Weg hier – aber wohin?

Ich gebe mir selbst und den Vereinigten Staaten noch bis Jahresende, dann verschwinde ich von hier, falls sich die Dinge nicht grundlegend ändern – ich muss mir das alles nicht noch länger antun.

Das habe ich heute auch meiner Schwester mitgeteilt, die an der Ostküste, in der Nähe von Providence, lebt. Was ihr natürlich überhaupt nicht passt. Aber ich bin es ja gewohnt, mich mit ihr anzulegen. Sie versteht einfach nicht, dass es mich nie lange an einem Ort hält. Dabei will ich doch einfach nur meine Ruhe haben. Und nicht, wohin ich komme, Rotmützen oder sonstige Rassisten sehen muss. Ist das zuviel verlangt und wirklich so schwer zu kapieren?

Es wird übrigens ganz sicher die nächsten Jahre mit diesen hirnamputierten religiösen Fanatikern und Waffennarren so weitergehen. Und darauf habe ich wirklich keinen Bock.

Die logischen Alternativen wären Europa und Kanada. Letzteres hätte den Vorteil, dass Joana und Gabby ganz sicher nichts dagegen hätten – wenn auch murrend – mit mir zu kommen. (Zumindest bei Joana weiß ich das genau.)

Parry Sound an den großen Seen wäre eine tolle Sache. Die Gegend kenne ich, weil hier unsere erste Firma für eine Weile ein Headquarter hatte. Es ist phantastisch dort. Und es ist Kanada. Nichts mehr mit Rotmützen. Da wäre ich dann auch nicht weit von Toronto entfernt – weniger als eine Stunde – und bis zu den großen Städten an der Ostküste wären es auch nur drei. Und segeln auf den großen Seen macht einen Riesenspaß und groß bedeutet „groß“! Um nach Chicago zu kommen, braucht man auf einer Segelyacht 4-5 Tage! Weiterer Vorteil gegenüber der Wüste: Heiße Sommer aber ziemlich kalte Winter. Schnee an Weihnachten. Hach…

Noch besser: Ich könnte weiter für unsere Firma fliegen und auch meine beiden Flugzeuge behalten: Sie von Palm Springs an die Seen zu überführen ist keine große Sache. Macht eher Spaß.

Mazikeen hat mir ein tolles Angebot aus Squamish/Kanada, eine Viertelstunde Flugzeit von Vancouver entfernt, geschickt. Ein tolles Haus mit großem Grundstück, am Ende eines Fjords mit freiem Zugang zum Pazifik. Außerdem ist Mazikeens Haus (Oder soll ich Anwesen sagen?) gerade mal eine halbe Stunde entfernt. (Aber in den USA.) Maze würde es lieben, wenn ich dorthin ziehen würde. Ich wäre am Fuß der Rocky Mountains und könnte auch hier meine Flugzeuge behalten.

Was nicht für Europa gilt, denn über den Atlantik kommen meine beiden Flieger nicht. Jedenfalls nicht ohne Riesenaufwand. Meine Texan müsste ich verkaufen (noch eine Schiffsüberführung kann ich mir nicht leisten) und vermutlich wäre es auch das Beste, meine Bonanza loszuwerden und in Europa eine neue (gebrauchte) zu kaufen, statt einen aufwendigen Flug über den gesamten nordamerikanischen Kontinent, Grönland und Island zu wagen.

Für Europa spricht, dass es mein Zuhause ist. Als britische und deutsche Staatsbürgerin stehen mir enorme Möglichkeiten offen. Hauptmanko: Ich müsste über kurz oder lang, einen Job finden. Piloten sind ja derzeit nicht besonders gefragt. Nicht ganz so einfach, selbst als senior pilot, fürchte ich. Unsere Firma ist ja nur in Nordamerika aktiv.

Außerdem: WOHIN in Europa?

Mein Vater hat mich eingeladen. Aber wieder in dem Haus auf seinem Grundstück in Notodden leben? Außerdem: Ich brauche Wasser um mich herum. Ich will segeln. Hier sind wir wenigstens jedes Wochenende auf Santa Catalina Island und damit am Pazifik.

Die Insel Gotland in der Ostsee wäre eine Möglichkeit. Da stehen ganz nette Grundstücke und Häuser zum Verkauf. Aber Ostsee? Kalt? Und vor allem ist Gotland weitab von irgendwelchen Fluggesellschaften.

Auf Sardinien habe ich auch ein paar hübsche Dinge gefunden. Weniger als eine Stunde nach Rom. Aber Mittelmeer? Heutzutage? Außerdem kann ich kein Italienisch und englischsprechende Römer versteht kein Mensch.

Dann wäre da noch Spanien. Ich liebe nicht nur die Sprache, sondern kann sie auch ein wenig radebrechen. Häuser? Es gibt tolle Gelegenheiten – nur leider nicht an den Küsten, denn die sind mittlerweile eine Katastrophe.

Die UK kommt nicht in Frage: Ich lebe nicht in einem Brexitland. Dort fliegen wäre allerdings toll, denn ich vermisse England und die Lebensweise dort. Alles was ich nicht vermisse sind Brexiteers.

Deutschland? Never! EVER! Mehr möchte ich dazu nicht sagen.

Aber das überzeugendste Argument gegen Europa ist, dass ich meine Mädels einen Großteil vom Jahr nicht zu sehen bekommen würde. Trotzdem will ich es nicht ganz ausschließen.

Alles, was (mal wieder) bleibt, ist Kanada. Es sei denn, mir fällt noch was Schlaues ein.

Abwarten.

Squamish, Canada

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