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Einbahnstraße Feminismus

Und wieder erwischt mich ein „feministischer“ Ausdruck kalt: FLINTA

„Der Begriff FLINTA steht für Frauen, Lesben, inter, nichtbinäre, trans und agender Menschen. Dadurch werden alle betroffenen Menschen eingeschlossen.“ Soweit das „Feministische Forum Oldenburg“.

Krass! Ich habe keine Ahnung, was das bedeuten soll! Woraus man nun ableiten könnte, dass ich besser nicht über das Thema „Feminismus“ schreiben sollte. Oder gerade deswegen?

Nehmen wir uns doch einmal die Begriffe einzeln vor: F steht für Frauen. Soweit so unklar. Warum unklar? Ist der Begriff „Frauen“ etwa nicht eindeutig definiert? Oder was genau bedeutet er hier? Als Frau geboren? Zur Frau gemacht? Oder alle, die sich als Frau fühlen? Schließt das auch die biologisch als Junge geborenen Kinder ein, die sich als Mädchen fühlen? Denn das „M“ vermisse ich irgendwie.

Aber weiter: Der Begriff „Lesbe“ ist ja nun recht einfach. Oder doch nicht? Schließt er jetzt all die Frauen ein, die sich, auf welche Weise auch immer, zu anderen Frauen hingezogen fühlen? Und – siehe oben. Also doch nicht so ganz einfach.

Jetzt komme ich zum „i“. Da wird’s schwierig, denn ich habe keine Ahnung, was „inter“ bedeuten könnte. Ich könnte es jetzt googeln, doch das ist irgendwie genau der Punkt: Sollte ich es nicht einfach wissen – als gestandene Feministin? Was ist „inter“? Interracial? Oder Frauen zwischen Stühlen? Keine Ahnung.

„Nichtbinäre“. Fuck! Schon wieder so ein Ausdruck. Was ist das? Neudeutsch für „bisexuell“? Binär… Mmh… Gibt es auch hexadezimale weibliche Wesen? Gehören sie zur Gruppe „Frauen“ oder… What the fuck ist „nichtbinär“?

„Trans“. Vermutlich Transsexuelle. Menschen, die ihr Geschlecht wechseln (lassen), nehme ich an. In welche Richtung wechseln? Und müssen Pipimann oder Fotze schon umgearbeitet sein?

Bei „agender“ erwischt es mich dann eiskalt: Ich habe nicht die Spur einer Ahnung und selbst meine Vermutung lässt mich am Kopf kratzen: Menschen OHNE Geschlecht? Biologisch-körperlich oder geistig-seelisch oder …

Ich habe keine Ahnung und nenne mich Feministin? Schande über mich! Und was überhaupt hat das alles mit Frauen zu tun (abgesehen von den ersten beiden Begriffen)? Oder gar mit Feminismus? Vermutlich hat mein IQ an dieser Stelle eine tiefe Delle. (So wie bei der Frage, wo der Begriff nun alle Männer einschließt, denn angeblich sind das doch auch „Menschen“? Nein? Oder sind die nicht „betroffen“? Ich bin verwirrt.)

Für mich hat Feminismus in erster Linie damit zu tun, dass ich jedem Typ aufs Maul hauen kann, der mir unerlaubt an die Titten grabscht oder auf den Arsch haut. Andererseits hat das weniger mit Feminismus zu tun, als mit Kampfsport.

Gender pay gap – ja, dass es so etwas gibt, da kann ich durchaus zustimmen. Da sollte man ansetzen. Aber nicht weil Frauen mehr Teilzeitarbeit machen. Dazu komme ich noch.

Aber ob nun ich oder der Typ die Hausarbeit macht (falls ich einen hätte, WÜRDE er die Dumpfarbeit machen) – ist das nicht irgendwie die Sache jeder einzelnen Frau? Und wenn sie zu blöd ist, um das durchzusetzen – sie weiß ja nun, wo der Staubsauger steht.

Quotenregelung? Ja, manchmal könnte das durchaus Sinn machen, doch ich bin nicht sicher, ob das überall der Fall ist. Und wenn schon Quote: Warum dann nicht auch in der Krankenpflege und bei der Gebäudereinigung? Ach so: Quote ist ja eine Einbahnstraße. Oder nicht? Alles nicht so einfach.

Und was ist mit dem Thema Teilzeitjobs für Frauen? Nehmt sie den Frauen ruhig weg, und zwingt sie in die Vollzeit – vielleicht werden dann auch weniger Kinder produziert, weil die Frauen sich dann nicht mehr darum kümmern können, und in den Restaurants wird es wieder ruhiger.

