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Durchgeschwitzt

„Also, raus mit der Sprache: Was braucht es, damit du den Flug machst?“ Miranda schaute nicht von den Papieren auf ihrem Schreibtisch auf. Ihr Büro war stickig; sie drehte die Klimaanlage nie besonders hoch. In dem Raum, in dem sie arbeitete, mussten es deutlich über 30 Grad sein. Draußen dampfte der Asphalt.

Ja, was brauchte es, damit ich den Flug mache?

„Warum ist es bei dir immer so heiß? Eine Klimaanlage kann man reparieren, weißt du?“, fragte ich, statt einer Antwort.

„Die Klimaanlage funktioniert einwandfrei“, entgegnete meine Chefin: „Die Hitze bringt meine Gäste ein wenig aus dem Konzept.“

Genau wie dein durchgeschwitztes Shirt mit dem durchgeschwitzten BH, dachte ich. Und den steifen Nippeln.

„Und das ist weshalb hilfreich?“, wollte ich wissen.

„Ich bekomme was ich will, ohne dass es Stunden meiner Zeit kostet.“

Ja, das ist Miranda! Ich musste grinsen. Aber nur innerlich.

„Also?“, hakte sie nach.

„Sex“, grinste ich. Wenn sie es schon wissen will…

„Gibt es irgendwas, was du von mir tatsächlich bekommen kannst?“ Sie fragte es so beiläufig, als hätte ich einen bescheuerten Witz gemacht – und schaute IMMER NOCH NICHT von ihren Papieren auf. Langsam fing sie an, mir damit auf die Nerven zu gehen, schließlich wäre es nicht das erste Mal, dass sie versuchte, mich mit ihren Fingern zu etwas zu überreden. Aber das schien sie vergessen zu haben. Vermutlich mit Absicht. Ich entschied mich, die Sache nicht auf den Tisch zu bringen, und bat sie stattdessen, mir erneut zu erklären, warum es unbedingt ich sein musste.

„Du bist eine Frau“, erklärte sie.

„Was du nicht sagst…“

„Du kannst sehr freundlich sein.“

Die spinnt.

„Du bist die beste Pilotin, die wir haben.“

„Ich bin der beste Pilot östlich der Rockys. Mindestens!“, korrigierte ich sie grinsend.

Sie seufzte, schüttelte leicht genervt den Kopf und kritzelte irgendwas auf einem Blatt Papier. Machte sie das eigentlich nur, um mich durcheinander zu bringen? Das wäre typisch für sie!

„Außerdem bist du Mitbesitzerin der Firma. Das wertet potentielle Kunden auf.“

Ich schüttelte den Kopf. Sowas ging mir am Arsch vorbei.

Jetzt schaute Miranda das erste Mal zu mir hoch: „Und bei dir kann ich mich wenigstens darauf verlassen, dass du nicht versuchst, die Leute mit irgendwelchen riskanten Manövern zu beeindrucken.“

„Wie kommst du denn darauf?“, frage ich erstaunt. Natürlich hatte sie Recht: Beim Fliegen ging man keine unnötigen Risiken ein. Jedenfalls nicht, wenn man Passagiere an Bord hatte.

Sie ging nicht auf meine Gegenfrage ein: „Also? Was braucht es, damit du den Flug machst?“

„Zeig mir deine Titten!“

Heiß hier

Andreas jüngster Roman: J.-Forever

Eine andere Art Feminismus

€15.50

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