honorarabrechnungen, gar nicht so unrecht gewesen war. Leider steht sie jetzt ohne da, was den mittelfristigen Betrieb der beiden Q400 und der kurzfristig angepeilten zwei 737BCF ernsthaft gefährdet.
Und natürlich komme ich ihr sofort wieder in den Kopf. Zumal ich mich ohnehin weigere, eines ihrer hypermodernen Verteilerflugzeuge zu fliegen, und sie stattdessen Angst haben muss, dass die geplante Marketing“welt“reise dadurch zu einem werbetechnischen Disaster wird.
Nun hat sie mich einmal zu etwas „überredet“, weil sie mir in einem schwachen Moment ihre Finger in die Möse gesteckt hat – ein zweites Mal passiert das nicht. (Weder das Überreden, noch das Ficken.) Aber mit mir hätte sie, nach dem einen oder anderen Auffrischungskurs, einen Check Airman sowohl für die Dash als auch für die 737.

Merkt man mir eigentlich meinen derzeitigen Frustrationszustand an?

Ja, ich ärgere mich tatsächlich gewaltig, dass ich meine kleine, (fast) heile Bootswelt verlassen habe, um in die Luft zurückzukehren. Und dass ich so viel Geld in diese elende Airline investiert habe. Das mit der Fliegerei hat nämlich einen gewaltigen Nachteil: Man muss zu viel Zeit auf dem Boden und zwischen Menschen verbringen. Auf einer Yacht kann man nämlich so tun, als ginge einem der ganze Scheiß, den die Arschlöcher um einen herum verzapfen nichts an. An Land ist das eindeutig schwieriger. Vor allem, wenn politisch gesehen, um einen herum alles vor die Hunde geht. Leute wie Trump, Johnson und Gauland tauchen auf, verbreiten Hass und Rassismus auf der Welt, während Feminismus-Terroristinnen kreischend außer Rand und Band geraten. Und dann dieser Virus … Und dieser Klimawandel … Ich bin zur falschen Zeit an Land gekommen. Mazikeen meint dazu, ich wäre doch nun in meinem Leben wirklich genug geflogen und es wäre Zeit erwachsen zu werden, zurück aufs Wasser zu gehen und sich nicht mehr mit dem Scheiß, den Andere verzapfen, abzugeben. Sie hat leicht reden, sie ist ein Höllenwesen und muss sich deshalb nicht über menschengemachten Scheiß aufregen.
Im Prinzip gebe ich ihr ja durchaus recht: Wenn die Dumpfbacken dieser Welt nicht kapieren, dass Rassismus keine Lösung, sondern die Ursache des Problems ist, wenn Feministinnen nicht verstehen, dass Gendern Sexismus ist, wenn die Menschheit kein Interesse hat, sich vor der Klimakatastrophe zu retten und Virusleugner und Impfgegner sich selbst und Andere töten – alles nicht mein Problem. Ich kann mich jederzeit mit meinen Lieben auf ein Boot zurückziehen und aus der Ferne, mit einer Tüte Popcorn in der einen Hand und einer Titte in der anderen, zuschauen. Und es zwingt mich ja auch keiner, die Gendersprache zu benutzen.
Warum das alles nicht mein Problem ist? Weil ich nicht lange genug lebe, um die wirklich ernsten Konsequenzen mittragen zu müssen. Und weil ich weit weg sein werde, wenn sich die Katastrophen nähern. „Gesunder Egoismus“, nennt Mazikeen das. Und was geht mich das an, wenn künftige Generationen unsere Rücksichtslosigkeit ertragen müssen? Niemand zwingt die Menschen, Nachwuchs in diese sterbende Welt zu setzen. Ich tue es nicht, Andere tun es nicht und wenn Leute Kinder bekommen, müssen sie schließlich wissen, dass sie Nachwuchs nur aus Egoismus produzieren. Weil Babys so süß sind und sie glauben, dass zwei Menschen mit Hund und Katze keine Familie sind. Ihr Pech. Ich weiß schon, warum ich Eltern nicht leiden kann. Und ich habe mir fest vorgenommen, keine mehr zu ficken. Dass auf den Ozeanen ein paar mehr Stürme blasen als früher, macht die ganze Sache nur spannender. Und was sollte ich gegen wärmeres Wasser haben. Was die Verschmutzung angeht: Der ganze Plastikmüll landet in größeren Mengen sowieso hauptsächlich an den Stränden und baden kann ich auch vom Boot aus.

Ich habe meine Tage. Merkt man das?

Wenn ich Sex will, will ich Sex

Kuba.

