Liebe?

Für mich selbst weiß ich ziemlich genau, was ich unter dem Wörtchen „Liebe“ zu verstehen habe.
In Gabby, z.B., habe ich mich verknallt, big time.

Der Gedanke, sie zu verlieren, macht mich kirre. Andererseits, man kann niemanden verlieren, den man nicht besitzt. Und Gabby kann man nicht „besitzen“, man kann überhaupt niemanden besitzen. Man kann vielleicht die Zuneigung dieser Person verlieren, oder die Wertschätzung oder ihre ständige Gegenwart usw., aber die Person verlieren kann man nicht. (Siehe oben.)

Gabby ist für mich enorm wichtig geworden und scheinbar ich für sie genauso. Cool.

Aber lieben?

Ich verstehe unter „Liebe“ die Shakespeare’sche Liebe. Die Reine, die Wahre, die, bei der man das Wohl und das Leben der Anderen über sein eigenes stellt. Das ist Liebe.


Nicht etwa die Schwärmerei von mental 12-Jährigen oder die heute typische „Liebe“, die immer wieder nach Monaten oder vielleicht nach ein paar Jahren verlöscht, um dann mit jeder neuen Partnerin erneut entfacht zu werden. Ich nenne das die Phoenix-Liebe.

Es ist nicht einfach, eine Frau zu finden, die man auf Shakespeare’sche Weise lieben kann.
Irgendwie hinterfrage ich meine Liebe zu Joana jeden Tag aufs Neue. Ja: Joana. Sie ist die Eine. Die Einzige, die ich auf diese Weise lieben möchte. Ich sage „möchte“, weil ich immer wieder überlege, ob ich mit ihr tatsächlich den Julia-Weg gehen würde. Im Endeffekt weiß man das doch ohnehin nicht, bevor man in eine Situation gerät, in der die Wahrheit ans Licht kommen muss.

Ich glaube an Liebe auf den ersten Blick, doch ich glaube nicht an die wahre Liebe auf den ersten Blick. Also nicht an die Shakespeare’sche. Nicht an Julia und Julia. So etwas geht weder in Wochen, Tagen, Stunden oder gar Minuten. Und schon gar nicht im Urlaub!

Die Frau, die dem widerspricht, die bitte ich, es mir in dreißig Jahren mit ihrer immer noch liebevollen Beziehung zu beweisen.

Wer dieses Tagebuch verfolgt hat, kennt die Geschichte von Joana und mir. Angefangen von der Schwärmerei für den Film- und Fernsehstar in meiner Jugend, über die „Beste Freundin Forever“, bis hin zum bedingungslosen Vertrauen und zur genauso uneingeschränkten Liebe. Mit Benefiz in unserem Fall, denn Joana ist hetero. Dafür kann sie ja nun auch nichts.

Und genau das ist auch der Grund, warum ich kein Problem damit habe, wenn sie mit Männern schläft: Sie braucht und möchte es und was sie braucht und sich wünscht, ist mir Befehl. Umgekehrt übrigens auch. Nicht das mit den Männern natürlich. *jaiks!

Abgesehen davon, dass in meinem Gefühlsrepertoire keine Eifersucht vorgesehen ist. Himmel und Hölle sei Dank!

Alles in allem schwärme ich für diese Frau seit ungefähr 25 Jahren. Aus Schwärmerei wurde Freundschaft, aus Freundschaft Liebe. So funktioniert wahre Liebe für mich.

Zugegeben: Wie stehen die Chancen? Aber es muss ja auch Lottogewinner geben, richtig?

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