Ich will ins Kalte!

Gabby hat uns versprochen, sich nicht unwesentlich an einer Moody 54 zu beteiligen. Natürlich hat sie ein paar Bedingungen, was durchaus verständlich ist, wenn es um solche Summen geht.

Genau wie ich, will sie allerdings in die Kälte, was bedeutet, dass Sardinien schon mal raus ist. Godland, die Ostseeinsel, hält sie für Zeitverschwendung. („Was sollen wir denn dort?“) Ich kann das schon verstehen, denn das Meer ist wirklich weder Fisch noch Fleisch. Es ist kalt, aber nicht richtig, es ist wild, aber nicht richtig und das Wetter ist meistens auch zum Kotzen. Plus: Das Kattegat habe ich auch schon zwei Mal durchsegelt.

Bleiben Norwegen und Kanada – British Columbia, um genau zu sein – im Rennen. Geographisch gesehen, geben sich die Nordküste von Norwegen und die Westküste Kanadas und Alaskas nicht viel. Island und Grönland reizen mich zwar, doch dann? Zumal ich Island von See her bereits kenne. Grönland selbst ist – seien wir ehrlich – nicht so reizvoll, wie es immer in den Dokumentarfilmen aussieht. Segelt man die Südküste entlang, wird es auf Dauer ziemlich langweilig. Natürlich ist es von dort ein kleiner Sprung nach Neufundland, zum Laurencegolf um dann die US-Ostküste über Maine und Massachusetts nach New York City zu segeln. Aber: alles schon gemacht. Außerdem sind das schon wieder die Staaten. Bermuda ist ganz nett, die Bahamas auch, doch – irgendwie ist das alles altbekannt. Ich bin viel rumgekommen, stelle ich fest.

Bleibt British Columbia und damit das Haus in Squamish.

Die Küste hoch durch die Beringstraße, Alaska umrunden und ein wenig in der Arctic mit Seehunden spielen. Dann kann man sich entscheiden, ob man Japan mal sehen möchte, oder doch lieber in den offenen Pazifik abdreht und die Atolle besucht. Außerdem bleibt im Sommer immer noch die Möglichkeit an der russischen Küste entlang bis nach Norwegen zu segeln.

Das ist es, was Joana sich wünscht: dass wir uns in Squamish ansiedeln. Ich gebe zu, es war ja sowieso schon vor einer Weile meine erste Wahl gewesen. Außerdem macht alleine schon das Segeln in der Georgia Strait und rund um Orcas Island Spaß. Und meine Flieger dorthin zu überführen ist auch kein Ding. Auch die Küstengebirge, die Fjorde und Inseln an der Pazifikküste von British Columbia liegen nur wenige Tagesreisen nach Norden.

Der internationale Flughafen von Vancouver ist gerade mal eine Stunde Autofahrt entfernt, was Gabby und Joana in ihren Jobs entgegenkommt. In Norwegen gestaltet sich das alles schwieriger. Ich selbst kann von dem kleinen, privaten Airport von Squamish aus starten.

Plus: Die Moody liegt derzeit in einer kleinen Marina in Washington, also nur einen Katzensprung entfernt.

Anik würde Squamish als unser neues Domizil natürlich ebenfalls gefallen, denn so „könntest du ja vielleicht hin und wieder aushelfen“. Aber nicht, wenn wir auf große Tour in die Arctic gehen, liebste Schwester.

Was Gabby außerdem verlangt, ist die owner cabin, die größte Kabine, mit mir zu teilen. Etwas das ich ihr nicht geben kann und werde: Wenn Joana an Bord ist, ist sie diejenige, die bei mir schläft. Und zwar in der Eignerkabine. Gabby ist meine Nummer Zwei und das wird sie nicht dadurch ändern, dass sie sich die Kosten des Bootes mit mir – bzw. mit Mazikeen – teilt. Das ist ein Knackpunkt.

Wir werden sehen. Auf jeden Fall stehen eine Menge Diskussionen aus.

Aber ich möchte hier weg. Diese Rotmützen auf den Straßen gefallen mir nicht. Ich möchte einfach meine Ruhe haben. Und Bücher schreiben.

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. 64er sagt:

    Bücher schreiben ist ne gute Idee.

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