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Dystopia

Ich weiß nicht, ob ich es schon einmal erwähnt habe, doch in meiner Schublade liegt ein Roman, der vom CDC und einer globalen Virusnotlage handelt. (Und natürlich von den Frauen, die auf die eine oder andere Weise davon betroffen sind und auf ihre ganz eigene Weise damit umgehen.)

Begonnen habe ich ihn in 2016, zirka zwanzig Prozent davon ist bereits geschrieben.

Nun kann ich ihn recyceln, wie es so schön auf Neudeutsch heißt, denn die Wirklichkeit hat mich überholt und die sieht schlimmer aus, als mein Roman sie darstellt. Oder ich schreibe ihn um, doch dann kann ich ihn auch gleich neu beginnen.

Was ich nicht einkalkuliert habe, ist der Trumpfaktor. So etwas hätte man sich beim besten Willen auch nicht vorstellen können: Dass in Regierungen, vor allem auch in der amerikanischen, Intrigen und Machtmissbrauch vorherrschen, sich Interessenverbände gegenseitig zerfleischen und Menschenleben dabei keine Rolle spielen, war mir ja klar gewesen. Doch dass ein amerikanischer Präsident seine Macht auf so unfassbare Weise für seine Wiederwahl missbraucht – das wäre mir nicht eingefallen. Meine Fantasie hat Grenzen. Das Volk zu einer düsteren wirtschaftlichen und gesundheitlichen Zukunft zu verdammen um seine Macht zu erhalten? Das Schicksal der Welt ganz offen mit Füßen zu treten? Die eigenen Behörden auszuhebeln? Den Experten vorzuschreiben, was sie zu tun und zu sagen haben? Wow!

Autoren wird oft vorgeworfen, dass sie die Wirklichkeit eskalieren und Betroffene antworten gerne mit der Tatsache, dass sie nur Beobachter sind und die Wirklichkeit oft noch ihre Romane überholt – aber, hey, das? Ernsthaft?

Natürlich gibt es in Romanen auch Dummköpfe und Verschwörungstheoretiker, die den größten Schwachsinn glauben; es mag sogar den einen oder anderen Autor geben, der die Fantasien diese Leute bedient – doch das ist ein anderes Genre und hat nichts mit dem zu tun, was der übliche Belletristik-Autor zu Papier bringt. Der sieht sich als Abbilder der Wirklichkeit – so auch ich. Aber das was die Menschheit im Moment erleben und teilweise ertragen muss…?

Die Geister, die ich rief…

Und dann die Leute, die ihm hinterher rennen… Selbst angebliche Christen hängen diesem Verbrecher an den Lippen; es ist alles nur doch schwer zu glauben. Dystopia?

Langer Rede kurzer Sinn: Mein angefangener Roman über einen Virus, dessen Ursprung in den eisigen Weiten Sibiriens zu finden ist, bleibt da wo er ist: auf Eis.

Dystopische Zustände: Die Wirklichkeit hat mich überholt

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