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Kameltreiberei

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) braucht den Druck des Internationalen Olympischen Komitees und der Öffentlichkeit, um einen Sportdirektor nach Hause zu schicken, der offenbar seine Anfeuerungsrufe aus hundert Jahre alten Kinderbüchern bezieht. Kann das wirklich wahr sein? 2021? Ernsthaft?

Sicher kann man einen kleinen Ausrutscher nach einer ehrlichen Entschuldigung verzeihen und muss nicht bei jeder Kleinigkeit die Menschen verdammen. Leider sind rassistische Beschimpfungen mitnichten entschuldbare Ausrutscher. Wer Sportlerkollegen als „Kameltreiber“ bezeichnet, nur weil sie auf dem falschen Kontinent geboren wurden, offenbart schlichtweg tiefsitzenden Rassismus – gerade auch weil die Aussage im „Eifer des Gefechts“ getroffen wurde. Gerade dann zeigt sich, wie die Menschen wirklich empfinden. Und dass der DOSB nicht mit sofortiger Suspendierung reagiert hat, zeigt eine ähnliche Haltung in den dortigen Führungsriegen. (Und von einer gewissen Dummheit: Eine sofortige Entfernung des Sportdirektors hätte das Thema viel schneller erledigt, jetzt bleibt der Makel deutlich länger in den Gedächtnissen Deutschlands und der Welt.)

Nein, rassistische Beschimpfungen sind keine Kavaliersdelikte!

Was mich zum Thema „Querdenken“ bringt. Sich von Rechtsradikalen instrumentalisieren zu lassen, zeigt eine ähnlich verwerfliche Geisteshaltung, wie die des Sportdirektors. Ganz abgesehen davon, dass solche Menschen, im Angesicht einer weltweiten tödlichen Pandemie, eine unfassbare Rücksichtslosigkeit gegenüber dem Leben und der Gesundheit ihrer Mitmenschen offenbaren. Außerdem zeigen sie ein gehöriges Maß an Dummheit und Ignoranz: Wenn der Automechaniker, der Bäcker, der Anwalt und der Arzt besser wissen wollen, wie studierte und erfahrene Experten ihre Arbeit zu machen haben, dann hört bei mir das Verständnis auf.
Die Menschen, mit denen ich aufgewachsen bin, haben Jahrzehnte studiert und gearbeitet, damit sie heute in der Lage sind, auf ihren Fachgebieten Außerordentliches zu leisten. Aber nicht dafür, dass sie sich schließlich von Fischhändlern und Köchen sagen lassen müssen, wie sie ihre Arbeit zu tun haben. Oder lässt sich etwa ein Klempner von einem Akademiker sagen, wie er Leitungen zu reparieren hat?
Es wäre zu hoffen gewesen, dass egoistisch-populistisches Gedankengut in Deutschland keinen Nährboden mehr findet. Und von den Verschwörungsspinnern, die es auch in Deutschland gibt, will ich gar nicht erst anfangen.

Und – HALLO! – ich habe keine Lust mehr auf Partyverbote, Quarantänen und Lockdowns! Bringt endlich die verdammte Impfpflicht – in welcher Form auch immer! Ich soll, nur wegen in der Bevölkerung grassierender Dummheit, auf mein gewohntes Leben verzichten? Warum geht denn dafür kaum einer auf die Straße? (Weder in Deutschland noch in den Staaten, ich gebe es zu.)

Und da gerade von „auf die Straße gehen“ die Rede ist: Warum lässt sich die große Mehrheit der Deutschen von außer Rand und Band geratenen Feministinnen neue Sprech- und Schreibweisen aufzwingen? Warum müssen wir Schluckaufsprache und heuchlerische Sternchen in den Medien ertragen, während die wahren Probleme weiterhin ignoriert werden?

Ja, es gibt noch eine Menge mehr Probleme. Klimaschutz vor allem. Flüchtlinge, denen geholfen werden muss. Rentensicherung. Grassierender Rechtsradikalismus, aufflammender Antisemitismus und vieles mehr.

Würden die Querdenker ihre schiefen Gedanken Richtung CO2-Reduzierung ausrichten, „Konservative“, statt AfD zu wählen, lieber Flüchtlinge willkommen heißen, damit sie die deutschen Renten sichern und grüne Klimaaktivisten sich endlich auf ihre alten Leitthemen konzentrieren, statt feministischen Extremismus zu verbreiten, würde Deutschland in der Welt sehr schnell ein besseres Bild abgeben.

Mit Antisemitismus und Kameltreiberei funktioniert das allerdings nicht.

Schluss mit Partyverboten: Impfpflicht jetzt!

1 Kommentar »

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