Zum Inhalt springen

Viel Neues im Dezember

Sprache verändert sich und das ist gut so. Sie wächst und gedeiht mit den Bürgern, ihren Ideen und Wertvorstellungen. Mein neues Buch Neun Freundinnen und eine 12 ist mitgewachsen. Darauf bin ich durchaus ein wenig stolz, da die Veränderung der Sprachbasis eine Menge Arbeit mit sich gebracht hat, und ich den Mehraufwand – trotz vieler widriger Umstände – in erstaunlich kurzer Zeit bewältigen konnte.

Es begann damit, dass ich beobachtet habe, wie sich meine eigene Sprache verändert hat. Vielen gefällt meine unbeschwerte Frei-Schnauze-Schreibe, doch mit allem, was um mich herum passiert, wollen offensichtlich meine Texte auf einen anderen Level, um den Anforderungen der heutigen Zeit besser gerecht werden zu können. Die Veränderungen endeten für den Moment damit, dass ich in das Buch Themen integriert habe, die ich noch vor ein paar Jahren nicht anzusprechen gewagt hätte. Selbst in J.-Forever nicht.
Autoren tragen durchaus Verantwortung. Wenn diese schon nicht der Gesellschaft gegenüber besteht, so sollten sie doch zumindest für die Sprache, in der sie sich ausdrücken, ein wenig Respekt zeigen. Der eine oder andere mag diese Aussage nicht nachvollziehen können, aber ich werde Angriffe auf unsere Art zu reden und zu schreiben, nicht unkommentiert lassen. Ich habe mich außerdem dafür entschieden, meinen winzigen Teil beizutragen, das Deutsche, wie es war und (zur Zeit noch) ist, zu überliefern.

Vor dem Hintergrund feministisch-sexistischer Attacken auf die Sprache, die ich so liebe, kann ich eben nicht mehr reinen Gewissens meine Gedanken, wie mir „das Maul gewachsen“ ist (um es mit verschiedenen Klassikern zu sagen), aufs Papier bringen. Rede- und Schreibweisen verändern sich mit den Zeiten. Doch es ist eine Sache, landläufig gebrauchte Wendungen zu integrieren, eine andere aber, zu versuchen, politische Absichten durch Sprachverfälschung durchsetzen zu wollen.

Das sogenannte „Gendern“, das Bestreben das generische Maskulinum durch absurde Satz- und Wortkreationen aus dem Deutschen zu verbannen, ist weniger lächerlich als gefährlich. Wenn gesellschaftliche Kräfte beginnen, Sprache als Waffe zu benutzen, um eigene Ziele zu erzwingen, sollten wir uns vorsehen. Das passierte schon mehrfach und hat nie friedlich geendet. Wohin die Sprachlenkung in den 1930ern führte, wissen wir alle. (Ich empfehle zu diesem Thema den Artikel „Sprache und Sprachlenkung im Nationalsozialismus“ auf der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung https://www.bpb.de/politik/grundfragen/sprache-und-politik/42752/sprache-zur-ns-zeit ).
Es ist völlig bedeutungslos, ob Sprachterroristen rote, grüne oder braune Hemden tragen – der Angriff auf unsere Sprache bleibt der gleiche. Egal welche Ansprüche Bewegungen haben; das Mittel der Wahl für potentielle Weltveränderer ist die Veränderung der eigenen Sprache. Gezielte Wortmanipulation als Waffe? Sollte uns das nicht erschrecken?
In den 1930ern betrieb die Farbe Braun radikale und unerwünschte Volkserziehung durch Sprachmanipulation, die Farbe Grün macht es heute. Und das, obwohl unseren feministisch-sexistischen Weltverbesserern die sozialen Medien zur Verfügung stehen, wo sie seriöse Überzeugungsarbeit leisten könnten. Dass sie mit der Manipulation des Deutschen bereits Teilerfolge erzielt haben, liegt unter anderem an der unreflektierten Berichterstattung von Journalisten, die überwiegend die gleichen grünen Hemden tragen – und die sich für autorisierte Politiklehrer halten. (Autorisiert durch wen, frage ich mich an dieser Stelle: durch eigene moralische Überlegenheit? Ich glaube kaum!)
Ich suche schon seit Längerem in den großen deutschen Medien nach Artikeln, die den einst noblen Kriterien von Neutralität, Recherche und Fehlerfreiheit entsprechen. Bei ARD und ZDF z.B. ist das nicht nur ein mühseliges Unterfangen, es ist ein meist vergebliches. Reporter scheinen das „Report“ in ihrer Berufsbezeichnung vergessen zu haben, das unter anderem bedeutet, dass man bei politischen Themata nicht nur die eine Seite, sondern – womöglich im selben Artikel – die gegensätzliche Meinung ebenfalls hört und sie möglichst unkommentiert zitiert. Das hieß früher „faire und gerechte Berichterstattung“. Mit „vergessen“ hat das leider kaum etwas zu tun; es ist Volkserziehung, nicht mehr, nicht weniger. Und dass dabei die – von Journalisten angeblich so geliebte – Sprache auf der Strecke bleibt, ist ein in Kauf zu nehmender Nebeneffekt.
Ich bin sicher, dass es auch noch untadelige Medienmacher gibt – doch die sind, wie ich leider immer wieder feststelle, nur mit dem Vergrößerungsglas zu finden.

