GOTCHA!

Die Veröffentlichung von Trumps Steuerunterlagen ist die beste Nachricht des Jahres. PUNKT.

Der Bastard im Weißen Haus knabbert vermutlich vor Wut gerade seinen Schreibtisch an.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es jedoch: Einerseits ist es eine tolle Sache, dass ENDLICH ans Licht kommt, was der Gangster im Weißen Haus seit Jahren versucht zu verbergen, andererseits bin ich nicht zufrieden bei dem Gedanken, dass die New York Times keine Unterlagen vorlegen kann. Die Betonung liegt auf KANN.

Das Recht der Öffentlichkeit auf Informationen über ihre Politiker und der Schutz von Informanten der Medien, ist einer der Grundpfeiler der amerikanischen Verfassung. Andererseits können Trumps Mitverschwörer und seine Mitläufer genau diesen Fakt zum Anlass nehmen, um die Aussagen der Times als politisch motiviert und komplett falsch zu denunzieren. (Genau das hat Trump schon Minuten nach Veröffentlichung des Atikels getan.)

Es wird ihnen jedoch nicht reichen.

Es ist selten bei der NYT, dass Überschriften KOMPLETT FETT UND IN GROSSBUCHSTABEN geschrieben werden. Es passierte beim Bankencrash in 2007 und bei den Attacken vom 11. September 2001. Das sind jedenfalls die letzten Male, an die ich mich erinnere. Ob es bei Trumps Wahl zum Präsidenten passiert ist – wenn ja, habe ich es erfolgreich verdrängt.

Erwischt!

Dass die Steuerunterlagen nun ENDLICH von Journalisten eingesehen werden konnten, ist für viele Amerikaner eine große Befriedigung und der Zeitpunkt der Veröffentlichung – zwei Tage vor der ersten Kandidatendebatte – ist für Trump eine Katastrophe.

Niemand macht sich hier Illusionen, dass der Zeitpunkt ein Zufall ist. Jeder in den USA kann sich denken, dass die Unterlagen die NYT nicht ausgerechnet jetzt erreicht haben, bzw. der Artikel jetzt erst fertiggestellt wurde. Natürlich liegt er schon Wochen oder gar Monate im Redaktionssafe.

Das Datum der Veröffentlichung, der 27. September, konnte gar nicht besser gewählt werden! Das Steuerthema wurde damit zum beherrschenden Thema der in etwas mehr als einem Monat anstehenden Präsidentenwahl und drängt Trump massiv in die Defensive.

Machen wir uns nichts vor: Trumps Anhänger, die „Trumpers“, werden wie Lemminge in sein „Fake-News“-Gezeter einstimmen; kein noch so gut recherchierter Artikel wird dieser gehirngewaschenen Masse die roten Kappen vom Kopf stoßen.

Die Katastrophe für den Möchtegern-Diktator sind die Auswirkungen auf die unzähligen unentschlossenen Wähler, die sogenannten Swingvoters in den sogenannten Swingstates, Staaten, die in den vergangenen Jahrzehnten mal demokratisch, mal republikanisch gestimmt haben.

Aber das ist nicht die einzige Katastrophe für Trump. Wenn sich rechtsgerichtete Medien, wie z. B. der „Drudge Report, von ihm abwenden (heutige Schlagzeile: „DER FALSCHE MILLIARDÄR“) dann brechen ihm deren Leser/Zuschauer weg. Und damit Wähler. Er ist bereits dabei, solche Medien aufs Schärfste anzugreifen, was diese natürlich veranlasst, noch mehr auf Distanz zu ihm zu gehen.

Das nahezu Schlimmste für den kleinen Diktator in Washington jedoch, ist der toxische Niederschlag, der sich über das politische und parteispendenfreudige Washington legt. Wenn ihm bislang blind ergebene Kongressleute und Senatoren weglaufen, dann grenzt das an eine politische Apokalypse. Wenn. Erste Anzeichen waren jedoch bereits kurz nach Veröffentlichung zu erkennen, als sich erste „Parteifreunde“ zu Krisensitzungen in Hinterzimmern trafen. Was weniger damit zu tun hat, dass man ihm jetzt gar nichts mehr glaubt – kein Mensch bei klarem Verstand kann annehmen, dass die Republikaner das jemals getan haben – oder damit, dass sich bei den Politikern jetzt plötzlich Anstand und Würde durchsetzen – bewahre! Die Damen und Herren aus den Red States – den republikanisch regierten Staaten – haben lediglich Angst um ihre eigenen Wahlkampfspenden und damit um ihre eigene Wiederwahl.

Für die NYT ist diese Enthüllung sicherlich eine der größten Genugtuungen seit Jahrzehnten. Vier Jahre haben sie Trumps Attacken („Fake-News-Media“, „the failing New York Times“, „so-called journalists“, etc.) klaglos über sich ergehen lassen und haben in aller Stille darauf hingearbeitet, Trump kurz vor der Wahl den größtmöglichen Schaden zuzufügen.

Was sie gerade getan haben.

Weitere Informationen zu Trumps Steuererklärungen und seinen geschäftlichen Transaktionen hat die NYT über den gesamten US-Wahlkampf hinweg angekündigt.

Die Präsidentenwahl ist damit zwar noch nicht entschieden, doch Trumps Wiederwahl ist – zumindest für den Moment – in weite Ferne gerückt.

Well done, boys and girls – gut gemacht!

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. soloslupa sagt:

    Manchmal hilft es zu warten um jemanden das Genick zu brechen, als sofort blind drauf los zu prügeln. Hut ab für diese Beherrschung und Daumen hoch für die Journalisten.

    Gefällt 2 Personen

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