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Steven-King-Film

Es ist stockfinster. Neumond.

Wir treiben wie eine halbvolle Flasche im Wasser. Mit Sturmfock und Besan halten wir lediglich die Richtung und schleichen weiter nach Westen. Wir hatten gestern beschlossen, das Boot auch noch die Nacht ohne Krängung im Wasser treiben zu lassen, um allen ein wenig Erholung zu gönnen. Zumal es keinen Grund zur Eile gibt, denn wir kommen gut voran und das Wetter bleibt laut Vorhersage stabil.

Mazikeen sitzt neben dem Ruder, Bram, der Koch, schläft unter der Fock an Deck.

Ich habe meinen Kopf auf Mazikeens Schulter gelegt und versuche meiner Gedanken Herr zu werden.

„Du solltest wirklich schlafen gehen, Tam, du kannst nicht jede Nacht durchmachen. Am Tag schläfst du ja auch nicht!“

„Da unten ist es mir zu stickig.“

„Lügnerin!“

„Aber es könnte!“

Ich rutsche ein wenig zur Seite und lege meinen Kopf in ihren Schoß: „Warum bin ich wie ich bin?“

„Woher soll ich das wissen? Ich bin nur ein Dämon.“

Stimmt. Hatte ich vergessen.

Mazikeens feuchte Haut ist pures Salz. Offenbar schwitzen Dämonen auch. Ich lecke ein wenig von ihrem Schweiß von ihren Oberschenkeln.

„Du hast Angst vor Zoe“, stellt sie fest.

„Ich will nicht wieder mit dem Balg am Tisch sitzen müssen, weil es nicht schlafen kann!“

„Du hast Angst vor Zoe“, wiederholt Mazikeen.

„Ausserdem weiß ich nicht wo ich schlafen soll.“

„Wie wäre es mit deinem Bett? Bei Joana?“

„Du weißt, dass Zoe mich rausholen wird!“

„Es kommt der Punkt, da wirst du dich dem stellen müssen…“

„Du bist ein Dämon! Wenn ich schlaue Sprüche will, wende ich mich an die Simpsons!“

Ich greife ihr zwischen die geschlossenen Beine an die nackte Möse. Sie ist platschnass.

„Hey! Finger weg!“ Mazikeen packt meine Hand und verdreht das Gelenk bis es kurz davor ist zu brechen.

„Schon gut, schon gut!“, kapituliere ich. Maze lässt sich nicht anfassen. Sie fasst an. Auch so ein Dämonending. Auch gut, denke ich.

„Fick mich!“, sage ich. Das geht auch.

„Nope.“

Wie bitte???

„Hast du gerade ’nein‘ gesagt?“

„Dein Gehör funktioniert jedenfalls.“

„Seit wann darf ein Dämon widersprechen?“

„Seitdem ein kleines Kind neben uns steht.“

WIE BITTE?

„EVA?!“ Ich springe auf.

„Ich kann nicht schlafen…“ Die kleine Nervensäge reibt sich die Augen und zieht eine Schnute. Sie hält ihren Teddy umklammert.

Im flackernden Licht der Bordlaternen wirkt das irgendwie wie eine Szene aus einem Steven-King-Film. Ich schaue sicherheitshalber zweimal hin. Vielleicht hält sie ja ein langes Messer hinter dem Bär versteckt?

„Wo ist denn deine Mutter?“

„Die schläft.“

Klar, die habe ich ja müde gefickt.

„Kann ich einen Kakao?“

Ich hab’s geahnt…


……………………………………………


Dieses Tagebuch beginnt in meinem neuen Roman:

J. – Forever

von Andrea Downey-Lauenburg

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