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Sweety

„Darf ich dich ‚Sweety‘ nennen?“
„Ich heiße Miranda…“
„Das ist keine Antwort auf meine Frage.“
„Ich bin sicher, dass es eine Antwort ist.“

Warum sind Frauen so kompliziert? Hätte sie nicht einfach mit Ja oder Nein antworten können? Ist das zuviel verlangt?

„Okay, also ‚Sweety‘“, grinse ich.
„Miranda.“
„Ich heiße Tamara.“
„Du bist mal wieder unmöglich, Tammy!“

Warum überhaupt die ganze Diskussion? Das hat gleich mehrere Gründe: Erstens versuche ich meine Chefin zu erpressen. Ich muss dafür, dass ich diese „Welt“reise für die Firma unternehme, etwas herausschlagen, und ich bin mir noch nicht sicher, wie ich das machen werde. Zweitens werde ich langsam so scharf auf dieses Miststück, dass sie Gefahr läuft, dass ich sie hinter ihrem Schreibtisch vergewaltige und drittens hat mir Zoe in der vergangenen Nacht wirklich übel mitgespielt.
Außerdem fangen diese ständigen Coronatests mir wirklich an auf die Nerven zu gehen. Beziehungsweise in die Nase. Wir machen das in der Firma jetzt vor jedem persönlichen Zusammentreffen. Diese Politik hat Miranda nicht etwa aufgrund Covidangst implementiert, sondern wegen der „gesamtgesellschaftlichen Verantwortung“. Wie ich dieses Wort hasse! Diese Gesellschaft kann mich mal!

„Diese Gesellschaft ist die Basis dafür, dass du überhaupt fliegen kannst!“
Wie ich es hasse, wenn sie klugscheißt! Andererseits ist es sexy.
Natürlich hat sie Recht. Dass ist ein weiterer Punkt: Ständig hat diese eingebildete Kuh Recht!

„Weißt du was, Sweety? Du kannst mich mal.“ Ich drehe mich um und gehe zur Tür.
„DU BLEIBST HIER!“
Na also, warum nicht gleich? Zwischen meinen Beinen wird es nass. Und dass, obwohl meine Tage gar nicht mehr so weit entfernt sind! Aber wenn eine heiße Frau auf diese Weise mit mir redet, passiert das IMMER!

„Du scheinst zu vergessen, dass ich dein Boss bist.“
„Und du scheinst zu vergessen, wer dein Gehalt bezahlt“, entgegne ich trotz der ansteigenden Flut.
„Mein Gehalt zahlt die Firma.“ Miranda zuckt mit den Schultern.
„Und die gehört mir.“
„Nicht nur.“
Jetzt reitet sie wieder darauf herum, dass ich noch eine Schwester habe, deren Geld ebenfalls in dieser Airline steckt. Und die sie gegründet hat. Warum sind kleine Angestellte eigentlich immer so kleinlich?

„Was willst du, Tammy?“, fragt sie nach einer kleinen Pause.
„Wieso? Was sollte ich wollen, Sweety?“ Langsam fängt sie an zu kapieren, schätze ich.
„Du zickst herum. Das tust du immer, wenn du etwas willst, das du nicht bekommst.“ Sie kramt jetzt scheinbar gleichgültig in irgendwelchen Papieren. Das macht sie immer, wenn sie versucht, beiläufig zu klingen. Eine gute Pokerspielerin wäre sie ganz sicher nicht.
„Ich habe dir gesagt, was ich will, beziehungsweise was ich nicht will.“ Was gelogen ist. Ich will die Weltreise – aber eben nicht nur.
„Du wirst fliegen, Tammy! Darüber diskutiere ich nicht mehr.“
Hach, sie tut es schon wieder: mich nass machen.


„Du weißt genau, was ich will, Sweety!“ Teufel, ist diese Frau kompliziert!
„Sag es mir.“
Das hättest du wohl gerne: „Ich denke nicht dran!“, entgegne ich und drehe mich zum zweiten Mal zur Tür.
„Du wirst sowieso fliegen, Tammy. Wir wissen beide, dass du dafür lediglich etwas herausschlagen willst.“
Klugscheißerin! Ich habe die Türklinke schon in der Hand.
„Wenn du jetzt gehst, bekommst du gar nichts!“
Fuck! Sie soll endlich aufhören, mich nass zu machen! Trotzdem halte ich inne, drehe mich halb um und schaue sie fragend an.
Doch Miranda schüttelt den Kopf: „Was du willst, kann ich dir nicht geben.“
Warum sagen die Leute eigentlich „kann“, wenn sie „will“ meinen? Als ob Sex so schwierig wäre; sie tun ständig so, als ob verheiratet zu sein, ein Grund wäre, keinen Spaß mehr zu haben!
Ich zucke mit den Schultern: „Kann ich jetzt gehen?“
„…aber vielleicht ist ein Teil davon möglich.“
„Du sprichst in Rätseln.“ Okay, das kapiere ich jetzt wirklich nicht: Wovon redet sie?
„Aber wenn du den Mund nicht aufmachst, weiß ich nicht, was dir gefallen würde.“
Aha, jetzt fängt es an, interessant zu werden!

„Willst du ernsthaft DARÜBER verhandeln?“ Scheiße, ich muss meinen Slip wechseln! Das wird gerade zum Geilheit-Overkill!
„Warum nicht?“, grinst sie.
Ich lasse die Klinke los und drehe mich wieder komplett zu ihr um: „Dann kommen wir der Sache schon näher, Sweety“, lächele ich.
„Ich heiße Miranda.“
„Ich kann deinen Namen nicht leiden.“
„Nett…“ Sie schüttelt den Kopf.
„Und ich muss jetzt fliegen.“
„Wenn du zurück bist, reden wir.“

Worauf du wetten kannst, Sweety!

Darf ich dich ‚Sweety‘ nennen, Boss?

Jede Menge Titten

Andreas jüngster Roman: J.-Forever

€15.50

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