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Ich heirate oft

„Kannst du vielleicht auch meine Mama sein?“

Oh crap!

„Bram! Einen Kakao für die junge Dame und zwei Bier für uns!“ Ich habe mich hochgerappelt und sitze nun neben Maze.

„Wie kommst du denn auf den Unsinn?“

„Nur so.“ Dann setzt Eva sich im Schneidersitz auf den Boden, ihren Teddy immer noch vor sich haltend.

„Geisterst du zu Hause eigentlich auch jede Nacht durch die Gegend?“

Eva schüttelt den Kopf: „Da ist ja niemand.“

„Wie, da ist niemand?“

„Nur so eine blöde Kinderfrau.“

„Und Mama?“

„Manchmal.“

Na toll… Erst Blagen in die Welt setzen und sich dann nicht drum kümmern…

„Aber du bist lustig, Captain!“

Lustig… Genau was ich brauche…

„Das heißt, wenn ich nicht da wäre, würdest du aufhören mir hinterher zu rennen?“

Eva musste einen Moment überlegen: „Das verstehe ich nicht.“

Das hatte ich befürchtet. Ich nämlich irgendwie auch nicht.

Bram drückte Mazikeen und mir ein Bier in die Hand. „Kakao kommt gleich, junge Dame“, zwinkerte er Eva zu.

„Danke, mein Herr“, verbeugte die sich, ohne den Schneidersitz aufzugeben. Vermutlich würde sie auch mal Schauspielerin werden.

„Wirst du jetzt meine Mama?“

Hä?

„Ich möchte, dass du meine Mama wirst!“

Äh…

„Dazu müsste ich deine Mama erstmal heiraten.“

„Hast du doch vorhin.“

WHAT THE FUCK?!

„Ich habe euch genau gehört!“

Ich blicke verstört zu Mazikeen. Die hebt beide Hände, hält den Kopf etwas schief und ihr Gesicht sieht aus, als würde es vor unterdrücktem Lachen gleich platzen.

„Öm…“, sage ich.

Mazikeen schürzt die Lippen. Ihre Augen sehen aus, als würden sie jeden Moment aus dem Kopf poppen.

„Ihr habt ganz lange geheiratet.“

Das war dann genug für Maze. Sie krallt sich an mir fest, rammt mir ihre Zähne in den Rücken und beißt sich vor Lachen wimmernd an mir fest. Dankeschön auch… Das tut vielleicht weh?!

„Äh“, sage ich. Mann, was bin ich wieder eloquent heute!

Mazikeen piepst und beißt. Auch irgendwie kein Benehmen für einen Dämon…

„Öm“, beginne ich erneut: „Ich heirate oft und…“ Nein, kein guter Anfang. „MAZIKEEN, AUA!“

„Heiratest du meine Mama auch oft?“

WAS LERNEN DIESE BLAGEN EIGENTLICH IN DER SCHULE?!

„Wenn du mich nochmal beißt, suche ich mir einen neuen Dämon!“, warne ich Mazikeen.

„Ein Kakao für die Dame!“ Bram hält Eva einen Kaffeebecher hin: „Vorsicht! Lauwarm!“

„Danke.“ Dann dreht sich Eva wieder zu mir: „Macht der immer so dumme Witze?“

„AUA, MAZE, VERDAMMT!“

Ich nicke Bram zu, dass er uns allein lassen soll. Ich bin inzwischen sicher, dass aus dem kleinen Biest mal eine Diva wird. Wenn ihr nicht jemand Manieren beibringt.

Andererseits… „Deine Mama hat doch bestimmt einen neuen Papa für dich!“ Sagt man das so? Ich weiß nämlich, dass sie wieder verlobt ist.

„Hat sie nicht.“ Das war nicht Eva. Das war Mama. Ihr Kopf war gerade aufgetaucht. Irgendwas musste sie geweckt haben.

„Gut, dass du da bist“, nicke ich: „Deine Tochter meint nämlich, wir hätten heute Mittag geheiratet.“

„ICH HAB’S GENAU GEHÖRT!“, freut sich das kleine vorlaute Biest.

Gabby kommt an Deck geklettert: „Hast du etwa gelauscht?“

Eva schüttelt den Kopf und zeigt auf mich: „Der Captain hat so geschrien.“

Oh crap!

Maze haut mir auf den Rücken.

„Also entweder setzt du dich jetzt wieder anständig hin, oder ich mache dich zum Wassergeist!“ Ist doch wahr!

„Oh, Tammy hat so laut geschriehen?“, grinst Gabby.

Eva nickt strahlend: „Du aber auch!“

„Na toll.“ Gabbys Kommentar war an mich gerichtet. Sie lächelt.

„Was wolltest du eigentlich in meinem Quartier?“, frage ich: „Solltest du nicht an Deck sein?“

„Mir war langweilig.“

„Und deswegen kommst du zu mir?“

Das kleine Ferkel schlürft an ihrer Tasse. Sie hat schon wieder den ganzen Kakao in der Fresse. Noch nicht richtig trinken können, aber von heiraten reden!

„Was hältst du denn davon, wenn Tammy und ich jetzt öfter heiraten?“, fragt Gabby.

ECHT JETZT?!

Eva nickt begeistert.

„Dann sollten wir das wohl tun“, lächelt ihre Mutter.

Eva strahlt über’s ganze Gesicht: „Aber nicht so laut!“

Ich bin im falschen Film…


……………………………………………


Dieses Tagebuch beginnt in meinem neuen Roman:

J. – Forever

von Andrea Downey-Lauenburg

Als Taschenbuch und Ebook bei Amazon


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