Tagebuch-Update

Morgen, Freitag, wird nicht geflogen. Jedenfalls nicht beruflich.

Joana und ich fliegen nach Palm Springs – das Wochenende auf der Insel fällt diesmal aus, da der Motor meines Fliegers ein paarmal Schluckauf hatte und deswegen für Freitag und Samstag erst einmal Werkstatt angesagt ist. Zur Sicherheit. Und in meine T6 passen nur zwei Leute. (Außerdem traut sich sowieso niemand außer mir…)

Mazikeen ist vorhin schon mit dem Auto angekommen und vielleicht schafft es sogar Ken? Er hat eine neue Flamme und will ihn uns unbedingt vorstellen. Nun ja…

Meine Chefin fliegt übers Wochenende zu ihren Eltern. Schade.

Das Leben in Hollywood liegt übrigens immer noch weitestgehend brach. Ein paar Produktionsfirmen versuchen sich mit Outdoordrehs in Minimalbesetzung durchzuschlagen, oder sie sammeln Orte für ihre Location-Datenbanken. (Das ist dann das Hauptklientel unserer Airline, abgesehen vom Medikamententransport.)

Gabby behauptet übrigens, dass man die meiste Zeit des Tages mit Testen statt mit Dreharbeiten beschäftigt wäre. Die Tester würden quasi ohne Pausen durcharbeiten.

Sie hat die meisten Gigs zur Zeit, weshalb sie ständig an die Ostküste fliegt. Sie chartert dafür meist unsere Embraer 300, die wir nur durch ihren Umsatz anmieten konnten. Wenn Gabby nicht drinsitzt, bringt sie uns einigen Executive-Umsatz von Studiobossen, die sich ignoranter- und idiotischerweise nicht in eine Turboprop („Propellerflugzeug“, lol) trauen.

Joana hingegen verdient ein klein wenig nebenbei, indem sie viele Fotoshoots und Homestories in ihrem Haus in Bel Air akzeptiert. Was ihr zudem einiges an neuer Publicity – und damit potentielle neue Filmrollen nach der Pandemie beschert (… und mich immer wieder zwingt in Bel Air zu übernachten und mich vor Reportern zu verstecken).

Nicht, dass jemand glaubt, dass mich das nicht zur Weißglut treiben würde, doch, wie schon beschrieben, ist es Joanas Entscheidung, wie sie leben möchte. Und mich zwingt ja niemand bei ihr zu sein. Das ist etwas, was ich möchte, also muss ich auch die Umstände akzeptieren. Geben und nehmen.

Um Eva kümmern wir uns abwechselnd und legen unsere Termine so, dass immer eine von uns mit ihr zusammensein kann. „Spart mir die Nanny“, grinst Gabby. Fakt ist, dass keine von uns das Kind zu einem Babysitter abschieben will.

Außerdem sind da ja noch unsere Hunde und Katzen, die ebenfalls ihren Aufpasser brauchen.

Was alles den Akkus meiner Vibratoren nicht gerade zugute kommt. Jede Woche mindesten ein oder zwei Nächte „Tammy allein zu Haus“. Okay, zugegeben: Die Dinger hängen ohnehin dauernd an ihren Ladegeräten.

Wir schaffen es übrigens immer noch, unser Anwesen in Palm Springs vor den Medien geheim zu halten. Leider bedeutet das, dass Eva Privatunterricht bekommen muss und nur sehr eingeschränkten Kontakt zu Gleichaltrigen hat. (Kinder von „Leidensgenossen“, deren Eltern sich ebenfalls in Palm Springs „verstecken“.) Wie gut, dass viele Häuser hier hinter dichten, mehr als mannshohen Büschenversteckt sind. Was übrigens auch das Nacktschwimmen der Celebrities einfacher gestaltet.

Das Problem mit meinen Ausgaben habe ich weitestgehend in den Griff bekommen. Wie, verrate ich nicht. Es ist „unmoralisch“ und widerspricht dem heute gängigen politisch korrekten, restriktiven, Frauen diskriminierenden Feminismus. Außerdem hebe ich mir das für einen Eintrag auf, den ich garantiert irgendwann ins Handy tippen werde, wenn ich mich gerade mal wieder besonders über die ignoranten, eingebildeten, selbst beweihräuchernden, arroganten  Twitter-Emanzen aufrege.

Ja, das ist soweit das Roundup.

Vielleicht sollte ich noch anmerken, dass Miranda und ich uns im Moment einigermaßen vertragen. Sie verlangt nicht mehr so oft, dass ich arbeiten soll und hält sich mehr an meine Wachzeiten.

Auch Chefs können lernen.

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