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Was Männer so denken…

„Bist du deshalb auf dem Boot, Zoe?“

„Was glaubst du denn? Dass du mich einfach zurücklassen könntest? Auf einem Land, dass es bald nicht mehr gibt?“

„Schöner Gedanke, musst du zugeben!“, grinse ich etwas hohl.

„Du wirst leiden, wie ich gelitten habe! Jeden Tag. Jeden Tag werde ich es dir heimzahlen!“

„Du weißt schon, dass du verrückt bist, Zoe?“ Und dass es immer die gleiche Leier ist?

„Wir sind beide verrückt. Aber du bist die Verliererin!“

Jaja… Wichs dir einen drauf…

Was ist denn diese Nacht bloß los? Was sind das für Gespräche und was sind das für Gedanken? Ich bin dermaßen unruhig!

Ich befreie mich aus Gabbys Armen und rolle Joana ein Stück zur Seite um aus dem Bett zu klettern. Ich bleibe einen Moment auf der Bettkante sitzen und schaue Zoe zu, wie sie die Tür hinter sich schließt.

Was für eine Nacht!

Auf dem winzigen Kosmetik-Tischchen liegen zwei Vibratoren. Einer gehört mir. Der andere – keine Ahnung Joana jedenfalls nicht. Also offensichtlich Gabby. Na also: Wenigstens masturbiert sie! Ich bin versucht nach meinem zu greifen, doch dann denke ich an das Telefonat mit Anik und an das Gespräch mit Zoe eben und der Moment ist vorbei.

Ich rutsche vom Bett (Betten auf Booten sind fast immer sehr hoch, wegen des Stauraums darunter), zucke dann mit den Schultern und greife dann doch nach dem Vibrator: mitnehmen kann nicht schaden – frau weiß ja nie…

Der Salon ist leer. Ich mache mir einen Tee und setze mich dann wie üblich auf die Bank, die Beine weit gespreizt, auf dem Tisch abgestützt. Es ist nicht die bequemste Position, doch die vernünftigste. Außerdem liegt ein schicker Dildo mit allen Schickanen neben mir. Frau weiß ja nie…

Elias kommt rein und informiert mich, dass seine Schicht zu Ende ist. Ich erschrecke, doch Zoe ist nirgends zu sehen.

Elias steht vor mir und betrachtet mich so, wie er wohl eine Pornodarstellerin auf dem Bildschirm betrachten würde. Minus der Hand am Schwanz.

Ich nehme an, wie eine Pornodarstellerin wirke ich auch gerade: Ich lehne an der Wand, meine Titten liegen ein ganz klein wenig auf meinen Rippen auf (NUR EIN WENIG, VERDAMMT, ein Bleistift hält noch nicht!), meine Sneaker-Füße stehen auf der Tischkante. Mit weit gespreizten und angewinkelten Beinen ist mein Loch vermutlich ein wenig geöffnet und vermutlich ist auch alles ein wenig feucht. Vermutlich sogar dick. Aber wer weiß das schon so genau…? Hätte ich noch einmal masturbieren sollen?

Hätte vermutlich auch nichts geändert.

Nackter Captain, angezogener Seeman: Untergrabung der Autorität? Dass ich nicht lache! Ich weiß auch nicht, warum solche Märchen überall herumgeistern! Fragt mal reiche Pornostars wie Stormy Daniels ob sie irgendwo nicht ernst genommen werden! Auch wieder so eine Erfindung fehlgeleiteter Feministinnen, nehme ich an! Wenn „nicht ernst nehmen“ bedeutet, dass Männer Pornostars im Privaten mehr als laufende Titten mit Löchern betrachten, dann muss ich meine werten Feministen-Kolleginnen enttäuschen: Männer sehen alles was Titten hat auf diese Weise und sie können noch nicht einmal etwas dazu. (Ja, manche Typen haben es sogar mit trächtigen Schafen!)

Was dann aber im Umkehrschluss NICHT bedeutet, dass sie Frauen per se nicht ernst nehmen oder nicht ernst nehmen können. Boys will be boys. Jungs bleiben eben Jungs, das ist alles!

Solange ich selbst mit meiner angeblich provokativen Nacktheit keine Probleme habe – oder solche Situationen mich sogar anmachen – ist alles im Grünen Bereich!

Was mich dann aber doch dazu bringt, die Beine zu schließen, ist der Gedanke an Zoe und…

Wie auch immer…

„Und warum sollte mich interessieren, dass deine Schicht zu Ende ist…?“

„Ich dachte nur…“

Ich weiß, was er dachte. Es gibt nicht viel, was Männer denken. Da kann man kaum falsch liegen. Vor allem, wenn man nackt ist.

Als Frau oder Schaf.


……………………………………………


Dieses Tagebuch beginnt in meinem neuen Roman:

J. – Forever

von Andrea Downey-Lauenburg

Als Taschenbuch und Ebook bei Amazon


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