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Weichmöpse

Ich spreche es an, nicht weil ich ein Problem damit habe..

…sondern weil ich sicher sein möchte, dass Gabby okay damit ist:

Gabby sitzt auf meinem Bett, an die Kabinenwand gelehnt, ich sitze auf ihren Beinen und wir küssen uns. Lange, intensiv, leidenschaftlich. Ab und zu berühren sich unsere nackten Brüste.

Es gibt keinen Grund es näher zu beschrieben. Vielleicht noch eines: Es besteht keine Chance, dass Sex daraus wird, denn Kakaofresse sitzt am Bettrand und brabbelt vor sich hin. Vermutlich soll das so eine Art Vorlesung aus einem Kinderbuch sein. Mann, sind Kinder blöd!

Eigentlich gäbe es keinen Grund, die ganze Sache weiter zu erwähnen, doch sowohl meine Mutter alsauch meine Oma hätten dazu gesagt: „Heutzutage hat man ein Problem mit Nacktheit“.

In unserer Familie sind wir alle nackt aufgewachsen. Und ganz sicher hatten meine Eltern auch kein Problem damit, vor uns ihre jeweiligen Partner – auch schonmal ziemlich heftig – zu küssen.

Sex fand hinter verschlossenen Türen statt – jedenfalls was uns Kinder betraf. Aber wir wussten sehr früh, was Erwachsene dort trieben und die Sache war kein bisschen geheimnisvoll, denn wir bekamen es erklärt und damit war für uns das Thema erst einmal durch.

Der Vorteil: Ich bin während meiner gesamten Teenyzeit zu Mama oder Papa gelaufen (wer war egal), wenn ich Ratschläge brauchte – und die meiner Eltern waren immer die besten. Denn sie kannten mich am besten und das ist heute noch so.

Eva sagt „heiraten“, wenn sie „ficken“ meint, aber sie ist Sechs, nicht mein Ableger und daher nicht in meinem unmittelbaren Verantwortungsbereich (es sei denn, sie geht mir verstärkt auf den Keks). Sollten Gabby und ich jedoch länger zusammensein und ich mich daher zwangsläufig noch länger mit Kakaofresse abgeben muss, wird sie sehr bald lernen, wie die Dinge wirklich heißen. (Tammysprache minus Gosse. Für’s erste.)

In meiner Familie schüttelt man den Kopf, dass „heutzutage“ Nacktheit und Sexualität in der Familie verpönt, aber Gewalt gesellschaftliche Akzeptanz genießt.

Wer sich auf meinem Schiff mit einem Ballerspiel vergnügt, der fliegt im nächsten Hafen raus! Virus hin, Virus her.

Mein Kampfsport und meine Automatik dienen der Selbstverteidigung und ich gebe beides sofort auf, wenn ich keine Angst vor Vergewaltigung mehr haben muss. Für die es übrigens auch „Spiele“ gibt. Wer den meisten Weibern Kinder einpflanzt, gewinnt. Und wenn ich einen der Entwickler erwische, hole ich tatsächlich meine Automatik raus. (Wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass sich echte Gewaltopfer gut fühlen, wenn sie mit Ballerspielen konfrontiert werden.)

Es ist eine Sache, wenn richtig Erwachsene im Kämmerchen einen BDSM-Fetisch ausleben, eine andere jedoch, wenn Kinder und/oder Eltern im Wohnzimmer mit der PlayStation Mensch und Tier zerfetzen und sich schreiende Opfer blutig am Boden wälzen.

Und von Filmen will ich gar nicht erst anfangen!

Widerlich!

Hauptsache Hollywood zeigt keine Mösen und Penisse.

Was ist das bloß für eine Gesellschaft?

Ich weiß, die Ballerspieler schreien, wenn sie so etwas hören. Doch ich behaupte, tief drinnen wissen sie, dass ihre ganzen „Argumente“ vorgeschoben sind, weil sie süchtig sind nach dem Scheiß, mit dem sie groß geworden sind.

Aber zurück zum Thema:

Wie kann man sich nur seines eigenen Körpers schämen? Das tun sie alle: dick, dünn, fett, mager, groß, klein, picklig, rasiert oder haarig wie ein Schimpanse. Susi Supermodel versucht den Pickel neben ihrem linken Nippel und das Mal auf dem Schambein zu verstecken, Detlev Dickchen die dritte Speckrolle und Winfried Wandschrank seinen krummen Miracolipenis.

Ich mache bestenfalls blöde Witze über weich gewordene Titten und freue mich auf das nächste Nacktdinner oder das nächste Nackttanzen im Club mit meinen 36jährigen Weichmöpsen.

Hauptsache, wir klauen den Kindern das Körper- und Selbstbewusstsein, damit sie dann ihre Sexualität auf Pornhub entdecken und fit sind für’s erste Deep Throating mit Zehn.

Wie auch immer…

„Du bist okay damit, dass Kakaofr… dass deine Tochter uns so sieht?“ frage ich Gabby.

„Solange du deine Finger aus mir raus lässt…“

Photo by Andre Hunter on Unsplash
Mein Boot ist ballerfrei

……………………………………………


Dieses Tagebuch beginnt in meinem neuen Roman:

J. – Forever

von Andrea Downey-Lauenburg

Als Taschenbuch und Ebook bei Amazon


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1 Kommentar »

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