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Wann frau Sex haben darf

Wann darf frau Sex haben?

Hundertprozentig politisch korrekt ist nach wie vor ausschließlich „aus Liebe“. (Das Thema „nur in der Ehe“ ist ja mittlerweile immerhin vom Tisch.)

Wobei das Wörtchen „Liebe“ nach wie vor undefiniert bleibt. Da macht man ja mittlerweile den Rundumschlag von jugendlicher Schwärmerei über Ein-Jahres-Beziehungen bishin zur klassischen Shakespeare-Variante. Wobei an letztere sowieso nur Hollywood-Produzenten und ihre Bankkonten ernsthaft glauben. Abgesehen von pubertierenden Mädchen, meine ich.

Mittlerweile – Tinder sei Dank – haben sich auch One-Night-Stands als halbwegs gesellschaftlich akzeptabel eingeschlichen. Zumindest in manchen Teilen der Bevölkerung (den Kondomen sei Dank).

Frau darf durchaus auch einmal an die eigene, rein sexuelle Befriedigung denken und ist nicht mehr nur noch auf das schon länger anerkannte vibrierende Plastik angewiesen. Oder auf den Dildo mit Saugnapf.

Doch da hört es dann auch schon auf.

Denn immer noch diktiert uns die Gesellschaft für was oder wen wir die Beine breit machen dürfen.

Es gibt nach wie vor sexuelle No-goes. Zum Beispiel wenn wir beruflich weiterkommen möchten. Das inkludiert nicht nur das typische „mit dem Chef ins Bett steigen“, sondern auch die Außendienstlerin, die ihren Sex einsetzt um Aufträge zu bekommen (was viel öfter vorkommt als „man“ weiß).

Beides diskriminiert nämlich Männern und schafft Frauen einen „UNFAIREN“ Vorteil! Wenn ich sowas höre, knickt mir regelmäßig die Klitoris weg: Frauen beschaffen sich „unfaire Vorteile“ gegenüber Männern? Dazu muss ich wirklich nichts mehr sagen. Außer vielleicht: ECHT JETZT?

Wenn ich auf berufliches Fortkommen angewiesen wäre und keine chronische Abneigung gegen Männergesichter hätte, würde ich mich ganz sicher an die Spitze vögeln! Meine Fotze gehört mir und es geht die Leute einen Scheiß an, was ich damit mache. Auch wenn ich dafür „Schlampe“ und/oder „Hure“ genannt werde: Jede Bezeichnung die zeigt, dass ich mich nicht von gesellschaftlichen Normen einzwängen lasse, trage ich mit Stolz!

Es gibt Frauen, die heiraten reiche alte Männer. Weiß jeder. Und zwar in der Regel nicht, weil sie auf faltige Männerärsche stehen. (Es gibt Ausnahmen, aber die sind nicht mehr als diesen Satz wert.) Vor diese „Erbschleicherinnen“ ziehe ich den Hut. Denn die bringen es irgendwie fertig über Jahre hinweg einen Viagraschwanz zu blasen – und sich ansonsten in eine gesellschaftliche Ausstellungsvitrine stellen zu lassen – ohne sich von öffentlichem Getuschel beeindrucken zu lassen. Die ausstehende Belohnung lässt sie durchhalten. Der Ehemann bekommt seine Genugtuung allerdings von Anfang an: Feste Titten und ein hübsches, botoxfreies Gesicht an seiner Seite. Na ja, er hat ja (manchmal) auch hart für seine Kohle gearbeitet, wofür er sich schließlich kaufen darf was er will.

Wobei wir beim käuflichen Sex angelangt wären. War da nicht was mit „freier Berufswahl“?

Anrüchig? Wenn Männer dem Boss in den Arsch kriechen, ist das auch nicht gerade geruchsfrei. Und bitteschön: Wie viele Männer sind ernsthaft noch nie zu einer Prostituierten gegangen – und wenn es nur war um zu erfahren, wie es ist!

Wenn Frauen Sex für Aufträge oder berufliches Weiterkommen anbieten – warum eigentlich immer diesen Umweg nehmen? Warum dann nicht gleich Sex gegen harte Währung?

