Zum Inhalt springen

Notorisch Glücklichsein

Die Reiseseite wartet noch darauf, weitergeschrieben zu werden. Sie wird, keine Frage, doch wenn wir, wie in den vergangenen Tagen, von Fluplatz zu Flugplatz springen, dann bleibt wenig Zeit für Sonstiges. Und dann war da auch noch Zoe… Ich will nicht darüber nachdenken…

Und jetzt? Jetzt liege ich todmüde auf dem Bett und warte auf den Schlaf. Dabei ist es noch nicht einmal Mitternacht. Doch diese kleine Ratte, Zoe, gönnt mir heute eine Pause und ich bin fest entschlossen, sie zu nutzen. Morgen sieht das nämlich wieder anders aus.

Dabei fällt mir ein Thema ein, das ich vor einer Weile mit meiner Schwester diskutiert habe: Glück.

Was ist Glück? Ich behaupte, dass es hauptsächlich eines ist: Glücklichsein zu können. Trotz aller widriger Umstände – against all odds – glücklich sein zu können. Alles Andere ist lediglich die Abwesenheit von Pech. Denn darum geht es doch den Unglücklichen unserer Zeit: dem Pech aus dem Weg zu gehen. Wenn jemand glücklich ist – in der Lage ist, glücklich zu sein – dann hat er das doch gar nicht nötig. Wenn bei einem notorisch Glücklichen etwas schiefgeht, dann freut er sich eben über das, was er an Positivem nach wie vor besitzt. Und das macht ihn glücklich.

So einfach soll das sein?

Ja, so einfach ist es tatsächlich. Behaupten jedenfalls die Glücklichen. Diejenigen, die von Glück reden können, dass sie zu denjenigen gehören, die, trotz aller Widrigkeiten – against all odds – glücklich sein können.

Und was ist mit den Anderen? Mit denjenigen, die nicht zu den Glücklichen gehören, weil sie das Glücklichsein verlernt haben, oder diese Fähigkeit schlicht nie besaßen? Hard luck, sagen wir in England, oder auch: Pech gehabt.

Ich behaupte, dass man das Glücklichsein (wieder) erlernen kann. Zugegeben, manchmal nicht ohne fremde Hilfe. Aber niemals mit Alkohol oder Drogen. Aber man muss es wirklich wollen.

Nehmen wir einmal mich. Ich wurde mit einem goldenen Löffel im Mund geboren, behaupten ein paar Leute. Und das stimmt sogar irgendwie. Nur wurde er mir leider wieder weggenommen, der Löffel. Warum?

Ich leide an einer ziemlich üblen Krankheit, wie viele meiner Leser und Fans wissen, einer der schmerzhaftesten der Welt. Ich schlucke täglich so viele Tabletten, wie sie eine Fabrik alleine nicht produzieren kann. Deswegen habe ich meinen Job verloren. In meiner Jugend passierte etwas, was später Zoe in mein Leben brachte und ich schaffe es nicht, sie daraus zu vertreiben. Sie hat mich fest im Griff. Glaubt mir: Ihr würdet nicht mit mir tauschen wollen. Trotz Frauen, Flugzeugen und Segelbooten.

Oder vielleicht doch? Denn ich habe etwas, was mich glücklich macht. Jeden Tag. Nämlich die Fähigkeit, glücklich sein zu können.

Wir werden nicht glücklich gemacht, weder von Geld, noch von einem Kind oder einem Partner – wir machen uns selbst glücklich. Wer das nicht kann, wird niemals glücklich sein. Nicht auf Dauer.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: