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Für immer und ewig

Mazikeen ist die Frau, die irgendwie immer schon in meinem Leben war und die es bis heute nicht verlassen hat.

Sie sagte einmal – damals hieß sie noch „Chris“ – dass „du ins Bett gehen kannst, mit wem du willst und lieben kannst, wen du willst – Hauptsache, du vergisst mich nicht und ich darf auf irgendeine Weise in deinem Leben bleiben“.

Eigentlich hatte ich zu dem Zeitpunkt vorgehabt, mit ihr Schluss zu machen. Mit dieser Aussage, hat sie dieses Vorhaben dann leicht verwässert und hat uns offenbar eine lebenslange Zukunft geschenkt.

Ich bin also lediglich ausgezogen; die meisten meiner Klamotten und alles Andere blieben jedoch in ihrem Haus und jedes Mal, wenn ich Dinge gerade nicht unterbringen konnte, schickte ich es zu ihr. Und meine Angelegenheiten regelte sie sowieso. Zumindest die Dinge, um die sich meine Mutter nicht kümmern wollte. Ich war Pilotin und selten an einem Ort und auf Behördenkram hatte ich sowieso keinen Bock, da kam Chris (Mazikeen) gerade recht.

Es gab keine Sekunde in meinem Leben, in der ich ihr nicht hundertprozentig vertraut hätte. Sie war mein guter Geist, sie war immer da, wenn ich sie brauchte. (Dass sie kein guter Geist, sondern ein Dämon war, offenbarte sie mir erst später.) Selbst als Joana in mein Leben trat, war sie wie eine beste Freundin zur Stelle.

Liebe ich sie? Ganz sicher liebe ich sie wie man jemanden liebt, der immer für einen da ist. Mehr? Bevor wir beste Freundinnen wurden, liebte ich auch den Sex mit ihr, denn sie ist eine richtige Lesbe und das merkt man. Auch heute genieße ich wieder von ihr gefickt zu werden – aus dem gleichen Grund. Allerdings muss ich zugeben, dass ich doch mehr auf die unbeholfen Frauen stehe. Auf diejenigen, die nicht so genau wissen, was sie mit einer anderen Frau anfangen sollen oder – ups – die es eigentlich nur tun, weil ich es möchte. Solange sie dabei zumindest versuchen, dominant zu sein. Das macht mich an.

Mazikeen ist eine Frau, die NIEMALS einen Rock tragen würde, niemals Dessous oder irgendwas anderes, was als „Frauenkleidung“ bezeichnet werden könnte. Sie sieht ein wenig aus, wie die Leute sich eine Lesbe vorstellen: Wettergegerbt, groß, mit jeder Menge Tattoos und Piercings. Diese ganzen Scheißklischees eben. Ausnahme: Ihre Haare sind inzwischen länger, weil ich mich weigere mit einer Tussi ins Bett zu gehen, in deren Frisur ich mich nicht hineinwühlen kann. Kurze Haare bei Frauen sind mir ein Greuel.

Wir sind längst wieder zusammen, RICHTIG zusammen. „Wie man mit einem Weib zusammen sein kann, die mehrere Frauen liebt und sowieso ins Bett geht, mit wem sie will“, sagt sie und lacht.

So ganz glücklich klingt das nicht, doch dabei kann ich ihr nicht helfen. Wobei sie Joana wirklich ins Herz geschlossen hat. Bei Gabby ist sie sich, glaube ich, noch nicht so sicher.

Sie behauptet übrigens neuerdings, dass sie mich mitnichten liebt, sondern in mir lediglich den Höllenfürst sieht, denn „erstens können Dämonen nicht lieben, weil wir keine Seele haben und zweitens bist du die Herrscherin der Unterwelt. Und die liebt man nicht, die fürchtet man.“

„Du fürchtest mich?“, frage ich dumm.

„Ich fürchte den Moment in dem du mich auf immer verlassen wirst.“

„So schlimm?“ Ich lächele.

„Dämonen sterben, wenn Satan sie verstößt. Glaube ich.“

„Dann muss ich wohl auf ewig mit dir zusammenbleiben. Nur zur Sicherheit.“

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