Ein interessantes Land. Ich habe mal ein paar Postkarten in die Staaten verschickt. Ich bin gespannt, wann die ankommen. Angeblich in ein paar Monaten.

Ich nehme an, dass Havanna ein kleiner Vorgeschmack dessen ist, was mich in Südamerika erwartet. Zumindest hat mir das jemand erzählt. Angeblich sei hier in Kuba ja alles besser, besser als auf dem Kontinent. Klingt aber ein wenig nach Lokalpatriotismus. Ich bin da nicht so sicher, doch ich werde es erleben. In den kommenden Monaten. Tatsächlich müssen wir uns ein wenig beeilen, bevor die Sturmsaison so richtig beginnt.

Ein Vorteil vom sozialistischen Kuba: Zoe hat hier keine Chance. Hoffe ich. Morgen geht es schon weiter. Ich glaube kaum, dass sie noch etwas für die letzte Nacht parat hat. Vermutlich hebt sie sich alles für Mittel- und Südamerika auf. Wahrscheinlich kann sie mich dort besser foltern.

Themawechsel.

Ich muss zugeben: Die Frauen fehlen mir, die anderen. Ich stelle wieder und wieder fest, dass mir eine nicht genug ist. Ich bin sehr froh, dass mir mein Dämon dafür nicht böse ist. Sie sagt, dann würde ich sie nicht ganz so viel beanspruchen. Bin ich so übel? Klar, wenn ich Sex will, will ich Sex. Keine dummen Ausreden. Dann will ich Sex hier und jetzt. Ist das irgendwie schlimm? Das muss frau doch verstehen, oder? Sex ist ein Grundrecht und meine Frau hat das gefälligst zu berücksichtigen! Oder etwa nicht?
Abgesehen davon, gebe ich ihr ja genügend Zeit sich auszuruhen. Manchmal sogar ein paar Stunden. Es gibt ja andere Weiber. Oder zumindest: es gab sie. Diese Weltreise kompliziert das. Es ist nicht so einfach, bei diesen ganzen Kurzaufenthalten etwas Passendes zu finden. Frau hat ja Ansprüche. Erst einmal auf dem südamerikanischen Kontinent zu sein, sollte die Sache vereinfachen. Warum, darf ich nicht sagen, ohne als rassistisch diffamiert zu werden. So etwas ist ja heutzutage modern.
Kennt ihr das? Ihr habt eure eigenen Meinungen über bestimmte Dinge, könnt sie aber nicht äußern, weil ihr genau wisst, dass sie euch das Wort im Mund herumdrehen und euch zu Hassobjekten machen? Das nennt sich Soziale Medien. Woher das Wort „sozial“ in diesem Zusammenhang kommt, ist mir nicht ganz klar.

Egal. Irgendwer wird es schon wissen. Vermutlich ist derjenige weiblich, ist ein Gutmensch und gendert. Und läuft nachts im Minirock durch den Hafen.

Habe ich eigentlich schon einmal über das Thema Religionen geschrieben? Nein, dann wird es aber höchste Zeit.

Demnächst in diesem Kino.

Sex ist ein Menschenrecht

Das Gutmenschen-Syndrom

Wo stehe ich, Tamara Downey-Lauenburg (oder Andrea Downey-Lauenburg, wie es meinen Büchern steht)?

Sehe ich mich als Mitglied einer „LGBT-Gemeinde“, weil ich lesbisch bin?
Wenn ich beim Beispiel einer „Gemeinde“ bleibe, dann würde ich sagen, dass ich, als das Buchstabendebakel und die Eroberung unseres „Dorfes“ durch eine wildgewordene links-grüne Feministenhorde abgeschlossen war, ausgezogen bin. Mir wurde es in meiner alten Heimat nicht nur zu ungemütlich, sondern ich kann mich nicht mehr mit den Zielen von LGBTXYZ identifizieren.

Nun mag der Eine oder Andere nörgeln, dass man besser mitgestalten, als sich ausklinken sollte. Stimmt, das finde ich auch. Doch ich bin kein Politiker, ich sage lediglich meine Meinung, und ich habe vor allem kein Interesse mich auf diesem Gebiet zu engagieren. Mein Leben ist mir zu schade, als dass ich mich ununterbrochen mit Unsinn befassen möchte. Das soll machen, wem’s gefällt.
Ich treibe mich lieber auf dem Ozean oder in der Luft herum. Oder schreibe Bücher. Was mich aber nicht daran hindert, meine Meinung kundzutun. Ohne die Intention wirklich etwas ändern zu wollen. Ich lebe ohnehin mit der Überzeugung, dass politische Tendenzen, wie die Wellen auf dem Meer, rhythmisch an- und abschwellen. Und ganz ehrlich: Ich möchte nicht mitschwimmen.
Und nein: Ich habe keine Lust, irgendeine Zukunft mitzugestalten. Ich lebe im Jetzt und bin diesbezüglich enorm egoistisch. Ich glaube weder, dass die Menschheit eine erwähnenswerte Zukunft hat, noch bin ich der Meinung, dass sie es wert ist. Global gesehen. Wegen mir kann die Menschheit sich gerne selbst ausrotten. Für wen sollte dadurch schon etwas verloren sein? Für die Natur und das Leben an sich ganz sicher nicht. Wir sind hier schließlich nicht bei Star Trek.

Aber um wieder auf mein Thema zurückzukommen: Die Sache mit dem LGBT (lesbisch, gay, bisexuell, transgender – für die, die es nicht wissen) war schon ganz cool gewesen. Damals. Und es hat aktuell auch eine Menge gebracht. Gratuliere. Doch die derzeitige Entwicklung gerät aus dem Ruder.
Politische Korrektheit als Voraussetzung für LGBTXYZ. Wer lieber auch ein wenig unkorrekt sein möchte oder – Göttin bewahre – hin und wieder eine abweichende Meinung hat, ist raus. Wer es auch nur wagt, mit kritischen Fragen politisch „Korrektes“ anzuzweifeln, ist raus. Da gehe ich lieber selbst und von alleine, denn mittlerweile muss ich feststellen, dass ich offenbar die Verkörperung politischer Unkorrektheit bin.

Der linke, grüne, feministisch, queere, #MeToo-Komplex ist zum unanfechtbaren Selbstläufer geworden. Wer es wagt, einen fragenden Finger zu heben, kann eigentlich nur ein Neo-Nazi sein. Das geht gar nicht! Wenn ich als Frau Sprachvergewaltigung kritisiere, wenn ich von Unterschieden zwischen Männern und Frauen spreche, oder anmerke, dass es eventuell für eine Frau nicht ratsam sein könnte, nachts im Minirock durch das Hafengebiet zu laufen, dann bin ich sofort eine rechtsradikale Nestbeschmutzerin. Ernsthaft! Man bekommt Hassbotschaften, wenn man der Meinung ist, dass die Medien von grün-linksliberalen Journalisten beherrscht werden, die kein Interesse haben, ihre Aufgaben – nämlich neutrale Berichterstattung – zu erfüllen, sondern sich als selbsternannte Volkserzieher mit der Lizenz zur Bevormundung sehen.

Was das mit meinem Thema LGBTXYZ zu tun hat? Viel. Der ungefilterte Hass kommt nämlich nicht nur aus dem bereits oben erwähnten links-grünen, feministisch, queeren #MeToo-Komplex, sondern mittlerweile auch von vielen Menschen, die sich vom rechtsradikalen Spektrum abgrenzen wollen, und nicht wissen, wie sie das mit eigener Meinung machen können. Und sehr gerne auch aus der Gemeinde, zu der ich mich ursprünglich zugehörig gefühlt habe.

Ich nenne das Gutmenschen-Syndrom.

Ich gebe zu, „Gutmensch“ sollte kein Schimpfwort sein, doch was ist, wenn man es als solches auffasst, weil genau in diesen Kreisen eigene Meinungen verdammt werden? Nicht, dass politisch rechtslastige Individuen das nicht auch machen würden, doch warum sollte ich mir Hass aus dem ehemals eigenen Lager gefallen lassen müssen?

Und welcher Mensch mit Gutmenschen-Syndrom jetzt gerne noch einen weiteren Grund zum Hassversprühen haben möchte:
Anders als die heutige LGBTXYZ-Gemeinde kann ich beim besten Willen nicht erkennen, wieso Menschen ein anderes Geschlecht, als das männliche oder weibliche haben sollten. Das mag an meiner Dummheit liegen. Aber ganz ehrlich: Es ist mir herzlich egal.
Geschlecht: männlich / weiblich / divers? Echt jetzt? Ich könnte das jetzt ausführen, doch wer immer noch nicht begriffen hat, dass man alles übertreiben kann – dem möchte ich das nicht weiter erklären müssen. Wenn Politiker sich dem Druck der Gutmenschen-Lobby beugen, und so etwas in offizielle Papiere schreiben, dann können sie das natürlich tun, doch das heißt noch lange nicht, dass ich in Biologie nicht aufgepasst habe. Oder dass die wenigen Menschen, die von Geburt an beide Geschlechter in – oder an – sich tragen, ein weiteres Geschlecht darstellen. Oder gar diejenigen deren Kopf das Eine sagt, ihr Körper jedoch etwas Anderes. Oder wer auch immer.

