Weil ich ein kleines Ferkel bin

Wenn ich darüber schreibe, wie ich masturbiere oder darüber wie und mit wem ich gerade Sex hatte, explodieren die Zahlen meiner Leserschaft.

Was sagt mir das?

Dass meine Leser kleine Ferkel sind? Dass „sex sells“? Dass ich viel mehr über Sex schreiben muss?

Ja, ja und nein.

Die beiden ersten Punkte sind sowieso seit Anbeginn der Zeiten klar und der dritte: Ich schreibe was ich will!

Und das hat nunmal tatsächlich sehr viel mit Sex zu tun, weil auch ich ein kleines Ferkel bin.

Wie es sich anfühlt, wenn die Dildos meiner Fickmaschine in meine Möse und oder meinen Arsch (oder in beide gleichzeitig) eindringen – darüber schreibe ich lieber in einem Buch oder einer Geschichte. An dieser Stelle nur so viel: Wer es nie versucht hat, sollte besser nicht kommentieren.

Und im Übrigen ist das sowieso Privatsache. Wobei – was ist für eine Autorin schon Privatsache? Da brauche ich nur an dieses unsägliche Buch „Feuchtgebiete“ zu denken. Nein, ich bleibe dann schon eher bei den angenehmen Dingen des Lebens. (Auch wenn es während dieser elenden Wahl wirklich schwer ist, bei dem Thema zu bleiben!) Auch andere Autoren schreiben eine Menge über Sex und vieles davon ist verdammt autobiographisch, oder zumindest in den technischen Dingen selbst erlebt. Wobei nur wenige so in die Details gehen, wie zum Beispiel Bukowski.

Ich mag Details. Beim Sex.

Ansonsten sind sie eher nicht so mein Ding.

Ob es wohl meinen Lesern schon aufgefallen ist, dass ich in meinen Büchern wenig von Umgebungsbeschreibungen – oder „Stimmungen“, wie es so schön literarisch heißt – und auch nicht viel von exzessiven Personenbeschreibungen, halte? „Anna von England“ war das erste und letzte Buch in dem ich mich an eine Romanform gehalten habe, in der die Leser eher von den Stimmungsbeschreibungen einen Orgasmus bekamen, als von den Handlungen der Protagonisten.

Ich überlasse beides – Stimmung des Schauplatzes und Aussehen der Personen – lieber der Fantasie meiner Leserinnen und konzentriere mich auf das Wesentliche meiner Erzählungen: die Handlungen und Dialoge. Das ist es was meine Bücher ausmacht.

Ich finde es viel spannender und befriedigender, wenn die Leserinnen sich ihr eigenes Bild von Umgebung und Personen im Kopf malen können.

Okay, wie bin ich jetzt DARAUF gekommen?

Ach ja, die Details beim Sex. Ich mag sie. Deswegen beschreibe ich auch so gerne was, wo und mit welchem Tempo hineinrutscht. Und wie sich dabei alles ausdehnt.

Oder um mal wieder von „J. – Forever“ zu sprechen: wer, wann, wie oft und wohin kotzt.

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