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Verhandlungen

Ich bin dann einfach mal explodiert.

„Ihr könnt gerne euer Leben ruinieren, aber nicht meins.“

Das ist natürlich schon ein wenig – oder wegen mir auch vollkommen – daneben und/oder übertrieben, zumal ich nicht ganz unschuldig daran bin, dass dieses ganze Theater überhaupt angefangen hat.

Trotzdem: Irgendwer muss ja mal irgendwie beginnen und ich finde, dass mein Eröffnungssatz so gut wie jeder andere ist. Auf jeden Fall sind sie erst einmal still und mehr kann ich für den Moment ja auch nicht verlangen.

„Ich könnte euch ja jetzt alle beide in ein Beiboot setzen lassen und euch einfach hinterher schleppen“, drohe ich, „…doch dann hätte ich die Kleine alleine am Hals und das fände ich doch sehr unfair!“

Ausserdem wäre das sexualtechnisch keine sehr intelligente Lösung, denke ich.

„Was willst du, Tam?“ Wenn Joana mich anders anspricht, als mit ‚Sweetheart‘ oder Ähnlichem, sind das keine guten Voraussetzungen.

„Dass dieses ganze Drama aufhört!“, erkläre ich.

Während Gabby still wie eine Musterschülerin am Tisch sitzt, verdreht Joana nur die Augen: „Ich habe nicht angefangen!“

Stimmt, das war irgendwie ich.

„Das war dieses Miststück!“, faucht Joana in Gabbys Richtung.

Wegen mir auch das, gebe ich in Gedanken zu.

Joana macht drohend eine Schritt in Gabbys Richtung.

Das kann ja heiter werden, denke ich.

„GIBT ES HIER EIN PROBLEM?“

Mazikeen!

„Nein“, beeile ich mich zu versichern: „Alles im grünen Bereich hier!“ Dämonen darf man nicht verärgern. Noch nicht einmal, wenn es der eigene ist!

„Hättest du wohl gerne“, schüttelt Joana den Kopf, schaut mich an, als würde sie mir jeden Moment an den Hals gehen, dreht sich aber um und – verschwindet in ihr Quartier.

„Gut gemacht, Mazikeen, wirklich gut! „Wir sind mitten in den Verhandlungen! Besser gesagt: waren. Danke deiner Intervention!‘, erkläre ich Mazikeen kopfschüttelnd.

„Die zwei solle sich vertragen?“

Ich nicke: „…was du gerade erfolgreich verhindert hast.“

„Sag das doch gleich“, meint mein Dämon trocken. Dann packt sie Gabby am Arm, und zerrt sie von ihrem Platz.

„Heh!“, schreit Gabby protestierend, doch es nützt nichts.

Mazikeens Hand hält Gabbys Oberarm wie ein Schraubstock und zieht sie hinter sich her.

„AUA, verdammt!“

Doch Mazikeen öffnet mit der freien Hand Joanas Tür und wirft die laut protestierend Gabby in die Kabine.

„Ihr kommt erst wieder raus, wenn ihr euch vertragt!“

Ich höre beide lautstark protestieren.

„Und sollte dabei etwas kaputt gehen, schwimmt ihr hinter dem Boot her! Alle beide!“ Dann knallt sie die Tür zu. Laut genug, dass es Eindruck macht, aber nicht fest genug, dass sie zu Bruch geht.

„Erledigt“, meint sie trocken in meine Richtung: „Verhandeln musst du wohl noch lernen.“

Offensichtlich, denke ich.

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