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Das macht man nicht!

„OH FFFF…!“ Gabby kann das Wort gerade noch im letzten Moment abbrechen.

Ich habe da weniger Hemmungen: „Genau. Oh fuck! Dumm gelaufen, was?“

Gabby funkelt mich böse an, dann hält sie die Arme auf: „Komm her, Honeybear!“

Doch ‚Honeybear‘ dreht sich weg und gräbt ihren Kopf wieder in meine Achsel.

„‚Honeybear‘ bleibt erstmal hier!“, sage ich.

Gabby starrt mich an. Sie ist gar nicht mal wütend in diesem Moment, sondern eher überrascht. Zumindest lässt das ihr offener Mund erkennen.

Hinter ihr versucht Mazikeen Joana aufzuhelfen, doch sie wird wütend weggestoßen.

„Honey! Komm schon her!“ Wieder hält Gabby ihre offenen Arme in unsere Richtung

„N-nh!“, schüttelt Eva den Kopf und schmiert dabei irgendwas Ekliges auf meine nackte Haut.

„Wir haben nur ein bißchen herumgetollt“, lügt Gabby: „Komm schon, Honeybear, das ist doch gar nicht so schlimm!“ Sie möchte die Kleine anfassen, die ich wie mein Kopfkissen beim Einschlafen in den Armen halte, doch ich drehe mich weg und damit Eva aus ihrer Reichweite.

„Lass sie los!“

„Dann sag ihr, was ihr gemacht habt!“

„Halt dich da raus! Das geht dich überhaupt nichts an!“

„Tammy?“ Eva schaut mich an.

„Mama hat nicht gespielt, oder?“

„Honeybear, ich…“

„Nein, hat sie nicht“, unterbreche ich ihre Mutter: „Das war kein Spiel.“

Und dann zu Gabby: „Sie hat euch gesehen und die Kleine ist nicht blöd.“

„Genau!“, nickt die Nicht-Blöde.

Joana steht jetzt neben Gabby. Sie sieht genauso fürchterlich aus wie mein anderes Weib. Verkratzt von oben bis unten, aufgeplatze Lippen, verschmiertes Blut in Gesicht und auf den Titten, Haarbüschel liegen auf dem Boden. Wie soll ich denn mit diesen Wracks in den kommenden Wochen Sex haben? Aber erstaunlich wie sich eine 51jährige mit Schönheits- umd Gesundheitsfimmel gegen eine 36jährige Kickboxerin gehalten hat.

„Habt ihr euch eigentlich mal betrachtet?“

Gabby und Joana tauschen flüchtige Blicke.

„Willst du Eva echt erzählen, dass ihr gespielt habt?“

„Honeybear“, gibt Gabby jetzt zu: „Wir haben uns ein wenig gestritten. Aber das ist vorbei und ich erklä…“

„Oh, HERR IM HIMMEL!“, fluche ich: „Jetzt hör schon damit auf! Die beiden haben sich geprügelt. Und das war ausgesprochen DÄMLICH! Weil man so etwas nicht macht!“

Gabby starrt mich an. Eva auch. Das Biest fängt langsam an schwer zu werden.

„Oder macht man so etwas?“

Gabby starrt immer noch, doch ihr Kopf senkt sich langsam. Noch sehe ich keine Rauchwölkchen: „Nein – das – macht – man – nicht…“, presst sie mit zusammengebissenen Zähnen heraus.

„Nein, nein, das macht man nicht!“, tadelt Eva und wedelt anklagend ihren Zeigefinger durch die Luft.

„Honeybear, ich…“

„Nein, das macht man nicht!“, schaltet sich nun auch Joana ein, die wohl ebenfalls kapiert, dass man Geschehens und Gesehenes nicht rückgängig machen kann: „Auch Erwachsene machen Fehler, weißt du?“

„Genau“, nicke ich und denke an ‚Titten‘ und ‚ficken‘, die beiden Wörter, die vermutlich der Auslöser für alles waren.

Eva nickt indessen ganz wichtig mit dem Kopf.

„Ja, Honeybear, das war wohl ein Fehler“, gibt Gabby jetzt endlich richtig zu.

Eva nickt wieder.

„Dafür tut deiner Mutter jetzt auch alles weh…“, zuckt Gabby mit den Schultern.

„Ganz schlimm?“, fragt Eva und ich denke, dass ich sie in etwa 20 Sekunden fallen lassen werde, weil meine Muskeln nicht mehr mitspielen.

Da streckt Eva die Arme in Richtung ihrer zerschundenen Mutter.

Der Göttin sei Dank! Ich bin den Kartoffelsack los!

„Aber nicht nochmal streiten!“, befiehlt Eva, um den Hals ihrer Mutter gewickelt. Gabby laufen jetzt unkontrolliert die Tränen. „Das darf man nicht!“, tadelt das superwichtige, nervige, nicht blöde Kind.

„Nein. Bestimmt nicht. Ich verspreche es.“

„Und wie heißt das?“, grinse ich.

„Was meinst du?“ fragt Gabby.

„Du sollst dich entschuldigen“, erklärt Joana mit breitem Grinsen.

„Ja!“, freut sich Kakaofresse: „Entschuldigen!“ Und sie klatscht in die Hände.

„Sorry“, sagt Gabby.

Ich schaue Joana an.

„Sorry“, sagt Joana.

„Na also“, nicke ich: „Geht doch.“

„Ja, geht doch!“, klatscht Eva freudig und erstaunlich gut gelaunt.

Geschafft. Ich atme tief aus, will mich gerade umdrehen um an Deck zu gehen und meinen Kopf so lange gegen den Mast zu donnern, bis die Kopfschmerzen aufhören, da tippt mir Mazikeen auf die Schulter.

„Was?“

Sie zeigt auf Gabby und Eva.

Scheiße.

„Sorry“, sage ich und meine es nicht.

Und jetzt muss ich nur noch herausfinden warum meine beiden Weibchen aufeinander losgegangen sind.

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