Scheiße, ist das geil!

Es war ein wenig, als würde ich mich selbst beobachten. Normalerweise bin ich nämlich die einzig Nackte im Raum.

Zu den Angezogenen zu gehören, passt irgendwie gar nicht in meine Vorstellungswelt.

Miriam scheint es ähnlich zu gehen – so ungezwungen, wie sie sich komplett nackt in unserer Gesellschaft bewegt. Und sie kommt nicht ansatzweise auf die Idee, uns vorzuschlagen, dass wir uns doch auch ausziehen könnten.

Es gibt ein Buffet. Ich mache den idiotischen Fehler zu fragen, ob ich ihr auch etwas auf den Teller legen soll, woraufhin Gabby die Augen rollt. Miriam lächelt nur lieb. War aber auch wirklich dämlich von mir.

„Alles für dich, Baby, alles für dich.“

Ich möchte ja jetzt wirklich nicht eklig rüberkommen, doch manchmal frage ich mich ernsthaft, wie die Stoffwechselprodukte von Leuten aussehen, die sich ausschließlich von drei Blättern grünem Salat und einem halben Löffelchen Essig am Tag ernähren.

Ich zucke die Schultern und staple. Auf den Teller. So lange bis die Oliven runterrollen.

„Ich hätte dich gar nicht als so progressiv eingeschätzt“, sagt sie zu Gabby in völlig unschuldigem Ton.

Den Fehler machen viele, denke ich.

Ich folge den beiden mampfend eine Marmortreppe nach oben. Die Stufen schweben frei im Raum, zumindest hat der Architekt diesen Eindruck schaffen wollen. Die Wand daneben besteht aus altem Bruchstein. Seltsame Kombination.

Oben angekommen, wird es noch seltsamer. Wenn ich es nicht genauer wüsste, würde ich sagen, Scotty hat uns gerade in eine Holzhütte nach Kentucky gebeamt. An einer der Wände aus grob geschlagenem Holz, hängen zwei Pferdesättel. ERNSTHAFT!

Scheiße, ist das geil!

Noch bevor mein Teller und ich die letzten Stufen nehmen können, hat sich Miriam auf einem dicken, bunten Teppich niedergelassen. So wie ich sie einschätze, hat sie den aus einem Indianer-Wigwam klauen lassen.

„Gegen den Durst.“ Sie zeigt auf eine Flasche Bourbon auf dem grob gehauenen Holztisch neben der Bruchsteinwand zu meiner Rechten. „Tequila für dich kommt gleich“, grinst sie. „Zum Nachspülen.“

Ich grinse dämlich. Mir liegt eine Antwort auf der Zunge, doch ich spreche nicht mit vollem Mund. Stattdessen lasse ich mich, mit dem Teller in der Hand, neben ihr auf den Indianer-Teppich sinken.

Scheiße, ist das geil!

Teppich, Holzfeuer, zwei Fotzen, vier Titten und der Tequila ist unterwegs – fick mich, ich bin im Himmel!

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