Als ihre Lippen sie berühren

„Joana?“

Stille.

„Bist du wach?“

Stille.

Gabby versucht kein Geräusch zu machen, als sie auf Joanas Bett klettert. Natürlich funktioniert so etwas niemals völlig lautlos. Das Holz knarrt ein wenig und Joana räkelt sich. Gabby hält inne.

Ich kann mir es, so wie Gabby es erzählt, bildlich vorstellen.

„Mir war überhaupt nicht wohl dabei“, erklärt Gabby mir später.

Ich kann das nachvollziehen, Joana kann ein wirkliches Biest sein, wenn ihr Dinge gegen den Strich gehen. Gabby war ziemlich mutig, so jedenfalls kommt es rüber, als sie davon erzählt.

„Joana“, flüstert Gabby noch einmal, aber leiser, denn es ist gar nicht ihre Intension ihre beste Freundin zu wecken; sie will lediglich feststellen, ob es nicht besser wäre, ihr Vorhaben aufzugeben.

Doch Joana rührt sich nicht. Auch nicht als Gabby sich neben sie legt. Würde Joana nicht schlafen, könnte sie jetzt aus nächster Nähe in Gabbys blaue Augen schauen.

„Ich werde dich jetzt küssen“, flüstert Gabby.

Joana schläft. Sie schläft noch, als Gabbys Lippen sie ganz sanft berühren.

Erst dann schlägt Joana die Augen auf.

„Bitte lauf nicht weg!“ Gabbys Atem trägt ihre Stimme in den halb geöffneten Mund ihrer besten Freundin, die noch gar nicht so recht weiß, wie ihr geschieht. So tief war Joanas Schlaf gewesen.

Stille. Bewegungslose Stille.

„Ich werde dich jetzt küssen“, flüstert Gabby.

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