Und was, zum Henker, haben garantierte KITA-Plätze mit Feminismus zu tun? Ich dachte, Männer sollen sich auch um die Kinder kümmern? Wieso betrifft das also nur die Frauen? Weil die Mütter sich um die Kinder kümmern – ich dachte, genau das soll geändert werden. Ich bin zu blöd, ich erkenne es immer mehr.

Männer sollen sich also mehr um die Kinder kümmern? Wo ist das ein Feminismusproblem? Wenn Frau nicht Frau genug ist, ihrem Mann auf die Füße zu treten, dann muss sie eben selbst ran. Sie hätte die Bälger ja nicht bekommen müssen.

Und die ungeplanten Kinder, weil der Mann dauergeil ist? Beine geschlossen halten, löst das Problem. (Siehe auch Kampfsport.)

Oder das leidige Thema „Arbeit und Kind unter einen Hut bringen“ – dafür fehlt mir jedes Verständnis. Jede Frau kann schließlich selbst entscheiden, was sie will (siehe oben): Arbeit und/oder Kind. Jede Frau hat ein Recht darauf, Kinder zu bekommen? Logisch. Aber es ist ein Recht und keine Pflicht. Was letztlich bedeutet, dass ich es als Frau, die sich für den Job entscheidet, überhaupt nicht einsehe, dass eine Mutter, obwohl sie deutlich weniger arbeitet als ich, mir bei der Arbeit nicht nur gleichgestellt wird, sondern noch dazu Privilegien bekommt. Das wird sie nicht und bevorzugt wird sie auch nicht? Und ich soll jetzt auch noch fordern, dass ich noch mehr hintenanstehen soll?
Was ist, wenn meine biologische Uhr etwas anders tickt? Wenn meine Familie aus Mann oder Frau, drei Hunden und 5 Katzen besteht? Ist meine Familie dann weniger wert, nur weil kein Schulkind dabei ist? Warum bekomme ich nicht ebenfalls fünf Krankheitstage, wenn ich meinen Partner pflegen muss, der einen Unfall oder eine schwere Krankheit hatte?

Und jetzt bitte nicht das Rententhema. Oder der Fortbestand der Menschheit. Keine Frau bekommt deswegen Kinder. Wer das sagt, lügt. Statt als Nichtmutter mehr Steuern zahlen zu müssen, würde ich das ersparte Steuergeld auch für meine Rente verwenden, versprochen. Dafür muss ich nicht auch noch beim Urlaubnehmen hintenanstehen. Und der Fortbestand der Menschheit? Wie war das mit der Überbevölkerung? Weder die Deutschen, noch die Amerikaner sterben aus. (Bei Letzteren bin ich mir nicht sicher, ob das nicht sogar wünschenswert wäre. Zumindest bei knapp der Hälfte.) An den Grenzen stehen Hunderttausende, die scharf darauf wären, die Rente und den Fortbestand zu sichern.

Wieso muss Feminismus eine Einbahnstraße sein?

Es gibt noch viele andere Bereiche, die man durchaus kontrovers diskutieren kann, ohne deswegen die Frauen, die eine andere Meinung haben, gleich zu verdammen.

Wobei ich bei einem meiner Lieblingsthemen angelangt bin: #MeToo.

Männer haben die Macht, Frauen zu unterdrücken, sie auszunutzen und sie zu Dingen zu zwingen, die sie nicht möchten? Mit mir macht das keiner – hat nicht, wird nicht. Und wenn er es versucht, dann hat er ein Problem. Oder ich, weil ich vielleicht den Job nicht bekomme. Eine Andere bekommt ihn, diejenige, die brav mitmacht. Aber wenn keine mitmacht, haben solche Männer ein Problem.

Ganz sicher bin ich niemand, der sich einer besseren Zukunft für „das schwache Geschlecht“ in den Weg stellen will, im Gegenteil, und der nicht weiß, wie sehr Frauen in der Vergangenheit unterdrückt wurden. Ich bin durchaus der Meinung, dass auch Frauen, die keinen Kampfsport betreiben, nachts im Minirock und Highheels durch die Gegend laufen dürfen, ohne vergewaltigt zu werden. Ich überlege nur, ob die Forderungen, die der Feminismus stellt, immer so realitätsnah sind.

Ich bin fest davon überzeugt, dass es hier um ein ganz anderes „Problem“ geht – und jetzt kommt das böse Wort: `“Boys will be boys“, und das wird sich auch nicht ändern. Genau wie Girls immer Girls bleiben werden, so sind wir gestrickt. Die Männer müssen „erzogen“ werden? Ernsthaft? Das geht? Vielleicht mit den Intelligenteren oder mit denen, die mehr Skrupel haben. Aber mit den Jungs vor der Trinkhalle oder mit denen, deren Ego so groß ist, dass es nicht mehr in ihren Kopf passt?

