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Kleine Menschen

Ich und Kinder…

Kurz zusammengefasst: Ich kann Kinder nicht leiden. Im Regelfall schließt das die Mütter gleich mit ein. (Männer sind sowieso nicht mein Thema.)

Es mag ja sein, dass es ein paar Minuten am Tag gibt, in denen Kinder lieb und toll und nett sind – mir gehen sie mehr auf die Nerven als mir diese drei Minuten wert sein könnten.

Was vermutlich daran liegt, dass bei mir diese Hormonausschüttung oder das Muttergen oder was auch immer fehlt. Ich bin eben ein Sonderfall oder landläufig gesprochen: nicht ganz normal.

Ich hasse Gequengel. Ich hasse diese Motzerei, die Heulerei, die Schreierei, das Insistieren – ich hasse einfach alles, was mir auf die Nerven geht.

Kinder in Supermärkten. Kinder in Restaurants. Kinderbanden, die sich nicht benehmen können. Kinder, die im Restaurant aufstehen und – noch schlimmer – herumrennen dürfen! Ich habe das mit dem Essengehen schon aufgegeben, bzw. gehe nur noch in die superteuren Läden – und das möglichst spät – damit sich keine Familien dorthin verirren. Und dann diese Argumente… Dass man Kindern nicht zumuten kann… Bla bla bla…

Boah, ey! Wir mussten am Tisch sitzen von Anfang bis Ende und durften keinen Krach machen! Hätten wir im Supermarkt rumgenölt hätten wir Hausarrest bis Ostern bekommen (Ostern das Jahr drauf)!

Was wurde aus uns?

Eine Toxikologin Dr. Dr. und CEO einer Airline (ein wenig bi, zugegeben), eine Hausfrau mit drei Kindern (Dauergenervt. Die Mutter, nicht die Kinder), ein Chefredakteur eines Fernsehsenders mit drei Kindern (am liebsten selten zu Hause) und eine Airlinepilotin (lesbisch und polywasauchimmer, zugegeben).

Die Kinder meiner Geschwister müssen übrigens im Restaurant auf ihren Stühlen sitzenbleiben.

Ich finde, das Stillsitzen hat nicht geschadet. Und sowohl unsere Eltern alsauch unsere Kindheit waren/sind genial.

Pubertät… Aus Kindern, die tagsüber ein paar Minuten lang süß waren, werden über Nacht verlogene, hinterhältige, Drogen konsumierende Monster.

Muss ich auch nicht haben.

Egal. Wer’s mag… Nichts für mich.

Menschen finden Kinder süß. Vor allem Babys.

Ich finde sie grottenhässlich mit ihren viel zu großen Köpfen, den aufgedunsenen Gesichtern und den Blähbäuchen. Und dann diese fetten Beine! Und Haare haben sie auch nicht!

Und diese elende Plärrerei! Wenn sie nicht reden können, sollen sie doch winken oder sowas!

Egal, ist ja hier nicht das Thema. So oder so finde ich weder Babys „hübsch“ noch Kleinkinder noch sonst irgendwen, der noch nicht im na ja, eben im passenden legalen Alter ist.

Auch dieses Gen scheint mir zu fehlen.

Und dann diese Mütter, die glauben mir sagen zu müssen, dass auch ich mal ein Kind (oder ein Baby oder sonst irgendwas war). Also erstens: Habe ich denen irgendwie auf den Schlips getreten? Und zweitens: WAS GLAUBEN DIE EIGENTLICH WIE BESCHEUERT ICH BIN, dass ich nicht weiß, dass ich auch mal ein Kind war? Dass man mir das erklären muss, weil ich glaube, dass mich irgendeine Göttin im Erwachsenenalter auf die Erde gespuckt hat?

Was bitte, hat das damit zu tun, dass ich Kinder nicht leiden kann? Aaaaaah! Wenn ich mich als Baby/Kind treffen würde, könnte ich mich genausowenig leiden, wie ich andere Kinder nicht ausstehen kann! SOWAS DÄMLICHES!

