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Es ist schon ziemlich blöd, wenn man nicht weiß, was man glauben soll. Andererseits – weiß man das eigentlich jemals?

Ich bin wieder auf der Insel, diesmal ist auch Mazikeen hier und erzählt uns von ihrem neuen Job. Ich bin nicht überzeugt, dass er ihr so wirklich Spaß macht.

Ken hat mir geschrieben, dass er einen Typen „mit Potential“ kennengelernt hat. Ob er mit dem „Potential“ die Beziehungsfähigkeit der neuen Bekanntschaft oder seinen Schwanz meint, ist schwer zu sagen. (Der von Ken ist auf jeden Fall „beziehungsfähig“.) Ich habe nachgefragt.

Außerdem löchere ich gerade Miranda, was eigentlich an dieser Spritzerei der Schwänze NICHT eklig ist. Ihr Typ sitzt daneben und zählt die Sterne. Ihre Antwort gefällt mir nicht.

Gabby spielt derweil mit ihrem Handy. Sie sagt, sie würde dazu nicht mehr sagen, als dass das Zeug gefährlich sei. Als Mutter wisse sie das. Wie gut, dass Eva schon schläft.

Joana, meine geliebte Joana, fehlt. Sie ist gerade in Bel Air, wo irgendwelche Reporter sie „zu Hause“ besuchen. Der Öffentlichkeit und ihren Freunden und Bekannten ist nämlich weder unser Haus in Palm Springs, noch das hier auf der Insel bekannt. Und so soll es auch so lange wie möglich bleiben. Wobei sie ständig herumnörgelt, dass die Villa in Bel Air sie viel zu viel Geld kostet. Sie ist nicht nur quasi arbeitslos im Moment, sondern auch ein klitzekleines bißchen geizig, wenn es um sie selbst geht.

Gabby hat solche Sorgen natürlich nicht. Gegen sie ist Joana eine Bettlerin. Jeder, der noch in Millionen rechnet (selbst wenn sie dreistellig sind), ist gegen sie ein Bettler. Manchmal lässt sie das durchblicken. Was natürlich nicht unbedingt ein toller Charakterzug ist, mich jedoch jedes verdammte Mal gewaltig anmacht. Elitäre, überhebliche und unverschämte Weiber machen mich nass.

Und was mich angeht – ich bin ziemlich pleite. Ich verdiene in dieser Scheißfirma viel zu wenig. Derzeit kann ich mir nicht mal mehr meine Fixkosten leisten und mache jeden Monat ein Minus von – egal. Auf jeden Fall bin ich pleite. Und ein gut bezahlter Job bei einer großen Airline ist nicht drin, weil es Piloten im Überschuss gibt. Ich würde eine Anstellung als Seniorpilot bekommen – ich habe FV (Fotzenvorteil) – doch vermutlich wäre mein Gehalt nur halb so hoch wie vor dem Virus.

Alles ist zu teuer im Moment. Zumindest erzählte mir das gestern mein Steuerberater.

Deswegen werde ich Joana und Gabby erklären müssen, dass ich meine Anteile am Haus in Palm Springs und der Miete hier auf der Insel nicht mehr bezahlen kann. Was kann ich schließlich für ihre Ansprüche und für ihren Lebensstil? Nicht, dass sie meine Anteile nicht klaglos übernehmen werden, doch mich kotzt das an: Dinge nicht selbst bezahlen zu können, die ich in Anspruch nehme. Außerdem könnte ich mich dafür schlagen, dass ich darauf bestanden hatte, alles selbst zu bezahlen!

Ich überlege ernsthaft, mich – wie bei „J. – Forever“ – zu Gabbys persönlicher Nutte zu machen, doch ich fürchte, sie wird mich nicht pro Fick bezahlen… Bei Joana ist das sowieso nicht drin, weil es ihr ohnehin lieber wäre, wenn sie sich nicht ständig um meine Möse kümmern müsste. Sie ist eben tatsächlich mit Haut und Haaren hetero.

„Mehr arbeiten“, meint meine Schwester: „Damit unsere Firma möglichst schnell Dividenden ausspucken kann.“

Ist natürlich ein schlechter Witz, weil die Airline die nächsten zehn Jahre jeden Cent in Investitionen stecken muss. Und Gehaltserhöhungen reichen nicht.

So ist das also, wenn am Ende vom Geld noch zuviel Monat übrig ist. Und an meine Altersvorsorge gehe ich nicht! Bin ja nicht wahnsinnig.

Jammere ich gerade wegen Kohle? Entweder werde ich gerade krank oder alt!

„Gib mir die Flasche“, sage ich zu Gabby und trinke den Tequila zum ersten Mal in meinem Leben direkt aus der Quelle.

„Was ist los?“ Sie schaut mich besorgt an.

„Was würdest du für einen Fick mit mir bezahlen?“, frage ich.

Nenn mir deinen Preis

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