Eine Dämonengeschichte

„Ernsthaft, Tammy: Warum sagt Joana so etwas?“

„Vielleicht bin ich der Teufel“, grinse ich: „Hast du mich schon einmal im Spiegel gesehen?“

„Hör mit den Witzen auf. Das kann einem ja Angst machen.“

„Andererseits“, und ich grinse immer noch: „Das mit dem Spiegel ist ein altes Märchen aus den dunklen Zeiten. Die haben damals jede Menge Scheiß erfunden. Sie mussten sich ja an irgendwas festklammern. So konnten sie hoffen, mich rechtzeitig zu entdecken. Damals sind die echt mit Spiegelbruchstücken in den Taschen rumgerannt. So mancher hat sich damals damit die Eier abgeschnitten.“

„Haha. Sehr witzig…“

Gabby und ich liegen alleine im Bett. Joanna spielt mit Eva an Deck. Wobei – spielen ist zuviel gesagt: Sie haben irgendwelche Nintendo-oder-was-auch-immer-Spieledings, die miteinander verbunden sind und ihre Figuren rennen sich auf den Bildschirmen hinterher.

Tammy

Auf unserem Boot bei voller Fahrt ist sonstiges Spielen ein No-Go. Da sitzt man mit Schwimmwesten schön festgebunden und macht irgendwas, bei dem man sich nicht bewegen muss und passt auf, den Seeleuten nicht im Weg zu sein. Reden ist auch nicht drin, es sei denn, man will sich ununterbrochen anschreien, denn der Wind in den Segeln und das Durchpflügen des Wassers machen einen ganz schönen Krach.

Von wegen Segelromantik. Die gibt es nur beim Sonnen in einer Bucht, wenn das Boot vor Anker liegt oder im Schleichtempo bei 4 Knoten Wind. Aber nicht bei 15.

Langer Rede kurzer Sinn: Gabby und ich liegen im Bett und sie versucht verzweifelt herauszufinden, ob ich wirklich der Teufel bin, während ich austeste, wie elastisch ihre genialen D-Möpse sind, bzw. wie gut ihre Nippel mit dem Rest verbunden sind.

„Und was ist das überhaupt für eine Dämonengeschichte?“

Ich zucke mit den Schultern: „Mazikeen ist ein echt schicker Dämon, findest du nicht?“

„Ich bin auf dem Dämongebiet nicht so bewandert.“

„Sie ist eine der Töchter von Lilith und ist eine der stärksten Dämonen überhaupt. Es ist immer beruhigend, so jemand an Bord zu haben, findest du nicht?“

„Lilith?“

„Ihre Mutter. Adams Frau. Heute kennt man sie unter dem Namen Eva. Eine ganz schöne Schlampe, übrigens. Und gefährlich.“

„Du spinnst. Au!“

Ups, der Nippel ist wirklich fest verbunden!

„Sie musste nach dieser dummen Paradiesgeschichte abtauchen und hat die Nachtgeister, die Lilims, gegründet. Mazikeen ist ihre stärkste und gefährlichste Tochter. Und damit auch die erste Lesbe. Cool, oder?“

„Erfindest du eigentlich ständig sowas?“

„Google es.“

„You got to be kidding me!“

„Soll ich es dir buchstabieren?“

„AU! Der Nippel ist vielleicht Teil meiner Brust?!“

„Ups, sorry. Ich dachte, der andere wäre vielleicht etwas loser.“

„Du bist ja sooo witzig heute“, kommentiert Gabby mit verdrehten Augen.

„Und wieso ist sie DEIN Dämon?“

„Frag sie. Aber am besten tagsüber.“

„Wieso tagsüber?“

„Nachts sind Nachtgeister echt hinterhältig. Wird behauptet.“

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