Abgesehen davon, dass eine meiner wirklich guten Freundinnen in einem Bordell arbeitet (ja, als „Nutte“), hätte ich auch für mich kein Problem damit, wenn ich dadurch mehr Zeit für mein imaginäres Kind hätte, oder statt H&M D&G tragen könnte. Mein Job, meine Ausbildung und meine Familie machen das unnötig. Und natürlich verbaut mir auch die Sache mit den Männergesichtern diese Berufswahl. (Und etwas, auf das ich an dieser Stelle nicht näher eingehen möchte.)

Außerdem ist es auch nichts für mich, den ganzen Tag bewegungsarm und halb- oder ganz nackt in einem Schaufenster zu sitzen oder zigmal am Tag Sperma zu schlucken (macht dick). Ja, letzteres ist heute tatsächlich schon Standard. Diese Sache mit dem „All you can fuck“ in den großen Clubs klingt zwar spannend, doch irgendwie habe ich auch keine Lust mir den ganzen Tag Fettcreme in die Möse zu schmieren. Außerdem soll mehrmals täglicher Arschfick den Schließmuskel ausleiern lassen.

Weiteres und Genaueres zu dem Thema gibt es übrigens mehr als ausführlich in meinem jüngsten Roman „J. – Forever“.

Alles in allem tauge ich also nicht viel als hauptberufliche Prostituierte, was aber hier auch gar nicht das Thema ist. Andere taugen dazu – oder machen den Job zumindest – und das ist, was zählt. Wenn eine Frau das machen will – bitte sehr! Und deswegen ist sie nicht weniger wert als andere Frauen oder jeder Mann.

UND ES IST GANZ ALLEIN IHRE SACHE!

Wir erinnern uns: Mein Körper gehört mir!

Wo ist denn jetzt der Unterschied?

„Liebe machen“ für ein Jahr, bis der Nächste kommt. Sich jeden Samstag von einen Typen ficken lassen, der einen sexuell nicht mehr interessiert, nur weil man mit ihm verheiratet ist. In den Swingerclub gehen, weil es dem Ehemann gefällt. Jeden Samstag sich von einem Tinderfremden nageln lassen, den man gerade mal einen Kaffee lang kennt, nur weil einem die Möse überläuft? Für Aufträge die Beine breit machen. Sich „hochschlafen“. Einen reichen, alten Sack heiraten und ihm ein paar Jahre lang den Schwanz blasen und auf ihm herumhüpfen, damit man seine Kohle erbt. Einen Chefarzt heiraten um bei den Freundinnen angeben zu können. Zwischendurch Hobbynutte spielen, weil man gerne ein neues Outfit hätte. Als Prostituierte arbeiten, weil die Kohle stimmt.

Alles sehr unterschiedliche Motive. Eines haben sie jedoch gemeinsam: Die Frau hat sich dafür entschieden und es ist nunmal ihre Entscheidung und es ist ihr gutes Recht zu entscheiden, was sie machen möchte.

Nichts davon ist kriminell und niemand hat das Recht, eine Frau für ihre Entscheidungen zu verdammen!

ES IST IHR EIGENER KÖRPER!

Und was mich selbst angeht: Ich tanze nackt in Clubs, von mir gibt es tausende von Nacktfotos und jede Menge Privatpornos (Privat heißt: NUR für meinen engsten Kreis im realen Leben), ich ficke wann, wen und wie ich will. Dass ich eine Lesbe bin, tut nichts zur Sache. Und wenn ich deswegen eine Schlampe, Hure oder Nutte bin – so sei es. Ich empfinde nichts davon als Schimpfwort.

Tatsächlich nicht.

In meinem jüngsten Roman gibt es eine ganze Menge zum Thema „Prostitution“ zu lesen

PS: Liebe Edelmenschen, erspart mir eure eigenen Meinungen, ich diskutiere nicht. Gar nicht. Dies ist mein Tagebuch und euer Gerede interessiert mich nicht. Schreibt das doch bitte in euren eigenen Blog oder tobt euch in Social Media Gruppen aus. Ich bin sicher, viele ehrliche Menschen und noch viel mehr Heuchler interessieren sich für das, was ihr zu sagen habt. Und das Frauen ausgebeutet und ins Sexbusiness gezwungen werden, das weiß ich selbst. Aber das ist NICHT Thema dieses Tagebucheintrags.

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