Klingelnippel

Der Tag heute war genial. Es gab viel nackte Haut und ein paar wirklich geniale Fotos.

Mein Lieblingsbild zeigt eigentlich gar nicht mich selbst, sondern nur einen kleinen Teil von mir. Zugegeben, einen sehr wichtigen. Gabby hatte in einem alten, hölzernen Hoftor eine Reihe Briefschlitze entdeckt, durch die früher die Post geschoben wurde, die dann in der überdachten Hofeinfahrt auf dem Boden gelandet war.

Ich drückte von innen meine linke Titte hinein und heraus kam ein geiles Bild von einer Art Klingelnippel im Briefschlitz unter einer Batterie von Namensschildern. Sooooo geil.

Wenn ich ein Mann gewesen wäre, hätte ich erst eine Weile meinen Schwanz bearbeitet und ihn dann samt Eiern durch den Schlitz geschoben. Gabby meinte allerdings, sie fände den Klingelnippel besser und läutete ein paar Mal.

Natürlich gab es auch die üblichen Bilder: Mit geöffneter Bluse und teilweise heruntergezogener Hose – gerade der vordere Schlitz sichtbar – durch die Fußgängerzone laufen, masturbieren in Hauseingängen – sowas eben. Standard.

Wir haben es heute tatsächlich geschafft, unbemerkt zu bleiben. Sonst werden wir meist bei ein oder zwei Gelegenheiten entdeckt, wogegen ich eigentlich gar nichts einzuwenden habe. Es ist – aufregend. Und feucht.

Wir haben hunderte solcher Fotos in Regalen voll Fotobüchern. Richtige Fotobücher mit eingeklebten ganzseitigen Hochglanzfotos, nicht dieser gedruckte, unpersönliche Mist. An manchen Abenden werden sie durchgeblättert und wir lassen die Gelegenheiten und Orte Revue passieren, bei denen die Bilder aufgenommen wurden. Nach einer Viertelstunde sind wir dann so geil, dass sich eine mehrstündige Orgie anschließt.

Morgen geht es ans Aussuchen der Fotos und dann wandern sie ins Fachlabor. Spätestens Montag fängt Joana dann an, sie ins nächste Buch zu kleben. Irgendwie auch schon ein Ritual. Denn seit den drei jüngsten Shootings, gibt es dabei Granatsplitter und Kaffee.

„Wie gerne ich mal das Model sein würde“, sagt Gabby und Joana nickt.

Leider haben beide viel zu viel Angst, dass ein Unbefugter sie dabei fotografieren könnte, denn genaugenommen ist ihr ganzes Leben ja ein ständiger Kampf gegen die Paparazzi. Ein tägliches Katz-Und-Maus-Spiel.

Sie haben ja schon Angst, nur dabei zu sein, wenn ich meine exhibitionistischen Neigungen auslebe. Daher die Späher und die Bodyguards.

Wo war ich? Ach ja: beim Kuchen.

Wer mag sonst noch Sexfotos und Granatsplitter?

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. TipTapping sagt:

    Sexfotos!

    Gefällt mir

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