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Sex, Drugs und Grillgemüse

Kein Dinner mit Miriam.

Stattdessen hatten wir eine kleine, improvisierte Gartenparty. Miranda, Miriam, Mazikeen und ich. Wobei ich die einzige war, deren Vorname nicht mit „M“ beginnt. Schräg.

Auch schräg: Eine Gartenparty mit Abstand und Masken.

Natürlich hatten Mazikeen und ich schon Sex gehabt – und haben ihn ständig. Ganz legal: Gemeinsamer Hausstand – kennt man ja. Und auch Miriam und ich haben schon Sex gehabt – ABER SOWAS VON! – aber den gibt’s nur mit Schnelltest. Heute gab’s keine Schnelltests, aber vegetarisch Gegrilltes in der Wüstensonne von Palm Springs.

Themen: Sex, Musik, Flugzeuge und Boote. Ernsthaft. Das Thema „Widerwärtige Gestalten stürmen US-Capitol“ haben wir absichtlich ausgelassen.

Neben ihrem Dauerinteresse an Sex, Drugs und Rock’n’Roll zeigt sich Miriam erstaunlicherweise sehr interessiert an unseren Dauerdiskussionen zu den Themen „Flugzeuge“ und „Boote“. (Beide entwickelt sich langsam zu Albtraumthemen für mich.)

Miriam würde nämlich gerne mal eine Weile auf einem Segelboot leben (as if…) und auch für Flugzeuge zeigt unser wildes kleines Rock’n’Roll-Miststück ein auffallendes Interesse.

Es stellt sich heraus, dass ihr Musik und Drogen im Leben nicht reichen. Ersteres kann ich nicht verstehen und das Zweite sowieso nicht. Mein Dämon hat ihr die Dauerkifferei in unserem Garten verboten. Warum bin eigentlich nicht ich darauf gekommen und habe die ganze Zeit zugeschaut, wie sie sich das Hirn wegqualmt? (Die einzig erlaubte Droge in unserem Garten heißt Tequila. Das Zeug macht zwar ebenfalls blöd, stinkt aber nicht.)

Ich gebe zu, dass ich Miriam ihre Joints nicht ernsthaft verboten habe. Was allerdings nur daran liegt, dass ich dauergeil auf Superstars bin und sie nicht vertreiben will. Wenn Mazikeen das macht, soll es mir recht sein. Wenn Miriam dann allerdings empört hätte verschwinden wollen, hätte ich so getan, als würde ich Mazikeen nicht kennen.

Doch die Macht eines Dämons funktioniert auch bei Superstars; Miriam hat ihren aktuellen Joint in den Grill geworfen und sich die Tequilaflasche geschnappt: „Das Leben ist zu kurz um es nüchtern zu erleben.“ Auch eine Weisheit. (Ich nehme an, sie hat „erleben“ gesagt und „ertragen“ gemeint. Aber natürlich kann eine geheime Borderline so etwas nicht zugeben.)

„Ich muss dir wieder den Arsch verhauen“, hat sie mir anvertraut.

Ich habe genickt: „Jetzt oder am Ende der Flasche?“

Sex nur mit Schnelltest und Maske

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