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Vaginalspezies

Was mich mit am meisten wundert – fast schockiert – ist der Fakt, dass die Deutschen und die Deutschinnen ihre Sprache in Rekordzeit verändert haben. Quasi über Nacht. Und zwar ohne, dass die Allgemeinheit gefragt wurde. Mich jedenfalls hat keiner zu dem Thema angesprochen.

Wir Frauen müssen das jetzt einfach schlucken: dass wir plötzlich keine Bürger mehr sind, sondern Bürgerinnen. Quasi Bürger zweiter Klasse. Schöne neue Feministen- und Feministinnenwelt.

Auch interessant: Während Politker und Politikerinnen und (gleichgeschaltete?) Journalisten und Journalistinnen uns zeigen, dass Vaginas und Penisse zwei grundsätzlich verschiedene Dinge sind und deshalb deren Trägerinnen und Träger auf unterschiedliche Weise angesprochen (und behandelt?) werden müssen, sehen das die Bürgerinnen und Bürger mutmaßlich anders: In privater und geschäftlicher Kommunikation bleiben Kollegen nach wie vor Kollegen und die Kolleginnen erscheinen bestenfalls in direkter Ansprache oder offiziellen Mitteilungen der Geschäftsleitung. Oder so wurde es mir zumindest von verschiedensten Seiten aufgezeigt. Offenbar scheint die Basis des Volkes es nicht einzusehen, dass Frauen anders behandelt werden müssen.

Außerdem: Die Journalisten und Journalistinnen selbst scheinen Probleme damit zu haben, wann sie Frauen als Vaginalspezies zu bezeichnen haben, denn mehr und mehr weichen sie selbst ihre Feminismusfehlinterpretation auf, indem sie das -innen nur noch teilweise verwenden. In ein und demselben Satz, z.B., sprechen sie von Autofahrerinnen aber nicht von Verkehrsgefährderinnen und auch nicht von Unfallverursacherinnen. Entweder, weil sie die Lächerlichkeit ihres eigenen Tuns manchmal dann doch erkennen, weil der Satz sonst zu lang werden würde, oder aber, weil Vaginabesitzerinnen und Vaginabesitzer schlicht keine Unfälle verursachen. (Nein, ich spreche hier nicht von „Bürgerinnensteigen“!)

Ich jedenfalls, bin nach wie vor ein Pilot und eine Pilotin. Ein Pilot in der Gesamtheit der Pilotinnen und Piloten und als Einzelperson, ganz nach persönlichem Geschmack, das eine oder andere.

Lasst endlich meine Sprache in Ruhe: Der -innen-Quatsch ist bestenfalls Aktionismus, aber kein ernstzunehmender Feminismus. Genaugenommen ist es lediglich der Schwachsinn, zu dem bewältigungssüchtige Penisträger und Penisträgerinnen masturbieren! Feministisches Hirnsperma, sozusagen.

4 Comments »

  1. Ich bin aus rein ästhetischen Gründen auch für das generische Maskulinum. Das einzige, was mich bekehren kann, sind Studien, die zeigen, dass es Mädchen langfristig hilft, zu checken, dass sie durchaus auch Pilotin werden können und Politikerin und Chefin. Ich glaube, die armen JournalistInnen und PolitikerInnen wollen es ja nur gern niemanden diskriminieren und denen recht machen, die laut nach einem Sternchen rufen. Schwieriges Thema.

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