Raubüberfall

Es ist schon verdammt crazy, jemanden auf die Weise kennenzulernen, wie es vor dem Pub in Lymington passiert war und sie dann erst ein Jahr später wiederzusehen.

Aber genau das ist passiert. Natürlich bin ich wieder in Schwierigkeiten gewesen.

Diesmal am Strand des kleinen Städtchens Santa Monica in Kalifornien – auf der anderen Seite des Atlantiks, ein paar tausend Kilometer entfernt!

Genauer gesagt in einem der kleinen Touristengeschäfte, wie es sie auf jeder Strandpromenade der Welt zu finden gibt.

Bewaffnete Raubüberfälle waren nie meine Spezialität gewesen. Weder als Räuberin, als Beraubte, noch als Unschuldige, die dummerweise zur falschen Zeit am falschen Ort war.

Heute wäre das alles kein Problem für mich, doch neben einem bewaffneten Räuber an der Kasse zu stehen, war eine neue Erfahrung für eine 19jährige, angehende Berufspilotin. Heute würde ich ihm die Waffe aus der Hand schlagen und seinen Kopf auf den Tresen donnern. Doch imzwischen habe ich auch jahrelanges Martial-Art-Training hinter mir.

So ähnlich passierte es auch. Nur nicht durch mein Zutun.

In dem Moment, als der Typ seine Pistole auf mich richten wollte, weil der Shopbesitzer sich hinter den Tresen duckte, und ein Cop in der Ladentür auftauchte, knickten ihm plötzlich die Beine weg und er schlug mit dem Gesicht gegen die Vorderseite des Tresens. Die Pistole landete auf dem Boden, wo Chris alias Mazikeen sie mit einem Tritt ausser Reichweite beförderte.

Der Räuber war so ausser Gefecht gesetzt, dass der Cop sogar seine Waffe wieder wegsteckte.

„Danke“, sagte ich, bevor mir dämmerte, dass ich dieses bildhübsche Weib kannte!

„Gern geschehen“, entgegnete sie wie damals trocken und rauchig, bevor wir alle drei, der Räuber, meine Retterin und ich auf der Wache landeten.

Dort erfuhr ich, wer sie war und wo sie lebte (zumindest in ihrem weltlichen Leben): Chris de Selin von Orkas Island, Washington. Bootsingenieurin in St. Jose und „auf Urlaub“ in Santa Monica.

Was ich nicht kapierte, war der unglaubliche Zufall, dass sie mir vor einem Jahr schon einmal aus Schwierigkeiten geholfen hatte.

Und dass sie damals wie heute aus dem Nichts erschienen war und sich erneut auf gleiche Weise wieder in Luft auflöste.

Vermutlich hatte ich einen Moment in eine andere Richtung geschaut und sie hatte die Gelegenheit genutzt um durch die nächste Tür zu verschwinden.

Oder so dachte ich…

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