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Kinderpsychologie

Gabby sieht wirklich übel aus.

Ich meine JETZT sieht Gabby erst WIRKLICH übel aus! Sie heult ab und zu, ich weiß nicht genau warum: Schmerzen, Scham, Verlust der Freundin, ihr Stand an Bord – keine Ahnung. Alles zusammen vermutlich. Joana weiß was passiert ist, Mazikeen, sie und ich. Also alle Frauen, letztlich die wichtigsten Personen.

Ich habe ihr gesagt, sie soll endlich mit dem Gejammer aufhören, sie wäre schließlich eine Frau!

Ken kümmert sich rührend um sie und ihre Verletzungen. Er hat Mazikeen und mich in Verdacht, kann aber nicht wirklich Sinn aus der Tatsache machen, dass unser Verhältnis zu Gabby in keiner Weise gestört ist.

Nein, auch das von Mazikeen nicht. Sie folgte nämlich meiner Entscheidung, es mit dem Schlag bewenden zu lassen und ihr wieder eine Chance zu geben die Dinge jetzt neu und besser zu machen.

Andererseits hat Ken auch schon bemerkt, dass Joana kein Wort mehr mit ihr spricht und als er mich gefragt hat, warum meine Sachen auf einem Haufen vor meiner Quartiertür lagen, hat er auch nur die typische Antwort bekommen: „Weiber“.

„Schmeiß die Seeleute aus ihrem Quartier, räucher es aus und lass es von Mazikeen für ein menschlisches Wesen umbauen. Ich will spätestens morgen dort einziehen!“

Ich schlafe doch wegen einem durchgeknallten Weib nicht auf einer Mannschaftspritsche. So weit kommt’s noch!

Besser noch heute, denke ich, denn meine Tage haben sich gerade pünktlich wie ein preußischer Feldwebel gemeldet. Wie passend! Kotz!

„Geht es dir gut?“, frage ich Eva am Morgen und mir kommt da so ein komischer Gedanke, den ich gleich wieder beiseite schiebe: „Gar kein Kakao heute Nacht?“

„Nein!“, strahlt sie und hängt sich an meinen Arm: „Hat sich Mama sehr wehgetan?“

„Schon ein bißchen…“, antworte ich. Was soll ich sagen?

„Dann muss sie gaaaanz schnell wieder gesund werden!“

Mmh…? Ich bin wohl eine Niete in Kinderpsychologie…

Was sie wohl sagen würde, wenn sie wüsste, dass ich…?

Ich schüttele den Gedanken beiseite. Aber dann kommt er wieder: Eva würde nie mehr mit mir reden, da bin ich sicher. Wieder schüttele ich den Gedanken beiseite. Oder doch? Irgendwann vielleicht?

Mist!

Lasst mich bloss mit Kindern in Ruhe!

„Tammy?“

„Ja?“

„Meinst du, Ken kann meine Nase so richten, dass ich hinterher keinen Chirurgen brauche?“

„Tja, siehst du eine andere Möglichkeit?“

„Hättest du mir nicht ein paar Fußzehen brechen können oder so?“

„Das nächste Mal.“

Tammy

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