Meine Meinung mag reaktionär sein oder neo-nazistisch oder was auch immer: Es gibt Männer und es gibt Frauen. Das sind die biologischen Geschlechter. Und dann gibt es noch Menschen, die sich als etwas Anderes sehen und bezeichnen.

Was aber längst nicht heißt, dass plötzlich neue Geschlechter entstanden sind.

Und jetzt hasst mich, ihr Gutmenschen.

Gender is a spectrum? WTF?

Ich gebe auf

Der Kampf gegen die idiotische „Gendersprache“ ist wohl verloren. Irgendwann müssen wir das einsehen. „Wir“, nicht „man“. Oder ist das Wörtchen „man“ doch noch nicht verpönt; haben die grünen Volkserzieher es übersehen?

So oder so: Von den Grünen angezettelt, von den Journalisten verbreitet, ist das Gendern jetzt wohl zum traurigen deutschen Kulturgut geworden. Quo vadis, Feminismus? Quo vadis, Deutschland?

Aber ich verspreche, dass ich meine Leser künftig mit meinem Genöle darüber nicht mehr nerven werde. Oder zumindest nicht mehr so viel. Ich versuche, hauptsächlich darüber zu lachen. Gute Miene zu bösem Spiel zu machen. Ich muss es nicht mögen, ich kann ja versuchen, wegzuhören, oder wegzulesen, zumal mein Leben ja hauptsächlich in Englisch stattfindet. Hier darf man ja noch reden, wie es die Sprache überliefert hat, und muss sich nicht von grünen Journalisten erziehen lassen.

In meinen Posts und Büchern jedenfalls, wird es keine links-grün-feministische Gendersprache geben. Nicht, solange ich noch tippen kann. Und ich bin sicher, dass ich damit meine treuen Fans nicht verschrecken werde. Egal wie oft ZDF-Moderatoren beim Reden Schluckauf bekommen. Immerhin ein kleiner Trost. Aber irgendwann muss man einen Krieg auch als verloren akzeptieren. (Ja, Krieg, das ist es: Die Sternchen-Minderheit gegen den Rest der Deutschen. Aber mit den Journalisten an ihrer Seite, überrennen die Genderterroristen jede Mehrheit.)

Okay, genug damit. Krieg beendet, weiterziehen. Als Flüchtling (Flüchtlingin?), sozusagen. Aber über ultrafeministische Dummköpfe (Dummköpfinnen?) werde ich mich auch weiterhin amüsieren.

Und mal so nebenbei: Wer das Gendern nicht gut findet, wählt deswegen noch lange keine AfD (zumal ich in Deutschland ohnehin nicht wählen darf.) Er ist deswegen auch kein Rassist oder Antifeminist, kein Abtreibungsgegner, kein Klimawandel-Leugner, er ist nicht homophob oder gar Trump-Fan. Er findet lediglich, dass das Gendern falsch, lächerlich, völlig überzogen, sprachterroristisch und sexistisch ist.

Und wählt vermutlich nie mehr die Grünen.

Kameltreiberei

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) braucht den Druck des Internationalen Olympischen Komitees und der Öffentlichkeit, um einen Sportdirektor nach Hause zu schicken, der offenbar seine Anfeuerungsrufe aus hundert Jahre alten Kinderbüchern bezieht. Kann das wirklich wahr sein? 2021? Ernsthaft?

Sicher kann man einen kleinen Ausrutscher nach einer ehrlichen Entschuldigung verzeihen und muss nicht bei jeder Kleinigkeit die Menschen verdammen. Leider sind rassistische Beschimpfungen mitnichten entschuldbare Ausrutscher. Wer Sportlerkollegen als „Kameltreiber“ bezeichnet, nur weil sie auf dem falschen Kontinent geboren wurden, offenbart schlichtweg tiefsitzenden Rassismus – gerade auch weil die Aussage im „Eifer des Gefechts“ getroffen wurde. Gerade dann zeigt sich, wie die Menschen wirklich empfinden. Und dass der DOSB nicht mit sofortiger Suspendierung reagiert hat, zeigt eine ähnliche Haltung in den dortigen Führungsriegen. (Und von einer gewissen Dummheit: Eine sofortige Entfernung des Sportdirektors hätte das Thema viel schneller erledigt, jetzt bleibt der Makel deutlich länger in den Gedächtnissen Deutschlands und der Welt.)

