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Jammern auf hohem Niveau

Bel Air. Eine Nacht allein in Joanas Villa, und morgen Früh mit meiner Bonanza weiter nach Palm Springs, was ich nun wohl mein Zuhause nennen darf/soll.

Ich weiß nicht – ein Wüstenkind war ich nie gewesen. Zu warm, viel zu warm. Warum musste meine Schwester auch die neue Firma ins Niemansland verlegen? Bescheuert!

Einzig die Menschen ziehen mich dorthin: Joana, Gabby, Eva.

Mal abgesehen von meiner Krankheit, muss ich wohl, das gebe ich gerne zu, mit meinem Leben ziemlich zufrieden sein. Natürlich gibt es eine Menge Dinge, die ich gerne anders hätte – doch wer hat die nicht? Manchmal glaube ich dass, je sorgenfreier man sein kann, man umso unzufriedener wird. Weil man immer mehr will.

Die meisten wollen immer mehr Kohle. Ich glaube, bei mir sind es immer mehr Flugzeuge (ich muss sie nicht besitzen, nur fliegen dürfen). Geld interessiert mich kaum. Jedenfalls kein Reichtum.

Halt! Eines fehlt noch mehr: Zeit!

Aber dass ich so wenig frei verfügbare habe, liegt ja nun auch an mir selbst: Wenn man alles gleichzeitig machen will – fliegen, segeln, schreiben, ficken – bleibt eben vieles auf der Strecke.

Am nächsten dran war ich wohl bei meiner versuchten Weltumsegelung, da hatte ich drei von vier schon fast parallel in mein Leben integriert. Doch leider fehlte das Ultimative, das Fliegen, aufgrund meiner Krankheit völlig.

Und als sich meine Krankheit für eine Weile – und jetzt immer noch, toi, toi, toi – zurückgezogen hat und sich mir eine perfekte Chance bot wieder abzuheben, habe ich sie genutzt. Klar, dass jetzt alles andere fehlt, beziehungsweise zu oft die Zeit dafür.

Lamentiere ich? Ja, vermutlich. Die Leute nennen das „Jammern auf hohem Niveau“. Sie haben wohl recht.

Fliegen können, in Hotels die Zeit zum Schreiben haben und zu Hause warten zwei der schönsten Frauen der Welt (plus ein Kind mit Kakaofimmel).

Allerdings wünsche ich auch niemandem meine Scheißkrankheit. Ausserdem fehlen das Segeln, mein Hund und meine Familie. (Die Reihenfolge ist durchaus korrekt.) Und das Leben im Land der Bekloppten wünsche ich auch niemandem.

Und was macht man gegen das Jammern? Damit aufhören!

Stattdessen freue ich mich lieber auf meinen morgigen Flug in die Wüste und alles was danach kommt. Positiv sein. Eigentlich bin ich das ja immer. Ich sollte aufhören, die (Wahl)Nachrichten zu lesen, damit ich es auch bleibe.

Ausserdem habe ich eine ganze Woche frei. Und was werde ich in dieser Zeit wohl tun?

Was schon: fliegen.

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