Und dann dieses Rententhema… Weil Kinder – respektive das, was hoffentlich mal aus ihnen wird – unsere Rente bezahlen, muss ich sie toll finden? Deswegen dürfen sie mir nicht auf den Keks gehen? Weil Triebwerke meinem Flugzeug genug Schub verleihen, um genug Auftrieb zu bekommen, muss ich das Gekreische von ihnen gut finden? Weil mein Job mir meine Rente einbringt, muss ich mich vor die schreienden Monster setzen und sie streicheln und herzen, weil meine 737 ohne sie nicht abheben würde? Wie bescheuert ist das denn bitte? Ich setze mich ins Cockpit, mache die Fenster zu und hoffe, dass ich von den Dingern so wenig wie möglich höre!

Ach, ich könnte noch tausend Gründe aufführen, doch es wird langweilig.

Da komme ich doch lieber mal auf die Mütter zu sprechen, die ich in der Regel genauso wenig leiden kann wie ihre Brut. Was in erster Linie daran liegt, dass sie ihre Blagen nicht unter Kontrolle haben. Zwar erzählt mir jede sie hätte ihre Kids im Griff, doch sobald ich auch nur zehn Minuten in ihrem Umfeld sein muss, stelle ich fest, dass diese Frauen in Traumlandschaften leben. Unter Kontrolle… Aber natürlich…

Da fliegen die Plastikteller und die Plastikflaschen (halbvoll und offen, wenn möglich), da werden die Kinderbücher zerrissen und es wird vor Wut gegen die Tür getreten. Da wird der Hund gepetzt und der Postbote gebissen, die Milch ausgeleert und an meinen Haaren gezogen, da wird Rotze auf den Tisch geschmiert, es werden Schubladen herausgezogen und Fahrräder umgeworfen.

„Ach, heute ist er/sie/es etwas ungestüm“, heißt es dann oder „Das macht sie sonst nicht“ oder – schlimmer – „Ein bisschen Freiraum brauchen sie schon“ oder der Klassiker „Man darf ihnen eben auch nicht alles verbieten“, während der Rotzbalg versucht der Katze die Ohren auszureißen!

Und natürlich kreischt im Hintergrund das Baby, weil die kleine Ann-Kathrin versucht ihn aus der Wiege zu zerren um Mutter/Baby/Folterknecht mit der Halbjährigen zu spielen.

„Sie spielen so schön!“, sagt Mama und kehrt die Scherben der Obstschale weg, während die Katze kreischend vor Angst die Wohnung vollpinkelt und die Tapete von den Wänden holt.

Ja, ja, ganz toll! Muss ich echt gut finden. Nein, ich kann weder die bescheuerten Mütter mit der krankhaften Meine-Kinder-Sind-Die-Besten-Macke gut finden, noch ihre Brut, die ihr und allen anderen in einem Umkreis von fünfhundert Metern das Leben zur Hölle machen!

Und um ganz ehrlich zu sein – und ich weiß, jetzt werden sie mich alle hassen, doch es ist wie es ist – ich finde den Gedanken, dass kleine Menschen in einer Frau wachsen dermaßen eklig und abtörnend – ich kann gar nicht sagen WIE eklig! Ja, schlimm. Ich habe sie nicht mehr alle in diesem Bezug. Ich gebe es ja zu. Ich bin verrückt. So what?

Beschimpft mich, stellt mich an den Pranger! Aber ich habe ein Problem damit, mit einer Frau ins Bett zu gehen, die schon einmal ein Kind zur Welt gebracht hat. There – I said it. Hier, ich habe es gesagt. Ich warte auf die ersten Steine.

Der Punkt ist – ich kann es nicht ändern. Es ist wie es ist. Ich brauche deswegen auch nicht zum Psychologen oder zum Psychiater zu rennen, das tue ich schon wegen genügend anderer Macken.

Und warum will ich nicht auch noch deshalb zum Therapeuten? Weil ich nichts dagegen habe, so zu empfinden, wie ich empfinde. Wer mich nicht leiden kann wie ich bin, der lässt es. Genau wie ich es umgekehrt einfach lasse.

Und was ist mit Gabby, wird jetzt der eine oder andere fragen?

Da kann ich nur sagen: gute Frage. Ich habe keine Ahnung. Die einzige Antwort, die mir dazu einfällt ist, das ich so heiß auf die Rollen bin, die sie in ihren Filmen spielt, dass ich die Kindersache einfach verdränge. Außerdem ist es schon sechs Jahre her, das mit der Geburt und der Kleine-Menschen-Wachsen-Lasserei (und da unten und überall ist alles schon wieder halbwegs normal *Vorsicht, Witz). Zudem hat sie die geilsten Titten, die ich jemals gesehen habe und ich hege immer noch die Hoffnung, dass sie sich doch als Mistress entpuppt.