Nein, rassistische Beschimpfungen sind keine Kavaliersdelikte!

Was mich zum Thema „Querdenken“ bringt. Sich von Rechtsradikalen instrumentalisieren zu lassen, zeigt eine ähnlich verwerfliche Geisteshaltung, wie die des Sportdirektors. Ganz abgesehen davon, dass solche Menschen, im Angesicht einer weltweiten tödlichen Pandemie, eine unfassbare Rücksichtslosigkeit gegenüber dem Leben und der Gesundheit ihrer Mitmenschen offenbaren. Außerdem zeigen sie ein gehöriges Maß an Dummheit und Ignoranz: Wenn der Automechaniker, der Bäcker, der Anwalt und der Arzt besser wissen wollen, wie studierte und erfahrene Experten ihre Arbeit zu machen haben, dann hört bei mir das Verständnis auf.
Die Menschen, mit denen ich aufgewachsen bin, haben Jahrzehnte studiert und gearbeitet, damit sie heute in der Lage sind, auf ihren Fachgebieten Außerordentliches zu leisten. Aber nicht dafür, dass sie sich schließlich von Fischhändlern und Köchen sagen lassen müssen, wie sie ihre Arbeit zu tun haben. Oder lässt sich etwa ein Klempner von einem Akademiker sagen, wie er Leitungen zu reparieren hat?
Es wäre zu hoffen gewesen, dass egoistisch-populistisches Gedankengut in Deutschland keinen Nährboden mehr findet. Und von den Verschwörungsspinnern, die es auch in Deutschland gibt, will ich gar nicht erst anfangen.

Und – HALLO! – ich habe keine Lust mehr auf Partyverbote, Quarantänen und Lockdowns! Bringt endlich die verdammte Impfpflicht – in welcher Form auch immer! Ich soll, nur wegen in der Bevölkerung grassierender Dummheit, auf mein gewohntes Leben verzichten? Warum geht denn dafür kaum einer auf die Straße? (Weder in Deutschland noch in den Staaten, ich gebe es zu.)

Und da gerade von „auf die Straße gehen“ die Rede ist: Warum lässt sich die große Mehrheit der Deutschen von außer Rand und Band geratenen Feministinnen neue Sprech- und Schreibweisen aufzwingen? Warum müssen wir Schluckaufsprache und heuchlerische Sternchen in den Medien ertragen, während die wahren Probleme weiterhin ignoriert werden?

Ja, es gibt noch eine Menge mehr Probleme. Klimaschutz vor allem. Flüchtlinge, denen geholfen werden muss. Rentensicherung. Grassierender Rechtsradikalismus, aufflammender Antisemitismus und vieles mehr.

Würden die Querdenker ihre schiefen Gedanken Richtung CO2-Reduzierung ausrichten, „Konservative“, statt AfD zu wählen, lieber Flüchtlinge willkommen heißen, damit sie die deutschen Renten sichern und grüne Klimaaktivisten sich endlich auf ihre alten Leitthemen konzentrieren, statt feministischen Extremismus zu verbreiten, würde Deutschland in der Welt sehr schnell ein besseres Bild abgeben.

Mit Antisemitismus und Kameltreiberei funktioniert das allerdings nicht.

Schluss mit Partyverboten: Impfpflicht jetzt!

Fortsetzungen

Häufig werde ich gefragt, ob es von diesem oder jenem Buch eine Fortsetzung geben wird.

Das hier ist zur Zeit angedacht:

  • J. – Die ersten 20 Stunden und J. – Forever: Eine Fortsetzung der Romanreihe ist geplant, jedoch nur mittelfristig
  • Anna von England: Keine Fortsetzung, jedoch eine Art Seiten(kurz)geschichte ohne Anna, die auch fast fertig ist
  • Irren ist lesbisch: Bislang nichts geplant
  • Bella und die Frau im Himmel: Eine Fortsetzung formt sich gerade in meinem Kopf
  • She Doesn’t Do Girlfriend: Die deutsche Übersetzung ist in Arbeit, aber keine Fortsetzung dey Romans
  • Kurzgeschichten: Mindestens eine weitere ist fast fertig

J. – Forever: Die wahre Hollywood-Story

Ein teils autobiografischer Roman. Er handelt von Liebe, Verzweiflung, einem Sklavenmarkt, Prostitution und Gewalt. Und von verschiedenen Frauen, die auf unterschiedlichste Weise miteinander verbunden sind.

AB 18 JAHRE!