An dieser Stelle möchte ich betonen, dass die systematische Unterdrückung anderer Meinungen durch die heutigen Medien nichts mit staatlicher Kontrolle oder Vorgaben aus der Politik zu tun hat, wie fehlgeleitete „Querdenker“ und unbelehrbare Rechtsradikale kontinuierlich behaupten. Es ist ausschließlich auf fehlende journalistische Integrität, über die Jahre degeneriertem Berufsethos und mangelnder Ausbildung von jüngeren Reportern und Redakteuren zurückzuführen.

Meinen Schreibstil wieder der deutschen Sprachbasis anzupassen, ist keine leichte Unternehmung, zumal ich gleichzeitig versuchen muss, dass meine eigene Identität nicht auf der Strecke bleibt. Ich behaupte, dass mir das im neuen Buch – Neun Freundinnen und eine 12 – gelungen ist (oder gelingen wird). Es ist nach wie vor Andrea, doch es wurde von einer Andrea geschrieben, die durch die Umstände gezwungen wurde, erwachsener zu werden. (Wobei das Urteil von meinen Fans getroffen werden wird.)
„Erwachsener“ heißt in diesem Zusammenhang nicht „langweiliger“. Ich behaupte, das Gegenteil ist der Fall. Das Buch ist kurzweiliger als manche davor veröffentlichte, es ist leichter lesbar, doch gleichzeitig in seiner Sprache anspruchsvoller. Der „neue“ Andrea-Stil: Überflüssige Wörter entfallen, dafür wird die Ausdrucksvielfalt größer und Wiederholungen reduzieren sich auf das nötige Minimum. Ebenfalls wichtig: Durch einen anderen Editierstil sollen vor dem Druck mehr Fehler entdeckt werden. Ob Letzteres funktioniert, bleibt abzuwarten (und zu hoffen).
Die Dialoge hingegen bleiben „frei Schnauze“. Auch das bewusste Weglassen seitenweiser Veranschaulichungen von Protagonisten und Orten erhalte ich. Leser haben bei Andrea-Büchern zusätzlichen Spielraum für ihre eigene Phantasie. (Was ich vor allem bei Sex und Pornographie für wichtig halte.)

Meine Grundthemen bleiben die gleichen: Liebe und Sex – und zwar in knallharten Details und Beschreibungen. Diese kompromisslose Andrea-Sprache sehe ich seit meinem ersten Veröffentlichung Anna von England auch als Protest gegen die immer stärker werdenden Einflüsse der „Müttermafia“, wie ich passionierte Moralerzieher gerne nenne. Diese Themen und diese Schreibweise gibt es weiterhin, meine Fans können beruhigt sein. Umrahmt von Liebe, Erotik und Pornographie, tauchen aber zusätzliche Themata auf, von denen ich hoffe, dass die Leser sich dafür interessieren.

Eines kann ich jetzt schon sagen: Mainstream-Gedankengut ist in dem neuen Buch nicht zu finden.

1 Kommentar »

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: