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Dämonenliebe

Dass ich die vergangenen Tage dieses Tagebuch vernachlässigt habe, lag zum Einen daran, dass ich flugtechnisch ein wenig überlastet war, zum Anderen an meiner Dauermüdigkeit, die von einer leicht gesteigerten Tablettendosis ausgeht.

Wie auch immer, jetzt logiere ich in Havre-Saint-Pierre, Quebec, Kanada. Übermorgen (morgen eigentlich) werden wir die Grenze in die USA überqueren und uns den Zollbeamten aus Maine unterwerfen. Wie ich mich darauf freue! Nicht.

Aber ganz ehrlich: je mehr ich von Deutschland lese, desto froher bin ich, mich die nächsten Tage fast nur mit Elchen und prodemokratischen Amerikanern herumschlagen zu müssen, denn dort gibt es herzlich wenig selbsternannte Gerechtigkeitswächter. Und wenn, dann welche mit Verstand.

Aber das ist ein anderes Thema.

Nachdem ich die Diamond gecrashed und mir vor kurzem die Turbine Otter so gnadenlos entzogen wurde, hat mein Dämon die Initiative ergriffen, und mir eine Comanche gekauft. „Ich muss ein wenig langsam machen“, entschuldigt sie sich auch noch für den Billigkauf: „Doch die Restauration der Aerostar wird teurer als gedacht, und du weißt ja, dass ich immer noch auf der Suche nach einem passenden Boot bin.“

Wie süß! Ich sitze am Steuer einer traumhaften 61 Jahre alten einmotorigen Piper und bin im siebten Himmel, und sie entschuldigt sich auch noch dafür!

Versteh einer Dämonen!

Gabby hat ihrer Tochter inzwischen, wie angekündigt, verboten mit mir mitzufliegen, weil ich „Todessehnsucht“ hätte. Wie sonst solle sie sich erklären, dass ich unbedingt „mit hundert Jahre alten Seelenverkäufer“ fliegen müsse? Natürlich übertreibt sie gnadenlos. Ausserdem ist die Lycoming-Maschine der PA-24 frisch generalüberholt.

Vermutlich sind das die Einflüsse ihres Dauerstechers in New York. Egal, ich mag ihre neuen Klamotten sowieso nicht und Eva wird sie dafür hassen, dass sie mich für viele Monate nur noch per Computer und Telegram zu sehen bekommt. Ich bin gespannt, wie lange Gabby das erträgt. Sei’s drum.

Ich habe ja meinen Dämon. Wobei ich mir nicht sicher bin, womit ich so ein seelenloses – und damit offensichtlich auch selbstloses – Höllenwesen verdient habe. Mazikeen ist schon der Hammer! Joana predigt mir ständig, dass ich gar nicht wisse, was ich an meinem Dämon hätte. Doch, ich weiß das. Aber wenn man Dämonen den Eindruck vermittelt, als wären sie einem ebenbürtig, glauben sie es am Ende noch! Und das wollen wir doch nicht, oder?

Jetzt Frühstück, duschen und dann wieder ins Bett. Vielleicht erlaube ich meiner Dämonin auch noch ein kleines Gastspiel.

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