Trotzdem: Ich weiß es wirklich nicht. Vermutlich verdränge ich es wirklich, das ist das wahrscheinlichste Szenario.

Was ich allerdings noch zugeben muss: Ihr Nachwuchs hat sich als weniger nervig entpuppt als alle anderen Kinder, die ich kenne und auch als erstaunlich gut erzogen. Vor allem wenn man bedenkt, wie fucking reich diese Frau ist. Evas Nanny kann ich bedenkenlos empfehlen. Denn Gabby scheint ja wirklich nicht ganz so viel von Erziehung zu verstehen, nach allem, was ich nach ihrer Prügelei mit Joana sehen konnte. (Ich bin auch nicht gerade Spezialistin darin, aber ich kann immer noch Zwei und Zwei zusammenzählen. Und außerdem weiß ich, dass auch kleine Menschen sich nicht gerne verarschen lassen.)

Um das noch einmal zusammenzufassen: Mir IST BEWUSST, dass irgendetwas bei mir anders ist, als bei anderen Frauen und ganz bestimmt hat die Evolution sich das auch nicht so gedacht. Normalerweise sollte ich mit 36 Jahren schon fast Torschlusspanik haben, so ein Balg in die Welt zu setzen. Mich körperlich zu verunstalten um etwas in mir wachsen zu lassen (Igitt!), etwas Menschenähnliches aus meiner Vagina zu pressen (Dann lieber Fisting!) um mich hinterher 18 Jahre lang darüber totzuärgern. Der absolute Horrorgedanke! Wenn ich nicht schon lesbisch wäre, würde ich es alleine aus dem Grund schon werden! Mein Leben kann ich mir auch angenehmer ruinieren. (Tequila ist immer ein guter Anfang.)

Und warum jetzt meine totale Panik, als Eva plötzlich im Raum stand und ihre Mutter und Joana beim Catfight betrachten musste?

Ich denke, dass nicht alles bei mir daneben gelaufen ist. Genau wie jeder nicht vollkommen kranke Mensch, habe ich diesen Drang Kinder zu beschützen. (Da hat die Evolution bei mir dann doch noch etwas richtig gemacht. Ein paar Instinkte scheinen auch bei mir in Takt zu sein.) Ich würde jederzeit auf die Schienen springen um ein Kind vor dem Zug zu retten, oder ins Wasser gehen, um es einem Hai zu entreißen.

Bescheuert, ich weiß, doch ich kann nichts dagegen tun.

Bei einem Picknick mit meinem Bruder an einem See, bin ich einmal mitten in ein Wespennest gesprungen (nackt, versteht sich) um einen fremden kleinen Jungen, der mittendrin saß und gerade in ein Nadelkissen verwandelt wurde, herauszuholen. Danach bin ich mit ihm im See untergetaucht und solange mit ihm dringeblieben, bis eine Ambulanz uns beide ins Krankenhaus gebracht hatte. Nicht spaßig, wirklich. Aber es war eine Reaktion, für die ich nichts konnte. Es war ein Instinkt. Wäre es ein Typ gewesen, hätte ich vermutlich nur gefragt, ob er vorhätte dort noch länger sitzen zu bleiben.

Es gibt noch vieles mehr, was ich zu diesem Thema schreiben könnte, doch ich belasse es dabei. So oder so wird die Müttermafia genügend Gründe finden ALLE Frauen zu verdammen, die keine Kinder wollen.

Selbst wenn die freiwillig Kinderlosen kleine Menschen süß und nett und toll finden und gerne Tanten sind.

Ich persönlich finde gar nichts toll an Kindern, und es ist mir – offen gesagt – scheißegal ob mich Menschen dafür verdammen. Ich mag die Frauen, die mich dafür nicht verdammen und mich nehmen wie ich bin.

Und ich mag Gabby. Und manchmal – aber auch nur manchmal – auch ein klein wenig ihre Tochter. Zumindest, wenn sie mir nicht auf die Nerven geht.

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