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Fass mich nicht an!

Nach ein paar Ruhetagen in Kelowna wartete eine dicke Überraschung, in Gestalt eines ziemlich aufregenden Fliegers, auf mich. Eine 66 Jahre alte DHC-3 Turbine Otter! Gemietet zwar nur, und nur für insgesamt drei Flüge – es wurden fünf daraus – aber die Überraschung meiner Schwester war perfekt! Sie erschien nämlich unangekündigt und saß plötzlich an der Bar neben mir. Typisch Anik. Die gemietete Turbine Otter war ihr kleines Mitbringsel. Ich bin vor Freude fast vom Barhocker gefallen!
Den nächsten Tag haben Anik und ich ganz alleine beim Shopping verbracht. In identischer Kleidung – die gab es gleich im ersten Laden – wie in alten Zeiten und in allerbester Stimmung. Die Firma und unsere Streits darüber, haben wir für den Moment einfach hinter uns gelassen!

Zwillingsspaß

Weiter ging es dann einen Tag darauf. Während meine Schwester die Diamond übernahm und direkt zum geplanten Rückgabeflughafen startete, kletterten Joana, Mazikeen, ein Passagier und ich in diesen herrlichen Oldtimer. Der Besitzer der Maschine war auch dabei und nahm auf dem Copiloten-Sitz Platz. Zwar habe ich ein Type Rating, eine Flugzeugmusterberechtigung, die auch die Turbinenversion der DHC-3 umfasst – ich habe keine Ahnung warum und woher – doch ich habe so eine Maschine noch nie geflogen. Glaube ich zumindest – ich scheine alt zu werden. Oder dement. Schöner Mist.

Für alle, die es wissen möchten: Eine De Havilland Canada DHC-3 ist ein altes einmotoriges Flugzeug, in diesem Fall für 7 Passagiere plus kommerzielle Fracht eingerichtet. Die Original-Sternmotoren-Flieger wurden von 1951 bis 1967 gebaut, später gab es Umbauten von diversen Drittherstellern, die statt des alten Sternmotors, moderne, leistungsstarke Pratt & Whitney PT6A-Turbinen verbauten, womit das Flugzeug nun deutlich mehr Ladung transportieren kann. So wie diese hier.

66 Jahre und kein bisschen leise

Wie auch immer. Ich war dankbar, dass der Besitzer ein Fluglehrer war, denn so konnte ich wirklich lernen, die Maschine von Grund auf zu beherrschen, was mir in Alaska helfen wird, eine Flugmusterberechtigung für die Wasserflugzeugvariante zu erwerben. Wasserflugzeug? Genau! So etwas habe ich nämlich noch nie geflogen. Es hat mich immer interessiert, doch irgendwie hat es nie gepasst. Jetzt habe ich mir fest vorgenommen, es zu probieren! Von meinem Fluglehrer habe ich bereits wertvolle Tipps bekommen und auch Adressen von Flugschulen, die er dafür wärmstens empfiehlt. Und da der Typ – abzüglich seiner sexistischen Bemerkungen – nicht nur wirklich sympathisch ist, sondern auch sein Handwerk versteht, werde ich seinen Empfehlungen wohl folgen. Er jedenfalls schwärmte von der Wasserfliegerei. Vor allem in British Columbia und „ach, eigentlich überall in Kanada“. Unnötig zu erwähnen, dass er selbst ein Wasserflugzeug besitzt (eine DHC-2 Beaver).

Ab ins Wasser!


Es ist übrigens so ein richtiger, braungebrannter Frauenheld, fährt Ski mit und ohne Wasser, besitzt ein mächtiges Snowmobil, ein kleines Segelboot, zwei Huskys, verbringt seine Urlaube auf Berggipfeln und legt gerne Pilotinnen in Shorts die Hand auf das Bein. Vorzugsweise im Landeanflug, wenn sie sich nicht wehren können. Aber wozu hat man eine Dämonin? Mazikeen hatte sich, offenbar in weiser Voraussicht, direkt hinter ihn gesetzt. Sie entledigte sich in Rekordzeit ihres Gurtes und würgte ihn so lange, bis die Sonnenbräune zur Gänze sein Gesicht verlassen hatte.
„Du kannst jetzt aufhören“, habe ich ihr dann empfohlen, während ich die letzten Landeklappen nach unten pumpte: „Der kommt erst nach der Landung wieder zu Bewusstsein.“
So war es dann auch. Ich muss aber zugeben, dass er die Sache mit Humor nahm, was ihn eigentlich noch sympathischer machte. „Hast du immer einen persönlichen Schutzengel dabei?“, lachte er später an der Hotelbar.
Beim Wörtchen „Engel“ begann mein Dämon zu knurren und Anik antwortete an meiner Stelle: „Sei froh, dass Maze da war. Tammy hätte dir nämlich nach der Landung mindestens fünf Finger gebrochen. Und zwar jeden einzeln.“
Das stimmt. Wer mich begrabscht, während ich mich nicht wehren kann, kann seine Hand für die nächsten Wochen abschreiben. In diesem Fall hätte ich ihm wohl danach auch noch den Arm gebrochen. Nur zur Sicherheit.
„Hat sich aber gelohnt. Dein Bein fühlt sich gut an. Da fragt man sich, wie das mit deinem hübschen Hintern ist.“
Immerhin hat er „hübsch“ gesagt. „Ich stehe auf scharfe Pilotinnen, sorry“, fügt er grinsend hinzu.
„Ich auch“, grinste ich zurück.
Da hat er es dann endlich kapiert: „Du bist eine Lesbe?“
„Blitzmerker.“
„Oh, sorry.“
„Warum? Habe ich jetzt keinen hübschen Arsch mehr?“
„Aber sowas von…“, lachte er. „Noch einen Tequila?“
„Solange du noch bei Bewusstsein bist…“

