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Wie bitte?

„Warum bin ich auf deinem Boot?“, fragt Gabby. Die Frage kommt etwas unerwartet.

„Hä?“

„Auf deinem Boot. Warum darf ich hier sein? Und – ganz ehrlich – kannst du nicht sowas wie ‚Wie bitte?‘ sagen?“

„Hä?“

„Ja, genau das! Das klingt, als würdest du in der Bronx Drogen verkaufen!“

„Das ist politisch inkorrekt, das weißt du schon, oder?“

Gabby verdreht die Augen.

„Schwarze Drogendealer haben ein Recht auf ihre eigene Sprache!“, erkläre ich.

„Tammy, du spinnst!“

„Also wie war nochmal deine Frage?“

„Warum ich auf deinem Boot sein darfst. Du nimmst ja schließlich nicht jede mit.“

„Hä?“

„Treib mich doch bitte nicht zum Wahnsinn! Außerdem ist da noch Eva. Und du kannst Kinder nicht leiden.“

„Wer sagt das denn?“

„Joana.“

Ich seufze und nicke: „Zugegeben…“

„Also warum?“

„Weil du die vermutlich geilste Frau der Welt bist. Abgesehen von Joana vielleicht. Aber die ist 15 Jahre älter.“

Gabby atmet tief ein, dann wieder aus: „Das muss ich erst einmal sacken lassen…“

„Lass dir Zeit.“

„Hast du gerade gesagt, dass Joana 15 Jahre älter ist?“

„Warum? Habe ich mich verrechnet?“

„Tammy, du weißt schon, was du gerade gesagt hast?“

„Habe ich mich bei deinem Alter vertan?“

Gabby schaut an die Decke und reibt sich für einen Moment die Augen.

Dann wechselt sie das Thema.

„Eva und ich sind also wegen meinem Aussehen hier?“

„Nicht nur. Auch wegen dieser Nass-Mach-Stimme!“

„Nicht, weil du mich vielleicht auch sonstwie interessant findest?“

„Ich hab’s nicht so mit Müttern, weißt du?“

Gabby schluckt: „Ich bin nur noch hier, weil wir Sex haben?“

„Und weil ich dich schlecht zwei Tagesreisen vor der nächsten Insel vom Boot werfen kann.“

„Tammy, bitte mal im Ernst!“

„Äh…“

„Was soll denn das heißen?“

„Äh…“

„Ich bin nur noch hier, weil wir Sex haben?“

„Hä?“

„Ich will, verdammt nochmal, eine Antwort!“

Doch da: „Captain, kann ich einen Kakao?

Kakaofresse war wie immer heimlich, still und leise, schlaftrunken und mit ihrem Teddy im Schlepp in den Salon geschlurft gekommen.

„Kein Fluchen vor dem Kind!“, flüstere ich.

„Ja, mein Schatz“, grinse ich dann in Richtung Kakaofresse: „Kommt sofort! Setz dich schon mal zu uns.“

Gabby schüttelt resignierend den Kopf und rutscht für mich zur Seite.

„Gabby“, lächele ich: „Dein Töchterchen möchte einen Kakao. Du weißt ja wo alles ist!“


……………………………………………


Dieses Tagebuch beginnt in meinem neuen Roman:

J. – Forever

von Andrea Downey-Lauenburg

Als Taschenbuch und Ebook bei Amazon


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