Und was ist mit den Frauen, die ihre eigene Sexualität ausnutzen, um von den Männern das zu bekommen, was sie wollen? Zum Beispiel viel Geld? Wenn wir Frauen unsere Macht ausnutzen, ist das etwas Anderes?

Oh ja, das ist es. Aber im Endeffekt ist es doch wieder das Gleiche: Jeder auf seine Weise.

Für mich ist diese ganze #MeToo-Geschichte von der Idee her nicht verkehrt, doch gnadenlos überzogen und eine Einbahnstraße, die nirgendwohin führt. Wer bestraft die Frau, die den 75jährigen wegen der kommenden Erbschaft heiratet oder diejenige, die ein Kind bekommt, um sich den Arzt oder Firmenboss zu sichern?

Wir Frauen sind nicht unbedingt besser, nur anders.

Und jetzt tötet mich.

Aber bevor ihr das tut, erklärt mir doch bitte, was FLINTA bedeutet. Damit ich nicht dumm sterben muss.

Frauenprobleme

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2 Comments »

  1. Ich bin sprachlos. Das ist mit Abstand der beste Eintrag, den ich von Dir gelesen habe weil er genau das aussagt was viele sich heute nicht mehr trauen weil sie Angst haben getötet zu werden.
    Nun mag es den Anschein geben, dass ich als Mann die Klappe soweit aufreiße weil Du uns vermeintlich aus der Seele redest, dem ist aber nicht so.
    Nur wirklich starke Frauen haben diese Meinung und stehen auch dazu. Meine langjährige Partnerin im übrigen auch.
    Wenn wirklich alle Frauen so stark auftreten würden, dann gäbe es keinen Grund mehr für die Arschlochmänner ihre vermeintliche Macht anzuwenden. Solange es Frauen gibt, die es toll finden die schwache, hübsche, hilflose Tussy zu spielen, wird es auch Kerle geben, die es ausnutzen.
    Andersherum übrigens genauso, wie Du ja auch schon geschrieben hast. Schwache Männer lassen sich von starken Frauen mit deren Waffen, die sie dann auch gerne einsetzen, demütigen oder ausnutzen.
    Ich kenne eine 40-jährige Kindergärtnerin, die seit drei Jahren mit einem 77-jährigen Multimollionär zusammen ist. Er ist ein sehr dominanter Typ und behandelt sie wie Dreck.
    Ich bin mir nicht sicher, ob sie wegen dem Geld mit ihm zusammen ist. Viel mehr glaube ich, dass sie genau so einen Herrscher als Partner braucht. Jemanden, der Ihr sagt was für sie richtig ist.
    Eine andere 50-jährige Freundinnen ist Ehefrau und Mutter zweier ca. 18-jähriger Söhne. Die Jungs sind genauso Machos wie ihr Vater. Die Frau hat 18 Jahre wegen der Kinder halbtags gearbeitet, ist für ihre Männer nur gesprungen und opfert sich sogar jetzt noch auf obwohl sie wieder vollzieht malocht.
    Meine Partnerin und ich sind fassungslos. Es ist für uns nicht nachvollziehbar.
    Und ganz ehrlich? Ich könnte mit so einer Frau nicht zusammenleben.
    Es gibt aber auch genug Männer, die sich von Frauen zum Affen machen.
    Es ist also einfach nur eine Sache des Charakters. Man kann zwar einiges noch auf die Vergangenheit schieben als Frauen weniger Rechte hatten, aber heutzutage sollte das langsam keine Rolle mehr spielen.
    Bei meinen Eltern ist es übrigens anders herum. Meine Mutter hat die Hosen an und mein Vater wäre nicht überlebensfähig ohne eine starke Frau.
    Erstaunlicherweise sehe ich aber gerade bei jungen Leuten unter 30 dem Trend in die falsche Richtung. Es ist ein bisschen wie in dem 60er Jahren. Es gibt Männer, die die Feministinnen unterstützen und alles ändern wollen und es gibt Frauen, die gewisse Klischees erfüllen wollen um den “Kerlen” zu gefallen.
    Ich glaube auch nicht, dass sich an diesem Spiel der Geschlechter viel ändern wird.
    Hoffentlich habe ich mich jetzt nicht zu sehr verrannt? 🙄
    Es darf natürlich keine/r wegen des Geschlechts benachteiligt werden, aber jeder ist irgendwie seines Glückes Schmied. Dazu kommt, dass charaktlich starke Menschen immer einen Vorteil haben werden.

    Gefällt 2 Personen

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