Zu sexy für die Liebe

Unser Besuch hat mir zu denken gegeben.

Die Frau ist einsam, was unübersehbar war. Sie hat so viele Beziehungen wie Geld, doch keine richtige. Alles hält nur von hier bis gestern. Ansonsten hat sie alles, was sich so viele Menschen wünschen: unendlich viel Talent, blendende Schönheit, verdienter Ruhm und Geld wie ein Kleinstaat. Auch an Gesundheit fehlt es wohl nicht. Und an Frechheit sowieso nicht.

Ich frage mich, wie das eigentlich bei mir so ist und versuche mich einzuordnen: Talent habe ich ein wenig – für’s Fliegen und Segeln, doch das haben viele, doch ihr Können wird nur von ganz wenigen auf dieser Welt erreicht. Blendende Schönheit? Ich bin durchschnittlich hübsch, würde ich sagen, aber chronisch unzufrieden damit. Verdienter Ruhm? Hab ich nicht, will ich nicht. Horrorvorstellung! Geld? Nicht wirklich, aber es gibt viele, denen es in diesem Bezug sehr viel schlechter geht als mir, das ist mir bewußt. Außerdem ist das relativ: Wer keine finanziellen Sorgen hat, sollte sich wohl als monetär reich bezeichnen. Bin ich frech? Das ist ein Thema, auf das ich hier nicht eingehen werde.

Und wie ist das nun mit meinen Beziehungen? Ist da die eine, große? Will ich die überhaupt?

Ich bin nicht sicher.

Einsam fühle ich mich jedenfalls (noch) nicht, was vermutlich auch daran liegt, dass die Beziehungen zu meinen drei Weibern – inzwischen sind es ja wohl wirklich drei – sehr eng sind. Aber keine davon ist irgendwie allumfassend und zukunftssicher. (Wobei niemand die Zukunft voraussagen kann und niemand sollte so vermessen sein, zu „wissen“, dass er auch wirklich zusammen mit seiner großen Liebe begraben wird.) Selbst die Sache mit Mazikeen ist nichts, was ich als Romeo-Und-Julia-Liebe bezeichnen würde. Da ist mehr Romeo als Julia, denn, ehrlich gesagt, ist sie doch ziemlich einseitig und ich nutze egoistisch das, was mein Dämon mir unbedingt geben möchte. Zu meiner Ehrenrettung sei gesagt, dass ich die Sache ja bereits einmal beendet hatte, doch das „kleine“ Höllenwesen sich einfach nicht abschütteln lässt. Außerdem sollte jeder seinen ganz persönlichen Dämon haben dürfen.

Was ich habe, sind tolle Weiber und jede Möglichkeit zu sexueller Gratifikation, wo immer ich sie suche.

Das ist mehr als unser kleiner Musikerbesuch hat.

Sie kann sich lediglich durch die pansexuelle Landschaft vögeln, doch die waren Lüste bleiben ihr verborgen, weil man die nur in Langzeitbeziehungen finden kann.

Sie fickt Bodys, keine „Seelen“. Das ist ein himmelweiter Unterschied. (Oder „höllen“weiter Unterschied, wie in meinem Fall.)

Ich glaube, das weiß sie selbst, doch sie ist gar nicht mehr in der Lage, ihr Leben wirklich zu ändern. (Andererseits: Würde sie das wirklich wollen?)

„Reichtum macht einsam, weil du immer glaubst, die Leute sind lediglich von deinem Ruhm und deinem Geld beeindruckt“, gesteht Gabby. Die große Liebe hat sie bislang nicht gefunden. (Joana schon, doch wie ich weiß, ging das ganz fürchterlich daneben.)

„Du meinst, wir lieben uns nicht?“, frage ich Gabby.

„Mach dich nicht lächerlich!“

Wo sie Recht hat…

Manche Frauen sind einfach viel zu sexy für die große Liebe.

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. 64er sagt:

    Ohne es zu wollen oder es zu wissen, hast Du mich mit diesen Worten dazu gebracht einer sehr, sehr guten Freundin zu schreiben.
    Danke!

    Gefällt mir

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