Zum Inhalt springen

Männer mögen keine Vogelnester

Unten nackt, oben angezogen.

Seltsames Bild.

Der Mann schaut sie an. Er wirkt teilnahmslos.

„Du hast noch nicht als Nutte gearbeitet?“

Sie schüttelt den Kopf.

„Interessant. Sie ist wieder sprachlos geworden.“

„Nein. Habe ich noch nicht.“

„Und wieso kommst du auf die Idee, du kannst das?“

„Wieso?“

Sie wirkt unsicher.

„Ich kann es nicht leiden, wenn man mir ständig Gegenfragen stellt.“

„Okay.“

„Also wieso?“

„Ich weiß nicht.“

Der Mann schüttelt den Kopf.

„Du glaubst, weil du Löcher hast, die man ficken kann, richtig?“

Pause.

„Ich weiß nicht, ich…“

Pause.

„Drei Löcher, um genau zu sein.“

„Drei?“

Der Mann fängt an zu lachen.

„Was glaubst du denn?“

„Ich… Ich… Ich dachte…“

„Für den Job ist es ganz schlecht, wenn eine Nutte anfängt zu denken.“

Pause.

Sie schaut auf den Boden.

„Immerhin sind deine Fußnägel lackiert.“

Immerhin? Arschloch!

„Normalerweise bin ich auch immer richtig glatt rasiert, nur…“

Hör, verdammt nochmal, auf dich zu entschuldigen, Weib!

„Ja, das sagen sie alle!“

Ich würde ihm ja jetzt so gerne eine… Kann ich das im Traum?

„Aber dein Arschloch hast du schon rasiert oder? Männer ficken nicht gerne Vogelnester. Auch keine kleinen.“

Also entweder wache ich jetzt sofort auf oder ich trete ihm die Zähne ein. Vorzugsweise beides!

Die Tussi steht immer noch sprachlos da und starrt auf den Boden.

Jetzt wehr dich doch mal, Mensch!

„Ist dein Arschloch nun rasiert oder nicht?“

„Ich glaube…“

„Du glaubst…?“

Ich schaue sie an. Als ob man sowas nicht wüsste!

„Wenn ich mich rasiere, dann weiß ich aber genau, wo ich das tue!“

Ich? Habe ich eben „ICH“ gesagt? War ich das?

„Ich rasiere mich gewöhnlich schon…“

„Willst du mir damit sagen, ’nur da hinten weiß ich das nicht so richtig‘?“

Das bin ich! Der Typ bin ich! SCHON WIEDER! Das nervt! Ich in ätzend!

„Doch, schon…“

„Geh zum Sofa!“, sagt der Mann hinter dem Schreibtisch.

Puh! Glück gehabt! Ich bin wieder ich! Der Traum fängt an, kompliziert zu werden!

„Meine Schuhe.“

Sie trägt Turnschuhe.

„Hübsch.“

Ich ziehe sie an.

Tammy

Ich? Wieso ich? Oh, ich sitze auf der Bettkante. Vor mir steht Joana mit einem Kaffee.

„Du sagtest, ich soll dich zu deiner Schicht wecken, falls du verpennst!“

Meine Schicht. An Deck. Richtig. Ich schaue auf Joanas lackierte Fußnägel.

„Geh zum Sofa!“, kommandiere ich und grinse.

„Du spinnst.“ Sie schüttelt den Kopf.

Vermutlich träume ich.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: