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Hoch mit den Möpsen!

Jede von uns kann anziehen was sie will, richtig?

Falsch.

Wir unterliegen dem unerbittlichen Diktat der Mode, manche von uns kapieren es spät, andere nie.

Ich könnte jetzt wieder mit meinem Lieblingshassobjekt, dem BH, anfangen, doch dazu habe ich wohl – vorerst – genug geschrieben. Jedenfalls bis ich wieder anfange vor Wut darüber zu platzen. (Vermutlich, wenn ich morgen aufwache und die erste Tussi mit eingesperrten Titten sehe.)

Ich könnte von Leggins reden, die so eng sind, dass sie es sich zwischen unseren Schamlippen gemütlich machen. Oder von Stretch“jeans“, die unsere Arschspalte präsentieren. Oder „Skinny“jeans, die jede normal geformte Frau frustrieren.

Ja, ich weiß: Jede wie sie will.

Ausser, dass das eben nicht stimmt. Selbst Dinge, die vermeintlich so kuschelig und gemütlich wirken, lenken von den Fakten ab: Frauen wurden seit Anbeginn der „Zivilisation“ in Klamotten gequetscht, die von Männern zu deren Erbauung erfunden worden waren. Wenn nun – angeblich – gemütliche Kleidung folgt, dann hat diese auch nur den einen Zweck: Unsere Körper zu präsentieren, und zwar ohne Rücksicht darauf, ob die Mode dem weiblichen Wohlbefinden dient oder nicht.

Frei nach dem Folterprinzip: Nach einer Viertelstunde in die Fresse schlagen, wirkt der Rohrstock wie ein Geschenk. Bevor es wieder in die Fresse gibt.

Skinnyjeans, Leggings, BHs, Highheels – all das gefällt uns und wir wollen diese Dinge tragen? Natürlich. Wir wollen ja gefallen. So sind Frauen ganz wunderbar zu kontrollieren: Nichts funktioniert besser als vermeintliche Entscheidungsfreiheit.

Männer lieben Ärsche und schlanke Beine und Titten, die jeder Schwerkraft trotzen. (Lesben auch, aber das ist ein anderes Thema.) WIR sind es, die gefallen wollen, deswegen unser Drehen und Wenden vor jedem Spiegel.

Die 60er und 70er Jahre haben jedoch gezeigt, was wir wirklich wollen: Weite Maxiröcke, Schlabbershirts, flache Latschen und befreite Möpse und Beine. Und wurden wir deswegen weniger gefickt? Die Geburtenstatistiken beweisen das Gegenteil. Vermutlich konnten wir die Maxiröcke einfach hochheben, statt uns erst aus Skinnyjeans schälen zu müssen.

Und gleichzeitig passierte etwas wirklich Interessantes: Wir emanzipierten uns. Scheinbar war die Befreiung vom Modeterror ein Symbol der Gleichberechtigung: Endlich Frausein dürfen als Baustein der Emanzipation. Das Ende des BH-Terrors als Sinnbild der Freiheit von der Männerdiktatur.

Und was passierte dann?

Jennifer Anistons Nippelparade in den ersten Staffeln von „Friends“ und das sukzessive Einschleichen der altbewährten Haltemaßnahmen dokumentieren, wie Reaktionäre erneut die Oberhand gewonnen haben und dabei unsere größte Schwäche ausnutzen: Dass es den Frauen weniger darum geht zu ficken, als zu gefallen.

Und da sind wir nun wieder: Skinnyjeans, BHs, Higheels und Ekelleggins. Und ja – wir dürfen auch mal Jogginghosen (*würg) tragen. Aber mit Büstenhalter bitte.

Wir sind ja nun emanzipiert und dürfen tragen was wir wollen.

Ausser, dass das nicht stimmt. Wir merken es nur nicht.

In diesem Sinne: Hoch mit den Möpsen!

Nichts geht über einen geilen Arsch

1 Kommentar »

  1. Ich wäre dankbar, wenn mehr Männer sich wenigstens ein klein wenig so verhalten würden. Es grenzt ja manches mal an Folter wie manche rumlaufen. Ich denke da an die Typen die in schmierigen, verschwitzten Stofffetzen ihren fetten Bauchnabelabdruck zeigen und dabei in nicht minder ekelhaften, den Unterlaub nicht mehr vollständig verdeckenden Bekleidungsimitaten (ich sag nur: Maurerdekoltee) sowie in weißen Stofftüten bis zum Knie und riemenbestückten, elastischen Gummiunterlagen unter den Füßen rumlaufen.
    Das neuste Kotzbild erzeugen solche Kerlchen die schlabberende Höschen zum joggen tragen und dann ihre haarigen Treter in so was ähnlichem wie Feinstrumpfhosen verstecken, während sie der Umwelt weissmachen wollen sie würden joggen.

    By the way meine Frau Sinnlich ist dieser Tage mit so was ähnlichem wie hier beschrieben (https://tammysdiary.blog/2020/11/14/roter-grapefruitsaft/) bei mir erschienen.
    Ganz ehrlich, in solchen Momenten liebe ich Mode noch viel mehr und ja es ist geil wenn diese unglaublichen Körper von Ihren Eigentümerinnen so präsentiert werden. Ganz ohne ist schließlich (wenigstens in D) grade ein wenig kühl.

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