Zum Inhalt springen

Quo vadis, deutsche Sprache?

Es gibt nicht nur Dinge, die mich nachdenklich machen, sondern auch solche, die mich fast schon zwingen, mir Alternativen zu überlegen.

Während ich weiter zusehen muss, wie die deutsche Sprache von fehlgeleiteten Feministinnen, stimmenhungrigen Politikern und ergebenen Journalisten entstellt wird, beginne ich ernsthaft zu überlegen, mich ins Englische zu flüchten. Komplett. Den deutschen Nachrichten abzuschwören, deutsche (Un)Kultur zu ignorieren und stattdessen für meine Bücher und Blogs eine Sprache zu benutzen, die ohnehin für Romane besser geeignet ist, als das komplizierte und steife Deutsch. Was mich momentan noch daran hindert, ist, dass ich aufgeben nicht leiden kann, und dass ich meine deutschen Fans ungern enttäuschen möchte, nur weil ein paar hypersensible Frustfrauen der Meinung sind, dass sich alle Welt gegen sie verschworen hat. Wobei das Problem, sprachtechnisch gesehen, offenbar tatsächlich fast nur in den Köpfen deutschersprachiger Feministinnen existiert. Überall sonst wird kaum versucht, die Sprache für die Unzulänglichkeiten der Bürger beim Thema Gleichberechtigung verantwortlich zu machen. Jedenfalls werden sonst nirgends den Menschen völlig neue – und teils wirklich lächerliche – Sprachwendungen aufgezwungen. Und noch dazu wenig konsequente.

Beispiel:
„Querdenker und Querdenkerinnen, Rechtsextremisten und Rechtsextremistinnen, Verschwörungstheoretiker und Verschwörungstheoretikerinnen sowie Impfgegner und Impfgegnerinnen, standen den Polizistinnen und Polizistinnen gegenüber, während Journalisten und Journalistinnen am Rande der Demonstration von gewaltbereiten Kundgebungsteilnehmern und Kundgebungsteilnehmerinnen als Lügner und Lügnerinnen beschimpft wurden.“
So hätte es nach den neuen, deutschen Sprach“regeln“ heißen müssen. Was macht die Tagesschau daraus?
„Querdenker und Querdenkerinnen, Rechtsextremisten, Verschwörungstheoretiker sowie Impfgegner, standen den Polizisten gegenüber, während Journalisten und Journalistinnen am Rande der Demonstration von gewaltbereiten Kundgebungsteilnehmern als Lügner beschimpft wurden.“
Schon bemerkt? Der Satz passt von der Länge viel besser in eine Meldung, ist nicht ganz so dämlich und vor allem viel weniger lächerlich. Was sogar die Tagesschaumacher bemerken, die eigentlich sonst überhaupt nichts merken. (Jedenfalls nicht die unzähligen Fehler in ihren Artikeln.) Rein radikalfeministisch gesehen, ist er jedoch „falsch“.

Was denn nun? Hop oder top? Solche Konsequenzlosigkeit geht mir gewaltig gegen den Strich. Es zeugt davon, dass die Macher solcher Konstruktionen selbst nicht an den Schwachsinn glauben, den sie so klaglos akzeptieren.

Was ist denn mit der schönen, alten Regel, dass Journalismus nicht Partei beziehen soll? Und trotzdem ändert sich auf einen Schlag der Sprachgebrauch von Medien und Politik? Nur weil ein paar öffentlichkeitsgeile Frustweiber „Aua“ schreien? Echt jetzt? Langsam fange ich an, mich zu schämen, eine Frau zu sein. Aber wenigstens habe ich ein eigenes kleines Forum, über das ich eine Menge Menschen erreichen kann, um ihnen mitzuteilen, dass es Feministinnen gibt, die nichts mit dem ganzen Sprachschwachsinn zu tun haben wollen und die selbst denken können. Ich war noch nie ein Herdentier und werde auch keines werden.

So, genug gekotzt. Jetzt schnappe ich mir eine Flasche Tequila, damit ich noch einen weiteren Grund habe, mich zu übergeben.

Wie mir diese Scheiße auf die Nerven geht…

1 Kommentar »

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: