Akustisch-vaginaler Orgasmus

Es ist später Vormittag, als Joana an Deck klettert.

Sie blinzelt in die Sonne: „Das ist ja kaum auszuhalten, da unten! Eine Affenhitze.“

Joana zu fragen, ob sie sich eingecremt hat, ist ungefähr so, als würde man Leute fragen, die zur Arbeit unterwegs sind, ob sie sich angezogen haben.

(Nicht, dass Joana irgendein Kleidungsstück am Körper hätte. Dass die Frauen an Bord so oft wie nur möglich nackt sind, ist eine Grundregel auf meinen Booten. Warum nicht die Männer? Blöde Frage!)

Joana ist NIEMALS ohne irgendwelche Cremes unterwegs. Ich wundere mich immer, dass sie mir nicht aus der Hand glitscht.

Sie benutzt nicht nur Tages- und Nachtcremes; meiner Ansicht nach hat sie jeder Stunde ihres Tages ein extra Töpfchen zugeteilt. Sie ist besessen mit ihrer Hautpflege. Sowas würde mich zum Wahnsinn treiben! Nein, eigentlich treibt es mich zum Wahnsinn, weil ich ihr die Hälfte der Zeit zuschauen muss, wie sie ihrer Haut Feuchtigkeit zuführt, wie sie Öle einreibt, Härchen auszupft und auf diese Verletzungen dann Zaubercremes aufträgt und… GRAU. EN. HAFT!

Zugegeben: Ihre Haut und sie sehen 20 Jahre jünger aus, als in ihrem Ausweis steht.

Allerdings würde ich diese Zeit lieber nutzen um zu leben.

Jedem das seine…

„Wie geht es Gabby?“, frage ich.

„Gut. Ich glaube sehr gut. Sie ist aufgewacht, hat mit Eva herumgealbert und hat dann nach dir gefragt.“

Die Reihenfolge hätte ich mir zwar eher umgekehrt gewünscht, aber gut.

„Ist sie nackt?“, frage ich.

„Hast du auch nochmal was anderes im Kopf?“

„Muss ich?“

In diesem Moment taucht Gabbys blonder Schopf aus der schwülen Dunkelheit des Salons auf.

„Äh…“,flüstere ich Joana zu: „Wenn sie nicht mehr krank ist, wieso hat sie dann noch was an?“

„Ach, halt den Mund, Tammy!“

Pah!

„Gefällt dir vielleicht nicht was ich anhabe?“, lächelt Gabby.

MIST! Sie hat mich gehört!

Ich drehe mich zu Ken um und mache ein Zeichen, die Segel zu killen. Geben wir allen ein wenig Pause von drei Tagen Dauersegeln.

„Vorsicht!“, ruft er Joana und Gabby zu und rät ihnen sich ein wenig zu ducken, während er das Ruder dreht um das Boot in Eisen zu legen.

Wir poltern über die kurze Dünung.

Ablenkung.

„Du siehst rattenscharf aus!“, gebe ich schließlich zu, aber beschwere mich gleichzeitig bei Gabby: „Aber wir sind hier auf meinem Boot und nicht in einem Film!“

Meine Regeln sind meine Regeln.

„Habe ich dir nicht gesagt, du sollst den Mund halten, Tammy?“, zischt Joana erneut.

„Ja, halt den Mund, Captain“, lächelt jetzt auch Gabby, nimmt meinen Kopf in beide Hände und küsst mich auf eine Weise, die mir den Boden unter den Füßen wegzieht. Eigentlich wegreißt. Meine Knie werden so schwach, dass ich mich rückwärts anlehnen muss, um nicht wegzuknicken.

„Sorry für das Hemd“, haucht Gabby mit ihrer rauchigen, mit purem Sex aufgeladenen Stimme. Wie halten es die Menschen, die diese Schlafzimmerstimme ständig hören müssen, nur in ihrer Umgebung aus?

„Möchtest du mir das Hemd ausziehen?“ Ihre Stimme bohrt sich ohne Umwege in meine Möse, macht einen leichten Schwenk nach oben und drückt massiv auf den G-Punkt.

„RUNTER, DU IDIOT!“, brüllt Ken den Norweger an, der die Szene mit offenem Mund betrachtet und dabei beinahe über Bord geht.

Ich zittere. Aber ganz bestimmt nicht wegen Elias, dem Idiot.

Alles, an was ich im Moment denken kann, ist der obere Knopf des weiten, weißen Hemds, das locker über ihre enormen Brüste fällt.

Ich hasse winzige Knöpfe. Vor allem bei anderen.

„Soll ich dir helfen?“, hauchen ihre Lippen.

Sie muss ein ganz klein wenig zu mir aufschauen, sie ist nämlich noch kleiner als ich. Unfassbar aber wahr. In ihren Filmen wirkt sie nämlich wie ein 1,80 Meter großes Laufstegmodel zzgl. Brüste. Warum sind diese Superstars alle so winzig? Damit der Regisseur keine Komplexe bekommt?

Den ersten Knopf habe ich aufgezittert. Als ich am zweiten ziehe, offenbaren sich schon die D-Brüste darunter. Ich widerstehe dem Drang hineinzugreifen und sie herauszuholen. Wie kann jemand so klein sein und solche enormen Teile besitzen?

Ich muss mit dem Kopf ein wenig näher heran, damit ich den winzigen weißen Knopf durch das Loch bugsieren kann.

„Danke“, flüstert Gabby.

Ich glaube, ich habe einen Orgasmus. Einen akustisch-vaginalen.

„Für was“, stammele ich und mache mich an den vorletzten, nicht ohne beide Hemdseiten einmal kurz wegzuschieben und mir die Pracht darunter zu betrachten.

„Für Eva“, flüstert sie.

„Die ist nicht von mir. Und ich lasse sie mir auch nicht andrehen!“ Manchmal kann ich mich halt nicht bremsen… Nennt mich Chandler.

Der dritte Knopf war einfach und Gabby ist jetzt quasi nackt. Der vierte ist nur noch Formalität. Wie zwinge ich meinen Mund nur, sich nicht an einem der beiden Nippel festzusaugen?

Als die Formalität mit den Knöpfen erledigt ist, habe ich Gabbys ursprüngliche Aufforderung völlig vergessen, denn ich lasse das Hemd los und schaue zu, wie der Wind abwechselnd die rechte und die linke Brust freilegt. In schöner Regelmäßigkeit.

„WENN DU JETZT NICHT AUFHÖRST ZU STARREN, LASSE ICH DICH AM MAST AUFKNÜPFEN!“

Hä?

Ah, verstehe: Ken meint den Norweger, der schon wieder auf Gabbys D-Pracht starrt. Man kann es ihm nicht verdenken, denn in ihren Filmen scheint man jedes Mal die Pracht ein wenig kaschieren zu wollen und verteilt ihre Brüste immer ein wenig unter den Oberteilen. Aber erst einmal rausgeholt…

„Auf was wartest du?“

Hä?

„Wolltest du mir das Hemd nicht ausziehen?“

Ich kann nicht mehr, ehrlich!

Ich taumele gegen die Wand des hinteren Aufbaus, in dem die Mannschaftsquartiere liegen. Meine Knie sind immer noch weich.

„Was war nochmal mit Eva?“. stammele ich völlig idiotischerweise, weil mir gerade nichts Besseres einfällt: „Geht es ihr gut?“

Geht es ihr gut? Bist du jetzt vollkommen bescheuert, Tammy?

„Ich dachte, du kannst Kinder nicht leiden?“, lächelt Gabby: „Sie scheint total in dich verknallt zu sein. Und sie nennt dich ‚Captain‘.“

Verdammt! Ich will keine Komplimente von dem Balg, ich will die Mutter ficken!

„Was hast du mit ihr gemacht?“

„Hä?“

„Sie hat gesagt, du hättest sie ins Bett getragen. Und du hättest ihr einen Kuss gegeben.“

„EINEN KUSS?! Äh nein, das war… Gar nichts… Völlig platonisch… Ich meine – gute Nacht und so! Ich schwöre!“

Joana prustet los: „DU HAST IHR EINEN GUTE-NACHT-KUSS GEGEBEN? DUUUU???!!!“

„Nein, nein, nein! Das war SIE und… Ach, FUCK YOU!“

„Was ist jetzt mit dem Hemd?“

Welches Hemd?

„Hä?“

„Wolltest du mir nicht das Hemd ausziehen?“

Äh… Stimmt… Daher die Knöpfe… Das überlebe ich nicht! Vor allem, weil mir gerade auffällt, dass Gabby das Höschen weggelassen hat!

An meinen Beinen läuft alles herunter, was mein Körper zu bieten hat.

„Sex“, sage ich.

„Bitte?“, fragt Gabby.

„Manchmal sagt sie so komische Sachen. Der Zusammenhang ergibt sich aber meistens später“, erklärt Joana.

„Sex ist verboten!“, schiebe ich nach.

„Aha“, sagt Gabby.

„An Deck“, füge ich an: „Sex an Deck ist verboten, solange hier Ständer herumlaufen!“

Ken starrt mich an. Joana starrt mich an. Gabby starrt mich an.

„TYPEN! TYPEN herumlaufen!“, verbessere ich mich und zeige auf den Norweger.

Gabby starrt immer noch. Joana legt den Kopf schief und erklärt: „Deine Titten haben sie verwirrt, Gabby.“

„Wirklich?“ Gabby schaut an sich herunter.

„Der zählt aber nicht“, beeile ich mich nachzuschieben und zeige auf Ken: „Der ist schwul!“

Joana vergräbt ihr Gesicht in den Händen während Ken die Augen verdreht: „Manchmal hat sie das“, meint er schulterzuckend und kopfschüttelnd zu Gabby: „Dann ist ihr Hormonhaushalt durcheinandergeraten.“

Gabby wendet sich an Joana: „Sind Lesben immer so?“

„Keine Ahnung. Ich kenne nur eine.“

„Wieso? Wie bin ich denn?“, will ich wissen. Ich habe mich einen Moment von Gabbys Brüsten losreißen können. Das Problem ist, wenn man jeden verfickten Film dieser Frau kennt und man sich wieder und wieder vorstellt, wie sie wohl aussehen mag und man schließlich ihren Body auspacken darf – selbst auspacken darf – wie soll man da noch klar denken können?

Einen Moment lang stelle ich mir vor, wie es wohl aussehen würde, wenn Joana und Gabby… Aber nur einen Moment…

„Du küsst – na ja, dieser Kuss war – göttlich!“, lächelt Gabby. Fast hört es sich an, als würde sie davon schwärmen.

Ja, klar… Ich hatte überhaupt nichts gemacht! Ich war so perplex gewesen, dass meine Zunge wie ein toter Hamster in meinem Mund herumgelegen hat. Göttlich… Lächerlich!

„Äh…“, werfe ich ein.

„Ja, küssen kann sie“, bestätigte Joana: „Damit hat sie mich auch rumgekriegt.“

Fuck! Müssen die sich über sowas unterhalten? Ich kann doch nicht noch nasser werden, verdammt! Und überhaupt ist das alles Quatsch! Wenn hier einer küssen konnte, dann war das Joana. Und das verschenkte sie immer wieder an – MÄNNER!

„Ziehst du es mir jetzt aus? Ich dachte, wir müssen nackt sein an Deck?“

Ich nickte.

Als ich das Hemd über ihre Schultern nach unten ziehe, treten mir Tränen in die Augen. Fuck, was ist denn da los?! Ich bin vollkommen durcheinander!

„Weißt du“, haucht Gabby als ich ihr die Ärmel über die Hände streife, die sie dicht an den Körper angelegt hält: „Jemand, in den sich meine Tochter verliebt…“ Ihr Mund ist ganz dicht vor meinem: „…der kann mit mir machen was er will.“

FUUUUCK!!!

„Alles. Alles, was du willst!“ Purer Sex in ihrer Stimme. Lange Fäden an meinen Oberschenkeln.

Ihr sexuell aufgeladener Atem explodiert direkt vor meinem Mund. Ich zucke zusammen. Durch meine Beine rast ein Kribbeln. Es beginnt bei den Knien und jagt nach oben. Mein Bauch zieht sich zusammen.

Gabby gibt mir ein kleines Küsschen auf die Lippen. Und ich habe ein kleines Höhepünktchen. Mehr Flüssigkeiten habe ich sowieso nicht mehr zu bieten.

„Eines noch“, fragt Gabby und grinst: „Was meint Eva eigentlich damit, dass du nachts immer brummst?“


……………………………………………


Dieses Tagebuch beginnt in meinem neuen Roman:

J. – Forever

von Andrea Downey-Lauenburg

Als Taschenbuch und Ebook bei Amazon


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