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Quittung gibt’s nicht

Ich habe nie wirklich daran geglaubt, dass das mit meinem Job in unserer Firma lange hält: es hat einfach zuviel mit Arbeit zu tun und aus dem Alter bin ich wirklich raus.

Andererseits habe ich meine Airlinejobs durchaus eine Weile durchgehalten, doch lag das damals eher daran, dass mir zu der Zeit nicht wirklich etwas Besseres eingefallen ist. KLM, Emirates, Singapore – es ist immer weiter eskaliert und die Flugzeuge wurden immer mehr zu fliegenden Computern – irgendwann wurde es langweilig. Abgesehen davon, dass ich bei meiner letzten Airline aufgrund meiner damals eskalierenden Krankheit erst gar nicht mehr antreten konnte. Jetzt könnte ich wieder, aber keiner fliegt mehr und ich habe auch keine Lust mehr. Vor allem, bei den lächerlichen Bezahlung, in der Coronazeit. Wenn man überhaupt bezahlt wird. Eine Seniorpilotin mit Seniorgehalt stellt niemand mehr ein.

Da bleibe ich lieber bei meiner eigenen, kleinen Bonanza und lasse mir die Fliegerei von meinen Mädels bezahlen. Indirekt.

Denn eigentlich bezahlen sie mich ja fürs Ficken.

Habe ich das eigentlich jemals wirklich niedergeschrieben? Dass ich durchgesetzt habe, dass ich für jede sexuelle „Dienstleistung“ bezahlt werde? In bar? Von Joana und Gabby jedenfalls, Mazikeen darf kostenlos. Dämonen bezahlen nicht für Sex, die nehmen sich ihn einfach.

Natürlich will Joana eigentlich gar keinen Sex von mir – sie ist ja wirklich hetero, die Arme – ich bin diejenige, die will, muss und braucht. Und Gabby lacht jedes Mal, wenn sie mir Scheine in die Hand drückt. (Oder auf den Nachttisch legt. Wir versuchen die Klischees zu bedienen.)

Die ganze Sache hat ja auch ganz andere Hintergründe. Die einen sind in „J. – Forever“ erklärt, die anderen – nun ja, irgendwie muss ich mir ja meinen Lebensstil finanzieren. Mit den paar lächerlichen Dollar, die ich als Pilotin verdient habe, könnte ich mir das extravagante Leben meiner Frauen gar nicht leisten. Da ich in die selben teuren Restaurants mit ihnen soll, in die selben teuren Hotels, die gleichen teuren Klamotten tragen und in einem Riesenhaus mit ihnen wohnen muss – wie soll sich eine das leisten können, die nicht zig hundertfache Millionärin ist? Da kam dann der Sex ins Spiel und ich wurde zu ihrer persönlichen Nutte. Die selbst bestimmt, wie oft sie gefickt werden will. Ist das nicht cool?

Nein?

Na ja, Jeder das Ihre.

Mir stürzt jedenfalls schon beim Gedanken daran, jedwede Flüssigkeit in die Möse. (Und beim Aufschreiben erst recht. Mist!)

Ich bn also ganz offiziell eine Nutte. Aber war ich das nicht eigentlich schon immer? Nicht, dass Prostitution erlaubt wäre… Aber wenn man immer ganz brav jeden Dollar angibt, für den man genagelt wurde, ist die IRS zufrieden. (Ich bin nicht billig.) Und sobald das Finanzamt zufrieden ist, interessiert der Rest auch keinen mehr.

Außerdem ist es ja nicht so, dass ich Quittungen ausstellen würde…

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