Hügellandschaft

Ich liege neben meiner Freundin im Bett und lasse Zeige- und Ringfinger über ihren nackten Bauch laufen. Der Mittelfinger kundschaftet dabei den Weg aus, während Daumen und kleiner Finger versuchen, wie Tragflächen abgespreizt, meine Hand im Gleichgewicht zu halten.

Ich drehe ein paar Runden um Joanas Bauchnabel, bevor meine Hand ganz gemütlich nach oben wandert.

„Und ihr seid jetzt wirklich wieder Freunde? Wie früher?“, frage ich, immer noch verwundert über den plötzlichen Frieden.

„Warum sollten wir nicht?“

Klar: eine saudämliche Gegenfrage. Was denn auch sonst?

Meine Finger haben die Landschaft auf Joanas Brustkorb erreicht, doch statt eine der Erhebungen zu erklimmen, wandern sie durch das Tal zwischen den beiden Hügeln.

„Weil du sie vielleicht vorher wie die Pest gehasst hast?“

„Quatsch.“

Aha. Ich würde sie jetzt gerne beißen – richtig beißen – doch das darf ich nicht. Also umrunden meine Finger den linken der beiden Hügel und, mit einem letzten Blick auf die Türmchen an den höchsten Stellen, beginnen sie den Abstieg über die empfindliche Haut an der Seite von Joanas Körper. Sie stöhnt ein wenig.

Bei der nächsten Runde nehme ich mir die kleinen Türme vor, denke ich, und überlege, welchen wohl zuerst.

„Aber es ist jetzt wirklich alles wieder so wie es vorher war?“ Ich will das wissen!

„Wie war es denn vorher?“

Fuck you!, denke ich und beiße in die empfindliche Haut ihrer Taille. Der Abdruck meiner Zähne wird mich noch in den nächsten Tagen als Täterin entlarven.

Sei’s drum. Das musste jetzt einfach sein.

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