Es gibt einen Unterschied
zwischen Anmache und (sexueller) Gewalt

Das ist so die Sache: Ich habe kein Problem mit Anmache. Jedenfalls nicht mit verbaler. Und wenn mich einer antatscht – jedenfalls solange ich mich wehren kann – bekommt er eine Ohrfeige und das war’s. Ich habe kein Problem damit, denn „Boys will be boys“, no matter what, ob es den Terror-Feministen nun passt oder nicht. Auf der einen Seite wollen Frauen angemacht werden – von soft bis aggressiv, je nach persönlichem Geschmack – und auf der anderen Seite sollen Männer immer vorher wissen, wie es die Dame gerne hätte. „Darf ich dir mal einen Klaps auf den Arsch geben oder empfindest du das als unangebracht und sexistisch?“ DAS IST JA WOHL LÄCHERLICH! Eine Menge Weiber wollen mutiges Angraben und wollen garantiert nicht vorher vorsichtig gefragt werden, ob es denn angebracht sei. Irgendwo müssen wir einfach mal die Kirche im Dorf lassen. Der Mann soll auf Signale warten? Da zerreißt es mich noch mehr. Für viele Typen sind ihre Frauen noch nach zwanzig Ehejahren ein Buch mit sieben Siegeln. Und da sollen sie am ersten Abend weibliche Signale deuten können? (Zumal zarte Hinweise, je nach aktuellem Hormonspiegel, einmal dies und einmal jenes bedeuten können.)

Wen wollen die Frauen heute eigentlich erziehen? Die Studenten, die Professoren, die Handwerker oder die Jungs vor der Trinkhalle? Und was ist mit den Frauen, die einfach keine Softies wollen?

Wie wäre es, wenn wir Frauen erst einmal lernen, RECHTZEITIG klar und deutlich „NEIN“ zu sagen?

Von mir jedenfalls, bekommen die Typen eine Ohrfeige als Antwort. Wer mir an die Titten oder unter den Rock geht, dem trete ich in die Eier oder breche ihm die Nase, und wenn mich einer beim Landeanflug begrabscht, breche ich ihm hinterher ein paar Finger. Solange Männer es beim Verbalen belassen, und damit aufhören, wenn ich es sage, dann dürfen sie mir und meiner Frau gerne noch einen Drink bestellen. Solange Frauen die Männer als Männer wollen, müssen sie auch kapieren, dass Männer nun mal Männer sind, genau wie Frauen nun mal Frauen sind. Lesbisch oder nicht.

25 mal „Nein“?

Ja, so sehe ich das. Und das vor meinem Hintergrund! Trotz meiner Geschichte. Trotz meiner Erfahrungen mit Typen. Ich habe dadurch nicht den Verstand verloren (noch nicht). Ich kann immer noch zwischen Anmache, harmlosen Männertrieben und Vergewaltigung unterscheiden. Solange Frauen sich nicht Dinge gefallen lassen, die sie nicht akzeptieren, ist alles in Ordnung. Die Grenze allerdings, bevor sie Männer vor Gericht zerren, die muss jede für sich selbst festlegen.
Ich jedenfalls kann mich alleine wehren. Wenn ich will.

Schluss mit der Gleichmacherei!

Eigentlich wollte ich heute von meinen jüngsten Flügen erzählen, doch leider geht mir jetzt die Zeit aus. Bücherschreiben, fliegen und ab und zu schlafen, gehört eben auch zu meinem Leben. Nicht nur die Eintragungen in diesen Blog. (Von Sex ganz zu schweigen.)

Der Bericht über die vergangenen Tage, muss eben bis morgen Abend warten.

3 Comments »

  1. Leider sind nicht alle Frauen so taff wie Ihr es seid.
    Wenn Sie zumindest laut schimpfen und fluchen würden um somit den Kerl bloßzustellen….jaja, ich weiß….das nützt auch nicht immer etwas, aber es würde zumindest abschrecken.
    Mich kotzen diese Typen an. 🤮

    Gefällt mir

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