Berge statt Burkas

Ja, ich weiß. Ich bin eine feministische Quertreiberin. (Ich mag das Wort „Reaktionärin“ nicht besonders, doch vielleicht trifft es das für manche Leute auch. Wer weiß das schon?)

Wo fange ich an?
Vielleicht am Anfang. Das erste Mal, dass ich einer muslimischen Frau (ich nehme mal an, es war eine), die Mitnahme in meinem Flugzeug verweigerte, ist schon ewig her. Ich konnte damals nicht erkennen, wer sich tatsächlich hinter dem Briefschlitz versteckte. Außerdem konnte ich ihr Gesicht und damit ihre Mimik nicht erkennen, und das hinderte die Crew und mich daran, ihre Emotionen zu lesen. Ob sie den lieben Gott, den gütigen Allah oder das heilige Erdhörnchen anbetet, war mir völlig egal. Und ist es auch heute noch.

Das war noch bei Westjet und die Firma hat den aufkommenden Eklat intern geregelt. Die Frau in Schwarz bekam Meilen gutgeschrieben und ich wurde gefeuert. Es war mir eine Lehre: Religion steht über Flugsicherheit. Für die nächsten Jahre habe ich es stillschweigend akzeptiert, sonst hätte ich meinen Beruf an den Nagel hängen können.

Ich akzeptiere immer noch schulterzuckend, dass Frauen in unserer Gesellschaft, im Namen der Religion, offen diskriminiert werden dürfen. Sei es, dass das Südstaaten-Christentum ihnen das Recht auf Abtreibung verweigert, oder aber der Islam sie – ich zitiere meinen Hassfeind Boris Johnson – als „wandelnde Briefkästen“ verkleidet.
Ja, ich weiß, die Frauen machen das „freiwillig“: Sei es Kinder zu bekommen, die sie in ihrer Lebenssituation nicht gebrauchen können, oder sich hinter schwarzen Bettlaken verstecken. Sie finden es toll, nehme ich an.

Von der Konditionierung seit frühester Kindheit redet ja keiner, denn dann müsse man ja anfangen, die Dinge in Frage zu stellen. Ich bin auch konditioniert worden? Von Werbung, Gesellschaft und nicht zuletzt meinen Eltern? Oh ja, bin ich: Mir wurde beigebracht, dass ich die freie Wahl habe, zu tun, was ich will!
Es gibt Frauen, die zum Islam wechseln und sich freiwillig einwickeln, weil sie Angst vor den Männern haben oder sonstigen komischen Gründen? (Seltsamerweise ist die Vergewaltigungsrate in den meisten muslimischen Ländern höher als im Abendland.) Es gibt Frauen, die ihr Leben aus freien Stücken mit einem ungeplanten Kind ruinieren, weil sie sich in die liebliche Stimme des Fernsehpriesters verknallen.
Aber Dummköpfe gibt es eben überall: Im liberalen Westen haben sie für gewöhnlich die freie Wahl sich selbst einzuschränken, denn sie wurden ja nicht seit frühester Kindheit von einer einzelnen Religion konditioniert. Und wenn ihnen einfällt den Glauben zu wechseln und den großen Kaninchengott anzubeten, weil er so süße lange Ohren hat, dann können sie auch das tun. Keine Konditionierung hindert sie daran. Und auch nicht daran, Donald Trump zu wählen, der es toll findet, ihnen ungefragt an die „Pussy“ zu greifen.

Seltsamerweise bin ich jetzt wegen meiner Meinung in den Augen von Megaliberalen eine Rassistin oder Antifeministin oder was auch immer für eine Hexe.

Sei’s drum. Ich habe meine eigene Meinung, und die äußere ich auch.

Und lebe inzwischen danach: Ich fliege in einer kleinen Airline, die mir zum Teil selbst gehört und ich lasse niemanden an Bord, der nicht sein Gesicht offen trägt. (Und dass mir jetzt niemand mit Pandemiemasken kommt!) Und bislang hat mir – ich klopfe auf Holz – noch kein Gericht wieder auf die Füße getreten.
Das wissen meine Schwester und das weiß meine Chefin. Dass es uns arabische Kunden kostet, ist ihnen auch bekannt. Sie kennen meine heutige Einstellung und müssen sie zwangsläufig dulden, denn sie verstehen auch, dass ich scheinbar eine gesellschaftspolitische Quertreiberin bin, die ihnen die Firma lahmlegen kann. Anders als damals bei Westjet …

Und nein, ich diskutiere nicht darüber!

Berge statt Burkas

Und dann gibt es da noch meine Bücher:
https://tinyurl.com/y38cg4ur

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