Saugreflex

„Das Thema ist nicht beendet, Tammy!“

„Das habe ich befürchtet…“

„Ich will immer noch wissen, warum ich hier bin. Ich will immer noch wissen, ob es dir nur um mein Aussehen geht.“

„Du weißt schon, dass das ein blödes Thema für so eine Uhrzeit ist?“, frage ich vorsichtig: „Andere Leute liegen morgens um halb Eins im Bett und haben Sex.“

„Tammy…!“ Irgendwie klingt Gabby jetzt ein wenig gefährlich.

„Reicht es dir nicht zu wissen, wie megascharf du bist?“

„Das wird mir erzählt, seitdem sich meine Brüste gemeldet haben… Ich will endlich eine richtige Antwort von dir, sonst sind Eva und ich im nächsten Hafen verschwunden!“

„Findest du nicht, dass das eine Art Überreaktion ist?“

„Warum willst du mir eigentlich nicht antworten, Tammy? Bei Joana konntest du es ja auch…“

Öm…

„Tammy?“

„Öm… Das ist Joana. Andere Baustelle. In Joana bin ich seit 25 Jahren verliebt, Gabby. Joanas Wirklichkeit ist gar nicht so weit von ihren Rollen entfernt. Das hat es leicht gemacht.“

„Ich bin eine Schauspielerin“, entgegnet Gabby ausdruckslos: „Meine Rollen haben nichts mit mir zu tun.“

„Genau“, nicke ich: „Ich kenne dich nicht. Deinen Nachwuchs kenne ich mittlerweile besser als dich. Ich habe ÜBERHAUPT KEINE AHNUNG von dir. Was soll ich dir also sagen? Soll ich was erfinden, nur damit ich dich weiter ficken darf?“

„Krass.“

„Aber, fragen wir doch einmal anders herum: Was ist denn mit dir? Warum bist du denn hier?“

„Ich… Ich finde dich schräg, durchgeknallt, verrückt… Du bringst mich zum Lachen wie sonst niemand. Und durch dich habe ich Spaß am Sex gefunden, ohne es zu bereuen – zumindest bis gerade eben… Außerdem liebt dich meine Tochter.“

„Und offensichtlich sehe ich scheiße aus…“

„WAS? Das habe ich nicht gesagt!“

„Zumindest kann ich mit niemandem aus euren Kreisen konkurrieren.“

Gabby schweigt. Und dann: „Deine Augen…“

„FUCK, Gabby! Red‘ dich nicht mit irgendwelchen Platitüden raus! Ich weiß, dass ich weder ein Modell, noch eine Hollywood-Schauspielerin bin! Und ganz ehrlich: Es ist ist mir auch egal, wie du mein Aussehen findest! Was ich nicht leiden kann, sind Leute, die so einen Schwachsinn erfinden!“

Gabby weiß nicht was sie sagen soll. Offensichtlich.

„Auf was ich stehe, liebste Gabby, um das mal auf den Punkt zu bringen, sind dein Aussehen – inklusive Augen, übrigens – und deine Stimme. Ausserdem mag ich, dass du so verletzlich bist – so ganz anders als in den meisten deiner Filme und dass das Bild, dass du der Öffentlichkeit vorgaukelst, komplett falsch ist. Ich mag außerdem die sexuelle Herausforderung und deine Tochter finde ich auch ziemlich cool. Davon abgesehen: Ich habe keine Ahnung wer du bist! Wenn dir das nicht reicht – Häfen gibt es immer. „

„Ehrlich, Tammy: Ich habe keine Ahnung, was ich sagen soll…“

„Was du denkst. Alles andere hat auf meinem Boot nichts verloren. Jedenfalls nicht bei Leuten, die mich interessieren.“

„Ich fühle mich hier auf deinem Boot ziemlich wohl – trotz deiner Frechheiten. Etwas, wovor mich Joana übrigens gewarnt hatte: Deine unglaubliche Unverschämtheit. Ich bin nur nicht sicher, ob ich mich hier wohlfühlen sollte.“

„Ich bin froh, dass du da bist, das ist alles. Mehr bekommst du von mir im Moment nicht. Solche Gründe sind fließend. Sobald du mir auf den Keks gehst, wirst du es erfahren. Genauso, wie du verschwinden wirst, wenn du genug von mir hast. Ist es nicht so?“

Gabby überlegt einen Moment, dann nickt sie: „Vermutlich.“

Ich lächele: „Können wir jetzt wieder zum Wohlfühlen übergehen?“

„Und wie?“

„Indem du dich zu mir umdrehst, damit ich besser an deine Titten komme. Ich habe gerade diesen Saugreflex…“


……………………………………………


Dieses Tagebuch beginnt in meinem neuen Roman:

J. – Forever

von Andrea Downey-Lauenburg

Als Taschenbuch und Ebook bei Amazon


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