Begegnung der unbekannten Art (Teil 1)

Ich sass an einem kleinen Tisch in einem überfüllten Café im Airport und schlürfte an einem Eiskaffee. In Uniform. Ich, nicht der Kaffee.

Ich hatte noch etwa eine Stunde bis zum Weiterflug. Manchmal nahm ich mir die Zeit um dem Cockpit für eine Weile zu entkommen. Zu der Zeit flog ich für Westjet – erst seit ein paar Wochen als PIC einer 737.

„Darf ich?“

Ich schaute von meinem Buch auf, ich weiß es wie heute, es war der ungefähr zwanzigste Versuch die „Ulysses“ zu lesen. (Irgendwie war ich zu blöd um das Buch beim ersten Mal zu kapieren.)

„Warum?“

„Der Platz ist frei.“ Er zeigte auf den leeren Stuhl mir gegenüber.

Ich hingegen zeigte auf drei freie Plätze an einem Vierertisch am anderen Ende des Raumes, an dem ein untersetzter, fettsträniger Alkoholiker eine Zigarette drehte: „Da drüben sind noch mehr.“

„Echt jetzt?“ Der Typ mir gegenüber trug eine blütenweiße Uniform; ich nahm mir aber nicht die Zeit sie näher zu betrachten. Ich kann Uniformen nicht leiden. Jedenfalls nicht an Männern.

„Echt jetzt“, bestätige ich trocken, ohne nochmal aufzuschauen.

Dann hörte ich, wie er den Stuhl zurückzog. Einen Moment später erschien sein Gesicht direkt in meinem Blickfeld.

Ich atmete tief ein: ECHT? JETZT?

„Ich bin so frei.“ Er grinste.

Ich habe Männern schon aus geringeren Gründen irgendwelche Knochen gebrochen. Das konnte ja heiter werden!

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