Bakteriophobes Händeschütteln

J. – Forever – Ein Auszug


Die Limousine war bereits bevölkert. Hinten links lächelte eine atemberaubende Schwarzhaarige, die eine riesige Designertasche auf ihrem miniberockten und ergo fast nackten Schoß festhielt und vorne rechts lauerte ein unscheinbarer Mittfünfziger mit Halbglatze. Ihr Lächeln gefiel mir besser als seins. Zumal er nicht lächelte. Er tat irgendwie gar nichts.

Ich musste an ihm vorbei, um meinen Platz gegenüber dem Vollweib einzunehmen. Mit dem Rücken zur Fahrtrichtung zu sitzen, war schon in Zügen nicht so mein Ding – aber in einem Auto war es eine ganz neue Erfahrung. J. setzte sich gegenüber Halbglatze – also ein wenig zu weit entfernt für meinen Geschmack, denn die Raumplaner für diesen Schlitten hatten wohl eher ein Wohnzimmer als ein Auto im Sinn gehabt.

„Meine Assistentin“, erklärte J. und nickte in Richtung der Schwarzhaarigen.

„Sybill“, sagte diese und hob die Hand. Musste wohl so eine Art US-amerikanischer Gruß sein. Ein bakteriophobes Händeschütteln sozusagen.

„Hey“, entgegnete ich dumm und wusste, als brave Engländerin, nicht so genau wohin mit meiner Hand: „Andrea.“ Ich nahm an, dass sie das bereits wusste. Das mit der Engländerin. Jedenfalls wusste sie es nach meinem akzentuierten „Hey“.

Darauf, dass sich der Penisträger vorstellte, wartete ich vergeblich. Er schien sich nicht für der Rede wert zu halten. Auch gut.


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