Verhältnisse

Anik hat mir mal wieder vorgehalten, dass ich einfach unmöglich mit meinen Leuten umgehen würde.

Sie meint nicht die Leute hier auf dem Boot, das könne sie nicht beurteilen – obwohl sie sagt, dass sie Bram und Elias durchaus bedauert.

Sie spricht von – ach, egal. Warum alte Geschichten aufwärmen?

Ich gebe zu, dass weder Bram noch Elias gute Freunde sind. Sie machen einen Job für den sie gut bezahlt werden, und wenn sie den nicht gut machen, fliegen sie. Das ist alles.

Bisher machen sie ihren Job ziemlich gut und ansonsten machen sie sich unsichtbar. So, wie es ihnen bei der Einstellung unmissverständlich gesagt wurde.

Wir sind hier keine große Familie auf dem Boot.

Wir haben individuelle und unterschiedliche Beziehungen und Verbindungen untereinander. Die meisten – nicht alle – haben eines gemeinsam: mich.

Nehmen wir die beiden Seeleute: Ihre Bezugsperson ist Ken, denn er hat sie eingestellt und er gibt ihnen die Arbeitsanweisungen.

Ken wiederum kennt nur eine Bezugsperson, nämlich mich. Mit Mazikeen verbindet ihn lediglich eine alte Fehde und ein neues Kumpelverhältnis.

Für Maze hingegen – wer hätte es gedacht – zählt nur eine Person und das bin ich.

Und dann gibt es dieses unsägliche Weiberverhältnis zwischen Joana, Gabby, Eva und mir. Das hat ganz eigene Dynamiken und bleibt in sich geschlossen.

Dass Mazikeen ab und zu dazwischenhaut, liegt einfach daran, dass ihr gesamtes Dasein (das irdische) nur mich zum Inhalt hat.

Geht man jetzt einmal von mir aus, habe ich zu jedem an Bord mein eigenes Verhältnis, lediglich nicht zu Bram und Elias. (Obwohl ein Nicht-Verhältnis natürlich auch eine Art Verhältnis darstellt.)

Das reicht ja wohl.

Warum schreibe ich das eigentlich alles? (Mal abgesehen davon, dass es einmal gesagt werden muss?)

Vermutlich weil ich beginne meine Beziehungen zu anderen zu bewerten. Anik hat mich darauf gebracht.

Sie sagt, ich müsse endlich anfangen, andere schätzen zu lernen und nicht nur zu akzeptieren.

Was immer das nun wieder heißen soll!

Mir reicht es vollkommen, andere zu akzeptieren. Mein Leben ist schon voll genug.

Mein Verhältnis, meine Beziehungen zu den Menschen sind klar definiert. Ich brauche keine Neuen, ich will noch nicht einmal Veränderungen. Man sieht ja was passiert, wenn ich neue Menschen in mein Leben lasse, da brauche ich nur an Gabby und Eva zu denken. Hätte ich keine engere Beziehung zugelassen, würden mir zwar Gabbys geniale Titten und die visuelle Stimulation aufgrund ihrer Filmcharakteure beim Sex fehlen, doch ich könnte mich auch viel mehr aufs Segeln und die anderen Menschen in meinem Leben konzentrieren.

Nein, akzeptieren reicht mir völlig. Und schätzen tue ich wen ich will!

Tammy

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. soloslupa sagt:

    Es reicht völlig Menschen zu akzeptieren! Und im Laufe der Zeit, fängt man ab u an auch manche Menschen zu schätzen. Ich fühle mich von dir geschätzt.

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    1. Tammy sagt:

      Da trügt dich dein Gefühl ganz sicher nicht.

      Gefällt 1 Person

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